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Wirtschaft

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Googles Style-Suche

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Bild: Google

„A Year in Search“ – Google hat sein Suchergebnis-Ranking für 2014 veröffentlicht und siehe da, bei der Modemeute lassen sich nicht nur die üblichen Verdächtigen finden! Klar, Jennifer Lawrence wurde ohne große Verwunderung zu der meistgesuchtesten Person gewählt (nicht zuletzt aufgrund ihres Oscar-Erfolges, den zahlreichen Modekooperationen und dem Leak intimer Privatfotos) und Rihanna für ihre überwiegend polarisierenden Red-Carpet-Outfits (à la weniger ist mehr bei den CFDA Awards in New York) geehrt …

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Berlin Fashionweek

BREAD & BUTTER insolvent

bread an butter berlin 2015

Wir hatten in den letzten Tagen ja häufiger über das Hü und Hott der BREAD & BUTTER berichtet: erst das Hin und Her wegen des Ortes, später dann die Unklarheiten wegen der teilnehmenden Brands und der Absage am 09.Dezember, bis die Messe nun Insolvenz angemeldet hat: „In Folge der Absage der im Januar 2015 geplanten Messe BREAD & BUTTER sah sich die Geschäftsleitung der BREAD & butter GmbH & Co. KG gezwungen, am 16.12.2014 Insolvenzantrag zu stellen. Bereits am gleichen Tag wurde Rechtsanwalt Christian Graf Brockdorff (BBL) zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt,“ gibt es in der neuesten Pressemitteilung zu lesen. Und weiter:

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Allgemein

Generation unbezahlt

Conde Nast USA Vogue

Ja, genau. Richtig gelesen, ich gehöre dazu und winke dem Verderben mit angsterfülltem Blick – Heimatbesuch, sonntägliches Kaffeetrinken bei Oma, Schwarzwälder Kirschtorte und bohrende Fragen: „Wie läuft es in der Universität? Was macht der Job und vor allem wie finanzierst du dich in einer Stadt wie Hamburg?“ Beinahe automatisch spule ich meine einstudierten Antworten ab, heuchle Zuversicht und nicke zustimmend auf die Frage „Machst du denn auch genügend Fortbildungen und Praktika?“.

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News

Plagiate shoppen beim Plagiate Shop

Denke ich an Fakes, also an Kleidung und Accessoires, die vorgaukeln, etwas zu sein, was sie nicht sind, denke ich einen Augenblick später an Samantha Jones, der in der Playboy Mansion von einem Bunny eine Tasche gestohlen wurde – zumindest glaubt sie das. Doch im Gegensatz zu Samanthas Tasche wurde die Fendi des Bunnys nicht in China hergestellt, sondern in Frankreich … Das ist zugegebenerweise bei „Sex and the City“ ziemlich lustig, in der Realität wäre es hingegen peinlich und doch sieht man regelmäßig auf der Straße und in Modeblogs gefälschte Kleidung und Taschen – immer getreu dem Motto: „Wird schon nicht auffallen!“ Dabei ist der Kauf von Fakes – und da spielt es auch keine Rolle mehr, ob es eine nachgemachte Tasche von Fendi ist oder eine Sonnenbrille von Ray Ban, mit Sicherheit kein Kavaliersdelikt.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag schätzt den Schaden, den allein der deutschen Wirtschaft durch Produktpiraterie entsteht, auf jährlich mehr als 50 Milliarden Euro. Und die Tendenz ist steigend: War die gefälschte Uhr von Rolex früher ein beliebtes Urlaubsmitbringsel, kann man heute bequem von zu Hause aus Fakes in diversen Onlineshops einkaufen – nur beim „Plagiate-Shop“ will es einfach nicht gelingen, das Schnäppchen von „Channel“ oder von „Farmer Castle“ in den virtuellen Einkaufskorb zu packen, denn sofort taucht ein Hinweis auf:

WARUM PLAGIATE KEINE ALTERNATIVE SIND:
Wussten Sie eigentlich, dass Kenner nur Originale kaufen? Ihnen reicht schon das Etikett? Sie haben an Nachgemachtem wirklich Freude? Das können wir uns nicht vorstellen. Wir versprechen Ihnen: Plagiate werden jedenfalls keine Ihrer Erwartungen erfüllen. Freuen Sie sich, wir haben Sie vor dem Kauf billiger Kopien bewahrt und vor den möglichen Folgen.

Hinter dieser ungewöhnlichen Kampagne steckt der „MEISTERKREIS“, der mit einem Bruttomediavolumen von mehr als 500.000 Euro der Marken- und Wertepiraterie den Kampf ansagen will.
Der MEISTERKREIS vereint laut Eigenbeschreibung Menschen, Unternehmen und Institutionen, die für Kultur, Kreativität und höchste Qualität aus und in Deutschland stehen.
Zum MEISTERKREIS gehören Unternehmen wie Gaggenau, Glashütte Original, Leica, Porsche, Meissen, Montblanc, Robert Weil, Thonet und Talbot Runhof sowie die internationalen Marken Armani Prive, Chanel, Dior, Condé Nast Verlag, Rolex und Estée Lauder Companies – also Unternehmen, die mit den Folgen von Fakes zu kämpfen haben …

Allgemein

Marco Zanini verlässt Schiaparelli

Gemunkelt wurde es schon einige Wochen, nun ging es dann aber doch ziemlich schnell: Marco Zanini, der erst im September 2103 seinen Job als Kreativdirektor bei Schiaparelli antrat, verlässt das Modehaus auch nun schon wieder. Seine Mission war es, den Namen Schiaparelli sowohl in der Gegenwart als auch in der Zukunft wieder laut ertönen zu lassen. In der Realität fiel es ihm dann allerdings schwer, einen roten Faden für seine Kollektionen zu finden:

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Allgemein

Wollt ihr den totalen Look?*

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Screenshot MANGO

Laut Beschreibung handelt es sich um ein „Chiffonhemd mit Blitzmuster. Verdeckte Knopfleiste vorne, lange Ärmel mit geknöpften Manschetten und Saum mit Seitenschlitzen.“ Hört sich unspektakulär an und es sieht auch nicht sonderlich schön aus, was bei dem spanischen Bekleidungsfilialisten MANGO online und offline angeboten wird. Im Grunde genommen ist es auch weder eine Erwähnung geschweige denn einen Kauf wert, doch der Teufel steckt im Detail: Schaut man sich das Hemd näher an, trifft einen vermutlich entweder durch den hohen Polyesteranteil (100%) oder durch die Form der Blitze der Schlag, denn diese erinnern an eine Sigrune:

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Wirtschaft

Geheime Verführer – die Psychologie der Labels und Luxusmarken. Warum wir tragen, was wir tragen.

Was vermag unsere Begehrlichkeiten im Bereich Mode ebenso zu wecken, wie große Markennamen – am besten gleich solche, die man zu den wenigen Luxuslabels zählt. Deren Zahl gefühlt von Jahr zu Jahr steigt, zumindest dann, wenn die Verkaufspreise auch ein Indikator für Luxus sind. Nicht weniger als 332 Labels werden in jeder Saison, also zweimal im Jahr im Rahmen der Damenmode-Prêt à porter in Paris, New York, London und Mailand der Presse und den wichtigsten Einkäufern vorgestellt. Darin sind die 13 Couture-Häuser, die im Moment regelmäßig ihre Haute Couture-Kollektionen präsentieren und eine sehr große Zahl an Männermode-Labels nicht enthalten. Und dann kommen da sicher noch mal weit mehr als 100 kleinere Labels dazu, die in Berlin, Kopenhagen und so weiter präsentieren …

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Behind the Scenes

Hinter verschlossenen Türen – die Jungs von Chanel

 
Wir berichten auf Horstson ja nicht nur über aktuelle Trends und Tendenzen, sondern beleuchten auch gerne, was hinter den Kulissen der Modekonzerne passiert und stellen euch die Drahtzieher und Entscheider vor, damit man die Zusammenhänge des Modezirkusses besser kapiert.
Hinter den meisten Modemarken stecken Gesellschaften, Aktiengesellschaften oder Konzerne – nur noch wenige Labels sind wirklich in Familienhand und haben keine fremde Kapitalbeteiligung wie zum Beispiel Sonia Rykiel. Allerdings befinden sich die größeren Labels fast alle in Konzernhand – die beiden bekanntesten Gesellschaften sind LVMH mit seinen Labels wie Louis Vuitton, Christian Dior, Moet Hennessy, Bulgari, de Beers. Der zweite dieser beiden Riesen ist der Pinault-Konzern unter Francois Pinault, der Gucci, Yves Saint Laurent und viele andere Label vereinigt. Beiden Gesellschaften ist aber eines gemeinsam: den Inhabern gehören die Konzerne nur zu einem Teil – das Kapital wird aus Aktien und Anteilen gebildet, die auch von fremden Kapitalgebern kommen. Arnault macht mit seinen vielen Labels einen Jahresumsatz von ca. 15 Milliarden US-Dollar, die Pinault-Gruppe liegt bei 7 Milliarden US-Dollar. Man weiß das, weil Aktiengesellschaften dazu verpflichtet sind ihre Umsätze zu veröffentlichen.
 
Bernard Arnault und seine gesamte Familie sind, ähnlich wie die Pinaults, oft in den Schlagzeilen vertreten und auf Gesellschaften oder bei den Defilees ihrer unzähligen Marken anwesend. Einzelheiten ihres Lebens sind bekannt und es gibt auch hier und da einen Skandal, der von der internationalen Klatschpresse vermeldet wird. Man weiß auch, dass sie sehr reich sind und mit die einflussreichsten Gestalten der Modewelt sind – obwohl sie noch nie ein einziges Kleidungsstück entworfen haben, bestimmen sie was die Welt trägt. Soweit die bekannte Seite …
 
Den einflussreichsten Einzelkonzern der Modewelt und die Marke mit der höchsten Bekanntheit und dem höchsten Rückkaufswert der Welt aber besitzen Menschen, von denen man weder etwas weiß, noch das sie sich in der Öffentlichkeit zeigen, außer auf ganz wenigen Pferderennen in Deauville oder Longchamp und dann auch anonym und unbeobachtet. Ähnlich wie bei den deutschen Milliardären, den Albrecht Brüdern, sind die existierenden Fotos älteren Datums oder Schnappschüsse.
 
Die Gebrüder Alain und Gérard Wertheimer sind die alleinigen Inhaber und Kapitaleigner von Chanel, der erfolgreichsten Modemarke aller Zeiten. Leise, diskret und unauffällig hat deren Familie die Zügel des Modehauses seit 1924 in der Hand. Das Unternehmen veröffentlicht niemals Umsätze (man munkelt von 10 Milliarden Dollar pro Jahr). Es ist immer noch eine Einzelmarke, die sich – außer bei einer Brillenlizenz – nur mit den Kernkollektionen befasst. Die Parfums sind seit 1952, egal welcher Duft lanciert wurde, auf Platz eins der Stückzahlenverkäufe in jedem Jahr. Der Kosmetikumsatz ist gigantisch und keine Marke verkauft mehr und kann aus Lippenstiften und Nagellacken so einen Kult erzeugen wie Chanel.
 
Die meisten Menschen denken, Coco Chanel hat ihr Modehaus gehört. Chanel war immer nur die Kreative; zwar konnte sie sich nehmen was sie wollte, hatte jedes Budget der Welt und hat schon in den Zwanziger Jahren das Label zur einflussreichsten Modemarke der Welt gemacht, aber um die Finanzen kümmerte sich zeitlebens der jüdische Kaufmann Pierre Wertheimer.
Mit einem 1924 geschlossenem Gesellschaftsvertrag übernahm Pierre die Gesamtleitung des Modehauses, kümmerte sich um die Produktion der Kleider, Schuhe und Accessoires und baute den Vertrieb der Parfums und der Kosmetik auf.
 
Im Sommer 1940 mussten Pierre Wertheimer und sein Bruder Paul vor den Nazis aus Paris fliehen. Gerade noch konnten sie sich eine Schiffspassage nach New York besorgen, um über Spanien, die französischen Schiffe waren schon für Passagier Schiffe gesperrt, das Land zu verlassen.
 
Am 02. Juni 1941 kommt in Frankreich der Erlass, dass alle Juden aus sämtlichen Bereichen des öffentlichen Lebens ausschließt. Sie dürfen weder Berufe ausüben noch Firmen besitzen. Die letzte Kollektion hatte Coco Chanel für den Winter 1939 vorgestellt und mit Kriegsausbruch, außer der Boutique, das Haus geschlossen. Nur der Verkauf der Parfums ging weiter. 1940 beschlagnahmten die Deutschen das Haus und die Wohnung in der Rue Cambon. Die Wertheimers hatten das Glück, dass der Parfumverkauf zunächst in Amerika weiterlief und sie aus den Einnahmen davon leben konnten.
 
Chanel hatte während des Krieges eine Liebschaft mit Hans Günther von Dincklage und sie kollaborierte mit den deutschen Besatzern, dieses verziehen ihr die Franzosen nie. Mit den Wertheimern hat sie dieses Thema aber nach dem Krieg grundlegend geklärt und als 1953 beschlossen wurde, dass der Verkauf der Parfums durch die Wideraufnahme des legendären Modehauses weiter verstärkt werden sollte, stand für Pierre Wertheimer und den inzwischen eingestiegenen Sohn Jacques Guy fest, dass Mademoiselle in die Rue Cambon zurückkehren sollte. 1954 stellte sie ihre erste Kollektion im Februar vor und, in Europa verhalten aufgenommen, wurde sie in Amerika sofort zu einem riesigen Erfolg.
Chanel war wieder da und die Wertheimers übernahmen das Modehaus zu 100 % – sie allein stellen das Kapital und Chanel machte bis zu Ihrem Tod im Jahre 1971 alle Kollektionen allein.
 
Nachdem Coco Chanel gestorben war, übernahmen die Söhne von Jaques, Alain und Gérard Wertheimer, die Geschäftsführung. Sie waren zunächst sehr marketinggeleitet und setzten alles daran, die Kosmetik und Parfumsparte zum alleinigen Zugpferd auszubauen.
Ende der Siebziger Jahre merkten sie, dass dieses nicht funktionierte und beschlossen, zunächst mit zaghaften Prêt-à-Porter-Versuchen das Image des Hauses aufzupolieren.
1983 engagierten sie Karl Lagerfeld, der zunächst die Haute Couture wieder aufleben lassen sollte. Für das Prêt-à-Porter und die Accessoires gab es ein eigenes Team. Die Wertheimers hätten beinahe den größten Fehler ihres Lebens gemacht, als es 1985 zu einem Eklat kam und sie die Accessoires von der damaligen Designerin Frances Paticky Stein einfach auf Lagerfelds Schau mitlaufen ließen – ohne Absprache.
 
Danach wurde Karl Lagerfeld zum Allrounddesigner und Verantwortlichen von Chanel und der Aufstieg in unendliche Dimensionen begann. Die Wertheimers arbeiten solide und kontinuierlich, ohne ihr Markenportfolio nennenswert zu verstärken – bis auf „Eres“, der Firma, die Badeanzüge und erlesene Unterwäsche produziert, haben sie kaum nennenswerte Firmen dazu gekauft. 2002 wurden die Lieferanten von Chanel – Lemarie, Goosens, Michel, Massaro und Desrues – dem Haus als selbständig agierende Firmen angeschlossen.
 
Die höheren Manager, die bei Chanel von den Wertheimers in der Geschäftsführung eingesetzt sind, arbeiten seit Jahren für das Unternehmen. Beispielsweise Francoise Montenay als Direktorin oder Bruno Pavlovsky, der der Modeabteilung vorsteht. Alles ist solide und auf äußerste Langfristigkeit aufgebaut und auf Diskretion sowohl was das Geschäft betrifft, als auch die Privatspäre der beiden Brüder und Ihrer Familien.
 
Immer wieder wird in vermeintlichen Enthüllungsbüchern auf die Zeit Coco Chanels während des zweiten Weltkrieges hingewiesen und vermeintliche Sensationen ausgegraben. Eines ist klar – die Wertheimers haben sich schon seit Jahrzehnten mit Chanel ausgesöhnt und jede Generation hat Madmoiselle die Stange gehalten. Es konnte nichts zwischen Ihnen stehen und so ist es auch bei Karl Lagerfeld. Immerhin führen sie das erfolgreichste Modeunternehmen der Welt und das seit fast Hundert Jahren, ohne dass irgend etwas auch noch so vermeintlich Skandalöses ihnen etwas anhaben konnte. Vielleicht ist ihre Diskretion das Geheimnis ihres Erfolges, vielleicht aber auch das Vertrauen in ihre Mitarbeiter und das Verzeihen können von Irrungen, die auch Genies wie Coco Chanel in Ihrem Leben gehabt haben – auf jeden Fall sind sie mit die besten Unternehmer der Welt.