Es gibt noch Künstler die machen keinen geschätzt zweimonatigen Countdown zu ihren Videos (Lady Gaga) sondern haben noch immer den Überraschungseffekt. So auch unser aller Elektro-Liebesschmerz-Liebling Robyn. „Call your girlfriend“ ist die nächste Singleauskopplung aus „Body Talk“und kommt mit einem fabelhaften Flashdance inspiriertem One-Shot-Video daher. Sie braucht halt nur eine Lagerhalle und etwas Licht. Gut. Über das Outfit lässt sich (mal wieder) streiten, aber ich hoffe ich bekomme meine Schuhe endlich mal von ihr wieder.
Music
Erinnert ihr euch noch an das Jahr 1996? Ein Mädchen in einem Auto, schwarz/weiß Aufnahmen von Straßen und Natur, die an ihr vorbeiziehen. Das war „Children“. Dreamhouse nannte sich das Ganze und war in Deutschland, Österreich und der Schweiz Platz 1. Das Album „Dreamland“ haben sicher einige rauf und runter gehört. Nach den Singles „Fable“ und „One&One“ wurde es dann zumindest in den Charts still um Robert Miles. Und ich hätte mich auch gar nicht weiter gefragt warum, ähnlich wie bei Gigi D’Agostino, wäre ich nicht neulich über das Video zu „Miniature World“ gestolpert. Video startet, Gesang setzt ein und man denkt sich: OH! Was is denn da mit Herrn Miles los. Davon mal abgesehen, dass das wirklich tolle Video wie ein Serien-Intro wirkt, ist der Sound auch komplett neu im Verglich zum alten Dreamhouse-Miles. Nichtsdestotrotz wurde dann auch gleich mal in das Album gehört. Kann man gut nebenher laufen lassen. Melodien sind gut, Beat ebenfalls. Allerdings (soweit ich es bisher hören konnte) alles ohne Gesang. Wer also weiter liebliche computerveränderte Stimmen hören möchte, greift auf den Dreamhouse-Miles zurück. Allen anderen sei das Album ans Herz gelegt. Die Version von „Miniature World“ wie man sie im Video sieht gibt es allerdings nicht auf dem Album. Hier gibt es lediglich die Version ohne Gesang, die leider an Reiz verliert. Also lieber „Miniature World (Critical World Remix)“ laden.
Robert Miles „Thirteen“ ist bei Salt Records erschienen.
Mit neuen Moby-Alben verhält es sich bei mir immer folgendermaßen: Ich höre sie bei Itunes an und stelle immer wieder fest, dass 30 Sekunden, anders als bei anderen Interpreten, einfach nicht reichen um die Songs erfassen zu können. Also kaufe ich das Album erstmal nicht. Anschließend höre ich mir ein paar Songs aus seinen neuem Album auf der Homepage komplett an und lade mir dann doch das Album, aber erstmal um es einfach zu haben. Beim finalen hören in der Bahn oder generell unterwegs eröffnet sich mir die komplette CD und ergab bisher wirklich immer ein fantastisches Hörerlebnis. So auch bei „Destroyed“, nach dem völlig anders klingenden Album „Last Night“ der neuste Streich des kahlen Nerdbrillenträgers und wie wir seit vorgestern wissen, Kunstliebhabers.
Es ist soweit. Zahlreiche Postings und zahlreiche Kommentare für und gegen die gute Gaga später ist es soweit. Born this way wurde gestern veröffentlicht und sogleich bewertet .Die Süddeutsche sagt: Kirmestechno, beleuchtet das Phänomen Gaga in ihrem Artikel ansich gar nicht mal negativ. Welt Kompakt erklärt jeden einzelnen Song und findet das Album gut. Nun ist es an der Zeit, dass sich auch Horstson und damit ich mich diesem überdimensional großen Popphänomen widme. Steigen wir also auf das Gaga Bike und geben Gas.
Wir waren ja alle gespannt. Zuerst war nämlich das Lied und hörte man sich das an lag es entweder an dem militärischen Klängen oder daran, dass man lange nichts mehr von ihr gehört hatte, aber es klang eigenartig. Nun ist es aber auch hier ähnlich wie bei zum Beispiel „Video Phone“ oder „Single Ladies“: Beyoncés Single-Auskopplungen leben ab und an mit den Videos auf. Ohne Bewegtbilduntermalung wäre „Run this world“ außerhalb des Clubs auch etwas schwierig auf Dauer. Und so legte die Frau mit den weiblichsten Rundungen des amerikanischen Musikgeschäftes ein zum Lied passendes Video hin. Die Frauen tanzen (erst sie, dann alle anderen) ausdrucksstark und in zackigen Schritten, wie es zum Marschbeat passt im Sand rum und wirbeln so einigen Staub auf. Denn natürlich regieren die Frauen die Welt. Das kam als Message schon immer gut, besonders von einer Überfrau und Schmuckstück von Jay-Z. Leider fallen einem auch eine Menge verwerteter alter Ideen im Video auf. Brennende Autos mit ihr im Vordergrund („Crazy in Love“), staubig undurchsichtige Einstellungen mit Sand („Beautiful Liar“ ) und ein bisschen Sandaction aus „Baby Boy“ hätten wir da auch noch. Dabei trägt sie unter anderem ein zugegeben wunderschönes Kleid aus der Couture Kollektion von Givenchy und ein gelbes „Kleid“, dass man ohne den schwarzen Body drunter lieber nicht tragen sollte. Die Choreographie wird es (leider) auch in sämtliche Schwulenclubs schaffen und Single Ladies ablösen. Eines ist jedenfalls klar: Sie ist zurück und wir auf das Album gespannt.
Wir hätten es uns denken können. Frau Gaga ist von Kopf bis Fuß Frau Gaga. Besonders identifizieren kann sie sich aber mit ihrer Haarpracht. Und so singt sie auf der zweiten vorab veröffentlichten Single „Hair“:
I just wanna be myself,
And I want you to love me for who I am.
I just wanna be myself,
And I want you to know, I am my hair(…)
(…) I’ve had enough, this is my prayer,
That I’ll die living just as free as my hair.
Und wenn ich so an mich zurückdenke, drängen sich mir Bilder von blonden Iros, cognacfarbenen Haartönungen und 90er Mittelscheitel auf. Und so möchte ich diese Aussage unterschreiben. Ja: Ich war auch mein Haar und bin es im Grunde immer noch. So albern dieser Text auf den ersten Blick klingt, kann man dem Lied schon etwas Wahres abgewinnen. Klar sind nicht nur die Haare Ausdruck der Persönlichkeit, aber dennoch: Wir frisieren uns, wie wir gerade gelaunt sind (außer man MUSS sich eine Glatze rasieren). Klingen tut der Song ähnlich wie „Edge of Glory“ sehr wie ein (guter) Disco-Schlager nur mit neuem Beat und einem balladigeren Intro. Mir gefällt das Lied natürlich und deshalb möchte ich jetzt mal bitte wissen, wie viel Haar in euch steckt(e)!
Z
Ne wat war es schön dieses Jahr. Eine riesige LED-Wand, die von jedem noch so schlimmen Auftritt irgendwie ablenkte, Stefan Raabs teilweise unglückliches Englisch, Anke Engelkes tolles Französisch und und und. Gut, wir waren „nur“ Platz 10, aber wenn man bedenkt, dass eine der großartigsten Sängerinnen des Wettbewerbs (Österreich) den achzehnten Platz belegte und Aserbaidschan gewonnen hat, ist das doch eigentlich gar nicht übel oder?
Aber von den Songs mal abgesehen hatten wir natürlich auch in Punkto Garderobe viel zu bewundern. Dieses mal gab es zwar keine Schmetterlinge am Piano (Weißrussland letztes Jahr), dennoch aber eine Menge zu bestaunen:
Dienstag 11.10 Uhr. Radio läuft und wie so oft hört man eher nebenbei hin. Nicht so, als dieses Lied auftaucht. Vielleicht kennt ihr das. Man bekommt von einem Lied den Text gar nicht so mit, aber der Refrain fräst sich in den Kopf ein, sodass man ihn nicht mehr aus dem kopf bekommt. Und wenn er dann auch noch mit einer prägnanten Stimme (quäkig/kreischend) gesungen wird, kann man gar nicht umher das Lied den ganzen Tag rauf und runter zu hören. Passt es doch auch so wunderbar zur kommenden Sommersaison. The Asteroids Galaxy Tour haben mit „Golden Age“ einen ganz fabelhaften Song zum mitwippen und Autofahren mit Zigarette geschrieben. Die Band selbst gründete sich bereits 2007 und hatte zu meiner Verwunderung bereits ein Album veröffentlicht, dass bei uns allerdings so gut wie unbekannt ist. „The golden Age“ ist als EP mit insgesamt 3 Tracks bei Itunes zu bekommen. Alle Songs schwanken zwischen Funk und Indipendent. Mit dem Video beweist dänische Kombo eine Menge Humor und erinnern ein wenig an ein Scissor Sisters Video. Und wir alle wollten doch schon immer mal auf übergroßen Klaviertasten rumhüpfen oder?
Euch war schon klar, dass ich den Countdown zum neuen Album „Born this way“ eiskalt begleiten werde oder? Noch immer bin ich davon überzeugt, dass das Album gut werden wird. Während sich zum Beispiel die Berliner Morgenpost am Wochenende über die Omni- bzw. Überpräsenz von Lady Gaga ausließ und man sich zwangsläufig bei solchen Artikeln immer fragt, was der Sinn hinter dem ganzen sein soll (wahrscheinlich einfach zu wenig Füllmaterial für die Wochenendausgabe), trommele ich fröhlich weiter und habe schon längst aufgehört mir über den tieferen Sinn ihrer Musik oder ihres Auftretens Gedanken zu machen. „The Edge of Glory“ ist einer von zwei Songs, die vor Erscheinen ihres neuen Albums am 23.5.2011 bei Itunes verfügbar sind (das Lied „Hair“ wird am 16.5.2011 zum Download freigegeben). Der Anfang klingt ein wenig wie Johann Sebastians „Air“ in D-Dur auf der „Cafe del Mar – Classics“ – Compilation (muss man nicht besitzen). Der Rest klingt wie Großraumdisco ohne Dach am Strand bei Sonnenaufgang. Und wenn ich so aus dem Fenster schaue, drehe ich das Lied doch mal ein bisschen lauter und nerve neben meinen Nachbarn auch gleich noch sämtliche Kritiker, die einfach nicht aufhören sich über den Sinn dieser Musik Gedanken zu machen. Hört auf damit. Dafür gibt es andere Interpreten!
Der Tradition folgend gehe ich jedes Oster- und Weihnachtsfest in die Philharmonie. So auch dieses Jahr. „Zauber der italienischen Oper“ stand auf dem Programm und beinhaltete Neben dem Triumphmarsch aus Aida auch Stücke aus „Rigoletto“, „La Traviata“ oder „Der Barbier von Sevilla“. Bei Klassik verhält es sich bei mir ja so, dass ich häufig alles erkenne, es aber nicht benennen kann. Das Eltern-Popmusik-Phänomen nur halt irgendwie anders. Wer jetzt bis hier gelesen hat und jetzt fragt: „Ähm ja und …?“, dem helfe ich jetzt mal. Denn die Philharmonie hat nicht nur musikalisch etwas zu bieten. Durch die wunderbare Architektur hat man auch einen fantastischen Überblick über sein Gegenüber, Nebendran oder Untendrunter. Kino sozusagen. Und während man die von Männern gesungenen Arien so wie ich nicht so richtig verfolgt, hat man einen fantastischen Überblick über die Besucher. Da es sich wie George Clooney in „Up in the air“ schon sagte in Schubladen leichter denkt, teile ich die Philharmonie jetzt mal nicht in Sitzkategorien sondern in Gruppen ein. Mit viel Gehässigkeit und natürlich politisch unkorrekt.



