Monthly Archives:

Mai 2012

Allgemein

Peter’s Cuttings – The Queen is doing her Boxes

Würde man mich fragen, was ist eine der größten Konstanten die sie sich vorstellen können, würde ich sicherlich ganz schnell auf die Königinnen alle Königinnen kommen – die englische Queen Elizabeth II.
Sie ist schon immer da und das nicht nur in meiner Generation. Sie hat das Zeug dazu, den Regierungsrekord von Viktoria I. einzustellen, die bis heute als Englands längste Monarchin mit 64 Regierungsjahren in die Annalen einging und sie ist das Sinnbild für Pflichterfüllung und wirkt beinahe unsterblich.
Nun hat sie also das „Diamond Jubilee“ – 60 Jahre sind seit 1952 vergangen, als sie als Prinzessin ein Baumhaus in Kenia, die Treetops, bestieg und als Königin hinabstieg, nachdem ihr Vater 1952 verstorben war.

Es ist alles über sie geschrieben, gesagt und abgelichtet worden, was man sich vorstellen kann. Sie wurde von mehr Spitzenphotographen photographiert als jedes Model dieser Welt, Cecil Beaton machte ihre Krönungsphotos, Lord Snowdon war ihr Schwager und Annie Leibovitz gab sie zwanzig Minuten. Sie ist ein Phänomen, weil sie einer der individuellsten Menschen ist die man sich vorstellen kann. Sie passt in kein Schema – selbst in ihrer Generation ist kaum noch jemand so angezogen wie sie, sie trägt nur englischen Kleidung und benutzt nur englische Produkte – mit zwei Ausnahmen: Ihre 350 Kopftücher (die sie auch als diese trägt) sind von Hermès in Paris und sie hat sogar drei eigene Motive (The Royal Mews, Regina und L’Entente Cordiale) und die Tupperware, die sie zum Frühstück neben ihrem Kofferradio platziert, kommt auch nicht aus England.

Das Wichtigste auf der Welt ist für sie der Commonwealth, ihre Corgis und eigentlich würde sie, wenn sie nicht Königin wär‘, eine Landfrau sein – Denn Pferde und das Landleben schätzt sie sehr.
Eigentlich, wenn ich es recht bedenke, liebe ich sie in all ihren Eigenschaften. Sie ist diszipliniert, hat entzückende Freunde wie Lady Pamela Hicks, die in keiner Doku über sie als Kronzeugin fehlt, Patricia Countess Mountbatten of Burma ist lebenslang an ihrer Seite.

Meine früheste Erinnerung an sie ist eine leibhaftige und das große Vorurteil, dass man sie immer nur von weitem sieht, konnte ich daher nie nachvollziehen.
Meine Großtante lebte seit 1946 am Fuße des Windsor Great Park in Windsor bei London. Die Queen befindet sich ja nur unter der Woche in London in Buckingham Palace und fährt, wenn nicht Staatsbesuche oder Staatskrisen drohen, am Freitag hinaus auf das riesen-große Schloss Windsor. Dort ist auch die große Corgie Rasselbande beheimatet und die Queen ist mehr informell am Wochenende. Im Sommer geht’s dann mit der ganzen Familie nach Schottland, nach Balmoral – dort weiß jeder das sie nicht erkannt werden möchte und ihre Privatsphäre wird noch mehr akzeptiert.
Immer wenn ich meine Ferien in Windsor verbrachte, war es normal wenn die Flagge auf dem Schloss gehisst war, dass die Queen sich dort aufhielt und wenn man nachmittags spazieren ging, passierte es viele Male das sie ihren Land Rover eigenhändig steuernd, nur mit Kopftuch an, einem fünf Meter entfernt ohne Leibwächter winkend vorbei fuhr. Seitdem bin ich glühender Verehrer von ihr und lasse nichts auf sie kommen.
Anfang der siebziger Jahre empfand ich sie als eine schöne strahlende Frau und ihr Charme schlug alle in den Bann. Genau wie sie war und ist, hatte eine Königin zu sein und auch wenn es viele andere Königinnen gibt, sie ist „die“ Königin, fast wie ein Synonym für den Berufsstand.
Sie hat 11 Premierminister und eine Premierministerin überlebt (ihr Liebling bis heute: Winston Churchill) und sie ist eine der fleißigsten Büroarbeiterinnen der Welt. Wenn man jemanden fragt was sie macht und sie keine Termine wahrnimmt, wird in der Regel gesagt „The Queen is doing her Boxes“ das heißt sie sitzt in Twinset und Bahnenrock in ihrem Office – umgeben von großen roten Kästen, die eine Mischung zwischen Koffertruhen und übergroßen Cartier Kästen in saffianbezogenen Leder, in knallrot mit punzierten ER Monogramm und der Imperial-State-Crown versehen sind. Diese Boxen sind durchnummeriert und sind eine Art Transportsystem zwischen den Ministerien, dem Parlament und den Büros der Queen in Buckingham Palace und Windsor. In der Regel liegen auf den kostbaren Axminster Teppichen drei bis vier umgefallene Corgies um sie herum die schnarchend die Fleissarbeit der Monarchin begleiten.

Fragt man ihre Untertanen kommt in den meisten Fällen der Ausspruch „she is disciplined and good“ und das ist sie in der Tat. Ihr Geschmack ist sehr speziell und ihr Hoflieferant Aprey’s liefert nicht nur die berühmten Handtaschen der Queen, sondern auch zum Beispiel den Silber Corgie, der bei der Neujahrsansprache auf ihrem Schreibtisch vor ihr steht – sichtbar für alle Untertanen in der BBC. Zum „Diamond Jubilee“ bietet Asprey’s Karaffenverschlüsse in Corgie-Kopf-Form und die passenden Whiskytumbler auch in seinem Webshop an. Das schönste und preiswerteste Souvenir ist aber die Juni Ausgabe des Tatler – dann weiß man alles über sie. Ein Must Have für Queen Fans.

Die Queen bedient alle Klischees Englands und ist daher die Repräsentantin der Insel, die zwischen absoluter arrivierter Klassik bis zu den exentrischten Dingen alles hervorbringt, wofür Europa einen ganzen Kontinent benötigt. Um 5 Uhr ruht das gesamte Land weil Tee getrunken wird und die Freizeit wird, wenn man nicht sich dem Thema Garten hingibt, auf allerlei erbauliche Weise verbracht. Kreuzworträtsel macht die Queen gern und vor allem eins: Fernsehen. Sie ist eine Flimmertante und ihr TV- Set liebt sie sehr. Das Fernsehen ist ihr Fenster zur Aussenwelt, denn natürlich geht die Queen nicht mal eben zum Shopping in die Stadt sondern in Ausnahmefällen wird dann Harrod’s oder Selfridges abgesperrt und die Queen kommt mit Termin und Hofdamen zum Besichtigen der Ware.
1945, als der Krieg zu Ende war, haben sie und ihre Schwester Margaret sich unters Volk gemischt und die Siegesfeier in den Straßen Londons verbracht. Davon erzählt sie heute noch gern.
Auch wenn sie in der Familie, genau wie wir alle, härtere und einfachere Fälle hat und manchmal etwas verdrossen guckt, eigentlich möchte man sie keinen Deut anders haben als sie ist. Als Queen ist sie perfekt und ihr Style ist das eigenständigste was man sich vorstellen kann. Manch Modehaus wäre froh wenn sie so eine Cooperate Identity hätte wie Mam herself.
Die Queen ist unschlagbar und ich liebe sie in all ihre Facetten, hätte ich einen Wunsch frei an sie, würde ich gern mal mit ihr Tee trinken und dabei mit ihr in ihrem Schmuckkasten wühlen und wenn ich mir ein Geschenk von ihr erbitten dürfte, hätte ich gern den Regenschirm der einen farbigen Rand hat und durchsichtig ist, damit sie auch bei Regen ihr Volk sehen kann.
Möge sie noch lange ihre Boxen machen – God save the Queen – long may she reign.

Music

Trash, Transen, Tanzkombos x Der Eurovision Song Contest 2012

Wenn man von den politischen Äußerungen Anke Engelkes mal absieht („Its good to vote, its good to have a choice“,… „Azerbaidschan, Europe is watching you“), dann war der Eurovision Song Contest 2012 eine im Vergleich zu den letzten Jahren lahme Veranstaltung. Das lag entweder am eher seichten deutschen Knopfaugen-Beitrag Roman Lob oder einfach am fehlenden Hype dieses Jahr. Den hatte Lena, ob man sie mag oder nicht, vor zwei Jahren ein Stück mehr verbreitet. Trotzdem werfen wir einen kurzen Blick auf die Highlights der „Best Dragshow ever“ wie es in meiner Facebook-Timeline gestern zu lesen war.

Continue Reading

Allgemein

Bryanboy x America’s Next Top Model


Bryanboy bei Hugo

America’s Next Top Model ist irgendwie anders als die deutsche Version der Model-Castingshow: Da wurde in der achten Staffel geraucht wie ein Schlot und in der neunten Staffel gab es deshalb ein Rauchverbot; in einem anderen Cycle hinterließen das Produktionsteam und die Models die „Modelvilla“ wie einen Saustall und der Besitzer des Hauses forderte 500.000 US-Dollar – schließlich sei doch einiges zu Bruch gegangen als an die Decken diverse Scheinwerfer angebracht wurden.

Continue Reading

Allgemein

Die Woche auf Horstson

Kommen wir zum Highlight Eures Tages: Hier der schnelle Rückblick auf einige Schmankerl auf Horstson.
1) Am Montag berichtete Peter über das britische Fashion Victim Daphne Guinness. Von der kann sich Lady Gaga mal eine stilsichere Scheibe abschneiden.
2) Mr. Facebook-Zuckerberg hat kürzlich geheiratet. Bessere Alternativen zu seinem Hochzeit-Anzug hatte Horst am Montag parat.
3) Back to the Sixties ging es Dank Peter am Dienstag: Die Möbel von Joe Columbo waren sein Thema.
4) Das Styling für René Lezard von Horst gab es am Freitag – einen guten Job hat er gemacht…
5) Braucht man eine Hose mit Ikat-Muster? war die Frage am Mittwoch. Wir sind uns alle einig: JA!

Wir wünschen frohe Pfingsten!

Allgemein

100 Legendary Trunks to go!

Mein iPad habe ich bisher eher für Spielkram genutzt: Angry Birds, Musik und die Lagerfeld-App geben sich die Klinke in die Hand. Eigentlich ist es jetzt mal an der Zeit für etwas vernünftiges: Anfang Mai stellte Louis Vuitton seine erste Application für das iPad vor: Diese App wurde in Zusammenarbeit mit Les Editions de La Martinière entwickelt und ist sozusagen die digitale Version des Louis Vuitton Buches „100 Legendary Trunks“

Für diejenigen unter uns die Französisch, Englisch, Mandarin oder Japanisch sprechen können, hält die App jede Menge Hintergrundwissen bereit und für alle anderen über 1000 Illustrationen und sogar von 10 Koffern eine 360° Ansicht.
Ob allerdings meine Lieblingsgeschichte auch nachzulesen ist, weiß ich nicht – daher erzähle ich sie kurz hier: Der Legende nach hatten die Pagen der Luxushotels damals eine Art Geheimcode. Die Position der Hotelaufkleber verriet, ob der Gast gutes Trinkgeld gab oder nicht…

Allgemein

Neulich bei René Lezard…

…habe ich das gemacht, was Blomquist den ganzen Tag macht: Models gestylt.
Mit den bloggenden Kollegen von modeopfer110, Josie Lobes, Styllure und Alexandra von der Online Redaktion der Grazia machte ich mich auf den Weg in den Süden der Republik um dort insgesamt vier Looks aus der aktuellen Kollektion zu stylen.
Während des Tages ist auch folgendes Behind-The-Scenes-Video entstanden

Entgegen meiner sonstigen Aufgabe bei Horstson, die Kollektionen der Designer zu beurteilen, schlüpfte ich also in die Rolle des Stylisten, um den Entwürfen des Labels René Lezard meinen eigenen Stempel aufzudrücken und das klassische Image von René Lazard mit einem modernen Look zu verbinden – allerdings ohne die Grundidee des Labels außer Acht zu lassen.
Das sah dann im Ergebnis bei den Männern so aus…

…und bei den Frauen so:

Wer nun „meine“ Looks (oder die der anderen Blogger) kaufen möchte – alles kein Problem, das kann man bei René Lezard Bloggers Outfit. Ausser das Tuch und das Armkettchen: Das Tuch ist von Vivienne Westwood und gehört mir und das Armband hat mir Anja geliehen – schließlich hilft man sich untereinander.

Allgemein

Givenchy Resort 2013

Letzte Woche hatte ich es angedroht – heute kann ich es in Gänze präsentieren: Das Givenchy Look Book der Resort Kollektion von 2013.
Bei der Preview habe ich noch gesat, dass da noch Luft nach oben ist – nun bin ich eigentlich ganz froh, dass der Givenchy Designer Riccardo Tisci tatsächlich Horstson liest und noch auf die Schnelle ein kurzärmeliges Hemd mit Flugzeugen drauf entworfen hat – das find’ ich nämlich super…

Continue Reading

Allgemein

Was Heidi Klum macht, wenn sie nicht bei GNTM ist

In ein paar Minuten geht es wieder los: Germanys Next Topmodel. Laut der Pressemitteilung wird heute unter Wasser geknutscht – OHO! Nun schwänzte Heidi ja einige Folgen dieser Staffel (was ich nicht sonderlich schlimm finde), doch hat sich der ein oder andere vielleicht gefragt, was Frau Klum denn in der Zwischenzeit gemacht hat. Seit ein paar Tagen wissen wir es: Sie hat zusammen mit dem Fotografen Rankin ein Video für Hunger TV gedreht, und lässt in dem Video zum Rocksong „Turn Up the Night“ die Hüllen fallen.
Fast wie Kate Moss zum White Stripes Kracher „I just don’t know what to with myself“ räkelt sie sich an der Stripstange – nur leider nicht sexy…

Allgemein

Chic am Strand – Heute: Vilebrequin

Simon Nessman macht es oben vor: Auch am Strand kann man chic aussehen. Schuld daran sind nicht die Zwillinge die er im Arm hält, sondern seine Vilebrequin-Shorts.
Gegründet wurde das Label 1971 in Saint Tropez und ich finde, dass auch 40 Jahre später ein gewisser 70s Côte d’Azur Spirit bei den Shorts mitschwebt…
Ich habe eine kleine Auswahl meiner Favoriten der (zugegeben nicht ganz günstigen) Badehose rausgesucht und bin auf eure Meinung gespannt!

Continue Reading

Allgemein

Back to the Roots: Yves Saint Laurent


Yves Saint Laurent fotografiert von Hedi Slimane

Früher war alles besser: Bei den Modenschauen saßen nur ein paar Menschen und die hatten auch irgendwas mit Mode zu tun – im Normalfall ein paar Einkäufer, ein paar wichtige Kunden und maximal ein paar Redakteure der L’Officiel, der Vogue, der WWD und von Harper’s Bazaar. Einige Modehäuser hatten gar keine Presse eingeladen – so zum Beispiel Givenchy, die bis in die 70er Jahre nur vor einer handvoll Gäste ihre Kollektionen präsentierten. Alles ganz ohne aufgescheuchte Celebritys und noch aufgescheuchterer Blogger.
Laut The Cut kommen diese Zeiten wieder – zumindest für die ersten beiden Präsentationen von Hedi Slimanes Präsentation für Yves Saint Laurent im Sommer diesen Jahres: Es wird keine Presse zu den Schauen eingeladen.
Mir gefällt der Gedanke aus der Mode etwas mediale Geschwindigkeit rauszunehmen – und Dir?