Eine neue Ära und ein Imagewechsel wird bei der spanischen Traditionsfirma Loewe eingeläutet. Das seit 1996 zum LVMH gehörende Unternehmen ist vor allem für seine immer noch ausschliesslich in Spanien hergestellten Lederwaren bekannt und machte sich unter anderem einen Namen als Lieferant des spanischen Königshauses und der Infantinnen. Es ist, auch wenn in französischen Besitz, das hochwertigste Modehaus Spaniens und möchte nun seine Textilkompetenz mit einer Art 360° Richtungswechsel auch der international nachwachsenden Kundschaft von jungen Avantgardisten näher bringen …
Allgemein

Bild: Karl Lagerfeld für Chanel; 1990
Sin with Sebastian hat vor 20 Jahren ‚Golden Boys‘ besungen, das Bondgirl Jill Masterson wurde in den Sechzigern in „Goldfinger“ vergoldet (und starb daran) und Spandau Ballet war die erste New-Wave-Band, die sich in den Achtzigern mit ‚Gold‘ in mein Herz spielte (und die übrigens ganz aktuell gerade wieder im Studio sind, um nach 25-jähriger Pause an einem Album zu arbeiten) … Das Thema „Gold“ war also nie richtig weg, wenngleich ich zugeben muss, dass es zumindest bei Kleidung und Accessoires nur an Linda Evangelista gut aussah …
Heute sollte man wieder klotzen und nicht nur kleckern. Vielleicht nicht so sehr, wie es damals Linda getan hat, aber zumindest punktuell findet sich einiges an Gold in den Kollektionen und für den Interieur-Bereich. Ich habe mich auf die Goldsuche begeben:
Obige Pose ist dann wohl eine der merkwürdigsten Posen, die ein Model einnehmen kann, oder? Wenn man dann diesen ersten Schreck verdaut hat, wirken die Looks so, als ob sich Sarah Burton für die Kollektion von der britischen Arbeiterklasse der 50er, die sich fürs Ausgehen fein gemacht hat, inspirieren lassen hat …
Foto: Elfie Semotan, 1989; Bild: Museum für angewandte Kunst, Wien
In der letzten Woche habe ich mir im Wiener Museum für angewandte Kunst das seit kurzem präsentierte Archiv des legendären und prägenden Designers Helmut Lang angeschaut. Lang, der heute als Künstler in den USA lebt und nach dem Verkauf 2005 seines Labels sein Leben geändert hat, gab einen großen Teil seines Archivs an das Museum, das in seiner Heimatstadt auf beeindruckende Weise die Lang Heritage zeigt.
Dabei beeindruckt sofort, dass neben den ausgestellten Stücken, meist Meilensteine aus dem Schaffen des österreichischen Ausnahmetalents, alle Trouvaillen, nicht, wie es sonst häufig die Regel im Museum ist, im Depot verschwinden. Das gesamte Archiv wird in Stahlschränken, die wie eine Art Arbeitstisch sind, der dem von Helmut Lang nachgebildet ist, entweder zugänglich gemacht …
Besser spät als nie … Etwas verspätet lassen wir heute die Woche auf Horstson Revue passieren. Schuld daran ist der Hamburger CSD, den auch wir gestern besucht haben und der den Grund dafür lieferte, dass ich heute etwas durchhänge.
Aber wie auch immer – hier unser Wochenrückblick:
1) Jan lieferte einen der besten Soundtracks der letzten Monate: „Wish I Was Here“
2) Denkt man an Chanel, fällt einem sofort die Haute Couture ein. Dabei ist die Haute Joaillerie mindestens genauso begehrenswert. Peter stellt die neue Kollektion vor!
3) Das Fall-Winter 2014 Lookbook von Versace fiel bei den Kommentatoren weitestgehend durch. Zurecht?
4) Julian traf die Designerin Sissi Goetze zum Interview. Sehr lesenswert!
Die Kooperation zwischen dem italienischen Label MSGM und dem Toiletpaper Magazine geht mit einer Spring-Summer 2015 Capsule Collection in die nächste Runde. Nachdem die Sweatshirts vom letzten Jahr bei Euch überwiegend auf negative Resonanz gestoßen sind, bin ich umso mehr gespannt, wie Eure Meinung zur neuen Kollektion ist …
Maison Kitsuné Lookbook Spring-Summer 2015: Simple Paris Sportswear
Posted on 31. Juli 2014Das Schöne ist, wenn man das neue Lookbook von Maison Kitsuné bekommt, das immer etwas dabei ist, was ein Must-have für die nächste Saison wird. Total unprätentiös, vergleichbar mit A.P.C., bringen die am Pariser Palais Royal angesiedelten Musikfreaks immer wieder gute Basics, die sie mit allerlei Neuem aufmischen. Was sie wohl nicht sein wollen, ist ein „Modelabel“ im Sinne von Wir erfinden Fashion neu!
Ihr Hauptaugenmerk liegt auf Musik und so schwebt immer noch so etwas wie der Geist, gute Klamotten fürs Clubbing zu entwerfen, über Kitsuné. Alltagstauglich und, das sei angemerkt, eines der ersten Label, die mit schönen Sweatshirts das Revival des vielleicht amerikanischsten aller Kleidungsstücke einläuteten und das die Franzosen so sehr lieben.
Aus eigener Erfahrung kann ich die gute Qualität bestätigen und einige der Maison Kitsuné Stücke zählen schon seit Jahren wegen ihrer Unkompliziertheit und Klassik zu meinen Lieblingen im Kleiderschrank …
„Oh come here, copycat!
You’re my puppet, you know I love it!
Oh come here copycat
You can sit on my lap
Looking while I work, baby girl
You could do it, you could do it
You, you could do it, I did it already!“
Wie steht man eigentlich zu dreistem Ideenklau? Tom Fords Statement vom letzten Jahr: „Ich hasse es, von Zara kopiert zu werden!“ (Dailymail UK, 16.04.2013).Das Über-Hip-Label Céline hielt Gerüchten zufolge sogar Fotos vergangener Resort-Kollektionen zurück und Isabel Marant bringt im Gespräch mit den Kolleginnen von Modepilot ihre ganz eigene Meinung auf den Punkt: „Ich glaube, ich will zeigen, dass mir diese Ideen gehören. Denn ich werde schon sehr bestohlen und extremst kopiert von vielen Marken. Irgendwann wissen die Kunden gar nicht mehr, von wem das Ursprungsdesign überhaupt kommt.“. Kein Wunder also, dass sie im vergangenen Jahr mit H&M kooperiert und eigenständig günstigere Variationen ihrer Ideen auf den Markt gespült hat …

Princess Elizabeth outside the Welsh Cottage; Bild: Royal Collection Trust / (C) All Rights Reserved
Seit vielen Jahren sind im Sommer, wenn die Queen und ihre Familie auf Balmoral Castle in Schottland urlauben, die Räume von Buckingham Palace und Windsor Castle für die Öffentlichkeit freigegeben und man kann sie gegen Eintritt besichtigen. In der Vergangenheit gab es Ausstellungen, wie die Kleider der Queen, in denen zum Beispiel ihr Krönungskleid von Hardy Amies gezeigt wurde. Übrigens wird die Garderobe der Queen immer noch von ihrem aus Deutschland stammenden Schneider gemacht – passender transparenter Regenschirm immer inbegriffen …
Kennt ihr noch das Spiel Teekesselchen? Das war ein Spiel, in dem ein Begriff, der zwei Bedeutungen hat, erklärt wird. Die Mitspieler müssen das Teekesselchen, also den gesuchten Begriff, erraten. Als ich das Spiel das letzte Mal gespielt habe, dass muss ca. 30 Jahre her sein, waren beliebte Teekesselchen „Hahn“ und „Birne“, heute ist sicher „Maus“ auf der Rangliste des beliebtestens Teekesselchen ziemlich weit vorne, oder aber auch „Diesel“. Der Begriff „Diesel“ beschreibt auf der einen Seite den Kraftstoff und auf der anderen Seite die italienische Jeansmarke. Eigentlich ganz einfach und nicht wirklich zu verwechseln. Dachte ich zumindest bis gestern, denn DIESEL hat Einspruch gegen die Eintragung des deutschen Actionspiels DieselStörmers als Markennamen eingelegt. Wohlgemerkt geht es bei DieselStörmers um Treibstoff, der die Rüstungen und Waffen der Spielcharaktere antreibt und deren ganze Welt in einem schmutzigen Fantasy Setting angesiedelt und deren Hauptressource Öl ist. Sprich: Das Teekesselchen von Black Forest Games ist von Jeans & Co. meilenweit entfernt. Aber der Reihe nach:






