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Jan Who

Music

Albumrezension: Adele x „25“

Wie kann man riesigen Erwartungen an neue Alben überhaupt gerecht werden? Gar nicht, das hat Adele erkannt. „Ich werde wohl für immer an meinem letzten Album gemessen werden, das kann ich wohl nicht ändern. Ich hoffe dennoch, den Leuten gefällt mein neues Album“. Der Beitrag im heutigen Frühstücksfernsehen, aus dem dieser Satz stammt, war wohl gemerkt eineinhalb Minuten lang und bestand aus diesen zwei Sätzen von Adele und ansonsten nur aus Bildern von musikhörenden Passanten sowie ein paar Schnipseln des „Hello“ Videos. Allein daran merkt man, wie relevant und interessant sie noch immer ist und das man die Veröffentlichung ihres dritten Albums „25“, wenn auch nur in eineinhalb Minuten mit jeder Menge Füllmaterial, erwähnen muss. Und das trotz ihrer „Oldschool-Pause“, wie ihre Abwesenheit in der Öffentlichkeit in selbigem Beitrag genannt wurde. „Oldschool“, das steht unter anderem auch für altmodisch und die Meldung dass „25“ weder auf Spotify noch Apple-Music als Stream zur Verfügung gestellt wird, kann man als altmodisch bezeichnen. Oder man findet sich damit ab, dass Adele Laurie Blue Adkins das scheißegal sein wird.

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Event

Menschen, Enten, Emotionen x Palazzo Berlin 2015

Bild: PR

Ich stehe Dinner mit Varieté Darbietungen grundsätzlich skeptisch gegenüber, denn meist finde ich Varietés nicht lustig geschweige denn unterhaltsam. Da kann auch das Essen nichts retten. Außerdem hat man ja als noch relativ junger Mensch immer allerlei Vorurteile gegenüber solchen Veranstaltungen. Langweilig, spießig, was für Ältere. Umso positiver überrascht war ich beim neuen Programm des „Palazzo“ in Berlin unter Leitung von Hans-Peter Wodarz und der kulinarischen Direktion von Kolja Kleeberg.

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Interview Music

„Wenn wir ein Best-Of Album machen, dann aus den richtigen Gründen“ X Jan Who im Interview mit Editors Bassist Russell Leetch

© Rahi Rezvani

Grau geflieste Gänge, Abläufe an den Wänden und der Essensgeruch der Catering-Küche. So sieht es an diesem Abend ca. vier Stunden vor dem Auftritt der Editors im Backstage Bereich der Berliner Columbiahalle aus. Im Interview-Raum zwei Ledersessel, ein Tisch, eine Lampe und nach kurzer Zeit auch Russell Leetch (auf dem Foto rechts zu sehen), Bassist und Gründungs-Mitglied der Editors. Routine ist selbstverständlich, ist er doch bereits seit 2000 Mitglied der Band „Pilot“ (zusammen mit Tom Smith, Chris Urbanowicz und Geraint Owen), welche 2004 zu den Editors wurde. Wir sprachen mit Russell vor der Show über das neue Album „In Dream“, die Freundschaft zu Sänger Tom Smith und neue Fans.

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Music

Dave Gahan & Soulsavers @ Tempodrom

Es war der Moment, in dem ein weiblicher Hardcore-Dave Gahan Fan hinter mir beim ersten Ton des Konzertes dermaßen laut in die Ohren schrie, in dem ich merkte: Heute Abend geht es einzig und allein um ihn. Mit dem Betreten der Bühne flutete das Geschrei durch die zirkusartige Kuppel des Berliner Tempodrom und die Manege war frei für Dave Gahan und diese Band namens Soulsavers, die für die musikalische Untermalung sorgte. Bei denen bedankte sich Dave auch zurecht regelmäßig, denn die Gospelsänger(innen) im Background verliehen den stimmungsmäßig und musikalisch eher geradlinig geratenen Songs auf „Angels & Ghosts“ den nötigen Pathos.

Wie eingangs bereits erwähnt waren 99,59 % der Leute wegen Dave Gahan selbst an diesem Abend erschienen und weniger wegen der neuen CD, die er abgeliefert hat. Beifallsstürme und Ausraster gab es, wenn er „Good Evening Berlin“ schrie oder einfach nur wie ein Messias die Arme hob. Die Songs schwankten zwischen Ballade und (Elektro)Gospel mit düsterem Einschlag. Richtig Stimmung kam bei „All of this and nothing“, der ersten Single aus dem neuen Album auf. Hier bot sich auch endlich der nötige Beat, um klatschend mitzutanzen. Man kann es Dave Gahan natürlich nicht vorwerfen, dass er ein Weltstar ist und mit Depeche Mode bis heute ganze Stadien füllt, aber ein bisschen Leid taten einem die Soulsavers dann doch, da sich trotz seiner Danksagungen wohl wenig Leute für sie interessiert haben. Als dann als Zugabe tatsächlich noch zwei Depeche Mode Songs gespielt wurden („Condemnation“ und „Walking In My Shoes“) und alles Kopf stand, war klar das war Dave’s Abend oder auch anders gesagt: Eine klassische „Master and Servant“ – Situation.

Music

Coeur de Pirate x „Roses“

Béatrice Martin liebt ihre rechte Gesichtshälfte. Jedes ihrer bisher drei Alben zeigt ihr rechtes Profil und ihr Ausdruck ist stets nachdenklich. Klingt so erst einmal ziemlich einfallslos. Zum Glück ist Coeur de Pirate alles Andere als das. Die kanadische Sängerin beweist seit ihrem ersten Werk „Coeur de Pirate“ mit ihrem verträumten Mix aus englischem und französischem Pop, dass sie mehr als nur eine Seite hat. Im Vergleich zum Debut, auf dem sie noch sehr chansonlastig war, gibt es auf „Roses“ wesentlich mehr Pop und Elektro-Einflüsse und weniger von dem zumindest von mir sehr geliebten Klavier, welches auf „Coeur de Pirate“ noch fester Bestandteil jedes Songs war. Das ist kein Wunder, denn Martin spielt das Instrument seit ihrem dritten Lebensjahr.

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Music

Adele – „Hello“

Spätestens seit „Skyfall“ konnten es alle nicht mehr erwarten, dass Adele ihr neues Album veröffentlicht. Jetzt gibt es nicht nur ein offizielles Release-Datum dieses neuen Albums namens „25“, sondern auch die erste Single „Hello“. Für die hat Cannes Jury-Preis-Gewinner Xavier Dolan ein Video mit viel Wald, Regen, Tränen und staubigen Gardinen gedreht, das der eh schon voluminösen Stimme Adeles noch die Trauerkrone aufsetzt. Hoffnung auf ein nicht komplettes Herzschmerzalbum macht Adele übrigens selbst:

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Interview Music

„Es scheint, als hätte man uns vermisst“ x Jan Who im Interview mit Faithless

Sie waren schlaflos und machten Gott zu einem DJ. In diesem Jahr feiern Faithless ihr zwanzigjähriges Bühnenjubiläum. Grund genug, mit Sister Bliss, Gründerin und zweites Faithless-Mastermind zusammen mit Maxi Jazz, über ihr Lieblingsalbum, ihre Bühnenrückkehr und alternative Berufswahlen zu sprechen.

Jan Who: Erst einmal Gratulation: 20 Jahre Faithless und nicht zuletzt Insomnia. Was mich fasziniert ist, dass eure Musik und insbesondere dieser Song noch immer relevant und modern klingen. Was glaubst du woher das kommt?
Sister Bliss: Oh vielen Dank. Tja es ist immer schwer zu sagen, warum bestimmte Songs den „Test der Zeit“ bestehen. Vielleicht liegt es daran, dass wir wenig Sounds benutzen, die so ein analoges Gefühl vermitteln und uns von aggressiven oder schlimmen, billigen Sounds fernhalten.

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Allgemein Music

Wanda x „Bussi“

„(…) 1,2,3,4, es ist so schön bei dir, 5,6,7,8, ich bleib die ganze Nacht“. Nein, Mo-Do ist nicht wieder zurück. Dies ist das Ende des ersten Songs auf Wandas neuem Album „Bussi“. Und das Tolle ist: Damit hört es nicht auf. Eigentlich könnte ich hier zusammenhangslos irgendwelche Textpassagen aus dem neuen Album aneinanderreihen und jeder würde sich „Bussi“ kaufen und zum sofortigen Fan werden. Und wisst ihr was? Da wir euch die Band sowieso schon vorgestellt haben, mache ich das jetzt einfach mal:

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Music

Editors – „In Dream“

Gleich vorweg: Depeche Mode hätten ihre helle Freude an dem neuen Editors Album. Fans von Werken wie „Papillon“, „The Racing Rats“ oder jüngst „A Ton of Love“ werden verwundert oder vielleicht auch enttäuscht sein. Das Album startet mit „No harm“, einem Stück was in Punkto Instrumentalisierung auch gut und gern von Dave Gahan und Konsorten hätte sein können.

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