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peterkempe

Allgemein

Bekannt verzogen – Chanel bekommt ein neues Gesicht in Paris

Seit vielen Jahren hat das Stammhaus von Chanel, die Rue Cambon, eine Dependance in der Avenue Montaigne in Paris. Die Avenue Montaigne ist an Dichte von Luxusgeschäften nicht zu überbieten und bildet zusammen mit der Avenue George V. und der Rue Francois 1er das sogenannte goldene Dreieck des 8ten Arrondissements. In diesem goldenen Dreieck geben – so eine Statistik, die gerade gemacht wurde – Paris Besucher aus dem Vorderen Orient, Asien und dem nahen Osten während ihres Aufenthalts in der Seine Stadt durchschnittlich 10.000 bis 20.000 Euro pro Tag aus.
Berühmt wurde die Avenue Montaigne dadurch, dass 1946 der Textil-Unternehmer Marcel Boussac den jungen Christian Dior dazu ermunterte, dort sein Modehaus zu begründen. Nina Ricci, Pierre Balmain und viele andere zogen nach. Seit den Fünfzigerjahren ist sie für die Luxushungrigen aus aller Welt die Alternative zur Faubourg Saint Honoré.

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Interieur

Patch – New York City

Don Carney und John Ross sind zwei New Yorker Designer, nebenbei ein Paar und zusammen sind sie Patch NYC. Die beiden begannen 1997 mit einer Kollektion, die von einem Hut, den Johns Mutter gemacht hatte – damit John seinen ersten Winter im kalten New York gut überstehen konnte – inspiriert war. Sie verwendeten ökologischen Filz und Vintage-Knöpfe und wurden von dem Erfolg der Kollektion regelrecht überrannt.
Da die beiden aber vielseitig sind und sich nicht beschränken wollten, begannen sie Schals und Mützen zu entwerfen und verschiedene, ganz besondere Taschen, an denen sich Elemente befanden, die sie auf den New Yorker Flohmärkten aufgestöbert hatten. Langsam aber sicher erweiterte sich ihr Sortiment um Dinge, die sie schön fanden, oder die sie re-designeten. Don, ein äußerst begabter Zeichner, machte Federzeichnungen in der Art von mittelalterlichen Holzschnitten und hängte sie in alte Rahmen oder verarbeitete sie zu Schalen und Objekten.

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Paris Fashion Week

Chanel Prêt à Porter Herbst/Winter 2012 – Im Wald der Stalagmiten

Im März 2011 zeigte Karl Lagerfeld seine apokalyptische Kollektion, die ganz in Grau- und Schwarztönen gehalten – in einem Dekor der Kohlehalden und der wabernden Nebel stattfand. Eine Woche später wurde die Apokalypse durch Fukushima wahr.
Dienstag entführte uns der Meister in die Unterwelt, das Reich der Höhlen. Stalaktiten und Stalagmiten sind Gebilde, die sich in tausenden von Jahren durch mineralhaltige Abtropfungen bilden – und den Reiz und das Geheimnis sowie die Ewigkeit der Unterwelt bestimmen. Auch Chanel scheint die Ewigkeit gepachtet zu haben, denn keinem Modehaus der Welt gelingt es immer wieder, in diesem Maße zu überraschen und solche Trafalgars hervorzubringen. Vergessen die überbordende Kultur Indiens, der Prachtrausch von Byzanz oder – aktuell in den Boutiquen, der Ausflug in die Unterwasserwelt. Dienstag waren wir bei Chanel knallhart im Hier und Heute, ohne die Wurzeln des Hauses und seiner Gründerin zu vergessen.

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Allgemein

Wiederentdeckt – Caron Royal Bain de Champagne

Ähnlich wie die Legende Guerlain – das Dufthaus schlechthin – gibt es eine Institution in Paris, die kleiner aber nicht weniger fein ist. Caron – mit Stammhaus in der Avenue Montaigne ist wesentlich femininer, und wenn man ein Synonym dafür suchen würde, wäre es die Puderquaste aus Schwanenflaum. Davon gibt es neben den Duftklassikern Tabac Blond, Nuit de Noel und dem im Film „Der Duft der Frauen“ mit Al Pacino zitierten weltberühmten „Fleur de Rocaille“ unzählige – in allen Farben des Regenbogens schillernde – Exemplare. Das Geschäft gleicht einer Mischung aus griechischem Tempel und der Laiterie von Marie Antoinette in Vincennes.
Caron ist eine echte Domäne der Weiblichkeit und trotzdem gibt es einige Besonderheiten für die Herren der Schöpfung. Weltberühmt ist das Eau de Caron, das ein reiner Lavendelduft ist, und ein echter Männer Klassiker.

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Allgemein

Arte Fashion-Weekend – Stairway to heaven

„Mode ist das Leben ohne Alltag“ sagte einmal Brooke Astor und genau deswegen, damit man nicht vom Alltag unterbrochen wird, widmet Arte das komplette erste Wochenende im März ganz der Mode. Genauer gesagt der gehobenen Prêt à Porter und der Fashion-Photographie. Daneben werden Hintergründe der Berlin Fashion Week erläutert und die großen Pionierinnen der Kosmetik porträtiert.
Echte Freaks – wie wir 🙂 – kommen total auf ihre Kosten und werden nach diesem schlaflosen Wochenende fast fernsehbildschirmförmige Augen haben. Aber es lohnt sich eben und das Ganze wird auch mit einem richtigen Feuerwerk eröffnet: Die zweifellos grandioseste Modedoku aller Zeiten „The September Issue“, eine Art zehn Gebote der Modewelt, in der die Entstehung der von 640 Seiten Werbung flankierten September-Ausgabe der amerikanischen Vogue des Jahres 2007, unter Anna Wintours Regie, gezeigt wird.

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Interieur

Steven Gambrel – Amerikas Glamour Interieurs der leisen Art

Im Grundsatz unterscheidet sich die Einstellung von Europäern und Amerikanern gegenüber Inneneinrichtern wie folgt: Der Europäer nimmt den Inneneinrichter, um seinen Geschmack zu bestätigen und bringt sich ständig mit Vorschlägen ein. Er realisiert das Konzept des Designers nur zum Teil und versucht seinen eigenen Stil, oder das, was er dafür hält, durch zu setzten.
Der Amerikaner, seit einem Jahrhundert damit vertraut, einen Psychologen genau wie einen Augenarzt zu konsultieren, erteilt General-Budgetvollmacht und lässt den Interieur Designer machen. Sitzt dann, wenn er Pech hat, wie im Hotelzimmer, wenn es sich um einen schlechten Inneneinrichter handelt. Wenn er aber zum Beispiel an Steven Gambrel gerät, betritt er die Wohnung seiner Träume. Gambrels Stil macht seit Jahren in den USA Furore und ist in New York wegweisend.

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Allgemein

Der Tag als der Regen kam – Hermès Transparent-Kelly

Es gibt Dinge, die kann man nicht kaufen, aber sie sind eigentlich genau das Zünglein an der Waage, das einen Trash-Artikel vom Luxus-Objekt unterscheidet, aber eigentlich durch seine Einmaligkeit schon wieder dazu macht.
Anfang der Achtzigerjahre gab es eine Bombenanschlag-Serie in Paris und bei den Defilees der Prêt à Porter im Hof des Louvre wurden Taschen- und Sicherheitskontrollen eingeführt.
Hermès hatte damals die Idee, an Stelle einer Pressemappe eine Einladung zu verschicken, die das Key-Item des Hauses, die gefeierte Kelly-Bag, mit bürgerlichem Namen “ sac haut à courroies“, in durchsichtiger Plastikfolie war. Die Modenschaubesucher sollten damit schnell und auf originelle Weise durch die Sicherheitskontrollen kommen.
Natürlich entwickelte sich die Tasche sofort zu einem Statussymbol und heute gibt es nur noch sehr wenige davon. Außerdem war sie wirklich nur ein Gag und nicht sonderlich haltbar, da sie ja praktisch nur für einen Tag gemacht war.

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Interieur

Peter’s Cuttings – Daniel Porthault Handtücher

Jeder benutzt sie jeden Tag und es gibt sie in unterschiedlichster Güte – Frotteehandtücher.
Mancher mag es einfach nur schlicht weiß- anderen kann es nicht bunt genug sein. Es gibt die flauschige Variante für Verwöhnte und die Hart-Rubbler, die eher feste Badehandtücher mögen. Aber, dass Hand-und Badetücher auch Kunstwerke sein können, lernt man ganz schnell, wenn man das altehrwürdige Wäschehaus Porthault in der avenue Montaigne in Paris betritt.

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Allgemein

Ein Sommer mit Hermès – Die Bademodenkollektion von Christophe Lemaire

Obwohl der Winter uns fest im Griff hat oder gerade deswegen, kommen einem doch immer wieder die schönen warmen Sommertage in den Sinn und machen Lust darauf, wieder einmal leichte Kleidung zu tragen. Farben rufen Sehnsuchtsgefühle hervor und schließlich und endlich werden wir uns wieder fragen, was ziehen wir am Strand an? Die holde Weiblichkeit hat da eher die Qual der Wahl, während Männer sich für klassische Speedos oder Badeshorts entscheiden können, stellt sich den Frauen nicht nur die Frage ob Bikini oder Einteiler sondern es spielen auch noch der Schnitt und die Passform eine entscheidende Rolle.

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Interieur

Vintage Highlight – Die Tutenchamun-Lampe von Bonetti und Garouste

Vintage-Möbel – besonders die von namhaften Designern wie Charlotte Perriand oder Le Corbusier oder auch die nordischen Klassiker von Finn Juhl oder Fritz Hansen – erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Manchmal werden sie in begrenzter Stückzahl immer noch produziert oder neu aufgelegt. Aber natürlich sind die zeitgemäßen Originale unschlagbar, nur leider oft schwer zu bekommen. Wir von Horstson versuchen, unsere Wohnungen gerne durch solche Klassiker aufzupeppen und neben den Skandinaviern hat es mir besonders das Designduo Garouste und Bonetti angetan.
Elisabeth Garouste und Mattia Bonetti wurden durch eine Ausstellung bei dem damals weltberühmten Pariser Möbelausstatter Maison Jansen im Jahr 1981 bekannt, in der sie das erste Mal ihren „Barbarischen Stil „zeigten. Der Eisenstuhl mit Bast wurde weltberühmt und auch ihr an den Stil Napoleon III. angelehnter Korallen-Stuhl erregte Aufsehen. Ihr Stil stand völlig im Gegensatz zu der gerade aufkommenden streng geometrischen Richtung der „Memphis Gruppe“ aus Mailand. Und die Phantasiegebilde waren am Anfang der Achtzigerjahre eine völlig neue Richtung.

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