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Timeless – Lacoste als Essential eines Jahrhunderts

(Lacoste „Timeless“ © All Rights Reserved)

Wer den neuen Lacoste Imagefilm „Timeless“ anschaut, kommt ins Träumen. Nicht nur, dass uns der Film, inklusive Musik, unweigerlich darin erinnert, das Lacoste nicht nur das Synonym für das Polohemd an sich ist, sondern auch, dass das Label seit 1933 für einen ganzen Stil steht. Kaum verändert, passt es sich in seiner Zeitreise durch das gesamte 20. Jahrhundert sämtlichen Jugendbewegungen an. Nicht zuletzt schreibe ich hier begeistert darüber, weil ich selbst ein Kind einer Bewegung bin, für das die Produkte von Lacoste zum Objekt der Begierde wurden und Mittelpunkt ihres Lifestyle bildeten: die Popper der anbrechenden Achtziger Jahre.
Das Krokodil ist eines der bekanntesten Markenzeichen der Textilwelt und zierte zunächst nur die Tenniskleidung des Ausnahmetalents René Lacoste.

Lacoste „Timeless“ © All Rights Reserved)

René Lacoste hatte mit fünfzehn Jahren überhaupt das erste Mal einen Tennisschläger in der Hand. Er lernte aber so schnell und gut, dass er schon bald einer der besten Tennisspieler Frankreichs wurde. Da er aus einer wohlhabenden Familie kam, war es für René Lacoste kein Problem, sein Hobby zum Beruf zu machen.
Im Laufe der Jahre gewann Lacoste fast alles, was man an internationalen Turnieren gewinnen konnte. Auf dem Tennisplatz nannte man ihn, da er stets ein gesticktes Krokodil auf seinem Tennishemd und Tennisblazer trug, „Le Crocodile“ bzw. „L’Alligator“. Sein Sportsfreund Robert Georges hatte es gezeichnet, natürlich ohne zu wissen, dass es ihre Tenniskarriere weit überdauern würde.

Lacoste „Timeless“ © All Rights Reserved)

Bereits mit 25 Jahren, durch eine aufkommende Lungenkrankheit musste Lacoste 1929 seine Karriere beenden und stieg in das elterliche Unternehmen ein, das eine der prestigeträchtigsten Automarken seiner Zeit repräsentierte: Hispano-Suiza.
Als sich der südfranzösische Textilfabrikant André Gillier 1932 so einen Hispano-Suiza-Wagen, ein wirkliches Luxusauto, bestellte, lieferte der junge René Lacoste es persönlich aus. Die Männer kamen ins Gespräch und beschlossen, gemeinsam Tenniskleidung nach dem Vorbild des Idols in großer Stückzahl herzustellen und zu vertreiben. Damals wurde gerade sportliche Casual Kleidung bei der Jugend zur großen Mode. Couture Häuser wie Patou oder Schiaparelli begründeten Abteilungen mit sportlicher Kleidung. Selbst Coco Chanel zog ihren Models häufig Pullunder oder Hemden im Stil von Lacoste unter die Jerseykostüme. Die Zeit war reif und das Markenzeichen – ein Krokodil – schnell gefunden.

Lacoste „Timeless“ © All Rights Reserved)

Das Urprodukt, das Piqué-Polohemd, macht heute immer noch den Löwenanteil bei Lacoste aus. Zunächst in Weiß, dann, in den Siebziger Jahren, wurde die berühmte „Lacoste-Wand“ mit Polohemden in allen Regenbogenfarben geboren. Mittlerweile macht Lacoste komplettes Prêt-à-porter, Runwaykollektionen und natürlich eine Sportlinie. Neben Kooperationen mit Künstlern wie Yaz Buckey, Jean-Paul Goude und vielen anderen, sponsert Lacoste das internationale Tennisturnier Roland Garros in Paris, das René Lacoste mehrmals gewann. Parallel lanciert das Unternehmen für das Turnier jedes Jahr eine Sonderkollektion, die bei Sammlern sehr beliebt ist.

Lacoste „Timeless“ © All Rights Reserved)

Wer nach der bezaubernden Zeitreise mit den eingehenden Violinen Crescendo mehr Lust auf die Geschichte und den wunderbar klassischen Stil und die Zeitlosigkeit von Lacoste bekommt, dem sei der Bildband „The René Lacoste Style“ von Patricia Kapferer empfohlen, das es antiquarisch oft auf Amazon oder eBay zu bestellen gibt.
Dort gibt es nicht nur alles über das Idol und seine Looks, sondern auch Bilder des jungen Helmut Berger und Alain Delon, bis hin zu meiner Lieblings-Lacoste-Generation, den Poppern, zu entdecken. Das Tolle ist: Jede Generation akzeptiert das Hemd sofort und trägt es selbstverständlich; es passt zu jedem Look und jeder Kultur über den ganzen Erdball.

Viel Spaß bei einer ungeheuer liebevoll im Detail gemachten Zeitreise. Danach will man sofort sein Hemd anziehen – oder noch eins kaufen.

Lacoste – Timeless

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  • Monsieur Didier
    29. Mai 2017 at 20:57

    …der Film ist großartig…
    und ich mußte schmunzeln, als Du erwähntest, dass Du Popper warst 😉

  • PeterKempe
    29. Mai 2017 at 22:05

    Hast du kaum gedacht oder ? Lach !

  • thomas
    30. Mai 2017 at 13:23

    Da bediene ich mich doch mal in deinem Wort-Repertoire, Peter – Endless love!!!

  • thomas
    30. Mai 2017 at 13:23

    Hihi, ist mir ja noch nie aufgefallen ;o)

  • Monsieur Didier
    30. Mai 2017 at 19:37

    …doch Peter, das hielt ich durchaus für möglich…
    um so sympathischer, als ich selber Vetreter dieser Spezies war 🙂
    ich hab noch das Handbuch für den Popper als PDF…

    … und mein Elbtunnel wurde gehegt und gepflegt… 😉

  • Horst
    31. Mai 2017 at 12:10

    Schöner Film. Lacoste gehört auch bei mir zu den Essentials, allerdings war ich nie Popper 🙂