Eines meiner liebsten Kleidungs- und Vintagestücke ist mein Wrangler Trucker Jacket von 1972. Vor zehn Jahren streifte ich durch Vintage & Rags (Horstson berichtete) und unter einem zu der Zeit nicht angesagtem Wust von Jeansjacken mein Traumstück: Das Wrangler Trucker Jacket von 1972. Für 29,80 DM.
Seit dem ist sie mein absoluter Favourite: ob zur Chino oder Samthose von Tom Ford mit venezianischen Slippern als Abendoutfit, diese Jacke begleitet mich ständig.
Ich werde nicht müde, mir immer wieder neue Kombinationen auszudenken. Und manchmal kauf ich auch Sachen, wo ich weiß, dass sie besonders gut zu der alten Jacke passen: Zum Beispiel eine Schottenweste von Polo in der letzten Woche.
Oktober 2010
Was es nicht alles gibt:
Nach der auf einer ganz persönlichen und intimen Vision basierenden Werbekampagne entsteht Giorgioarmani-framesoflife.com, ein interaktives Online-Projekt, bei dem der Nutzer die Eindrücke und die Atmosphäre der Werbekampagne aufnehmen, und sie dann nach seinen eigenen Gesichtspunkten personalisieren kann. Die Website erlaubt sogar eine zweifache Online-Experience: Der User wird entweder zum “Regisseur” oder zum “Fotografen”, indem er sein eigenes Video entwirft oder selbst ein exklusives Fotoalbum anlegt. Beides kann er dann in den Social Networks mit anderen teilen.
So stehts in der Pressemittelung. Und spätestes als ich Online-Experience gelesen habe, dachte ich „Oh OH!“. Also habe ich mich rangesetzt, und war das erste mal in meinem Leben Regisseur und 2 Minuten danach Photograph. Nach weiteren 2 Minuten war ich wieder bei Facebook um mit Freunden zu chatten. Also die Idee ist natürlich super, ein Video selbst zu schneiden, um dann sein „eigenes“ Armani-Werbevideo zu haben, bzw. ein paar Screenshots zu machen, ist not my cup of tea.
Ok, ok – dies ist ein Männerblog. Aber auch Männer können zum Einen auch mal Klamotten für ihr Kinder kaufen, sofern die Familienplanung dies denn zugelassen hat, und zum Anderen mögen Männer Jennifer Lopez entweder als anatomisches Wonderland oder als beliebtes Ziel kleiner Lästereien. Und es lesen tatsächlich auch Frauen diesen Blog, allein schon um mit Genugtuung festzustellen, dass Männer auch gewillt sind, im Gegenwert der monatlichen Miete ein Paar Schuhe zu kaufen, nur um diese um Schuhschrank zu lassen. Und ich will mich hier jetzt nicht so unglaublich politisch korrekt über Designerklamotten für Kinder aufregen, denn wenn ich ehrlich bin: Ich würde mein Kind auch in sowas reinstecken, wenn ich denn genug Geld dafür hätte. Habe ich nicht. Aber ich frage mich, warum der Verantwortliche für diese Kamapgne nicht einen authentischeren Ort gewählt hat? Warum keine Sandkiste? Keinen Wald? Welche Mutter trägt denn ihre Kinder quer über den Strand, um sie mit ihrem weißen Kuscheltier im Sand spielen zu lassen, ohne Spielzeug. Ohne Backförmchen. Nur ein weißes Kuscheltier und Sand. Reicht das dem Kind?
Skurrile Geschichte: Bei Ebay wird gerade das ACNE Vehicle angeboten. Das gute Stück ist handgefertigt, natürlich einmalig und diente bei der Herbst/ Winterkollektion 2010 des schwedischen Labels als Deko im Firmensitz in Stockholm. Was mich etwas irritiert ist die schlechte Qualität der Bilder, denn jede Handykamera schafft bessere Bilder die bei Ebay veröffentlichten. Beim Preis hat sich bisher auch noch nichts getan: Startpreis 499$, 0 Gebote.
Und die schlechteste Nachricht zum Schluss: Es kann nicht fliegen.
Die Bilder der Auktion und der Link dahin nach dem Klick
Die Überschrift hört sich fast an wie ein Märchen, allerdings ist es eher ein PR Text Western: In den frühen 50igern wurde das klassische Wrangler Jeanshemd von der Western-Legende „Rodeo“ Ben Lichtenstein entworfen. „Rodeo“ Ben ersetzte die herkömmlichen Hemd-Knöpfe durch Druckknöpfe – eine Innovation, angeregt durch den Kampf eines Cowboys mit einem Stier, dessen Hörner sich im Hemd verfangen hatten. Das ist natürlich praktisch und ich überlege, ob die Trainingshosen mit den seitlichen Knopfleisten aus dem selben Beweggrund entstanden sind. Vermutlich nicht, aber ich schweife ab.
Eigentlich müsste ich jetzt ein Bild von oben genannten Herrn Lichtenstein zeigen, allerdings habe ich keins gefunden. Stattdessen zeige ich Euch diese beiden Herren in wirklich traumhaften Hemden und es wirkt fast so, als hätte es Photoshop schon immer gegeben (schließlich sind die Bilder aus den 50ern):


Ihr habt sie vermutlich sofort erkannt: Gene Autry und Roy Rogers. Der fabelhafte Autry ist sowas wie der Bill Kaulitz des Westerns, nur das er nicht von Dsquared eingekleidet wurde, sondern von (man könnte es schon wegen der Überschrift ahnen) Wrangler.
Hatte ich als Kind schon gerne: Einen Turnbeutel. Natürlich ist es kein richtiger Turnbeutel, weil dafür ein Namenschild fehlt, wo man mit krickeliger Kinderschrift mit einem Filzer seinen Namen und die Klasse reinschreibt, damit der Beutel nicht in der mit diesem merkwürdigen Geruch getränkten Jungenumkleidekabine einer Grundschule verloren geht. Diese Turnbeutel heissen natürlich Taschen und sind aus der Prada Spring/ Summer 2011 Kollektion. Und auch die anderen Taschen, die man haben möchte, sich aber nicht leisten kann (ich könnte wetten, dass die Teile einen obzön hohen Preis haben) würden sich unglaublich gut über meine Schulter gehängt machen.
Die Kollektion gibt es nach dem Klick
Jeder kennt das aus Fernsehmagazinen oder dem richtigen Leben; zutiefst enttäuschte Frauen, die sich bitterlich darüber beklagen, weil es vom Liebsten zum Geburtstag oder Weihnachten mal was richtig Praktisches als Geschenk gab: Eine Küchenmaschine! Für Daisydora ist dieses kulturelle Missverständnis zwischen Männern und Frauen Grund genug, herauszufinden, ob solche Geschenke wirklich immer unpassend sind und nicht gut ankommen. Bei einem Selbstversuch mit meinem Freund habe ich damit solchen Erfolg gehabt, dass ich euch damit vielleicht bei eurer eigenen Feldforschung behilflich sein kann. Die Vorgeschichte ist schnell erzählt. Mich hat der Profishaker im Sportclub fasziniert, mit dem dort meine Eiweißshakes mit Kokosgeschmack hergestellt wurden, die ich trinke, weil ich immer noch fest an Muskelaufbau dank Krafttraining und viel Eiweiß glaube. Meine Muskeln sind zwar bis heute mit freiem Auge nicht zu sehen, aber der Shaker, den ich direkt bei Nosch bestellte, ist ohne Wenn und Aber das Geschenk, das meinen Freund am allermeisten begeistert hat. Und der ist alles Andere, als ein Bodybuilder, der sich von Shakes ernährt.
So, dass nenne ich jetzt konsequent: Bevor jetzt irgendeiner schreibt, dass die Schuhe von Reebok x Armani aus der Kollektion “EA7″ hässlich sind, mach ich es einfach selber, drücke mich aber anders aus: Sie sind im Gegensatz zu bisherigen Entürfen aus der Kollabaration zwischen der adidas Tochter Reebock und des italienischen Designers Armani schöner geworden. Aber nicht besser. Und das ist auch das Problem: Sie sehen billig aus, ohne es zu sein. Immerhin 150€ kostet ein Paar. So, und jetzt bin ich gespannt, wie Ihr den Schuh findet.
Mehr Schuhe aus der kollektion nach dem Klick
Ein Münchner in New York: Tommi Parzinger – Ein deutsches Designschicksal im 20.Jahrhundert
Posted on 19. Oktober 2010Auf Tommi Parzinger war ich in den letzten Jahren immer mal wieder gestoßen, weil er gerne mit meinem Lieblingsmöbeldesigner Jean-Michel Frank in einem
Atemzug genannt wird. Als ich vor geraumer Zeit die Archive der Königlichen Porzellan Manufaktur in Berlin durchstöberte fielen mir einige Stücke von Tommi in die Hände, die er zwischen 1924 und 1930 für die KPM gestaltet hatte. Nun wurde ich neugierig und ihr wisst (Horstson berichtete): Wir haben gemeinsam mit der KPM die beiden wunderbaren Hunde Mr. Asta und den Scotch Terrier wieder aufgelegt. Viele seiner Entwürfe, wie die Stapelascher etc. sind noch heute richtungsweisend und werden in den nächsten Jahren peu à peu bei den Designessentials der KPM wieder aufgelegt. So – nun begann ich mich für Tommis Werdegang zu interessieren….
Wer war der Mann von dem ich nur ein Photo kannte, auf dem er ein bisschen melancholisch aber sehr interessiert ausschaute???
Zuerst war es gar nicht so einfach, etwas heraus zu bekommen, doch nachdem die erste Quelle aufgestoßen wurde, sprudelte es mir so zu, wie es immer ist, wenn man sich ganz feste in eine Welt wünscht und in sie eintaucht:
Paris, Quartier Macaron – Ladurée Limited Edition John Galliano Macarons
Posted on 19. Oktober 2010Wer öfter in Paris zu tun hat oder einfach so hinfährt, der weiß, dass das Carrée rund um die Madeleine im achten Arrondisement zu den gefährlichsten Pflastern
der Welt zählt. Und das nicht nur wegen der unmittelbaren Nähe zu all den großartigen Läden in der rue Faubourg du Saint Honoré und der rue Saint Honoré…. wirklich schlimm ist die Verlockung, wenn man am Haus rue Royale 16 nicht schnell vorbeigeht. Denn dann kann man schon fest davon ausgehen, mitten in Paris, den von mir gefürchteten Ladurée Anfall zu bekommen: Beim Auftreten des unheilbaren aber nicht lebens- gefährlichen Kaufimpuls, zieht einen die unsichtbare Hand in das Innere der seit 1862 bestehenden „Konditorei“, vor die Regale und Vitrinen mit den Macarons und dann darf es bei mir immer etwas mehr sein …. Ihr kennt die zarten, nach herrlichen Zutaten schmeckenden Minigebäcke sicher auch deshalb, weil jeder welche für Freunde und die Familie mitbringt, der in Paris so unvorsichtig war, im Achten keinen anderen Weg zu nehmen.












