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peterkempe

Auto

Die Gentleman Driver: Tour Optic 2000 Edition 2015 in Paris

Bild: Thomas Kuball

Ich gebe zu, dass Autos in meinem Leben keine große Rolle spielen, da ich noch nie einen Führerschein besessen habe. Allerdings reizen mich alte Autos, also Oldtimer, allein schon aufgrund ihrer Optik sehr. Hinzu kommt, dass mein Lebenspartner, ähnlich wie ich in der Mode, geradezu einem Lexikon der frühen Mobilisierung gleicht und schon anhand von wenigen Details oder einer Silhouette Provenienz und Baujahr eines Autos bestimmen kann. Ich bin da ein rein optischer Mensch und gehe nach vermeintlicher Schönheit, wobei mir auch da ein eher kostspieliger Geschmack nachgesagt wird. In der Realität bewege ich mich eher mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad, privat sind wir, allein aus Umweltgründen, eh auf Car to go oder Drive Now umgestiegen.
Dass mir eine Rallye einen tief emotionalen Morgen bescheren würde, hätte ich bis vor einigen Tagen nicht gedacht, obwohl ich schon durch den Ort vermuten konnte, dass mit der Tour Auto Optic 2000 etwas Tolles auf mich zu kommen würde …

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Allgemein

Festival International de Mode et de Photographie à Hyères

Festival International de Mode et de Photographie a Hyeres Chanel
Bild: Chanel

Dass Annelie Schubert, die auf der Hochschule für angewandte Kunst in Hamburg Modedesign studierte, das diesjährige Festival für Mode und Fotografie im südfranzösischen Hyères gewann, ist nur ein Grund, dass wir darüber berichten. Nachdem Schubert ihren Bachelor in der Hansestadt machte, ging sie zunächst zu Haider Ackermann. Ihren Master bekam sie dann von der Kunsthochschule Weißensee verliehen. Für den Talentwettbewerb in Hyères kombinierte sie nun in ihrer Kollektion Neuinterpretationen des Kleidungsstückes ‚Schürze‘ mit skulpturalem Design. Das überzeugte die Jury und bringt sie sicherlich demnächst ein Stückchen weiter auf der Modeleiter.

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Allgemein

Le Slip Français – Eine Revolution kommt nach Deutschland

Le Slip Francais
Bild: PR

Wenn man nach Frankreich kommt, lernt man als erstes, dass „Bleu, Blanc und Rouge“ die Nationalfarben des Landes sind und dass man die Form Frankreichs auf der Landkarte ganz salop mit „Hexagon“ bezeichnet. Dass die französische Revolution das Land bis heute verändert hat und man darüber immer noch gerne spricht, ist uns aus dem Geschichtsunterricht bekannt – und auch, dass man in Adelskreisen bis heute noch beleidigt darüber ist …
Dass die Insignien dieser Revolution bis heute die Mode beeinflussen, davon kann man sich aktuell im Grand Palais in der Ausstellung über Jean Paul Gaultier überzeugen. Eine Bemerkung sei mir an dieser Stelle erlaubt: Alle Autoren von Horstson tragen leidenschaftlich gerne die gestreiften Shirts und Pullis von Saint James – also Oberteile mit den Ringeln, die auch in den Nationalfarben daherkommen …
Dass die Franzosen auch über sich selbst lachen können, zeigt, dass sie ihre Geschichte auch gern als spielerische Elemente einsetzen – wie beim Herrenwäsche-Label „Le Slip Français“.

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Interieur

Salone del Mobile Milano 2015 – David Tavcar, Designer

Bilder: Courtesy of David Tavcar

Das Wiener Design hat eine sehr eigene Geschichte und hat sich unabhängig von seinem Nachbarn Deutschland entwickelt. Schon zu K&K-Zeiten wurde mit der Wiener Secession und bedeutenden Designern wie Josef Hoffmann oder Otto Wagner ein eigenständiger Stil begründet. Dagobert Peche gehört mit seinem opulent verspielten Stil zu meinen großen Vorbildern und das Museum für angewandte Kunst in Wien ist ein Dorado zur Inspiration – nicht nur für die jungen Designer der Alpenrepublik. Die Hochschule für angewandte Kunst genießt Weltruf und auf der Vienna Design Week gibt es manchmal mehr Innovatives zu sehen als in Paris oder London.
Wien hat der Spagat zwischen Ost und West und dem Einfluss der Kulturen des ehemaligen Weltreiches Österreich-Ungarn schon immer gut getan. Dieses besondere Klima hat dazu geführt, dass Künstler aus Wien einen ganz eigenen Stil entwickeln konnten.

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Allgemein

Salone del Mobile Milano 2015: Fendi x Campana Brothers

Fendi Monster Stuhl Campana
Bild: Courtesy of Fendi

Dass ihr in der letzten Woche so wenig von mir gelesen habt, liegt daran, dass ich mich auf dem Salone del Mobile in Mailand herumgetrieben habe, um mich im zauberhaften Stadtteil Brera, dem Designdistrict, und auf der Möbelmesse umzuschauen. Zum einen, weil es ja mein Hauptberuf ist, Kollektionen zu entwickeln und zu entwerfen. Zum anderen, um neue Dinge und Designer für Interieurprojekte und nicht zuletzt für interessante Berichte auf unserem Blog zu entdecken …

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Allgemein

Modeschätze – Closed by Jean-Luc Godard 

Closed
Screenshot Video „CLOSED Jean (JL Godard 1987)“

Manchmal fallen einem beim Aufräumen die tollsten Dinge in die Hand. Man hatte sie eine Weile vergessen und schaut man sie dann mit dem Blick von heute an, sind sie aktueller denn je. So ein „Objet trouvé“ möchte ich heute in unserer Reihe der Modeschätze vorstellen. Eine der bekanntesten deutschen Modelabels, die zudem auch international überaus erfolgreich sind, ist seit fast 40 Jahren das Hamburger Unternehmen Closed. Closed gilt als Erfinder der stonewashed Jeans – doch nicht nur das: Kontinuierlich passt sich das Label der Zeit an, ohne die Wurzeln zu verlassen. Es wird auf partnerschaftliche Arbeiten gesetzt – ein Credo, welches Closed seit zwei Generationen erfolgreich am Markt bestehen lässt …

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Ausstellung

Ausstellungstipp: „Wanderland“ by Hermès in London 

Foto: Courtesy of Hermès

Die französischen Sattler-Spezialisten von Hermès überqueren den Ärmelkanal nach London per Eurostar, um ein bisschen zu flanieren. Ziel des kleinen Ausfluges ist die Saatchi Gallery, in der vom 09. April bis 02. Mai 2015 eine Ausstellung gezeigt wird, die mich ein wenig an Monty Python erinnert: „Wanderland“.
„Wanderland“ ist eine Ausstellung über die Kunst des Flanierens. „Das Flanieren, diese herrlich befreiende Kunst des urbanen Umherstreifens, ist typisch für Hermès.“ so Pierre-Alexis Dumas, künstlerischer Direktor bei Hermès, über das Thema für 2015 …

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Allgemein

Verbreuil – Label to watch!

Kaum zu glauben, aber auch in unserer wechselhaften Zeit, in der die Mode von Konzernen regiert wird, gibt es mutige Menschen, deren Hauptaugenmerk auf das Handwerk und die Tradition gerichtet ist. So ein Label, Pardon: so ein Atelier, das sich der Handwerkskunst der Taschenherstellung aus Meisterhand – der Haute Maroquinerie – widmet und noch nicht hundert Jahre alt ist, kam uns just in Paris unter die Augen. Das Spannende an dem Label ist auch, dass es eine Alternative zu „klassischen“ Designertaschen bietet und gleichzeitig auf Individualität setzt. Solche Betriebe entdecken wir von Horstson nur zu gern …

Die Französin Sylvie Véron Hériard Dubreuil gründete vor wenigen Jahren ihre eigene Firma „Verbreuil“ einfach aus den Bestandteilen ihres etwas komplizierten Namens zusammen. Schon der Name klingt wie der einer Kompanie, die von Generation zu Generation gegangen ist, und könnte auch schon zu Zeiten des Ancien Régime begründet worden sein. Tradition mit Moderne zu verbinden – für die Firmengründerin kein Problem, schließlich ist sie mit großen Marken wie „Hermès“ aufgewachsen. Mitten in Saint Germain, in der Rue de Fleurus am Jardin du Luxembourg, befindet sich auch ihre erste Boutique, die die Philosophie ihrer Marke atmet: ein wenig ‚Parisienne‘, ein wenig Louis XV., dazu stringente Klarheit und ein von Art déco und Geradlinigkeit geprägtes Design der Taschen. Kultur, wie sie von der Inhaberin geliebt wird, und die sich in den Kunstgegenständen im Laden widerspiegelt.

Verbreuil positioniert sich unabhängig von saisonalen Trends: Im Vordergrund steht für Sylvie Véron Hériard Dubreuil, Objekte zu schaffen, die zu Gebrauchsgegenständen und im Laufe der Zeit zu Lieblingsstücken der Trägerinnen werden. Das Haus pflegt den Luxus der diskreten Eleganz und einen neuen Chic, den es zunächst nur für Frauen zu kaufen gibt, wobei eine Männerlinie geplant ist. Das Streben nach Perfektion im Handwerk, feinstes Leder und die Passion, sich auf den individuellen Träger einzustellen, stehen sozusagen als Grundlage für die Designs auf der Tagesordnung. Vor Massentrend und Kompatibilität steht aber als Erstes Zeitlosigkeit, die mit Raffinesse verbunden wird – ohne jedem gerecht werden zu wollen. Sylvie Véron Hériard Dubreuil versteht sich als eine Art Architektin der Tasche und weniger als Designerin, die ständig Trends hinterherhetzt. So erinnert das Modell „La Gare“ an die Wurzeln des Art décos und die aufregende Zeit der Zwanziger und Dreißiger. Feinstes Krokodilleder am abgerundeten Griff der Tasche werden mit seltenen Lederarten kombiniert, um das Design der Form zu unterstreichen.

Alle Taschen werden im eigenen Atelier in Südfrankreich von einem „Maître des Metiers“ aus einer Hand gefertigt: Vom Zuschnitt und der Auswahl der Leder bis zum letzten Sattlerstich kontrolliert der Handwerker jeden Arbeitsgang selbst und führt ihn aus. Jedes Teil ist ein Unikat. Fällt etwas anders aus, kann es individuell an den Kundenwunsch angepasst werden. Die Handwerker perfektionieren mit jedem Stück das Wissen, das sie von den Generationen ihrer Vorgänger gelernt haben und schaffen Lösungen bei technischen Schwierigkeiten oder verbessern die Verarbeitungsqualität durch neue Materialien. Jede Tasche ist mit weichem Lammfell gefüttert, um den Komfort beim Hineingreifen in die Tasche zu erhöhen. Zum Einsatz kommen feinste Box- und Kalbsleder, aber auch Exoten oder Krokodilleder.

Verbreuil ist ein gutes Beispiel dafür, dass man auch heute noch Individualität und „Neues“ entdecken kann, ohne dass es zum Massenhype wird. Dass es sich dabei um Highend handelt, sollte klar sein. Die Passion steht hier eindeutig im Vordergrund und aufgrund der begrenzten Kapazitäten kann und will man klein und fein bleiben. Nicht nur die Philosophie und die Designerin sind bodenständig und leben ihre Werte authentisch – auch das Klientel des Hauses sind Menschen, die nicht ständig nach neuen It-Bags schreien. Stil und das Unterstreichen des eigenen Savoir-faire – wem das gelingt, der ist bei Verbreuil gut aufgehoben.

In Deutschland ist Verbreuil leider noch nicht zu bekommen. Aber es lohnt, einen Blick auf die Internetseite zu werfen. Was natürlich noch schöner ist: nach dem nächsten Spaziergang im wunderschönen Jardin du Luxembourg in der Rue de Fleurus im Verbreuil-Store vorbeischauen. Es gibt sie eben noch, die feinen Individualisten …

Verbreuil Paris
4 rue de Fleurus
75006 Paris

Öffnungszeiten:
Montag – Mittwoch: 11 Uhr bis 18:30 Uhr
Donnerstag – Freitag: 11 Uhr bis 19 Uhr
Samstag: 14:30 Uhr bis 18:30 Uhr

Männermode Music

Pharrell Williams – Chanel „New York – Salzburg“

Auch Weltstars oder Stilikonen müssen sich manchmal kurz mal kneifen, wenn sie etwas Besonderes erleben: Pharrell Williams gab auf der Modenschau von Chanel an der Fifth Avenue in New York in einem ehemaligen Militärdepot, das jetzt zur Location für Events und Ausstellungen geworden ist, ein Privatkonzert. Als wenn er es nicht fassen konnte, rief er der Menge zu: „I can’t believe i’m here right now, this is Chanel!“ – Kein Wunder, außer Adidas, für die er ja sogar eine eigene Kollektion und ganze Ranges von Stan Smith Senkern designt, gilt Chanel seine große modische Liebe.

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Architektur

Herzog & de Meuron – Miu Miu-Store in Tokio

Bild: Miu Miu

Wenn Modemarken nicht nur auf textilem Gebiet innovativ sind, sondern auch Kunst und Architektur fördern und beeinflussen, entsteht meist eine interessante Symbiose zwischen der Handschrift des Architekten und den Eigenschaften und Codes der Marke. Kunststiftungen, wie die Fondationen von PRADA oder Louis Vuitton, bereichern die Ausstellungslandschaft ungemein und sind häufig in der Lage, Ausstellungen zu finanzieren, die durch öffentliche oder staatliche Budgets gar nicht mehr möglich wären. Bei der Storearchitektur sind, besonders in Europa, häufig keine spektakuläreren oder innovativeren Neubauten mehr möglich, da die meisten Innenstädte entweder keine freien Grundstücke mehr bieten, bzw. die Immobilien in den 1A-Lagen unter Milieu- oder Denkmalschutz stehen. Nur bei der Inneneinrichtung kann dann die eigene Handschrift angewandt werden, wenn nicht eh der Einheitsbrei nach dem Corporate Identity der Marke vorherrscht …

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