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peterkempe

Beauty

Summer Souvenirs – „Eau de Sens“ von Diptyque

(Bild: Diptyque)

Als eingeschworener Fan von Duftklassikern bin ich nicht so leicht dazu zu bringen, etwas Neues auszuprobieren – erst recht nicht, wenn es mit riesigen Ankündigungen oder Werbekampagnen lanciert wird. Meist erweisen sich diese Düfte schnell als das, was man als vergleichbar oder zu aufdringlich beschreiben würde. Ich bleibe lieber bei den Klassikern von Guerlain oder bei den Düften, die ich schon Jahrzehnte trage. „Bois des Iles“ aus der „Exclusifs“-Serie von Chanel oder dem unvergleichlichen „Pour Monsieur“, einer Kreation, die Chanel schon in den fünfziger Jahren auf den Markt brachte, gehören zu meinen Favoriten.
Doch es gibt auch etwas, was sich fast unmerklich mein Herz bzw. in diesem Fall meine Nase erobern hat: Diptyque.

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Männermode

Post aus Schweden: Neues von Asket

(Bild: Courtesy of Asket)

Das perfekte T-Shirt, das auf den Erfahrungen von August Bard Bringéus und Jakob Dworsky basiert, war für die Jungunternehmer die Vision und der Eintritt in die Selbstständigkeit. Sie haben sich vor einigen Monaten auf die Fahne geschrieben, die Männergarderobe zu perfektionieren. Die Idee: T-Shirts in 15 verschiedene Größen anzubieten, von der Baumwolle bis zur Konfektionierung in Portugal in traditionellen Manufakturen hergestellt – unter nachhaltigen Bedingungen. Die Idee von Bringéus und Dworsky ging tatsächlich auf, Asket wurde geboren. Dabei versuchen die beiden Unternehmer, die Passform ihrer T-Shirts immer weiter zu perfektionieren. Angeboten werden die T-Shirts zu einem fairen Preis und sie haben den Anspruch, zu halten, was sie versprechen …

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Interieur

Objekt der Begierde – Gufram Cactus by Sir Paul Smith

(Bild: Courtesy of Paul Smith)

Nächste Woche strömt wie jedes Jahr die internationale Designszene nach Mailand zum Salone de Mobile (12. bis 17. April). Traditionell werden dort die neuesten Kollektionen aber auch die Klassiker präsentiert.
Dabei fällt mir ein Objekt sofort ins Auge, dessen sich das Allroundgenie Sir Paul Smith für eine Neuauflage angenommen hat. Dieses Objekt fand ich schon als Kind faszinierend und wollte es schon damals besitzen. Es handelt sich um die berühmte Kaktus-Garderobe des italienischen Herstellers Gufram.

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News

Collections United – Gucci zeigt gemeinsam Männer- und Frauenkollektion

(Bild: Courtesy of Gucci)

Bei kaum einem Designer liegt es so auf der Hand, die Männer- und Frauenkollektionen gemeinsam zu präsentieren, wie bei Alessandro Michele. Guccis Geschlechter übergreifende Modelle und die stilistische Gesamtkonzeption der Linien ist seit Micheles Berufung zum Creativ Director eng miteinander verbunden.
Die Kollektionen werden ab Anfang 2017 gemeinsam präsentiert – in den neuen Räumen des Headquarters in der Via Mecenate in Mailand.

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Beauty

Objekt der (Frühlings-)Begierde: Muguet

(Bild: Guerlain)

Auch wenn die Temperaturen in Mitteleuropa noch nicht nach permanentem Frühling aussehen, lohnt es sich, schon Gedanken zu machen, wie man sich ihn zumindest in die eigenen vier Wände holen kann. Neben frischen Tulpen oder Narzissen gibt es etwas, das ich unwiederbringlich mit „duftenden Frühlingsgefühlen“ in Verbindung bringe: frische Maiglöckchen. Da wir ja bis zum ersten Mai noch etwas warten müssen, kann man ja ein bisschen mit Muguet, wie der Franzose das Maiglöckchen nennt, nachhelfen. Dazu gibt, pünktlich zu Frühling, eine wunderbare Zusammenarbeit vom Hause Guerlain mit einem der besten Nasen der Welt: Thierry Wasser …

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Ausstellung

Thom Browne Selects – Schätze aus dem Cooper Hewitt, Smithsonian Museum in New York

(Installation „Thom Browne Selects“ Photo by Matt Flynn © 2016 Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum)

Dass Museen neue Wege gehen müssen um ihre Schätze zu präsentieren und um neue und jüngere Zielgruppen zu erschließen, liegt auf der Hand. Keiner geht mehr in Museen, um sich trockene Sammlungen von Porzellan oder Musikinstrumenten des 18. Jahrhunderts anzuschauen. In den letzten Jahren haben sich die Ausstellungsthemen, die Art der Darstellung und des Kuratierens von Objekten stark verändert. Besonders Kunstgewerbe- und Designmuseen gehen völlig neue Wege. So erleben aktuell Modeausstellungen, wie zum Beispiel die Gaultier- oder Alexander McQueen-Ausstellung, Besucheranstürme. Luxuslabels inszenieren um ihr Handwerk und ihre Tradition zeitgemäss darzustellen Retrospektiven. Das MAK in Wien ließ seine gesamte Sammlung inklusive Helmut Lang Archiv vom Wiener Designbüro EOOS neu gestalten; das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe erreichte mit Ausstellungen wie „Fast Fashion“ und „Mythos Chanel“ Rekordbesucherzahlen.

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Architektur Damenmode Shopeinrichtung

Palazzo Fendi Rom – Highlights Herbst/Winter 2016

Bild: Courtesy of Fendi

Während der Mailänder Modewoche präsentierte Fendi nicht nur die neue Prêt-à-porter-Kollektion für den nächsten Winter. Das italienische Label wiedereröffnete gleich im Anschluss – mitten in der römischen Innenstadt- den Palazzo Fendi. Das Gebäude ist das Stammhaus der römischen Dynastie und tritt frisch renoviert als neue Sehenswürdigkeit der italienischen Hauptstadt auf und birgt gleichzeitig viele Überraschungen.
Dadurch, dass die Verwaltung des Unternehmens im vergangenen Jahr aus den Räumen ausgezogen ist, konnte man über neue Konzepte nachdenken. So entstand nicht nur der Flagshipstore des Hauses, sondern eine ganze Welt, die sich komplett Fendi widmet. Dass Fendi für die Italiener ein Nationalerbe ist, zeigte sich spätestens daran, dass sogar der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi zur Einweihung des Palazzo Fendi kam …

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Accessories Damenmode

Freche Früchtchen bei Hermès und AMI Alexandre Mattiussi – Tutti Frutti de luxe 

Der Sommer naht und wer noch nicht den neuesten Ernährungstrends zum Opfer gefallen ist, sondern frei nach dem Motto „An Apple a day keeps the Doctor away“ vor auf gesundes Obst baut, kann das gleich mit vielerlei Kleidung und Accessoires in dieser Saison zum Ausdruck bringen.
Männer haben es leicht, denn die französische Marke AMI Alexandre Mattiussi hat den Obstständen von Paris gleich eine ganze Kollektion gewidmet und Erdbeeren, Zitronen, Bananen und Kirschen auf Polohemden und Sweatshirts gestickt und appliziert. Sogar die Modenschau fand im Jardin des Tuileries auf einem imaginären Wochenmarkt statt.

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Fotografie

Robert Mapplethorpe – Look at the Pictures

Anfang April erscheint eine sehr sehenswerte Dokumentation über den 1989 an AIDS verstorbenen Fotografen Robert Mapplethorpe – zeitgleich mit zwei Retrospektiven des zweigeteilten Werkes des bis heute noch wegweisenden Lichtbildners. Im Getty Museum und im Los Angeles County Museum wird das Werk des Mannes gezeigt, der Maßstäbe in der Fotografie von sexistischen, meist schwulen Themen setzte. Gleichzeitig zeigte Mapplethorpe aber auch durch seine klaren und einfühlsamen Porträts sowie Stillleben eine ganz andere Seite von sich. Doch eines wollte er immer: Seine Bilder sollten Anstoß zur Diskussion geben. Sie sollten nicht einfach die Realität abbilden, sondern das, was sich tief hinter dem Motiv verbarg, in den Vordergrund rücken. Die Abgründe der Menschen und der Sexualität bildeten dabei für ihn, der seine hetero- und homosexuellen Seiten auslebte, den Mittelpunkt seiner Motive. „Look at the Pictures“ stellt eindrucksvoll den Weg des 1946 geborenen Künstlers vor und lässt viele seiner Weggefährten zu Wort kommen.

Was auf uns heute normal aber noch immer ungewohnt wirkt, verstörte damals die Betrachter so sehr, dass Robert Mapplethorpes Werke bis heute modern wirken. Er verzichtete auf ausschweifenden Dekor und fotografiert meist vor schwarzem oder weißem Hintergrund.
Ab Anfang der 80er-Jahre wurde Mapplethorpe, zunächst vor allem in New York von einem größeren Publikum wahrgenommen. Viele Persönlichkeiten ließen sich von ihm porträtieren, unter anderem Andy Warhol, Hollywood-Beau Richard Gere, Sänger Peter Gabriel aber auch Grace Jones oder  Paloma Picasso und Lebensabschnittsgefährtin Patti Smith. Gemeinsam mit der Bodybuilderin Lisa Lyon produzierte Mapplethorpe von 1980 bis 1982 die legendäre Bildserie „Lady Lisa Lyon“. Die Mehrzahl seiner Aufnahmen entstand in seinem eigenen Studio oder in einem der unzähligen New Yorker Lofts.

Modelle, die er in der New Yorker Schwulenszene rekrutierte, zeigten sich unverholen nicht nur nackt, sondern ließen sich auch in BDSM- und Fetischszenen ablichten. Das amerikanische Publikum der Reagan Ära reagierte verschnupft und besonders die Motive der „Portfolio X“-Serie avancierten zum Skandal. Trotzdem förderte ihn, gegen vielerlei Proteste von religiösen und sittlich moralisch aufgerufenen Gruppen, die nationale Stiftung zur Kunst und Kulturförderung und ermöglichte Ausstellungen. Auch er selbst machte sich häufig zum Motiv seiner Fotos. Neben zahlreichen Selbstportraits lichtete er sich zum Beispiel dabei ab, wie er sich mit einer Bullenpeitsche anal befriedigte.
Mapplethorpe verstand es aber, trotz seiner Motive eine beeindruckende Art des Handwerks der klassischen und puren Fotografie anzuwenden, die beruhigt und klar die Themen so inszeniert, dass sie völlig zeitlos wirken und zu einer Kunstform macht. Seine Fotos sind technisch exzellent und brillant und stehen wie er selbst immer im Gegensatz zum Motiv.
„Look at the Pictures“ schildert den Weg Mapplethorpes vom Studium in Brooklyn Anfang der 60er-Jahre, zeigt, wie er Polaroid-Techniken entdeckt, mit denen er seine Freunde fotografiert. Seine Mitarbeiter werden ebenso interviewt, wie die Menschen, mit denen er längere Beziehungen hatte.
Sie berichtet aber genau so darüber, dass ein Jahr nach seinem Tod 1990 die Wanderausstellung „The perfect Moment“ sogar zu Prozessen gegen die Verantwortlichen des Museums führte. Japan brauchte lange, um das künstlerische Potenzial dieses besonderen Fotografen und Menschen zu erkennen und gab die Bildbände, die vorher verboten, erst 2008 frei.

„Look at the Pictures“ wurde von den Regisseuren Fenton Bailey und Randy Barbato gefilmt und stellt die erste so umfangreich gedrehte und recherchierte Doku da, in der so viele Zeitzeugen zu Wort kommen und gleichzeitig versucht wird, den Mensch Mapplethorpe zu ergründen. Dass er auf seine ganz eigene Weise ein Genie war, der in einer Zeit, die noch gar nicht so lange her ist, Grenzen durchbrach und Ästhetik mit politischem Anspruch vereinigte, wird wunderbar herausgearbeitet.
Mapplethorpe gehört mittlerweile zu den absoluten Klassikern der modernen Fotografie. Seine Bilder fordern immer noch zur Diskussion heraus und nicht zum bloßen Betrachten. Genau das war sein Ziel und das hat er auf seine ihm ureigenste Weise erreicht.
„Look at the Pictures“ ist eine Dokumentation, die genau die Stimmung einer Zeit widerspiegelt, die schon modern wirkte aber eigentlich noch von einer tiefen Intoleranz und vor allem ungeheurem gesellschaftlichen Konservatismus in Amerika geprägt war. Ob sich das geändert hat, werden sicherlich die Reaktionen auf Film und die beiden Retrospektiven zeigen. Amerika ist seit Mapplethorpes Tod nicht viel aufgeschlossener geworden.

Ob und wann die Doku in die deutschen Kinos kommt, steht noch nicht fest. Hier als Vorgeschmack der erste Trailer …

Damenmode

Hermès Herbst/Winter 2016 – Purismus für die nächste Generation

Bilder: Hermès

Am letzten Montag zeigte Nadège Vanhee-Cybulski in Paris ihre zweite Winterkollektion für das Haus Hermès. Sie kreierte eine jüngere Kundin für das Haus, das sicherlich eine Ausnahmeerscheinung bei den französischen Luxusbrands spielt. Vielleicht kann sich Hermès auch deshalb einen eigenständigen Weg leisten, zumindest was seine Prêt-à-porter-Kollektionen betrifft.
Das Unternehmen, das seit 1837 überwiegend in Familienbesitz ist, schließt sich in keinerlei Weise dem Mainstream oder den Trends an, die derzeit in der Mode vorherrschen – weder der Pop-Eleganz von Gucci, noch den experimentellen Ausflügen von Vetements. Stattdessen zeigt Hermès eine Weiblichkeit, die auf Schlichtheit, exorbitante Materialien und einen Purismus setzt, der eher an die Tradition von Helmut Lang, Jil Sander oder Martin Margiela anknüpft.

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