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Paris

Damenmode

Chanel Ground Control – „Rocket Women“ Chanel Herbst/Winter 2017

(Bild: Olivier Saillant)

Kaum eine Show wird jede Saison so heiß erwartet, wie die Inszenierungen, mit denen Chanel bei jeder Fashion Week in Paris im Grand Palais überrascht. Stets am Dienstag, einen Tag vor Abschluss der Modewoche, kann man die Schau als das Ereignis der Fashion Week bezeichnen. Während die Haute Couture und die Metiers d’Art Kollektionen in wesentlich kleinerem Rahmen gezeigt werden, setzt das Prêt-à-porter immer wieder neue Maßstäbe – mit bis zu 2.800 Gästen.

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News

Should love last – Dior geht auf Pop-up-Store-Tour

(© Adrien Dirand)

Dior geht auf Tournee: Anlässlich der Debütkollektion von Maria Grazia Chiuri eröffnet das Haus Dior eine ganze Reihe von Pop-up-Stores. Der erste Pop-up eröffnete schon vor einigen Tagen auf dem Rodeo Drive in Los Angeles – am 25. Februar, um genau zu sein. Zwei Tage später folgte dann Paris auf der Avenue Montaigne. Weitere geht’s in Japan, Dubai, Seoul, Singapur, Beijing und Shanghai, um dann noch in Berlin bei The Corner, nochmals in Paris bei Colette, bei The Webster in Miami, bei Maxfield in Los Angeles und bei Antonia in Mailand jeweils einen kleinen Boxenstopp einzulegen.

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Damenmode

Live Stream Prêt-à-Porter Herbst/Winter 2017/2018 am Freitag, 03.03.2017 um 14:30 Uhr

Wir gucken Fashion: Nachdem Maria Grazia Chiuri vor sechs Wochen ihre erste Haute-Couture-Schau für Dior mit Bravour gemeistert hat, sind wir umso mehr auf ihre Entwürfe für das Prêt-à-Porter Herbst/Winter 2017/2018 gespannt.
Da in Deutschland gerade Grippewelle herrscht und nicht jeder live in Paris vor Ort sein kann, haben wir uns überlegt, die Show ins heimische Wohnzimmer bzw. ins Büro zu streamen …

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Haute Couture

Dior Haute Couture Spring/Summer 2017 – Im Zaubergarten der Maria Grazia Chiuri

Mit großer Spannung wurde während der Haute-Couture-Woche der Premierenkollektion bei Christian Dior entgegengesehen, die in vieler Hinsicht bemerkenswert ist. Denn nachdem Maria Grazia Chiuri als neue Designchefin von Valentino zu Dior wechselte und ihre erste Prêt-à-porter für das Frühjahr 2017 in relativ kurzer Zeit kreieren musste, konnte sie sich auf die Haute Couture mit mehr Zeit vorbereiten.
Nicht nur, dass sich alle Welt fragte, wie die erste Frau, die für die Entwürfe des Hauses verantwortlich ist, die Dior-Frau sieht; Maria Grazia Chiuri muss auch den Vergleich mit ihren Vorgängern bestehen, die verschiedene Interpretationen der Philosophie des Begründers ablieferten. John Galliano stand für Opulenz und großes Theater, Raf Simons hingegen für Design, pure Umsetzung der Dior-Heritage und Brüche mit cleaner Linie.

Genau vor 70 Jahren, am 12. Februar 1947, hatte Christian Dior seine berühmte „La Ligne Corolle“ den von der amerikanischen Presse betitelten „New Look“ vorgestellt, der ihn im Handumdrehen zum berühmtesten Modeschöpfer der Nachkriegszeit werden ließ.
Christian Dior träumte nach entbehrungsreichen Zeiten davon, dass Frauen mit schlanker Taille und langen Röcken in einer Art modernisierter Fassung der Garderobe seiner eleganten Mutter wieder die gesellschaftliche Eleganz entdeckten. Sein „Tailleur Bar“, genäht von dem jungen Pierre Cardin, bildet, genau wie die schwarzen Taft-Abendkleider und die Cocktailkleider mit Kuppelsilhouette, bis heute die Codes des Hauses.
Viele Geschichten und Hunderte der Modelle, die Christian Dior bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahr 1957 kreierte, sind Legenden. Jede Saison änderte er die Linie und gab jeder der Kollektionen Namen die um die Welt gingen und die die Mode umkrempelten. Mal gingen die Rocksäume hoch oder runter, mal betonte er die Schultern und die Taille. Mit der A- und H-Linie von 1954 stiftete er große Unruhe, weil er sie binnen kürzester Zeit umwarf. Christian Dior liebte Blumen, sein Glücksbringer waren Maiglöckchen und er verwendete bei seinen Kollektionen leidenschaftlich gern Stickereien, die Kleider zu ganzen Gärten werden ließen.

Dass Christian Dior nicht nur ein Träumer, sondern auch eines der größten Talente des 20. Jahrhunderts war, beeindruckte Maria Grazia Chiuri so sehr, dass sie sich tief mit den Kreationen und den Materialien des Gründers befasste. Ihre Haute Couture ist eine Hommage an viele der besten Entwürfe von Christian Dior. Als Frau geht sie genau darauf zurück, was das Alleinstellungsmerkmal des Hauses ausmacht – der Glamour der Endvierziger und Fünfziger, die großen Abendroben und die Welt der Inspirationen die Dior bei seinen intellektuellen Freunden bekam.

Das Dekor der Schau im Musée Rodin glich einem Zaubergarten, der in französischer Manier wie ein Labyrinth, aber mit der Attitüde eines Feengartens, auf grünen Samtkissen dazu einlud, auf den Hecken Platz zu nehmen. Eine Atmosphäre, die an die großen Bälle, aber auch die Inszenierungen von Diors Freunden, Jean Cocteau und Christian Bérard, erinnerten. Schon mit diesem Setdesign setzt Maria Grazia Chiuri ein Zeichen: Sie will Dior in eine luxuriöse und träumerische Welt zurückbringen – etwas, was die Kunden bei der Haute Couture, die eine wichtige wirtschaftliche Rolle im Haus spielt, erwarten.

Das bei Dior in den letzten Jahren sehr verjüngte Couture-Klientel will auch im Jahr 2017 in dieser von aufwendigsten Handwerk, Material und Verarbeitung Luxus geprägten Kollektion das haben, wo wirklich der Dior-Spirit drin steckt und nicht nur draufsteht. Tagesgarderobe sucht man eher in der Prêt-à-porter, die Ateliers liefern viele Hochzeits- und Anlasskleider aus.
Und dieser Spirit wird vom ersten Modell, der – es sei gleich vorweggenommen – atemberaubend schönen und weiblichen Kollektion sofort sichtbar und spürbar. Fast bei jedem der Durchgänge eine Reminiszenz an die Legenden des Hauses und mit dem unnachahmlichen Stil, den Maria Grazia Chiuri in dem Zeitgeist entsprechende, moderne Haute Couture übersetzt. Obwohl sie selbst emanzipiert ist und italienisch-sportlich erscheint, schafft sie es, in einer Saison alles, was Dior so pariserisch und französisch ausmacht, aus den Handwerkern herauszuholen und ein raffiniertes, aber in keiner Weise lautes Bild zu erzeugen.

Die Kostüme der ersten Durchgänge wirken wie Reinkarnationen der „Tailleurs Bar“ und an die erste Winterkollektion 1948. Sie spielt mit taillierten „Grain de Poudre“-Jacken, die die Hüften betonen und mit züchtigen Revers – wie bei einem Smoking – ausgestattet sind. Schneiderkostüme, die mit Satin oder Samt besetzt sind, als Kleid, mit Cape oder Kapuze zu langen, an die Knöchel reichenden Röcken die Rückkehr der Wurzeln symbolisieren. Obwohl fast sakral-schlicht nur in Schwarz gehalten, repräsentieren sie genau die Eleganz, von der Frauen in der Haute Couture träumen und repräsentieren auf einen Schlag 70 Jahre Dior-Tradition mit ungeheurer Aktualität. Zarte, fast transparente Masken eröffnen den Ball und fast die gesamte Frühlings-Couture, bis auf wenige Ausnahmen, wie einem Hosenanzug mit lässiger Galonhose, besteht aus Cocktail- und Abendkleidern.

Sehenswert waren die schlichten Frisuren, die mit Haarreifen Erinnerungen an die Fontane (eine hohe, über einem Gestell aus Draht aufgebaute Haube) des Hofes wach werden ließen. Der Höhepunkt der Reminiszenz an Christian Dior ist ein Modell, dessen Gesicht von floralen, mit Satinbändern aus Mohn und Sommerblüten umspielt wird. Ein Motiv, das Christian Diors Freund, der Maler Marcel Vértes, genau so zur Befreiung Frankreichs durch die Alliierten zeichnete.

Sehr schön die Plissees, gefertigt in den Ateliers von Lognon, der Chiffon und der dunkelblaue und schwarze Samt. Weitere Highlights waren die kunstvoll drapierten Fächerplissees, die Klatschmohnstickereien und die floralen Bouquets – alles très Dior im Stil von Maria Grazia Chiuri. Auf nachtblauem Samt schwimmt ein großer goldener Pulpo wie bei einer Nixe vorbei, kunstvolle Krakelee-Stickereien überziehen ein messingfarbenes Fin-de-Siècle-Kleid. Das französische Abendcape, ein Liebling von Christian Dior, ersteht neu in schwarzem Samt und in zartem grünem Chiffon und kommt bestickt mit Glücksklee eine Sommerfee daher.

Maria Grazia Chiuri schafft es, Opulenz bemerkenswert schlicht erscheinen und Traumroben auferstehen zu lassen, die nicht prätentiös wirken. Drapierter Chiffon unter einem in vielen Volants gelegtem Dégradé-Cape knüpfen unmittelbar an die große Couture-Zeit der Fünfziger an und werden sicherlich auch von modernen Dior-Prinzessinnen fleißig geordert werden.
Mit der großen 1924 geborenen Künstlerin Claude Lalanne, die gemeinsam mit ihrem Mann François legendäre Designs geschaffen hat und lange mit Yves Saint Laurent zusammenarbeitete, erschuf sie paradiesischen Schmuck, der Schlangen und große Blüten um die Hälse der Models sich winden lässt oder dekorativ die Arme schmückt.

Am Abend nach der Schau veranstaltete Dior einen Maskenball im Musée Rodin, der nicht nur eine Hommage an die gelungene Kollektion von Maria Grazia Chiuri war. Der Ball setzte mit seinen Einhörnern und fantasievollem Treiben das Zeichen, dass mit Maria Grazia Chiuri genau das wieder in das Haus in der Avenue Montaigne eingezogen ist, was die DNA von Dior ausmacht. Den Frauen die romantischen Träume zu geben, die den Alltag ganz weit entrücken lassen und von der jedes kleine Mädchen träumt. Glamour ohne Kitsch – Bravo Maria Grazia Chiuri!

Haute Couture

Chanel Haute Couture Frühjahr/Sommer 2017 – Mirrored Dreams

(Lily-Rose Depp in Chanel Haute Couture Frühjahr/Sommer 2017; Foto: Lucile Perron)

Eine der berühmtesten Treppen der Welt ist die in Hunderten Facetten verspiegelte Treppe, die zu Gabrielle ‚Coco‘ Chanels Haute-Couture-Salons und Ateliers in der Rue Cambon in Paris führt. Als Chanel Anfang der dreißiger Jahre ihr Haus renovierte und gemeinsam mit Paul Iribe und dem Innenarchitekten José Maria Sert ihren bis heute gültigen Stil schuf, galt die Treppe als eine der Sensationen von Paris. Die Schlichtheit und gleichzeitig die Möglichkeit, durch die Spiegelungen das ganze Treiben im Haus beobachten zu können, waren etwas völlig Neues. Bis ins hohe Alter saß Coco Chanel gern auf dem beigefarbenen Teppich der Stufen und achtete bei den Vorführungen genau darauf, wie sich die Models bewegten und wie ihre Kundinnen reagierten. Die Treppe und die Spiegel wurden zu einem der Codes des Hauses, die Karl Lagerfeld jetzt für die Haute Couture Spring 2017 für das Dekor des Grand Palais übersetzte.

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Männermode

Hardior – Dior Homme Winter 2017/18 von Kris Van Assche

(Bild: © Morgan O’Donovan)

Dass auch bei der Männermode die Neunziger Jahre zurückgekehrt sind, erkennt man nicht nur daran, dass in fast allen Winterkollektionen die Hosen weiter werden. Es macht sich auch dadurch bemerkbar, dass sich viele Designer auf die Tendenzen dieser Zeit berufen. Die einen, weil sie das Jahrzehnt erlebt haben, die jüngeren, weil sie in ihrer Generation sehen, dass vieles, was uns damals neu erschien, in der heutigen Zeit genauso gültig und umsetzbar ist und daraus neue Strömungen entstehen.
Die Raverkultur, Love Parade und Co. haben es Kris Van Assche besonders angetan. Der Designer kreiert daraus für Dior Homme eine komplette Kollektion: „Hardior“.

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Männermode

Genauer hingesehen – Louis Vuitton Men’s Collection Winter 2017

(LOUIS VUITTON © Louis Vuitton Malletier – All rights reserved; Bild: Matthieu Dortomb)

Die Kooperation des Luxushauses Louis Vuitton mit dem amerikanischen Skaterlabel Supreme ist ohne jeden Zweifel die meistbesprochene der Pariser Männermodewoche. Doch Louis Vuittons Winterkollektion nur auf diese Zusammenarbeit zu beschränken, erscheint uns etwas zu schwach. Deshalb sehen wir uns die Kollektion noch mal etwas genauer an.
Kim Jones ist, wie sich schon in den letzten Saisons zeigte, ohne Zweifel einer der begabtesten Menswear Designer, der für ein international renommiertes Unternehmen arbeitet. Der Brite brilliert nicht nur mit Entwürfen, die der Heritage des Hauses immer wieder ein neues Gesicht verleihen. Er schafft es auch, seine eigene Handschrift und Vorlieben mit dem Designerbe von Louis Vuitton zu verbinden.
Kim Jones ist, wenn es um die Auswahl von Kooperationspartnern geht, ein guter Stratege, der auf ein internationales Netzwerk zurückgreifen kann: Die Zusammenarbeit mit den Chapman Brothers ist nur ein Beispiel dafür, womit Jones Louis Vuitton viele Hotseller bescherte – und das, obwohl die Männerkollektionen in vielen Häusern bis heute ein eher stiefmütterliches Dasein fristen. Die Taschen und Accessoires mit den Tierzeichnungen aus der aktuellen Kollektion waren in den Läden schnell vergriffen und selbst mit langen Wartelisten kann die Nachfrage nicht befriedigt werden. Ein Phänomen, das bei Damentaschen häufiger vorkommt, in Herrenkollektionen jedoch zur Seltenheit gehört.

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Männermode

Acne Studios Men’s Fall/Winter 2017

(Bild: Acne Studios)

Wer hätte Anfang der 2000er-Jahre, als der Hype um die äußerst gut geschnittenen Jeans von Acne Studios (damals allerdings noch ohne „Studio“) langsam Fahrt aufnahm, gedacht, dass sich diese Marke zu einem Designerlabel erster Güte entwickeln würde?
Vor wenigen Tagen präsentierte Jonny Johansson nun in Paris seine neusten Ideen für modemutige Männer. Die Inspiration holte sich der Kreativdirektor von Acne Studios bei dem Businesslook der 1980er-Jahre sowie dem „New Look“ der Haute Couture der 1940er, wie ich der Pressemitteilung entnehmen durfte. Und tatsächlich: Schaut man sich die Looks genauer an, wird man mit viel Fantasie an Gordon Gekko erinnert – nur eben eine moderne und weniger sleeke Version.

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Männermode

Dries Van Noten Männerkollektion Herbst/Winter 2017-18

(Bilder: Courtesy of Dries Van Noten)

Der Countdown läuft: Die nächste Schau von Dries Van Noten ist die 100. – somit trägt die Herbst/Winter-Kollektion die magische Zahl 99. Diese lange Kollektionsgeschichte macht sich auch bei der Auswahl der Location – eine Parkgarage – bemerkbar: Dries Van Noten nutzte sie schon für die Herbst/Winter-Männerkollektion 1993-94 und für die Herbst/Winter-Frauenkollektion 1996-97 als Ort für die Präsentation.
Nun war das, was gezeigt wurde, alles andere als ein alter Hut, wenngleich der Designer Stücke aus vergangenen Kollektionen zitiert: „Aber ich wollte keine Kollektion von lauter Archivstücken“, wie Dries Van Noten erklärt. „Ich wollte ein Gefühl für die Zukunft, für Optimismus.“ Der Optimismus macht sich auch beim Soundtrack bemerkbar, zu dem die Models über den Laufsteg geschickt werden: „Lust for Life“ von Iggy Pop – ein Lied, das spätestens seit Trainspotting zum Klassiker avancierte.

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Männermode

Live Stream Hermès Herren-Defilee Herbst/Winter 2017

Es ist bei Horstson schon eine liebgewonnene Tradition, die Männermodenschauen des Hauses Hermès zu streamen. Das Haus steht ebenso für Klassik und luxuriöseste Materialien und Handwerk, wie für eine skandalfreie Zone. Ganz ohne Promis geht es bei den Hermès-Präsentationen um den Kern, die Kollektion und deren Inhalte.

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