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Menschen, Enten, Emotionen x Palazzo Berlin 2015

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Ich stehe Dinner mit Varieté Darbietungen grundsätzlich skeptisch gegenüber, denn meist finde ich Varietés nicht lustig geschweige denn unterhaltsam. Da kann auch das Essen nichts retten. Außerdem hat man ja als noch relativ junger Mensch immer allerlei Vorurteile gegenüber solchen Veranstaltungen. Langweilig, spießig, was für Ältere. Umso positiver überrascht war ich beim neuen Programm des „Palazzo“ in Berlin unter Leitung von Hans-Peter Wodarz und der kulinarischen Direktion von Kolja Kleeberg.
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Das am Ostbahnhof in Berlin gastierende Spiegelzelt ist eine Mischung aus klassischem Zirkuszelt und Boudoir. Roter Samt, silberne Kerzenständer und schwere Vorhänge erinnern ein wenig an die letzte Staffel American Horror Story. Auch die vorgestellten Acts (Kleinwüchsiger, Frau mit „Bart“, starker Mann) erinnern an die amerikanische „Freakshow“, was nicht zuletzt daran liegt, dass das neue Entertainment Programm vom „Zeremonienmeister“ mit „Dinner Curioso“ angekündigt wird. Und schon geht es los. Dabei sind die Programmübergänge fließend. Sei es mit einer kleinen „Geschichte“ einer der Artisten innerhalb der Gruppe oder einer kleinen Anekdote zum kommenden Gang. Überhaupt das Essen: Das Vier Gänge Menü von Sternekoch Kolja Kleeberg ist, wie man vermuten darf, natürlich exzellent und von der Vor- bis zur Nachspeise durchgehend zu empfehlen. Dabei kann man wahlweise zwischen vegetarischem oder regulärem Menü wählen. Highlights hier auf jeden Fall der schwarze Heilbutt mit Rübchen und die saisonal ebenfalls passende confierte Entenkeule mit Spinat und roter Zwiebelcreme, die mich als regelmäßigen Saucenversager neidisch gemacht hat.
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Ich erwähnte eingangs meine Skepsis gegenüber Varieté-Darbietungen, die sich beim aktuellen Programm als falsch herausstellte. Das liegt vor allem an Duos wie „Bande Artistique“ (Kanada) oder dem Duo „Up&Over It“ (England/Irland), die mit ihrer Darbietung irgendwo zwischen Anzüglichkeit und Kunst dafür sorgen, dass sich definitiv niemand langweilt. Mehr zu den Acts verrate ich hier nicht. Lasst euch überraschen, geht hin, meinetwegen auch mit Vorurteilen, denn die habt ihr eh nicht lang.
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Infos zu den Preisen bekommt ihr hier. Solltet ihr kein Menü wünschen, gibt es auch die Möglichkeit, Tickets ohne Dinner zu buchen. Und solltet ihr nicht in Berlin wohnen, habt ihr ebenfalls die Chance das Palazzo in Hamburg, Nürnberg, Stuttgart oder Wien zu besuchen. Dort jeweils unter der kulinarischen Leitung von Cornelia Poletto (Hamburg), Alexander Herrmann (Nürnberg) Harald Wohlfahrt (Stuttgart) oder Toni Mörwald (Wien).

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  • Siegmar
    20. November 2015 at 15:57

    Sicherlich ein toller Abend, ich mochte das auch nicht, wurde ebenfalls eines besseren belehrt.