Man muss nicht unter den ersten und schnellsten sein, die ihre Expertisen und Nachlesen zur Fashion Week in Berlin verfassten und veröffentlichten. Abgerechnet werden Orderschauen weltweit ohnehin nur in den Kassen der Designer und Modeunternehmer. Die Hauptakteure können direkt nach ihrer Schau erst mal nur durchatmen, weil alles so weit gut ging und kennen vielleicht eine erste Tendenz bei den Einkäufern, wenn überhaupt. Zu schade, man braucht sie, die nationalen und internationalen Einkäufer, denn, die Kollektionen werden leider nicht direkt nach der Präsentation von bis zur Selbstauflösung begeisterten Journalisten, Bloggern und Promis geordert…
Daisydora
Nur zirka die Hälfte aller Kollektionen die in Mailand und Paris gezeigt wurden, hatten wir hier schon besprochen. Weil wir den großen Rest nicht einfach unter den Tisch fallen lassen wollen, habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, euch anhand einzelner Outfits doch noch einen Überblick über das Angebot an Designermode für das Frühjahr 2012 zu geben. Dabei ist mir aufgefallen, dass die einzige Gemeinsamkeit der Kollektionen in deren Verschiedenheit liegen dürfte.
Den Trend schlechthin, über den man als Richtung berichten könnte, gibt es nicht. Es gibt Überweites und sehr Enges, einreihig und doppelreihig Geschlossenes, ultrakurze Shorts, Hochwasserhosen und überlange Röcke. Eine Renaissance der Klassik trifft auf Ethnoelemente, starke Farben konterkarieren die Pudrigen und auch für Fans von Naturfarbtönen gibt es viel Neues. Romantik und Coolness, Avantgarde in Perfektion, Reduktion und eine Lust, sich auffallend zu verkleiden, alle Präferenzen und Launen des Tages können auch modisch zum Ausdruck gebracht werden.
…das war einmal, dass die Haute Couture um ihre Existenz zittern musste, weil es nur noch die kolportierten hundert bis zweihundert Kunden weltweit gab.
Die Haute Couture hat sich längst aus ihrer Krise Ende der Neunzigerjahre berappelt. Zwar haben auch diesmal nur dreizehn Häuser ihre Ideen für den kommenden Winter während der Haute Couture Paris präsentiert, aber die Absatzzahlen geben in Summe wieder Anlass zu verhaltener Freude. Während rund um das Millenium noch zu befürchten stand, dieser elitäre Zweig der Damenmodeherstellung könnte einst gar nicht mehr finanzierbar sein, streben seit einigen Jahren immer mehr der neuen Kundinnen aus den ehemaligen Schwellenländern und superreiche Künstler aus dem Musikbusiness nach dem letzten echten Luxus in der Mode. Und der Einfluss, den der asiatische Markt auf die Entwürfe der Couturiers hat, ist auch unübersehbar.
Out and About … somewhere in London – Streetstyles von Anne Bernecker
Posted on 14. Juli 2011Nun ist sie wieder rum für knapp sechs Monate, die nach einhelliger Meinung fabelhafteste aller Ausgaben der MercedesBenzFashionWeekBerlin mitsamt Orderrekord, der schon Sekunden nach dem Schließen der Tore verkündet wurde. Veranstalter und Designer sowie die Aussteller der Premium und Bread & Butter scheinen glücklich und zufrieden zu sein, da will Daisy nicht mit Unkenrufen stören.
Was uns aber wieder ratlos gemacht und fallweise den letzten Nerv gezogen hatte, waren die Berliner-Streetstyles mit ihrem Überangebot an Bloggern in den schlimmsten Outfits, die ein Mensch aus irgendeinem Kleiderschrank holen kann. Ich fand Jeansshorts früher mal an jungen Menschen mit langen und schönen Beinen ganz gut, seit ich für Horstson schreibe und mich in der Branche umgucke, mag ich die Dinger nur noch an Models sehen.
Ist Eyan Allen der erste Kreativchef einer Internationalen Modemarke, dessen jüngste Kollektion mit einem von ihm entwickelten CAD-Programm entworfen wurde? Das war die erste Frage, die ich nach der Show an mich stellte; so grafisch, linear, architektonisch und durchgehend klar sind alle Silhouetten, dass der Designer auch Kollektions-Ingenieur sein könnte. Noch mehr Reduktion auf gekonnte Verhüllung und Funktion geht nicht.
Auch die Farbpalette, mit dem Überfluss an Nichtfarben wie Weiß und Schwarz, neben denen die Farben Blassblau, Königsblau, Silber, helles Grau, etwas Tintenblau und Hummer-Rot Signale setzen, unterstützt das Minimalistische und tut sich nicht laut hervor.
Da machte das Kind in mir einen Luftsprung, mein Lieblingsmagazin mare gibt es nun alle zwei Monate auch für Kinder. Genau das Richtige, um sich als überzeugte Wasserratte und Neo-Leser ab zirka sieben Jahren selbst ins Bild zu setzen. Da fragen Kinder und die Meeresbiologin Katrin Knickmeier antwortet, die mare ahoi Comicfigur Siggi Seestern versteckt sich im Wimmelbild und kann darin gefunden werden, es gibt kindergerecht aufbereitete Zahlen und Fakten zu unseren Meeren und dem Leben darin und von Kinderbuchautoren geschriebene Geschichten. Und Geistertinte kann als Experiment nachgemixt werden – wer hätte das als Kind nicht auch gerne gemacht.
Viele Farben und Formen von Denim-Blau – G-Star RAW Spring 2012 auf der MBFWB
Posted on 12. Juli 2011Die Inszenierung der Runway-Show ist eigentlich nur der Transporteur und Übersetzer der Ideen der Designer. Sie macht es uns leichter, das Thema zu verstehen und uns für die Kollektion zu begeistern. Dass da zwischen Berlin und Paris, Mailand oder London mitunter eine größere Strecke zu überwinden ist, als die reinen Autobahn- oder Flugkilometer, konnte man bei der G-Star RAW Show erleben. Die verströmt für mich zur Zeit als einzige Schau der MBFWB exakt das, was international Standard ist.
Über 7.000 kostenlose Rezepte – von uns entwickelt und erprobt. Dieses Angebot auf der Website des Maggi Kochstudios nennt Daisy eine Drohung mit unabsehbaren Folgen für die menschlichen Geschmacksnerven. Aber obwohl alle das wissen, dass richtiges Essen nicht gefaked werden kann, folgt der Zug der Lemminge trotzdem den Egalisateuren über die Felskante in den geschmacklichen Abgrund. Wer braucht noch den Eigengeschmack von Lebensmitteln, so lange uns die mit Geschmacksverstärkern gepimpten Einheitspulver in bunten Tüten darüber hinwegtrösten wollen, dass wir zwar nicht mehr kochen können oder wollen, aber ohnehin glücklich sind mit all den Tütensuppen und pulverisierten Sedativa für unsere Geschmacksknospen.
Herr Schukies, wie viele Jeans im Schrank sind definitiv zu viele? – Das Interview mit Axel Schukies
Posted on 9. Juli 2011Während der Bread and Butter in Berlin trafen wir uns mit Axel Schukies, G-Star Head of Sales Germany, zum Interview.
Nehmen wir an, Sie haben nur Zeit für eine Elevator- Präsentation bei einem potenziellen Kunden. Was erzählen sie dem in Kürze über G-Star?
RAW!
Wie viele Teile der neuen Kollektion haben Sie für sich schon ins Auge gefasst?
8 bis 10! Aber leider muss man sich konzentrieren und kann nicht alles nehmen was einem gefällt!
Verbietet das der Beruf oder gibt es das, dass sie manche Saison lieber mögen, als eine andere?
Unsere Kollektionen sind sehr stabil, es sind eher bestimmte Programme aus den Kollektionen, die ich lieber mag als andere.
Lieber Herr Hinz, Sie haben den Auftrag, ihre First Lady Bettina Wulff….
Posted on 7. Juli 2011Dass es modisch so nicht weitergehen kann mit der Garderobe der besseren Hälfte unseres ersten Mannes im Staate, darüber herrscht nach dem Auftritt bei der Fürstenhochzeit Einigkeit. Und alles was recht ist, das hat die Marke Rena Lange nicht verdient, so glanzlos auf dem internationalen Parkett präsentiert zu werden.
Das Tragische daran: Diese attraktive und hochgewachsene Frau wäre ganz einfach auf leger-elegant oder je nach Anlass, sehr elegant zu bürsten, ist aber stolz darauf, sich nicht viel daraus zu machen, wer was trägt. An dieser Stelle muss ich leider auf ein Interview in einer Zeitung hinweisen, die ich nie kaufen würde. Mode? Ist mir nicht so wichtig. Besser kann man sich nicht outen. Berlin ist ja doch nur Out of Großburgwedel und das ist für Bettina Wulf wie mitten in Großburgwedel, wo es früher so schön war, die Brötchen mit dem Fahrrad in dem Outfit vom Bäcker zu holen, das Sie nun trägt, wenn Deutschlands Damen WM Fußball spielen.







