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Oktober 2010

Allgemein

Achtung: Handzahme Kamele im Kleiderschrank – oder warum trägt Barack Obama diese Farbe nie?

Ich habe Angst vor Kamelen! Bin da familiär vorbelastet. Niemals hat ein Mitglied meiner Familie Kleidung in Kamel getragen. Aber alles Fürchten war umsonst: Da ist sie wieder, die Farbe, die Jeden und Jede erwachsener, aber auch irgendwie gediegen und reicher aussehen lässt. Das mag mit an den kostspieligen Accessoires liegen, die gerne dazu getragen werden. Modische Symbole für Wohlstand – zum Beispiel Birkin- oder Kelly Bags von Hermes – werden (von mir höchstpersönlich gefühlt) weltweit am häufigsten zu Mänteln in dieser Farbe getragen: Kamel! Aber auch mit Maßschuhen, Maßhemden, Maßanzügen und Uhren ab 10.000 Euro liegt man richtig, wenn die Farbe der Reichen perfekt inszeniert werden soll. Kamel ist wie Schwarz, nur eben heller und neutraler. Und Kamele lieben Kaschmirstoffe. Je feiner das Stöffchen, desto gediegener der Kamellook. Soweit nichts Neues für euch. Ich habe mich diesem Farbthema genähert, da in der laufenden Saison in fast allen Kollektionen wahre Kamelherden unterwegs sind. Und, weil mein Verhältnis zu dieser Farbe schon seit immer gestört ist. Am besten kommen bei mir noch die neuen Kamellooks weg.

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Allgemein

Die Woche auf Horstson

Schön wars – Die letzte Woche auf Horstson. Und wie jeden Sonntag habe ich auch gerade wieder einmal Euren Lieblingsblog (Horstson) durchgescrollt, und für Euch ein paar Highlights zusammengestellt. Damit Ihr in der nächsten Woche nichts verpasst, empfehle ich, Horstson als Startseite einzurichten. Auch im Büro. Gerade im Büro.

1) Was wir schon immer wissen wollten, aber nie zu fragen gewagt haben: Die Geschichte des Wrangler Jeanshemdes. Mit diesem Hintergrundwissen kann man an jeder Theke dieser Welt auftrumpfen
2) Sonia²: Zwei Sonias haben die Mode schon seit 100 Jahren fest im Griff: Sonia Rykiel und Sonia Delaunay. Peter berichtet über Rykiels Inspirationsquelle
3) Daisydora nahm die Figurenentwicklung der Models unter die Lupe und hofft: Fat is the new thin! Und ich hoffe, dass sie uns noch das Bild von Barbara Eligmann, Frauke Ludowig und Birgit Schrowange zeigt…
4) Ich habs nicht leicht: Zielsicher habe ich in Euren Augen hässliche Schuhe vorgestellt und es wurde der Ruf nach einem Kooperations-Day laut. Wir werden sehen… Bis dahin bleibe ich dabei: Der Converse x Woolrich ist ein schöner Schuh!
5) Peter erzählt, warum er seine Vintage-Wrangler-Jeansjacke für 29,80€ vielen teuren und neuen Kleidungsstücken vorzieht
6) Rihanna? Nena? Nein – Tokio Hotel sind auf der aktuellen L’Uomo Vogue, aber ist das Editorial auch gelungen?

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Sonia Rykiel versus Sonia Delaunay – oder Saint Germain des Pres Frühling/ Sommer 2011

Seit 1968 ist die Königin des Strickes und eine der pariserischten Modeschöpferin: Sonia Rykiel. Wenn man durch den Pariser Stadtteil St.Germain geht, trifft man neben ihrem Stammhaus immer wieder auf Dinge, die sie beeinflusst haben oder die sie beeinflusst hat. So ist das Luxus Hotel Lutetia gegenüber dem Bon Marché von ihr renoviert ihr, Lieblingszeichner Hippolyte Romain überall ausgestellt und die Frauen die in den Cafés sitzen, versprühen den gleichen intellektuell bourgoisen Charme wie ihre Kollektionen. Sie ist dem Pariser Frauenbild verpflichtet und ihr Stil wird nicht von Trends oder dem schielen nach anderen Designern geprägt, sondern durch ihren ureigensten Instinkt und Geschmack. Weltberühmt sind ihre Streifen, meistens auf schwarz, ihre Baskenmützen, ihre Kirschen-Pullover und ihr Flou-Stil, der zu 99% auf Strick oder fließenden Jersey basiert.
Bis vor zwei Jahren gab es eine Herrenkollektion aus der ich jedes Teil, ob Streifenschal oder -Pulli, Parka oder Pullunder hüte wie meinen Augapfel, und die nächsten hundert Jahre weiter tragen werde.

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Allgemein

DIY: Der Cardigan

Sie spriessen wie Pilze aus dem Boden: Die DIY Blogs. Da werden ohne Rücksicht auf Geschmack „Chanel“-Shirts nachgebastelt (also eigentlich wird nur mit dem Filzer das Chanel-Logo draufgemalt), es werden aus Blechdosen Aschenbecher gebastelt und als Interieur-Highlight abgefeiert und an ganz schlechten Tagen hängen sich Menschen einen Traumfänger ans Ohr und ich frage mich: Warum nur? Vielleicht verstehe ich das auch alles nicht, weil ich ein Mann bin, oder aber über Geschmack verfüge und ich würde mich freuen, wenn mir einer erklären kann, warum derlei Blogs so einen hohen „Oh – das ist wirklich toll, was Du immer so bastelst“-Faktor haben.
Ich werde mich hüten hier auch sowas zu bringen, und mir Tinte aufs Hemd klecksen und das Endergebnis als Dries-Van-Noten-Look-A-Like zu posten.
Und klar ist der Cardigan da oben nicht selbstgemacht, aber ich habe die Farben ausgewählt, und den Schnitt. Das Ergebnis sieht bei mir unglaublich blöd aus, und ich bin mir sicher das Ihr das besser könnt: Unter idbyme könnt Ihr aus verschiedenen Schnitten, Kragen- und Taschenformen und Farben Euren einzigartigen Cardigan zusammenschustern. Nette Idee und auf jeden Fall tragbarer als ein Selfmade „Chanel“ Shirt.

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Bernhard Willhelm x Camper Together Sneaker

Ja, so muss ein Sneaker aussehen. Das weiß ich und das wisst Ihr, leider weiß es noch nicht jeder, und so kommt es vor, wenn ich mit meinen Bernhard Willhelm x Camper – Schuhen aus der aktuellen Kollektion mit der U-Bahn fahre, mein Gegenüber sein Handy zückt und verstohlen ein Bild macht (by the way: noch spannender ist es, wenn man sich mit den Jeremy Scott Wings in der Öffentlichkeit zeigt). Aber das macht mir nichts, denn die Entwürfe Willhelms für Camper sind ganz nach meinem Geschmack, und haben ein Vorteil, den man auf einem Bild nicht sehen kann: Sie sind schwer – so kippt man nicht so leicht um und man trainiert seine Beinmuskeln. Mehr Bilder aus der Together-Kollektion nach dem Klick

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Ohne Klischees des Künstlerischen – Mode, die schön macht – FIRMA AW10/11

Weshalb näht man einem asymmetrischen Pulli, der schlecht sitzt, auch noch ein funktionsloses Läppchen an die Schulternaht? Bei kreativer Designermode aus Berlin bin ich immer froh, wenn sich die Kunst der hauptstädtischen Klamottenhandwerker im Weglassen von unschönem Zierrat und perfekten Schnitten offenbart. Auf keine Designer treffen diese Attribute besser zu, als auf Daniela Biesenbach und Carl Tillessen mit ihrem Label FIRMA, das seit Mitte der Neunzigerjahre erfolgreich besteht. Die Kollektionsteile und Outfits der aktuellen Männerkollektion sind die für mich beste Männerkollektion Deutschlands – jenseits der Luxuslabel! Die körpernahen aber nicht einengenden Silhouetten verfolgen augenfällig das Ziel, den Körper durch makellose Schnittführung und perfekte Verarbeitung zu akzentuieren. Für mich ist es den Beiden mit der AW10/11 Kollektion für Männer wieder gelungen, Kleidung auf die Höhe der Zeit zu bringen. Dabei ist der Einfluss der Architektur der Pioniere der Bauhaus-Bewegung den radikal avantgardistischen Silhouetten anzumerken. Am Mann betrachtet ist ein Anzug oder eine Hose von FIRMA aber immer auch zeitlose Klassik.

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Happy Socks x Giles Deacon für The Elton John Aids Foundation

Neulich gabs beim Modepiloten ein Post über geringelte Herrensocken und wie man sie denn findet. Erstaunlich war, dass es immer noch ein paar Kommentare gab, dass sowas albern wär. Aber ist es nicht so, dass es auch was erfrischendes hat, wenn ein Mann zum Anzug knallbunte Socken anhat statt knallgraue? Und was sagen die Menschen, denen rote Socken schon zu wild sind, zu den Socken von Giles Deacon für Happy Socks?
Die Socken oben sind nur ein kleiner Teaser: Der Ungaro Designer hat 5 weitere Sockendesigns entworfen, die Anfang Dezember in einer Sammelbox verkauft werden. Die Box ist limitiert auf 1.000 Stck und wird um 70€ kosten. Und das Besondere: 25% des Verkaufspreises (warum eigentlich nicht mehr?) gehen an The Elton John Aids Foundation. Und das find ich gut! Und das sollten auch die Zweifler der bunten Socken gut finden. Und im Zweifel die Socken einfach verschenken.

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What’s Next? – Guggenheim New York

Als der erste Wettbewerb eines namhaften Museums für Kurzvideos vom Guggenheim Museum in New York – A Biennal of Creative Video – initiiert und lanciert wurde, konnte niemand ahnen, dass am Ende 23.000 Teilnehmer aus 91 Ländern dabei sein wollten. Selbst die Jury hatte keinen Begriff davon, wie viele Kreative es gibt, die ihre kleinen Werke fachkundig beurteilt haben wollten. In der Hoffnung, am Ende zu den Besten zu gehören, deren Filme auf der Guggenheim Play Site vorgestellt wreden und: Mittels Projektion am Guggenheim New York zu sehen sind. Und zwar gestern und heute – von Sonnenuntergang bis 22:30 Uhr auf der Fassade des Guggenheim Museum New York. Und im Museum auf der Rotunde. Für die unter euch, die gerade nicht in New York sind, gibt es hier einen Livestream.

Gesichtet und ausgesucht wurden die nunmehr in der Shortlist angelangten besten Videos von einer sehr illustren Jury aus Künstlern aller Disziplinen. Darunter Laurie Andersen, Takashi Murakami, Stefan Sagmeister, Douglas Gordon, Ryan Mc Ginley, Marilyn Minter, Darren Aronovsky, Shirin Neshat, Apichatpong Weerasethakul, die Juryvorsitzende Nancy Spector und die Gruppe Animal Collective. Einige O-Töne der Jury könnt ihr hier sehen.

Sehr gut gelungen ist diese erste Collaboration zwischen dem Guggenheim. Guggt ruhig mal rein ins Guggenheim. Vom 22. Bis zum 24. Oktober sind die Filme auch auf dem zweiten Level im Museum zu sehen.
www.guggenheim.org

Warum nur?

Worüber wir nochmal sprechen sollten: TOKIO HOTEL in L’Uomo Vogue #414

Um eins mal klarzustellen: Ich bin kein Tokio-Hotel-Feind. Aber auch kein Freund. Aber natürlich geht das (abnehmende) Phänomen „Tokio Hotel“ nicht spurlos an mir vorbei. Und meinem Respekt gilt die Tatsache, dass sie es zumindest geschafft haben, ein deutsches Musikprojekt über die Landesgrenze hinaus bekannt zu machen. Aber sie haben mich bisher wenigstens in Ruhe gelassen und ich musste mich nicht mit Bill, Tom, und den anderen beiden von denen ich den Namen nicht weiß und wo ich auch keine Lust habe diese zu googlen, auseinandersetzen. So, und nun liegen sie bei mir auf dem Wohnzimmertisch zwischen der Best Fashion und der Bunten. Also im Grunde genommen zwischen einer Jacke von Burberry Prorsum und Patricia Riekel. Ich sollte meinen Wohnzimmertisch mal wieder aufräumen.
Noch mehr Bilder nach dem Klick

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