Wir waren ja alle gespannt. Zuerst war nämlich das Lied und hörte man sich das an lag es entweder an dem militärischen Klängen oder daran, dass man lange nichts mehr von ihr gehört hatte, aber es klang eigenartig. Nun ist es aber auch hier ähnlich wie bei zum Beispiel „Video Phone“ oder „Single Ladies“: Beyoncés Single-Auskopplungen leben ab und an mit den Videos auf. Ohne Bewegtbilduntermalung wäre „Run this world“ außerhalb des Clubs auch etwas schwierig auf Dauer. Und so legte die Frau mit den weiblichsten Rundungen des amerikanischen Musikgeschäftes ein zum Lied passendes Video hin. Die Frauen tanzen (erst sie, dann alle anderen) ausdrucksstark und in zackigen Schritten, wie es zum Marschbeat passt im Sand rum und wirbeln so einigen Staub auf. Denn natürlich regieren die Frauen die Welt. Das kam als Message schon immer gut, besonders von einer Überfrau und Schmuckstück von Jay-Z. Leider fallen einem auch eine Menge verwerteter alter Ideen im Video auf. Brennende Autos mit ihr im Vordergrund („Crazy in Love“), staubig undurchsichtige Einstellungen mit Sand („Beautiful Liar“ ) und ein bisschen Sandaction aus „Baby Boy“ hätten wir da auch noch. Dabei trägt sie unter anderem ein zugegeben wunderschönes Kleid aus der Couture Kollektion von Givenchy und ein gelbes „Kleid“, dass man ohne den schwarzen Body drunter lieber nicht tragen sollte. Die Choreographie wird es (leider) auch in sämtliche Schwulenclubs schaffen und Single Ladies ablösen. Eines ist jedenfalls klar: Sie ist zurück und wir auf das Album gespannt.
20. Mai 2011
Jetzt ist es raus. Sein Innerstes offen gelegt. No strings attached. Stilikone und Aufkäufer sämtlicher Blattgoldvorräte für Inneneinrichtungen Harald Glööckler hat nun für QVC-UK ein Interview über seine Inspirationen und seine Dokumentation (Montags 22 Uhr -> QVC England) gegeben. Und hier erfahren wir auch, was Herr Glööckler alles bewegt und vor allem inspiriert. Und bitte jetzt nicht umkippen, denn es ist NICHT Dolly Buster! Nein, es ist Marlene Dietrich. „Wie? Aber seine „Neo-Barock“-Entwürfe kaufen doch nur Gina Lollobrigida und Brigitte Nielsen“. Ja stimmt schon, aber immerhin ist eine davon auch blond, so wie die Dietrich. Weitere Infos, die wir aus diesem Interview ziehen: Es wird eine zweite Biografie geben (für alle die noch nicht wussten, dass es überhaupt eine erste gab), sein modisches Vorbild ist Yves Saint Laurent und am wichtigsten: Er wird sich bei seiner real Life Dokumentation nicht beim Sex filmen lassen. Dafür gibt’s ne 10 mit Krone.
Das Video gibt es nach dem Klick. Die anderen Interviews mit den QVC-Gesichtern sind ebenfalls zu empfehlen.
Sind die Zeiten, in denen man ganz automatisch zusammenzuckte und in der Sekunde reflexhaft reagierte bei geschmacklosen Bemerkungen wie denen, die Regisseur Lars von Trier bei der Pressekonferenz zu seinem neuesten Werk Melancholia in Cannes von sich gab, schon wieder vorbei?
Natürlich ist das Schlimmste daran, dass ein Künstler wie von Trier diesen rechten Stuss – wohl hauptsächlich aus Gründen der Provokation des heutigen politischen Israel – von sich gab. Aber genau so schlimm fand ich die seltsamen Reaktionen – beziehungsweise besser gesagt das nicht Reagieren der Damen und Herren, die mit von Trier das Podium der Pressekonferenz teilten. Hatte ich bisher zu Kirsten Dunst als Persönlichkeit keine Meinung, muss ich mich nunmehr dahingehend korrigieren, dass ich ihr dümmlich verlegenes Lächeln als Reaktion auf so starken Tobak mehr als schwach und befremdlich fand… und von Akteuren wie Udo Kier und Charlotte Gainsbourg hätte ich erwartet, dass sie von Trier sofort und vor allen Journalisten den Marsch blasen… was wäre denn schon dabei gewesen?
Ist es nicht seltsam, die Hacken innerlich zusammen zu schlagen, während der Agent Provocateur und Radikalfilmer von Trier sich öffentlich in sein Verderben hinein fantasiert. Ob man diesen gewaltigen Ausrutscher, der die Festivalleitung zurecht dazu brachte, den Regisseur vom Wettbewerb auszuschließen, tatsächlich nur als … „dumme Nazi-Frotzeleien, für die er sich bereits entschuldigt hatte“… sehen sollte, wie die Journalistin Hannah Pilarczyk dies in Ihrem Artikel „Stinkbombe und Fehlurteil“ tat, in dem sie auch fragte: „Wie sehr hat sich das Festival von Cannes mit der Fehlentscheidung geschadet, von Trier auszuschließen? “
Dazu meine Meinung und Gegenfrage: Geschadet hat sich das Festival damit gar nicht, ihn auszuschließen. Eher ganz im Gegenteil, denn man darf solche Ausrutscher nicht dulden, will man glaubwürdig bleiben und die politische Vorbildwirkung, die Filme im Rahmen solcher Festivals oft haben, nicht beschädigen. Welche Reaktion wäre denn angemessen gewesen, einige Monate nach dem wesentlich privateren Vorfall, der John Galliano den Ruf einbrachte, mit Hitler und den Nazis zu sympathisieren, obwohl auch er ziemlich betrunken wirkend nur blöde und unappetitliche Sprüche – der reinen Provokation wegen – von sich geben wollte.
Schade um den Film Melancholia, der wohl als gut gelungen gewertet werden kann, wenn das stimmt, was ich bisher darüber gelesen habe.
Aber genau hier muss leider ein deutlicher Kontrapunkt gesetzt werden, wenn überflüssige Lobeshymnen auf das irre Personal von Hitler gesungen werden und Verständnisbekundungen für die einsamen letzten Stunden des Führers in seinem Bunker auf einer Pressekonferenz des Festivals in Cannes erfolgen…. um, und das ist das wirklich Kranke dran, das heutige Israel auf seine Siedlungspolitik und Verstöße gegen die Vereinbarungen in der Roadmap – mit den ungeeignetsten Mitteln, die es gibt – hinzuweisen… Mein Fazit: Wenn man vielleicht doch eher unpolitisch ist, lieber Lars von Trier, und einem der Durchblick und das Wissen über Zusammenhänge schlichtweg fehlt, dann ist es manchmal besser, zu schweigen. Das „How do I get out of this sentence?“ … und alle Erklärungen, Entschuldigungen und Ausflüchte retten die Vollkatastrophe des begabten Herrn von Trier bestimmt nicht mehr.
Aber willkommen im Club der begabten Männer, die manchmal besser ihre Klappe halten sollten….
Ausgerechnet Hyundai. Warum gerade Hyundai und keinen lässigeren Autohersteller? Warum um alles in der Welt hat sich Prada gerade Hyundai für eine Design-Kooperation ausgesucht? Mercedes wär toll, oder was ganz gediegenes wie Jaguar oder was sportliches wie Porsche – aber nein: Hyundai und Prada machen jetzt gemeinsame Sache und damit ich mich nicht täglich ärgern muss, wenn ich ich mit meinem Smart durch Hamburg fahre, wird der Hyundai Genesis in der Prada Edition auch erstmal nur in Korea erhältlich sein. Damit erklärt sich auch warum nun gerade Hyundai ausgewählt wurde: Die sind in Korea nämlich eine ganz große Hausnummer und spielen im Luxussegment mit.

