Milan Fashion Week

FENDI Oxford Students – Fall-Winter 2015/16

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Bild: Fendi

Silvia Venturini Fendi widerlegt alle Vorurteile, die es gegenüber Menschen aus der Fashionbranche gibt und die als oberflächlich gilt. Silvia Fendi wirkt bescheiden und macht zusammen mit Karl Lagerfeld seit Jahren einen fantastischen Job in der Women’s Wear. Der Men’s Wear gibt Fendi, ohne Lagerfeld, eine sehr eigenständige Note und bringt sie immer mehr nach vorne …
Längst hat sich FENDI von „nur Pelz“ in ein ganz anderes Brand mit vielen Facetten verwandelt. Sicherlich können die Römer gut mit Leder und Lammfell umgehen, aber genauso stark sind sie bei den Stoffen und Strick. Dass die Baguette-Tasche zu einem Synonym für Verkaufserfolge geworden ist, war nur Silvia Fendis erster Streich – mittlerweile hat sich die nächste Tasche, die Peekaboo, endgültig zum Klassiker mit Humor entwickelt und gehört zum festen Repertoire des Hauses. Silvia scheint es hingegen nicht wichtig zu sein, was sie selbst trägt und so ist ihr persönlicher Stil leise und zurückhaltend; sie ist intellektuell und man kann sie eher mit einer Perle in einer Muschel vergleichen: Es ist schwer, an sie heranzukommen, aber hat man sie geknackt, offenbaren sich Humor, Kreativität und eine wunderbar fantasievolle Frau, die voller Ideen steckt – und sie auch umsetzt.
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Bild: Fendi

Bei der Herbst-Winter-Kollektion hat Silvia Fendi jetzt Ideen geliefert, die nach Bag Bugs und grinsenden Männertaschen die Fashion Welt begeistern. Aber kommen wir erst einmal zur Idee und den Looks.
Fendi hat in London studiert und in England ist die, wie sollte es anders sein, „italienisierte“ Vision ihres FENDI-Mannes auch anzusiedeln. Studenten und Lehrende der klassischen Universitäten Oxford und Cambridge könnten für jedes Kleidungsstück der Kollektion und für jeden Look Pate gestanden haben.
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Bilder: Fendi
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Bilder: Fendi

Fetter Breitcord, derber Harris Tweed, Kreidestreifen und Flanelle werden gegen feinstes Lammnappa und Babylamm gesetzt. Leder- und Pelz-Patchwork dürfen nicht fehlen und mit Lammfelltaschen aufgepeppte Schulpullover katapultieren uns in das Jahr 2015. Die allgemein als bieder geltende Cordhose wird in der weiteren Bicolor-Optik schnell zum Fashion Item – der Breitcord Anzug erinnert vom Schnitt gar nicht mehr an den Erdkundelehrer …
Die Farben eher gedeckt italienisch: Schwarz, Braun, Messing, Dunkelblau, ein wenig Burgund und Grün, klassische weiß-braune Lammfell-Kombinationen – eine typische Farbpalette für Männer, die eine wohl kalkulierte Struktur verleiht. Raffiniert und der Beleg für eine hohe Handwerkkunst sind die Pullis, die Strick und Ledergeflecht und sogar Pelzpartien zeigen. Sehr aufwendig in der Machart und eine Geduldsprobe für jede Strickerin.
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Bilder: Fendi

Natürlich braucht man für die Uni (aber die meisten Fendi-Kunden gehen ja anderen Gewerben nach) geräumige Taschen, um seine Materialien zu transportieren und bei dem ein oder anderen Model ist es auch mal ein Fußball. Doch wo meist nur schnödes Nylon oder Canvas dominiert, setzt Fendi die Spitze drauf. Wenn aus Nylon, dann aber mit flauschigen Seitenfächern, sonst ganz aus Ponyfell oder edelstem Kroko. Allerlei Gadgets passen auch in die große Peekaboo-Tasche, die, wenn nicht gleich in Kroko, zumindest in raffinierten Dégradé-Ledern erscheint. Ein Model scheint nur eine Stunde zu haben und kommt lediglich mit einer kleinen Aktenmappe daher.
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Bilder: Fendi

Silvia Fendi wäre nicht sie, wenn sie nicht noch ein oder zwei Überraschungen parat hätte, die schon auf dem Runway zu Objekten der Begierde werden: Für die Pause baumelt an den Taschen der neueste Bag Bug in Form eines zauberhaften Apfels – ein kleines Kunstwerk aus Ponyfell. Er erinnert ein bisschen an den Apfel im Paradies und erregte sofort meine Aufmerksamkeit. Das ist das, was man an Mode so liebt: die kleinen raffinierten Details.
Vielleicht hat Frau Fendi ihn mal bei einem schrulligen Engländer gesehen und sich inspirieren lassen. Auf jeden Fall hat sie bei dem Schal, der sich groß und schützend um das Model schmiegt und eine Tasche hat, die sogar ein iPad trägt, sehr praktisch gedacht. Der Schal wird definitiv zum Key Accessoires der FENDI-Männer.
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Bilder: Fendi

Für diese Männerkollektion hat sich das Londoner Studium der Fendi-Tochter schon gelohnt. Die Kollektion ist individuell und setzt auch den „Formal-Casual“-Trend sehr gut und auf eine ganz besondere Weise um. Und sie bringt einen Apfel, in den im Herbst viele gerne beißen würden …

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  • Siegmar
    26. Januar 2015 at 13:03

    einfach nur Klasse !

  • Tim
    26. Januar 2015 at 13:06

    Frage: sind die Fußbälle Taschen oder auf die Rucksäcke genäht? Verstehe ich gerade nicht. Ansonsten sehr geil.

  • blomquist
    26. Januar 2015 at 14:44

    Wunderbar und ich habe direkt einige neue Objekte der Begierde entdeckt.

  • Philipp
    26. Januar 2015 at 17:26

    In manche Teile hab ich mich auf den ersten Blick verliebt! Eine grandiose Kollektion, die ich fast komplett in den Kleiderschrank übernehmen würde, wenn die Portokasse so viel hergeben würde 😉

  • vk
    26. Januar 2015 at 19:06

    lovely stuff.

  • thomash
    26. Januar 2015 at 19:34

    Hab sofort sieben Teile gefunden. Und vom Rest hat mich Kempes Artikel überzeugt. Italian-english ist ein super Style, ganz eigen, und hier kommt der Look fix und fertig “vom Band“. Spitze!

  • Horst
    26. Januar 2015 at 21:10

    Die Äpfel sind der Knaller!! 🙂