Browsing Tag

Kultur

Kultur

Gastspiel: West Side Story @ Staatsoper Unter den Linden

(„West Side Story“ by Jerome Robbins, Writer: Jerome Robbins, Director: Joey McKneely, Music: Leonard Bernstein, Design: Paul Gallis, Lighting: Peter Halbsgut, European Tour, 2016, Foto: Johan Persson)

Schaut und hört man sich an diesem zweiten Abend, an dem die „West Side Story“ in der Staatsoper Unter den Linden gastiert, im Saal um, wird eines klar: Hier sitzen vor allem Fans der ersten Stunde. Ältere Pärchen unterhalten sich über die Verfilmung von 1961, über Inszenierungen, die sie in den USA gesehen haben und darüber, wie wohl diese Inszenierung von Joey McKneely aussehen wird. Als das Licht im Saal erlischt und Bernsteins Musik erklingt, sind dann auch sofort alle verzückt. Für Fans ist es also, zumindest dem Eindruck nach, auf jeden Fall eine gelungene Inszenierung. Aber wie sieht es für die anderen aus? Continue Reading

Kultur

Staatsballett Berlin x Balanchine, Forsythe, Siegal

(Foto: Yan Revazov)

Drei Choreographen und drei Stücke, die verschiedener nicht sein könnten. Die derzeit in der Staatsoper Unter den Linden gezeigten Performances sind nach Aufführungen wie „Doda/Goecke/Duato“ oder auch „Duato/Shechter“ erneut eine gute Möglichkeit, sich modernes und klassisches Ballett anzuschauen, ohne Gefahr zu laufen, sich zu langweilen oder sich bei klassischem Einheitsbrei zu langweilen. Continue Reading

Kultur

Der Nussknacker 2018 @ Deutsche Oper Berlin

(Der Nussknacker 2018, Deutsche Oper Berlin; Foto: Bettina Stöß)

Er gehört zu Weihnachten wie der Weihnachtsbaum oder der Adventskranz. Daher gibt es auch in dieser Saison eine neue Nussknacker-Inszenierung an der Deutschen Oper in Berlin. Und auch in diesem Jahr natürlich mit der Musik von Peter I. Tschaikowsky, allerdings deutlich anders inszeniert als in der letzten Saison von Nacho Duato. Und während sich viele Rezensionen u.a. bei Duatos letzter Inszenierung daran störten, dass er keine Kinder in seine Aufführung mit einbezogen hat, hat diese Inszenierung davon fast ein paar zu viel. Continue Reading

Filmtipp

Letztes Jahr in Marienbad – Alain Resnais

(„Last year at Marienbad“, 1961; Alain RESNAIS; © 1960 STUDIOCANAL – Argos Films – Cineriz – All Right Reserved)

Ende der Fünfziger Jahre und Anfang der Sechziger im 20. Jahrhundert begann eine junge Garde von Regisseuren in Europa darüber nachzudenken, dass die Spielfilme der Nachkriegszeit, die meistens eine heile Welt ohne Probleme suggerierten, nicht mehr ihrer Ästhetik entsprachen. Unabhängig von Land und Kultur wollten diese Avantgardisten das Schweigen der Kriegsgeneration brechen und Filme, meist in schwarz/weiß, drehen, die Gesellschaftsproblematiken und auch politische oder psychische Themen behandelten. Ingmar Bergman, der große schwedische Regisseur, war einer der Vorreiter und durch ihn inspiriert entstanden Bewegungen besonders im italienischen und französischen Film.

Die „Nouvelle Vague“ begründete eine total neue Sichtweise, die besonders die Generation ansprach, die später in der Folge die politischen Unruhen 1968 auslösten. Die 68er-Generation, wie sie heute heißt, wollte intellektuelle, zum Teil auch mal verstörende Filme sehen, die Antworten auf ihre Fragen und auch ihre Denkweise gaben. François Truffaut, Jean-Luc Godard und auch Alain Resnais gehörten zu einer Truppe, die inspiriert von dadaistischen Filmen und einer neuen Einfachheit des täglichen Lebens geprägte Filme mit unverbrauchten jungen Schauspielern drehen wollten. Jean-Pierre Léaud, Jeanne Moreau oder auch der junge Jean-Paul Belmondo und Jean Seberg wurden die Stars in Kult-Klassikern, wie „Außer Atem“, und prägten auch das modische Bild einer Generation, die ansonsten die Kleiderordnungen ihrer Eltern verschmähten. Continue Reading

Kultur

Doda/Goecke/Duato @ Komische Oper Berlin

(Staatsballett Berlin; Marco Goecke; Foto: Fernando Marcos )

Erst war es noch Romeo & Julia, d.h. klassische Kost für jedermann, jetzt bewegen wir uns in deutlich abstrakteren Gefilden. Nach Duato/Shechter oder Maillod/Millepied ist „Doda/Goecke/Duato“ eine weitere Produktion, bei der drei unterschiedliche Choreographen zeigen, was sie können. In diesem Fall sind das Gentian Doda, Marco Goecke und Noch-Intendant Nacho Duato. Eines vorweg: Unterschiedlicher könnten die drei Choreographien nicht sein, aber eins nach dem anderen. Continue Reading

Kultur

Drama Deluxe

(Staatsballett Berlin; Romeo und Julia; Foto: Fernando Marcos)

Auch wenn man in der Schule geschlafen hat und sich grundsätzlich nicht für Shakespeare interessiert: Romeo und Julia kennt man und weiß zumindest grob worum es geht. Zwei verfeindete Familien (Capulet und Montague) und Romeo und Julia, die aus jeweils einer der Familien stammen und sich natürlich ineinander verlieben. Am Schluss sind beide tot, alle sind traurig und Ende. Aber genauso unterschiedlich wie die Meinungen zum Stück sind es auch die Inszenierungen bzw. Verfilmungen. Continue Reading

Kultur

Tutus und Windmühlen

(Staatsballett Berlin „Don Quixote“ © Fernando Marcos)

Erstes Gespräch des Abends auf meinem Nachbarsitz: „Du, das ist doch falsch geschrieben hier überall. Den Don Quixote schreibt man doch mit J.“ Daher schaffe ich jegliche Unklarheiten über die Schreibweise gleich mal aus der Welt. Wie man Don Quixote nämlich schreibt, hängt tatsächlich vom Sprachraum ab. Während man ihn im spanischen Raum also „Don Quijote“ schreibt, ist in Frankreich von „Don Quichotte“ die Rede und in russischer Umschrift wiederum von „Don Kichot“. Im Deutschen wie ihr seht, fügen wir einfach das wundervolle „x“ ein. Gegen Windmühlen kämpft er aber überall, da ist man sich einig.
Don Quixote ist übrigens die allgemeinsprachliche Bezeichnung für den Roman „El ingenioso hidalgo Don Quixote de la Mancha“ von Miguel de Cervantes und eben auch der Name des Hauptdarstellers. Don Quixote soll unter anderem Ritterromane parodieren und auch vor Augen führen, wie deren übermäßige Lektüre den Verstand raubt. Aber genug von den Hintergründen. Continue Reading

Kultur

Nachtrag: Licht & Spiegel – Das war „Skalar“ in Berlin

(Skalar, Foto: Ralph Larmann)

Als alter Spiegel- und Licht-Fan, so seltsam das jetzt klingt, musste ich natürlich in die Skalar-Ausstellung im Berliner Kraftwerk. Spätestens seit der Spiegel- und Lichtinstallationen von Olafur Eliasson sind diese Dinge im Zusammenspiel für mich das Allergrößte. Aber kommen wir vom Fanboy-Gehabe weg zur tatsächlichen Ausstellung. Eines vorweg: Die Ausstellung ist vorbei. Und alle, die keine Chance hatten vorbeizuschauen, haben tatsächlich mal etwas in Berlin verpasst. Continue Reading

Event

Palazzo Berlin 2018 x Irgendwas ist ja immer

(Bild: PR)

Fangen wir diese Kritik gleich mit einer guten und einer schlechten Nachricht an. Die Gute: In diesem Jahr hat das Palazzo gelernt und erfindet nicht komplett sinnbefreite und uninspirierte Geschichten um Showacts und Gerichte zu verbinden. Das Motto ist: Keep it clean, was in diesem Fall bedeutet Miss Frisky (Laura Corcoran) führt als Moderatorin durch den Abend und präsentiert allerlei kuriose und tatsächlich auch beeindruckende Acts. Die Schlechte: An diesem Abend leider der Hauptgang. Aber irgendwas ist ja immer. Continue Reading

In Zusammenarbeit mit DRIVE. Volkswagen Group Forum

Nachgefragt bei … Neue Meister / Drive. Volkswagen Group Forum

(Bild: Sebastian Reuter, Getty Images / VW)

Klassik der Zukunft – Na, hin und wieder ärgert man sich ja doch in Sachen „temporär auf der anderen Seite der Welt leben“. Eigentlich bin ich durchweg happy und wortwörtlich auf der Sonnenseite Kaliforniens unterwegs, doch manchmal verpasst man dadurch auch spannende Projekte in der Heimat. So gerade erst geschehen: Zum 6. Mal lud das Label Neue Meister in Berlin zum Konzert „Modern Classical Music“ und ich war erstmals nicht mit von der Partie, schade. Seit über einem Jahr arbeite ich mit dem DRIVE. Volkswagen Group Forum zusammen – nicht nur aufgrund meines Studiums Kultur-und Medienmanagement eine Herzensangelegenheit – und darf auf Horstson festhalten, welche musikalischen Akzente hier neu gesetzt werden. Die Konzertreihe sagt mir gerade deshalb zu, weil sie immer wieder mit ungewöhnlichen Kombinationen aus internationalen Musikern auftrumpft und erfrischend heterogen Zielgruppen anspricht bzw. fasziniert. Elitär und prestigelüsternes Publikum? Fehlanzeige! Hier kommen Musikliebhaber, Kunst- und Kulturinteressenten der verschiedensten Sparten zusammen und genießen einen Abend voller musikalischer Stilmixe bestehend aus Klassik, Elektro und Pop! Continue Reading