Ein nettes Fundstück: 🙂 Sans Commentaire!
Allgemein
Wie heißt es so schön: „Life’s too mysterious, don’t take it serious!“ Und quietschbunte Socken sind nun mal schwerer ins Bild zu setzen, als eine Handtasche von Hermès …aber man fragt sich das ja in der Regel nicht, wie man selbst gerne für diese Socken werben würde, wenn man Marketingleiter von Happy Socks wäre, oder etwa doch?
Die Geschichte von „Miss Dior“ und den Kampagnen, die es seit 1947 gibt, wären schon eine ganze Ausstellung wert, aber die Auswirkung auf Künstlerinnen und ihre Inspiration hat nun den Anreiz für eine große „Miss Dior“-Retrospektive im Grand Palais gegeben. Christian Dior, der sich viel mit Künstlern umgab und Freundschaften mit Christian Bérard oder auch Jean Cocteau pflegte, betrieb, bevor er sein Modehaus begründete, lange Jahre eine Galerie in Paris. Eigentlich gehörte seine große Liebe schon früh den Malern, Skulpteuren und vor allem der Kreativität und den Darstellungsformen, mit denen sich Künstler ausdrücken …
Dass mich die aktuelle Kollektion des Hauses Salvatore Ferragamo zuerst trotz hoher Erwartungen positiv überraschen konnte und dann an Courrèges, Twiggy, Audrey Hepburn und Barbarella in naher Zukunft erinnerte, damit hatte ich nicht gerechnet. Insbesondere die Sachen in Weiß und diese unglaublich futuristischen Stiefel haben es mir absolut angetan (zu den nachtblauen Teilen komme ich ein Andermal). Wie fast immer, sehe ich auch in diesen Sachen ganz bestimmte, sehr moderne Frauen: mit hellen Haaren in ganz kurz, mittellang oder lang, auf jeden Fall ohne Locken oder Gedöns .. auch rote Haare mit modernen Haarschnitten dürfen es sein …
Viel Zeit ist vergangen, seit Twiggy die Kreationen von Courrèges getragen hat, heute würde man diesen Stil viel amazonenhafter verkaufen … dennoch hat Andrè Courrèges wie nur wenige Kreateure für die Inspiration von Kollegen gesorgt .. zuletzt zu sehen an Marc Jacobs Op Art Kollektion für Louis Vuitton im Sommer 2013 …
Neues aus dem Reich der Streichholzärmchen: Ein Magazin voll mit lebenden Paper Dolls und einigen der dünnsten Beine außerhalb aller Hungerzonen.
Mit der Ankündigung „Extraausgabe Streetstyle“ hat mich Patrizia Riekel so weit gebracht, nach Lichtjahren der Abstinenz ihre InStyle zu kaufen … und ich schwöre bei all meinen Handtaschen, mein Mund blieb bis zur „Frage des Monats“ offen. Darin beantwortet Autorin Wais Kiani, warum Mädelsabende einfach nicht funktionieren in etwa so: „Mit Frauen wird es nie richtig lustig, weil sie sich eigentlich für nichts richtig interessieren …“, und so weiter. Das klingt hart und ungerecht, passt aber zu den Bildern im Heft wie A auf Eimer:
Moderne Frauen von heute, die anscheinend nichts anderes zu tun haben, als sich in geschenkten (Anna Dello Russo, Chiara Ferragni und Freundinnen), geliehenen (Hanneli Mustaparta, unlängst noch Knipsmamsell, nun auch noch Artdirektor!) und manchmal sicher auch gekauften Klamotten durch vermutlich markierte Straßenzüge zu bewegen, in denen so ungefähr alle dreißig Meter ein Fotograf, ein Blogger oder Paparazzo bei jedem Wetter nur darauf wartet, modisch gestresste Beauties mit sehr dünnen Beinen in Showklamotten, die dringend noch vor dem SALE raus müssen und zu Patrizia Riekels Überschriften passen, abzuschießen.
Frauen, die dafür bekannt sind, bekannt zu sein … und sich nach einer Art Choreografie wie Weiland Lady Gaga, die ja auch nur verzweifelt versucht, die bessere Madonna zu sein, ständig umziehen.
Ein Modeschatz der besonderen Art tauchte neulich ganz zufällig beim Aufräumen meiner Archive wieder auf und inspirierte mich, an eine besondere Kollektion von Karl Lagerfeld für Chanel zu erinnern. Die Frühjahr-Sommer Kollektion 1995 für die Chanel Boutique Kollektion wurde im Oktober 1994 in den Zelten im Louvre präsentiert und man war schon ganz gespannt, was Karl Lagerfeld zeigen würde. Es war augenscheinlich, dass er, nachdem er in den 80er Jahren die Marke entstaubt hatte und die Signale und Ikonen des Hauses erneuerte, jetzt zur totalen Wandlung der Marke ansetzte.
Schon 1992 hatte er mit der Biker Kollektion das Ruder umgelegt und wurde wesentlich jünger und persiflierte Mademoiselles Stil auch stärker. Zudem begann er langsam aber sicher, natürlich auf raffinierte Art, Streetstyle in die Entwürfe einfließen zu lassen.
Die Welt hatte sich verändert, zwar stellten bei Chanel noch die Europäer, Amerikaner und die Japaner den größten Kundenanteil, jedoch wurde die Nachfrage aus den Ländern stärker, die bis 1989 praktisch von unserer Welt durch den Eisernen Vorhang ausgeschlossen waren. Heute kaum vorstellbar, wo das Luxusklientel überwiegend aus ehemals sowjetischen Staaten, China, Taiwan etc. kommt. Damals erschienen das erste Mal vermehrt Russen bei den Schauen.Auch der Geschmack begann sich unter dem Einfluss neuer Käufergruppen zu wandeln. Chanels Mode war nie als „sexy“ zu bezeichnen, auch das änderte Lagerfeld und hatte neben „Schiesser Unterhosen“, die unter knappen Tailleurs getragen wurden, immer mehr kleine Bustiers oder auch durchaus gewagt geschnittene Röcke gezeigt. Für Chanel interessierten sich plötzlich auch die Töchter der Kundinnen und es gelang Lagerfeld mit der Frühjahr-Sommer Kollektion 1995 der Durchbruch bei der jungen Zielgruppe.
Auch wenn heute die Modenschauen großartige Spektakel sind, wirken sie wohl organisierter und auch nicht mehr so wie ein Hexenkessel. Erst einmal waren die Räumlichkeiten in den Zelten, die im Cour Carrée aufgestellt wurden, viel kleiner und sie wirkten mit den Zuschauern und vor allem den wahnsinnig vielen Fotografen komplett überfüllt.
Jede Zeitschrift, heute würden wahrscheinlich die Controller in den Verlagen zusammenbrechen, schickte entweder seinen eigenen Fotografen oder beauftragte vor Ort einen Foto-Korrespondenten. Stunden vor der Schau wurde mit Tape ein winziges 20x20cm kleines Quadrat wie eine Art Grundstück abgeklebt, dem Standort des Fotografen während der Schau. Dann mussten aber noch die Assistenten und die Jungs, die die Filme ran schleppten, postiert werden. Ein Chaos sondergleichen und der Runway war stets wie ein gigantischer Tresen in einer Großraumdisco belagert. Heute, wo alle selbst mit Handy oder iPad filmen oder twittern, dass sie bei Chanel sitzen, sei gesagt, dass man als Besucher gar nicht fotografieren durfte, geschweige denn etwas veröffentlicht wurde, ohne Absprache. Außerdem waren auch alle damit beschäftigt, sich die einzelnen Durchgänge zu merken bzw. sich Notizen zu machen. Insgesamt war alles sehr laut und von einer gespannten Atmosphäre geprägt.
Als die Schau mit den Klängen von Amanda Lears „Follow me“ begann, kam dann die Überraschung: die Armada von Supermodels, Claudia Schiffer, Naomi Campbell, Nadège Dubospertus, Shalom Harlow, Marpessa Hennink, Veronica Webb, Nadja Auermann, Yasmin Ghauri, Carla Bruni und Linda Evangelista sahen aus, als wenn Barbie für den Bois de Boulogne bei Chanel eingekauft hatte.
Fußkettchen, winzige candyfarbene Jäckchen, kurze, bis oben geschlitzte Glockenröckchen, die einen Strasstanga sehen ließen und Plateau Stilettos. Eine Verjüngung in dieser Form hatte es bei Chanel noch nicht so direkt gegeben. Fast jedes Mädchen trug in der Schau eine Strassbrosche in bunten Bonbonfarben, die wie Talmi wirkte und für die Chanel aber einen extra Produzenten suchen musste, um genau diesen Effekt zu bekommen. Diese „billigen“ Strassbroschen wurden später der Renner und für damalige sagenhafte 1.500 DM rasend verkauft. Durchsichtige, CC applizierte Taschen mit breiten Ketten, kleine Lacktaschen in Beautycase- oder Herzform schienen direkt der Mattel Kult-Puppe aus dem rosa Haus gestohlen zu sein. Daraus zogen die Models Chanel Plastiktüten, die sie ins Publikum werfen – es sollte alles ein wenig ein cheap wirken. Genau eine dieser Tüten, die ich damals voller Stolz nach Hause trug, hat jetzt zur Wiederentdeckung dieser Kollektion geführt.
Strass übersäte Bikinis, gern auch zwei- oder dreifarbig, werden unter kleinen Jacken getragen. Karierte, pastellfarbene Kostüme wirken wie abgeschnittene 40er Jahre Tailleurs. Lack-Trenchcoats werden über knappe Kleider oder Bodystockings getragen … Die Chanel Frau geht 1995 sexy und aggressiv in Angriffsstellung. Kussmünder auf Kleidern und Taschen, Las-Vegas-Farben überall. Die gesamte Kollektion wirkte wie eine große Sommerparty.
Aber Lagerfeld schafft es immer wieder, den Bogen zu schlagen und ein Ass aus dem Ärmel zu ziehen: Vera Gottliebe Anna Gräfin von Lehndorff, genannt Veruschka! Diana Vreelands Kultmodel der 60er Jahre gab in einem schlichten Anzug und Ensembles aus Jersey so etwas wie den Übergang zu Chanels Stammklientel. Der zweite geniale Schachzug war die sehr gerne von Coco getragene Kombination einer weiten Leinenhose im Marlene-Stil, zu einem schwarzen Oberteil in Kombi mit einem Haarband und Kaskaden von Perlenketten darüber. Serge Lifar trägt Coco in diesem Look auf dem berühmten Foto von 1937 auf der Schulter in Roquebrune-Cap-Martin an der Côte d’Azur.
Genau dieses wird der Keylook für unzählige Kombinationen der Matrosenhose mit kleinen schwarzen Jäckchen, Pullovern, T-Shirts und Jerseys. Die besten Männermodels der Zeit wurden einzig und allein dafür gebucht, die Supermodels hereinzutragen. Im Gegensatz zu heute, wo wesentlich weniger Durchgänge zu sehen sind und die meisten Mädchen nur einmal laufen, mussten damals die Models für ihre hohen Gagen noch richtig arbeiten, denn alle Mädchen haben alle Durchgänge in den einzelnen Themen. Fotografen schreien ununterbrochen Namen, um einen Blick oder Posing zu bekommen – „Claudia!“ und „Linda!“ schallt es zwischen „Shalom!“ oder „Nadège!“.
Der Katalog, der zu dieser Kollektion erschien, ist mittlerweile ein richtiges Sammlerstück und zeigt genau den Spirit der Kollektion. Das Frühjahr 1995 ist eine der Key-Collections von Chanel, die eine wichtige Wandlung einleiteten.
Karl Lagerfeld präsentierte am Ende der Schau sogar die großartige Victoire de Castellane. De Castellane war seine damalige Accessoires Designerin und engste Mitarbeiterin (heute arbeitet sie bei Dior und ist dort für die Haute Joaillerie zuständig). Fast 20 Jahre später merkt man irgendwie, dass die Marke einen gewaltigen Sprung machte und der Siegeszug von Chanel war nicht mehr aufzuhalten.
In Vintage Auktionen sind die originellen Taschen und Accessoires bis heute ein Renner und es lohnt sich, die Schau noch einmal anzuschauen. Claudia Schiffer und Co. als Mädchen vom Bois de Boulogne – eine der Kult-Kollektionen von Karl Lagerfeld für Chanel.
Schöne Sachen, M19 … schöner laufen mit Nike X UNDERCOVER GYAKUSOU
Posted on 4. November 2013< Kaum hat sich das Medienhaus Axel Springer mit einem achtstelligen Betrag 50,1 Prozent des Sport-App-Portals Runtastic gesichert, tönt dessen Gründer schon, er werde Nike attackieren … laufen mit Runtastic-App macht anscheinend ganz schön High … Aber weil Horstson ein ganz solider Laden der Old-Economy ist, führt Nike noch hauchdünn 🙂 und hat was Schönes zum sporteln, das ich euch zeigen möchte.

Simon Tissot Dupont; Bild: S.T. Dupont
Es gibt Dinge, die sind scheinbar so eng mit einer Marke verknüpft, dass sie zum Synonym für einen Gegenstand werden, obwohl die Firma eine ganz andere Geschichte hat und sie woanders verwurzelt ist. Genau so geht es S.T. Dupont.
Es gibt eigentlich nur einen Weg, jemanden stilvoll Feuer für seine Zigarre oder Pfeife anzubieten, und zwar mit einem Feuerzeug von S.T. Dupont. Es ist auch in Zeiten, in denen rauchen fast verpönt ist, immer noch das absolute Schmuckstück, das zur Grundausstattung des klassischen Gentleman gehört. Das wie ein kleiner Kanister geformte Gasfeuerzeug ist entweder aus guillochiertem Silber, Gold oder aus feinstem Chinalack – einem Material, in dessen Verarbeitung S.T. Dupont Weltmeister zu sein scheint.
Nach Weihnachten ist heute der wichtigste Feiertag des Jahres: Weltmännertag. Einen ganzen Tag wird heute der Krone der Schöpfung gehuldigt und es fehlen eigentlich nur noch Paraden nach dem Vorbild des Karnevals in Rio auf den Straßen deutscher Klein- und Großstädte, Sondersendungen auf den Dritten und ein grundsätzliches Arbeitsfrei am 03. November, um diesen Tag perfekt zu machen.
Spaß beiseite – der Weltmännertag soll eigentlich das Bewusstsein von Männern für ihre Gesundheit stärken. Also empfehlen wir heute allen Männern und Frauen einen ausgiebigen Spaziergang an der frischen Luft, eine Runde Aerobic nach dem Vorbild von Olivia Newton John und zur geistigen Gesundung die Lektüre der Woche auf Horstson:
1) Marilyn Monroe wirbt 52 Jahre nach ihrem Tod für Chanel Nº5. Den Spot gab es hier zu sehen.
2) Roberto Cavalli kreierte eine Capsule Kollektion für C&A. Fotografiert hat das Model Irina Shayk der Fotograf Giampaolo Sgura. Zu den Kampagnenbildern geht es hier entlang.
3) Jan stellte eine mir bis dato unbekannte Band vor: Sun of Moon. Prädikat: sehr hörenswert!
4) Was machen eigentlich die Schauspielerin Tilda Swinton und Prinzessin Caroline von Hannover? Die treffen sich zum Launch der “Archiv Kollektion” von Pringle of Scotland.
5) Das Label ACNE überraschte in der Spring-Summer Kollektion 2014 mit ungewohnten Proportionen.
6) Die Totes von Burberry Prorsum würden mir gut stehen …
Peter hatte es letzte Woche schon angekündigt, nun gibt es das Ergebnis zu sehen: Marilyn Monroe ist das neue Chanel Nº5 Testimonial.
Eindrucksvoll wird in dem Spot gezeigt, das man eigentlich gar nicht so viel für wundervolle Werbung braucht: eine Hollywood-Legende, einen Duftklassiker und die Tonspur eines Interviews aus den 60ern reichen, um einen in den Bann zu ziehen …
„You know, they ask me questions. Just an example: ‘What do you wear to bed ? A pajama top? The bottoms of the pajamas? A nightgown?’ So I said, ‘Chanel Nº5’, because it’s the truth … And yet, I don’t want to say ‘nude.’ But it’s the truth!“, so Marilyn Monroe in einem Interview, welches der damalige Marie Claire Chefredakteur Georges Belmont 1960 während der Dreharbeiten von „Machen wir’s in Liebe“ mit der Schauspielerin geführt hat.
