Es ist schon wieder so weit: Die Mützendichte in den Straßen bewegt sich in Richtung Winter und wir haben da noch eine Frage mit euch zu klären.
Trägt man seine Mütze am besten mit Fassung, wenn das Ding mit einem Bommel noch auffälliger gemacht wurde? Oder seid ihr eher dafür, schöne Mützen, die zum Rest der Klamotten passen zu tragen und gebt dafür gerne ein wenig mehr aus? Oder gehört ihr zu dem Club der Unvernünftigen, dem ich seit Kindertagen folge … da flog meine jeweilige Mütze immer in die Schultasche, sobald ich um die Ecke war. Ich mag überhaupt keine Kopfbedeckungen auf meinem Kopf, mache nur beim Wintersport heilige Ausnahmen. Aber das würde ich nicht unbedingt weiter empfehlen.
Also habe ich ein paar Bommelmützen und zwei schöne Beanies herausgesucht und stelle die Frage, was ihr lieber auf dem Kopf habt, wenn es richtig kalt ist.
November 2011
Peter’s Cuttings – Als Audrey Hepburn vor mir bei Givenchy saß
Posted on 14. November 2011Wenn man sich jahrzehntelang mit Mode beschäftigt, gibt es so einige Momente, die man niemals vergisst. Sind es besondere Kollektionen, einzelne Kleider oder die Begegnung mit Menschen. Nun bin ich gerade dabei, meine Archive auf zu räumen und fand neulich eine Kiste mit Modenschau-Einladungen und da war sie ganz deutlich wieder mir vor Augen, als sei es gestern gewesen, die Geschichte die ich euch heute erzählen möchte.
Givenchy, über 40 Jahre eines der bedeutendsten Couture Häuser von Paris, heute an den Arnault Konzern LVMH verkauft und völlig gewandelt, wurde 1952 von dem aus Nordfrankreich stammenden Hubert de Givenchy gegründet und hat ähnlich wie Balenciaga einen sehr eigenen Stil verfolgt. Als er seine erste Kollektion 1952 zeigte, war das durchschlagend neue das die Couture jung war und zum Beispiel – was bis dahin undenkbar gewesen war – auch Baumwolle verarbeitet wurde. Die Wickelbluse „Bettina“ wurde das meist photographierte Teil der Saison und war benannt nach Bettina Graziani, die zu der Zeit eines der berühmtesten Models war. Als Givenchy sein eigenes Modehaus gründete, wurde sie seine Pressedame. Sie hatte die besten Verbindungen, weil sie die Verlobte von Ali Khan war, dem Sohn des Aga Kahan, dem Oberhaupt der Ismaeliten, der in jedem Jahr in Gold und Edelsteinen aufgewogen wurde.
Weil wir in den Wochen vor Weihnachten fast alle etwas mehr in Kauflaune sind und uns selbst auch gerne was Schönes gönnen, habe ich mir für diesen Bericht das große ABC der Designer-Lederjacken dieser Saison vorgenommen. Da sind wenige Schnäppchen drunter, viel eher kostbare Stücke, die man lange Jahre immer wieder trägt und trägt und trägt … wie sich das für eine gute Lederjacke gehört.
Irgendwie hinke ich der Jahreszeit leicht hinterher – Ich war gestern erstaunt als ich auf dem Hamburger Rathausmarkt die Aufbauarbeiten des Weihnachtsmarktes gesehen habe und mit Schrecken habe ich gemerkt, dass in zwei Wochen schon der erste Advent ist.
Oh je – mir ist absolut noch nicht nach Winter, ich habe das Gefühl irgendwas verpasst zu haben…
Damit es Euch nicht ähnlich geht, von wegen irgendwas verpassen und so… helfe ich gerne schnell auf die Sprünge.
Zumindest die letzte Woche kann ich in Erinnerung rufen.
Hier sind die Highlights der vergangenen Woche auf Horstson!
1) Daisydora hat am Dienstag zusammen mit Roland Schweins von Styleranking mal Tacheles über Modeblogs als Witschaftsunternehmen geredet.
2) Sophia Coppola goes Louis Vuitton. Wieso, weshalb, warum? Das hat Peter am Donnerstag erläutert.
3) Am Mittwoch hat Horst vom Versace/H&M-Event in New York berichtet. Dank unseres Auslandsreporters gabs einige schöne Impressionen vom übrig gebliebenen Schlachtfeld.
4) Daisydora guckt über jeden Tellerrand und das schätzen wir ganz besonders an unserer Autorin. Am Donnerstag berichtete Sie vom Umweltschützen Paul Watson und von einem Bildband das drastisch und dramatisch die Auswirkungen des Klimawandels zeigt.
5) Wenn ich an den Donnerstag zurück denke wird mir noch immer schlecht vor Fassungslosigkeit und Entsetzen. Bushido hat den Bambi in der Kategorie „Integration“ bekommen, Horst hatte im Vorfeld seine Meinung dazu bekannt gegeben.
6) Mein kleiner grüner Lieblingsfrosch Kermit trägt im bald startenden neuen Muppet-Movie eine ganz edle Garderobe von Brooks Brothers. Schnell zurück zum Freitag scrollen, da zeigte Horst die Bilder.
Kein Nylon, Polyamid oder Acryl … reine Baumwolle, Wolle, Seide, Viscose und Kaschmir sind die Materialen, aus denen alle Pullis und Cardigans fein gestrickt wurden, die ich euch heute gerne als gute Basics zeigen möchte.
So einen kleinen Pulli mit oder ohne Rollkragen, mit kurzen oder langen Ärmeln oder einen schönen Cardigan kann jeder Kleiderschrank vertragen und da muss es nicht immer ein Hauch von Chanel sein, solange die Teile gut gearbeitet wurden und aus natürlichen Wollen bestehen.
Mein absoluter Lieblingsphotograph ist Richard Avedon.
Seine Photos sind nicht nur Meisterwerke, sondern Zeitdokumente. Er hat auch eine Reihe von Bildern gemacht, die Gesellschaftsfrauen und Hauptkundinnen der Haute Couture wie Gloria und Dolores Guiness, Jaqueline de Ribes, etc. zeigen. Neben seinen jahrzehntelangen Produktionen für die Vogue war er auch das Vorbild für Stanley Doonens – Modephotograph in „Funny Face“ mit Fred Astaire und Audrey Hepburn … und, er hat die Einstellungen und Stills für den Film konzipiert. Er ist eine Legende und das Buch Richard Avedon, Photographien 1947-1977, ist eines der meistgesuchten Bücher und nicht unter 1500 Dollar in Antiquariaten zu bekommen. Seine Originale erzielen bei Christie’s, Sotheby’s und in Galerien Höchstpreise.
Peter Plate (oben links) hat es gestern bei der Bambi-Verliehung auf den Punkt gebracht und benötigte dafür nur ein paar Sätze: „Ich möchte morgen noch in den Spiegel schauen können. Er hat frauenverachtende und im Endeffekt menschenverachtende Texte veröffentlicht. So einen Musiker hier heute Abend auszuzeichnen, das finde ich nicht korrekt.“ Mit „er“ meint der Rosenstolz-Sänger Bushido, der versuchte, so was wie eine Dankesrede zu halten.
Das, was Peter gestern zwischen schlecht sitzenden Kleidern (oben rechts) und einer insgesamt eher unmodernen Veranstaltung gemacht hat, zeugt von Courage.
Was bleibt ist der fade Nachgeschmack eines vorab einkalkulierten Skandals, denn um die Einschaltquoten in die Höhe zu treiben scheint jedes Mittel recht – notfalls auf dem Rücken einer fassungslosen Gesellschaft.
Den Wortlaut von Bushido’s Rede hat übrigens der Medienjournalist Stefan Niggemeier in dem Artikel „Bushido spricht Klartext“ veröffentlicht.
Bild: Bambi/Burda
Über die Kollektion, die Miss Piggy im neuen Muppets Film trägt, hatte Daisydora schon vor ein paar Wochen geschrieben – nun ist Kermit dran: Auch beim Frosch ist ein bekanntes Label verantwortlich und was passt zu einer Hollywood-Legende wie Kermit besser, als ein sehr traditionsbewußter Ausstatter wie das amerikanische Unternehmen Brooks Brother? Kermit zeigt sich auch sehr zufrieden: „I was very excited about my new wardrobe. I don’t often wear clothes but when I do I want something classic and expertly tailored“ und weiter: „Brooks Brothers was the perfect match and fit for me. Growing up as a tadpole in a swamp with 3,265 brothers and sisters, you can imagine that I had a lot of hand-me-downs. I love the fact that these items were made exclusively for me.“ 🙂
Zu zwei weiteren Bildern gehts nach dem Klick
Angespornt durch den großen Erfolg der Sofia Coppola Taschen für Louis Vuitton vor zwei Jahren, die nach der bekannter weise besten Freundin von Marc Jacobs benannt wurden, kamen Marc und Sofia jetzt gemeinsam auf die Idee, Sofia sollte für die Cruise Collection 2012 eine kleine aber feine Prét à Porter- und Accessoire-Linie konzipieren und entwerfen.
Ich gebe ja zu, dass Frau Coppola einer meiner – unter der Rubrik „natürliche Fashion Ikone“ laufenden – Lieblinge ist, da sie die Lässigkeit ihrer amerikanischen Herkunft und Familie mit der Rive-Gauche-Raffinesse ihres Lebensmittelpunktes Paris und ihres ebenfalls französischen Ehemannes, Thomas Mars von „Phoenix“, gekonnt spielerisch vereint.
Obiger Satz aus einem Song von Bushido läßt es einem normal gebildeten Menschen erschaudern. Anders den Bambi-Verantwortlichen des Burda-Verlages – die finden sowas o.k. und wollen heute Abend Anis Mohamed Youssef Ferchichi, so Bushidos bürgerlicher Name, den Bambi für Integration überreichen. Da staunt man nicht schlecht, selbst von der möglicherweise etwas schlicht gearteten Jury des Verlagsgaus Burda hätte man etwas mehr erwarten können – auch nachdem es sich für mich so anfühlt, als ob Burda bewußt provozieren möchte, um die Bambi-Verleihung wieder in aller Munde zu bringen, denn seien wir mal ehrlich: Der Bambi hat keine Relevanz und die Preise werden inflationär an diejenigen verliehen, die gerade auf PR Tour in Deutschland sind oder ein enges Verhätnis zu den Blättern aus dem Hause Burda haben – Qualität zählt da nicht und so wurde vor ein paar Jahren auch Tom Cruise das Bambi für Courage verliehen – nicht schlecht für einen Scientologen.
Damit in Zukunft auch weiterhin der Bambi an die richtigen Menschen verliehen wird, haben wir hier für die Bambi-Verantwortlichen eine Liste mit Vorschlägen…















