Was tut sich denn da..? Ich bin seit einigen Tagen in Maspalomas vor Ort, sitze meist am Rand eines der besten Restaurants am Platz – was hier weniger Übertreibung als Grundhaltung ist – und betrachte das Treiben aus jener privilegierten Distanz, die es erlaubt, alles zu sehen, ohne selbst Teil davon zu werden. Ein stiller Beobachter also, mit Blick auf eine Szenerie, die sich Abend für Abend neu inszeniert.
Meinung
Weniger Glanz, mehr Haltung: Wie Modemagazine ihre Auflagen retten können
Posted on 8. April 2026Totgesagte leben länger: Modemagazine; Foto: Horstson
Die gute Nachricht zuerst: Modemagazine sind nicht tot. Sie liegen nur etwas zu lange dekorativ auf dem Couchtisch – neben der Duftkerze, die man auch eher fürs Ambiente als für den eigentlichen Zweck gekauft hat. Die schlechte Nachricht: Die Auflagen sinken seit Jahren. Papier wird teurer, die Inflation nagt am Portemonnaie, und die Leserinnen und Leser haben gelernt, dass man Trends auch kostenlos im Sekundentakt auf dem Smartphone serviert bekommt. Warum also noch drucken?
Sind Berghain-Guides Plemplem? Foto: Horstson
Warum Berghain-Guides ungefähr so sinnvoll sind wie Horoskope für Clubgänger …
Quiet und Loud Luxury liegen manchmal dicht beieinander; Bild: Horstson
Es fängt an, wie es immer anfängt, zum Beispiel mit einem Luxuspullover, der kein Luxus sein will. Beige vielleicht, oder ein Grau, das sich zwischen Nebel und Staub nicht festlegen mag. Der Preis? Diskret versteckt – und ungefähr auf Wochenendtrip-Niveau. Willkommen im Zeitalter des Quiet Luxury. Man erkennt es vor allem daran, dass man es nicht erkennt.
Quiet Luxury ist die elegante Absage an jene Epoche, in der Identität in Großbuchstaben über die Brust lief. Logos wie Nummernschilder, Gürtelschnallen mit Landebahn-Ambitionen. Damals galt: Wer hat, der zeigt – möglichst in Versalien.
Zara Spitalerstraße, Hamburg; Bild: Horstson
Wenn ein Designer wie Galliano in Zukunft mit einem globalen Filialriesen wie Zara zusammenarbeitet, geht es um mehr als nur eine Kollektion. Es ist ein Aufeinandertreffen zweier völlig unterschiedlicher Denkweisen: hier die langsame, detailgetriebene Couture – dort ein System, das auf Tempo, Skalierung und ständige Erneuerung ausgelegt ist.
Bild: Courtesy of Guess
Es gibt diese eine Szene, die sich jedes Wochenende millionenfach wiederholt – ein Fußballer steigt aus dem Mannschaftsbus – und trägt dabei nicht einfach nur irgendetwas. Nein, er inszeniert sich. Sonnenbrille, perfekt sitzende Jeans, Hoodie mit Haltung. Der Weg vom Bus in die Kabine ist längst zur inoffiziellen Fashion Week des Rasens geworden.
Banksy in Hamburg; Bild: Horstson
Es gibt eine journalistische Unsitte unserer Zeit. Alles muss enttarnt werden. Jeder Mythos braucht einen Personalausweis, jedes Rätsel eine LinkedIn-Seite. Genau deshalb ist es vermutlich die langweiligste Nachricht der Welt zu erfahren, wer Banksy wirklich ist.
Foto: Influencer bei der Arbeit. Erst das Leben inszenieren, dann so tun, als wäre es gerade zufällig passiert.
Irgendwann kippt jede kulturelle Mode. Nur selten mit einem Knall. Meist eher mit einem kollektiven Schulterzucken. Vielleicht ist genau jetzt so ein Moment. Man könnte – halb ironisch, halb ernst – behaupten: Hiermit läuten wir das Ende der Influencer ein. Nicht offiziell natürlich, oder vielleicht doch?
Bild: Horstson
Während die Welt draußen schwer an sich trägt, wirbelt Hamburg einmal im Jahr ein bisschen Leichtsinn durch die Straßen. Ich habe mich unter die Pailletten gewagt – und zwischen Polyester und Pappbecher eine überraschende Erkenntnis gefunden.
Frankreich verbietet Werbung für Ultra-Fast-Fashion – und was wird aus den Influencern?
Posted on 13. Juni 2025Zu viel Kleidung, Symbolbild
Frankreich hat als erstes europäisches Land ein Gesetz beschlossen, das Werbung für Ultra-Fast-Fashion einschränkt – wohlgemerkt nicht für klassische Fast-Fashion-Labels, sondern für die Ramsch-Plattformen, die täglich hunderte neue Produkte auf den Markt werfen. Betroffen von diesem Gesetz sind klassische Werbung und Influencer-Posts.








