Spitze war immer schon kostbar und Mode daraus zählt zu den Highlights im Schrank. Mit den eigenwilligen Augen von Mary Wilson Little betrachtet: „Es ist schwer einzusehen, warum Spitze so teuer ist, wo sie doch hauptsächlich aus Löchern besteht.“ Der Stoff, aus dem so manche Königin und Prinzessin ihre Kleider schneidern lässt, weckt auch die Begehrlichkeiten moderner Frauen. Hier in Taubenblau.
Allgemein
Objekt der Begierde – Der Wunderkammer-Schuh von Floris van Bommel
Posted on 19. Februar 2014
Grünes Gewölbe, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Im späten Mittelalter wurde es an europäischen Königshöfen Mode, besonders seltene Schätze in Kabinetten zur Schau zu stellen. Seltene Schneckenhäuser, in Gold und mit Edelsteinen gefasste Straußeneier oder Perlen, die in exotischen Formen gewachsen sind, verwahrte man in sogenannten „Wunderkammern“. Damit beeindruckte der Potentat dann seine Gäste, oder sie wurden zur Unterhaltung während der Tafel auf die Tische dekoriert, um Gesprächsstoff zu liefern. Bekannteste heute noch erhaltene Wunderkammern sind das Grüne Gewölbe in Dresden und Schloss Ambras in Tirol …
Eines – wie sonst keines im Schrank!
Da gibt es gar kein Vertun. Das Paradekleid à la Carrie Bradshaw kann nur dieses allereinzigste sein, in dem wir am schönsten sind und uns ganz danach fühlen … das Kleid für romantische Dates – kein Kleines Schwarzes und auch keine elektroenergetische Woman in Red. Seidentüll in Farben, wie an Wolken verhangenen Tagen … oder durch den Nebel gesehen. Besser nichts grelles und buntes.
Ab dieser Woche ist es wieder so weit und die Fashion Karawane zieht nach Mailand. Mailand ist das Paris Italiens, nur irgendwie entspannter und es beinhaltet eine Vokabel, die man keinesfalls auf Paris anwenden kann: lässiger. Vielleicht liegt es daran, dass es wesentlich kleiner ist, aber auch die Einstellung der Italiener ist geduldiger und das sprichwörtliche „Dolce far niente“ ist überall zu spüren. Bevor die Herbst-Winter Defilees von Prada, Armani & Co diese Woche beginnen, fand in der letzten Woche die Stoffmesse für das Frühjahr 2015 statt, denn in den Ateliers wird schon fleißig daran gearbeitet, was wir im nächsten Sommer tragen sollen …

Bild: „Signal“ John Stanmeyer; Screenshot
Schon wieder ein World-Press-Photo-Jahr später. Hier mit den Dokumenten des Grauens und wenigen Bildern, die so etwas wie Hoffnung für alle aufkommen lassen. Präsident Barack Obama und Außenminister John Kerry sehen den Nahostfrieden in wenigen Monaten – also noch 2014 – kommen … während die Bewohner Gaza’s (ungefähr so viele wie in Hamburg hat) mit Blackouts zu leben haben, weil nur 30 Prozent der benötigten Elektrizität auch verfügbar ist …
2014 wird scheinbar das offizielle Kultur-Jahr für Karl Lagerfeld: Ab dem 21.Februar werden in der Kunsthalle Hamburg „Feuerbachs Musen – Lagerfelds Models“ präsentiert, im Münchner Haus der Kunst zeigt Lagerfeld ab dem 19.März in der Ausstellung „The Glory of Water“ Fotografien römischer Brunnen und letzten Freitag eröffnete in Essen, die vom Kosmetikhersteller Schwarzkopf unterstützte, Ausstellung „Parallele Gegensätze“ – eine Ausstellung, die den nicht kleinen Anspruch hat, Karl Lagerfelds künstlerisches Schaffen in allen Facetten darzustellen …
Wir blicken zurück und starten nach vorn. Bevor wir in die neue Woche starten, ist es Zeit für einen Blick zurück …
1) Die Fashion-Community um Nick Knight protestiert gegen Menschenrechtsverletzungen in Russland: Proud To Protest.
2) Jan sagt uns, was sich gehört: Diesmal mit Naomi Pilgrim, Snowbird, The Jezabels und Idiot Glee.
3) In London, Mailand, Paris und New York kann man während eines Schaufensterbummels Blythe Puppen in den Schaufenstern von Bottega Veneta bestaunen.
4) Peter zeigte uns den neusten Kurzfilm von Karl Lagerfeld und erklärt die Hintergründe: Fashion Machine – Chanels Metropolis
5) Daisy stellte uns eine schrecklich nette Familie vor: die Dolce & Gabbanas
Wir wünschen einen schönen Sonntag!
Proud To Protest: The Fashion Community Support Russia’s LGBTI Community
Posted on 15. Februar 2014Es ist nicht alles Gold, was glänzt – dieses Sprichwort gilt zur Zeit ganz besonders in Russland, wo unter den Augen der Welt Menschenrechte verletzt und Goldmedaillen verliehen werden …
Eine gute Aktion wie ich finde, denn: Liebe ist ein Menschenrecht.
„Der schlimmste Morgen danach war mit … Mir selbst.“* Bitte mal gegen die Fahrtrichtung denken! U-Bahn fahren gegen den Klimawandel – für mich eine der Erkenntnis reichen Lektionen des Dolce Vita in meinem Gastland. Was mir bei sporadischen Trips früher nicht aufgefallen war: hier sitzt man akkurat in Fahrtrichtung. Auch wenn es diagonal gegenüber für Beine und Po bequemer wäre. Menschen mit empfindlichen „Magennerven“ sollten in langen Bussen nicht ganz hinten sitzen, das kannte ich; also vermutete ich medizinische Gründe für die „Ich sitze-in-Fahrtrichtung-Beharrlichkeit“. Nach monatelanger Feldforschung, weiß ich es besser: man macht das so, da (fast) alle es so machen, so lange noch irgendwo eine Pobacke in Fahrtrichtung Platz findet.
Dass Karl Lagerfeld ausnehmend gerne fotografiert und auch Filme dreht, liegt wahrscheinlich daran, dass er klare Visionen hat und selber weiß, wie man sie umsetzt. Seine Vorliebe für die Zeit der Weimarer Republik und Filme aus eben dieser Epoche sind auch kein Geheimnis. Zu den berühmtesten Regisseuren diese Zeit gehört natürlich Fritz Lang und sein Film „Metropolis“ mit Gustav Fröhlich und Brigitte Helm. Genau die Ästhetik von „Metropolis“ und die Welt des Expressionismus, sowie die futuristische Vorstellung der Zukunft, faszinieren Karl Lagerfeld schon sehr lange. Was liegt da näher, als eine „Fashion Maschine“ zu ersinnen, die ein bisschen wie in Charlie Chaplins „Moderne Zeiten“ wirkt – natürlich mit Druckmessern und viel Mechanik, um die „technische“ Wirkung zu unterstreichen.
Gesagt, getan: Lagerfeld zeichnete genau in diesem Tenor eine Art Fahrstuhl, in dem man oben die ungeschminkten und unbekleideten Models hineingibt und die dann unten auf das Fotoset der neuen Spring-Summer 2014 Pre-Collection hinausgespuckt werden. Davor steht der Meister selbst und schießt dann die Kampagnenfotos. Lagerfeld ist Perfektionist und der Assistent, der seine „Opfer“ der Maschine zu führt, ist deutlich an der Rolle des Freder orientiert, der eine der Schlüsselrollen in Metropolis innehat. Dazu läuft dann die Musik von Rémy Charrier-Argaillot und schon hat man den passenden Dekor für die Kollektion gefunden.
Die Models Jamie Bochert, Lindsey Wixson, Soo Joo, Nadja Bender und Ming Xi sind gerade die Lieblinge bei den Chanel-Präsentationen und bilden so etwas wie den typologischen Querschnitt der Vorstellung einer globalen Chanel Kundinnen. Vielleicht ist die Fashion Maschine ja auch eine Art der Vorstellung davon, wie Karl Lagerfeld heute die Modewelt empfindet …
Der Aufwand und die Genauigkeit der Produktion sind gigantisch. Wenn man aber den Film betrachtet, fällt auf, dass sich Chanel und Karl Lagerfeld das gestatten, was heute in der Fashion Welt leider immer mehr dem Sparstift zum Opfer fällt: Die Vision und die Fantasie wird genau so umgesetzt, wie es die Perfektion gebietet …




