All Posts By

Daisydora

Allgemein

Schöne Sachen, M23 … ein Mann und seine Anzüge … und eine kleine „Horstson-Hausmodelauswahl“

Header_links_Brioni_Enger_Anzug_aus_Wollmischung_mit Micro_Streifen_lvr_3320Header_rechts_Xagon_Man_Saglia_Slim_Fit_lvr_360
Links: Anzug von Brioni; rechts: Anzug von Xagon Man

Das mit dem einem Mann darf man, wie ihr sicher sofort erkannt habt, wörtlich nehmen. Ich tue einfach mal so, als hätten wir schon unser Horstson-Hausmodel (Horst ist sich da noch nicht sicher … 😉 und zeige euch ein paar schnieke Anzüge an diesem Mann. So vergleicht es sich einfach leichter, welcher es werden könnte, sollte, würde, eigentlich müsste ….
Und weil Horstsonians aller Typen und Haarfarben ohnehin großartig aussehen, habe ich mich passenderweise für den Typ „Adam Levine mit Bart und in ein paar Jahren, aber ohne Mikrophon“ entschieden. Ich hoffe, das passt euch so!
Aber die Hauptrolle spielen die Anzüge … und ein wenig auch die Frage: Wie teuer muss ein guter sein? Oder einer, der einfach gut aussieht, auch wenn nicht gefühlte 200 Prozent Kaschmir mit Seide verarbeitet wurden. Wobei wir immer dazu ermutigen, lieber einen weniger zu kaufen und den dann aber aus einem absolut werthaltigen Material.
Rein optisch könne die günstigen jedenfalls – zumindest an ein und demselben Mann (hier ohne Problemzonen) – durchaus mithalten. Aber schaut einfach selbst.

Continue Reading

Allgemein

Schöne Sachen, F22 … Karrierefrauen in Oscar De La Renta

Header_links_ODRHeader_rechts_ODR_Skyline_jacke_Wollmischung_Gürtel_nap_1750
Jacke und Komplettlook: Oscar De La Renta

Es wird allerhöchste Zeit – dem Vernehmen nach wimmelt es um uns herum nur so von Karrierefrauen, sagenhaft erfolgreichen Selfmade-Businesswomen und promovierenden Modebloggerinnen, und die brauchen bekanntermaßen alle was Passendes anzuziehen. Man hatte ja bei Marissa Meyer von Yahoo erst unlängst gesehen, was da zumindest teilweise schief gehen kann …

Continue Reading

Allgemein

Penetranz zur Potenz – mein Postamt mit Zalando-Promotion „Wir bringen Weihnachten nach Hause“

Header (1)
Foto: DAPD

Das ist hier so eine Art offener Brief an den sehr geschätzten Vorstandsvorsitzenden der Deutsche(n) Post: Dr. Frank Appel
Dauert auch nicht lange, weil ich bloß los werden will, dass ich mir erwarte, dass Räume der Post, wozu auch Hauptpostämter gehören, belästigungsfrei gehalten werden. Als ich heute Morgen (samstags) Post weg zu bringen hatte, sah ich schon vor den gläsernen Schwungtüren, dass der Weg zu den Schaltern halb verbaut wurde mit einer enormen Werbeplatzierung für Zalando, im Hinblick auf Weihnachten … das Versprechen: „Wir bringen Weihnachten nach Hause“ und direkt, nachdem ich noch arglos durch die Tür rechts gegangen war, sprang mich eine Promodame mit Prospekten oder Teilnahmekarten oder was auch immer an und wollte mich für die Idee von Zalando gewinnen.

Continue Reading

Allgemein

RED Auction x Sotheby’s x Sir Jonathan Ive & Marc Newson

Sind hier auch echte Luxusbienen? Ich meine, mehr davon … samstags hatte mich einer unserer Leser dazu ermutigt, noch teurere „Klunker“ aus Dior’s Haute Joallerie zu den schwarzen Kleidern zu zeigen …
Nun gut, die Frage ist hier ja wohl eher rhetorisch gemeint – drum darf ich euch ohne Sauerstoffzelt die sündteuren Lot’s der RED Auction zeigen, die am 23. November by Ticket Only bei Sotheby’s stattfindet (Auction in New York 23 November 2013 7:00 PM EST)

Continue Reading

Allgemein

Schöne Sachen, M22 … Winter-Rot und seine Begleiter

Header_links_Richard_James_Harris_Tweed_Jacket_mrp_675Header_rechts_Thom_Brownde_Round_Frame_Metal_Sun_Glasses_mrp_960
Links: Jacke von Richard James; rechts: Sonnebrille von Thom Browne

Weil wir hier auf Horstson und nicht irgendwo im Ungefähren sind, wird gerade im Winter Farbe getragen … ich könnte mir das nämlich nie verzeihen, euch kampflos den Allzeit-Winterklassikern, Braun, Rost, Senf, Beige, Lodengrün und Camel überlassen zu haben …
Und in Rot sieht man, wenn man das richtige zum „Teint“ erwischt einfach gut, frisch und jung aus inmitten von all dem nassen Grau und den Nebelschwaden. Gute Gründe, um euch hier ein paar Teile und Kombinationen, wie immer als unverbindliche Vorschläge, vorzustellen.

Continue Reading

Allgemein

„You Gotta Have It Or You’ll Die …“

… die Diamond Blue Jean Porosus Double-Gusset Constance Bag aus Krokodilleder von Hermès mit Diamanten und 18 Karat Weißgold Schließe wird es für die meisten von uns vorerst wohl nicht werden. Das selbst für die Verhältnisse des noblen Pariser Sattlers edle und sündteure Prachtstück kostet(e) neu zirka 146.000 Dollar und ging erst in diesem Jahr bei einer Handtaschenauktion (Startpreis 40.000 Dollar) für ungefähr 100.000 Dollar an den neuen Besitzer.
Aber was eignete sich besser als Aufmacher meines kleinen Berichtes zu Handtaschen und dem Verhältnis, das Frauen dazu haben, als eine Tasche, die unerreichbar ist. Auf die Frage, „What makes a good bag?“ hat Tom Ford mal geantwortet: „You gotta have it or you’ll die …“

Seit Frauen um die Mitte des 19. Jahrhunderts mehr alleine auf den Straßen unterwegs waren, musste aus den seidenen, samtenen und handschuhledernen, oft sehr kleinen Beuteln, die aus der Byrsa oder Bursa, was ursprünglich mal der Geldbeutel der Männer war, entstanden waren, Handtaschen mit mehr Platz für Geld, Stofftaschentücher und Parfum werden.
Der Bewegungsradius wurde immer größer und die Industrielle Revolution brachte viele Frauen in Arbeit und kurze Zeit danach in Ausbildung oder Studium … man hatte also immer mehr in der Handtasche zu verstauen und nach dem ersten Weltkrieg brauchten die Frauen die Hände frei, was der großen Tasche mit Schulterriemen, die so etwas wie die Vorläuferin der heutigen Messenger Bag ist, den Weg in die Schränke vieler Frauen ebnete. Und kleiner wurden die Handtaschen seither nur dann, wenn es um feine Abendtäschchen und solche für „Ladies Who Lunch“ geht.
Die Handtasche ist die Toolbox Of Femininity … sie enthält alles, wovon wir glauben, darauf den langen Tag über nicht verzichten zu können und wir wollen insgesamt gut damit aussehen.

Frauen und ihre Handtaschen – an nichts kann man besser festmachen, welche Frau man modisch und wirtschaftlich gesehen vor sich hat. Daran ändern auch die immer besser werdenden Plagiate der Traumhandtaschen nichts. Und meistens beginnt das so um die zwanzig herum, dass man endlich zum Club gehören will und sich über die erste (relativ) „teure“ Tasche drüber traut. Irgendwie gehört das zum Erwachsenwerden, sich nicht nur von Hello Kitty sondern von all den bunten und mädchenhaften Täschchen mit Firlefanz zu trennen und seine erste echte Tasche zu kaufen. Wie fast jede Frau.

Wenn ich das Auto stehen lasse und mit der U-Bahn oder Straßenbahn unterwegs bin, schaue ich am liebsten auf die Taschen der Frauen. Eine Angewohnheit, die ursprünglich nur damit zu tun hatte, dass ich sehen wollte, wer Plagiate trägt und wie viel davon auf ein Original kommen … und mir fällt auf, dass für fast alle Frauen die Handtasche auch Ausdruck des Status sein soll und als Accessoire genutzt wird, mit dem sich das Sozialprestige zumindest ganz oberflächlich aufpolieren lässt. Der Look oder Gesamteindruck wirkt wohlhabender oder gar reicher, wenn man eine gute Handtasche trägt, die nicht jeder kaufen kann. Und das hat in diesem Fall nichts mit gutem Stil und einem sicheren Geschmack zu tun. Es gibt auch weniger schöne Luxushandtaschen, die in diesem Sinne immer funktionieren.

Aber natürlich sollte es das Ziel jeder Frau sein, wenn man schon viel gutes Geld – heute leider immer jenseits der 1.000 Euro – für seine erste oder die zweite und so weiter werthaltige Handtasche ausgibt, macht es natürlich Sinn, diese Investition so gut zu überlegen; so gut, dass dann am Ende wirklich die beste Tasche im verfügbaren Budget bei einem landet. Und, das ging jedenfalls mir damals so, das kann am Anfang auch nicht ganz rund laufen … es braucht Vorbilder und etwas Zeit, bis man den richtigen Blick für stimmige Proportionen und die perfekte Handtasche, die auch zum Bewegungsmuster passt, findet.

Wichtig: Man sollte als sehr große Frau, auch wenn man schmal ist, nie zu kleine Handtaschen kaufen. Mit einer Fendi Baguette, so schön die auch immer sein mag, sieht man aus, als hätte man die etwas zu girly ausfallende Handtasche der kleinen Schwester geliehen. Das gilt auch für die Clutch, die braucht die richtige Größe, sonst sieht das danach aus, dass man sich mal schnell die Brieftasche in Übergröße geschnappt hat, weil keine passende Handtasche zur Hand war …

Und sehr kleine Frauen wirken mit riesigen Totes auch gedrungen und auf den ersten Blick „falsch“. Format, Größe und Art müssen einfach stimmen, man will und sollte die Handtasche ja so lange immer wieder tragen, bis nichts mehr daran zu reparieren ist … ein Zeitpunkt, der bei den besten Handtaschen der Welt, das wisst ihr bestimmt, nie eintritt. Seine Tasche von Hermès hat man ewig … selbst die praktischen Taschen von Tod’s sind unverwüstlich und werden in Italien repariert, wenn sich mal was ergeben sollte. Es lohnt immer, eine gute Tasche zu kaufen, Ladies, es gibt die ja mittlerweile auch in noch halbwegs vertretbaren Preislagen. Und wenn das Geld nicht gleich reichen sollte, ist es besser, darauf hin zu sparen, als eine weitere dieser „Wegwerftaschen“ oder gar ein Plagiat zu kaufen.

Man gewinnt so viel Eleganz und Grandezza und kann auch mit ganz einfachen Sachen bekleidet sein und wird dennoch immer Klasse zeigen. Das ist ähnlich wie mit guten Schuhen. Ich liebe das, gepflegte Hände zu sehen, die eine schöne und gute Tasche halten. Das hat so etwas geheim-elegantes … nur wenige Frauen erkennen den Hersteller – das muss auch gar nicht sein. Es reicht, wenn man als Frau sich selbst beweist, es sich wert zu sein, eine Tasche zu tragen, die noch in Jahren genau so gut zu einem passt, wie gleich zu Beginn. So machen es Frauen mit Stil und Klasse. Da spielen auch Logos nicht unbedingt eine so große Rolle, auch wenn man dagegen halten kann, dass Handtaschen von Dior, Hermès, Louis Vuitton, Saint Laurent und so weiter immer irgendwie signiert sind … aber trotz Schnallen viel dezenter als die mit Plaketten gelabelten von Prada, Miu Miu, Marc Jacobs, Chloé und so weiter …. Das sind naturgemäß auch sehr gute Handtaschen, aber ich würde immer einer dauerhafteren ohne große Logo-Plakette den Vorzug geben.

Eleganz ist nie langweilig, sie verleiht dem Look einfach mehr Klasse und das gewisse Quäntchen „Ewigkeit“. Und jeder, der an Mode und ihren besten Marken interessiert ist, kennt die weltbekannt berühmten Paradebeispiele, Hermès Kelly- oder Birkin Bag … die Luxustaschen, die bei erwachsenen Frauen wohl die größten Begehrlichkeiten wecken. Einige davon sind so kostbar und selten, dass sie nur noch in Auktionen zu haben sind. Luxus arbeitet auch bei Handtaschen immer mit der Verknappung. Das bestätigt die Erwartung der Käufer, dass sie auch wegen des vielen Handwerks, dass dahinter steckt, darauf warten müssen … Zuerst steht man auf der Warteliste, oft bekommt man die Traumtasche aber gar nicht, weil man den richtigen Moment verschlafen hat und am Ende können nur noch die ganz großen Scheine in Auktionen bei Sotheby’s und anderswo helfen …

Macht ja nichts, wenn einige der schönsten Taschen der Welt ein Traum bleiben müssen. Es gibt so viele vernünftige wunderschöne, die man sich an deren Stelle gönnen kann, oder? In diesem Sinne solltet ihr die ausschließlich teuren Taschen in diesem Bericht nur als Illustration unserer Optionen verstehen … man wird ja noch davon fantasieren dürfen, auch mal so eine Tasche zu kaufen!

In zwei weiteren Berichten zeige ich euch dann glaube ich ganz gute Beispiele für (halbwegs) vernünftige und werthaltige Taschen und weil wir irgendwie auch ein ziemlich luxusaffiner Modeblog sind, natürlich auch Taschen für Frauen, die schon einige gute und teure haben und trotzdem mit weiteren Zugängen zu ihrer Sammlung liebäugeln.

Allgemein

Schöne Sachen, F21 … Schwarz mit Luxusdeko von Dior

Schmuck funktioniert nicht bei jedem und vor allem nicht in jeder Form … Zwischen elegantem und kostbarem Accessoire und behangen wie ein Christbaum verläuft oft ein schmaler Grat. Oder kurz: dafür, ein paar Frauen vor dicken Perlenketten, bizarren Statement-Halsketten und bombastischem Goldschmuck, mit dem man zehn Jahre älter wirkt, zu retten, nehme ich mir gerne die Zeit. Und auch wenn klar ist, dass für die meisten von uns die hier gezeigten Schmuckstücke etwas zu teuer sein könnten, will ich sie zeigen, weil es im Kern um die Farben und die Idee von Schmuck geht, der anders und etwas ganz Besonderes ist.

Ein schwarzes Kleid und ein Schmuckstück reicht in aller Regel, erst recht wenn mehrere Farben, Emaille und bunte Steine um die Wette funkeln. Auch zum Großen Schwarzen oder dem Little Black Jacket muss es nicht mehr Funkelndes sein.
Was mir neben den fantasievollen Gebilden, die Victoire De Castellane für ihre Christian Dior MILLY-Modelle gestaltete besonders gut gefällt: kein Gelbgold sondern Weißgold. Das wirkt unaufgeregter und moderner und lässt die Farben der Schmucksteine und Emaillefarben besser zur Geltung kommen. Aber seht einfach selbst!

Das Kleid im Header nennt sich Wool and Silk Blend Dress und kommt von Bottega Veneta (1750 €) … darin sieht man bestimmt mit und ohne Pretiosen ganz fabelhaft aus. Aber es geht ja hier um die Kombination mit Schmuck und die Ohrringe, die mir dazu gefallen, sind die MILLY CARNIVORA „EPINOSA VERTES“ … dazu muss man glaube ich gar nichts mehr sagen, außer, dass es zu den besten Erfindungen des weltumspannenden Schmuckdesigns zählt, dass zwei leicht verschiedene Ohrringe zusammen getragen werden. Hier mit Marienkäfer und Schmetterling …

Das Luxusgebilde mit Smaragden, Diamanten und Rubinen an der cyanblauen Kordel nennt sich MILLY CARNIVORA „POISONUS“ und ist so umwerfend schön, dass nur ein sehr schlichtes und edles Kleid von mir würdig genug befunden wurde, dazu getragen zu werden: das Wool Blend Dress von Lanvin (1095 €).

Zum Großen Schwarzen von Etro (Stretch Dress with Ruffles, 550 €) zeige ich euch den Ring MILLY CARNIVORA „ANCOLIA“, auf dem sich so einiges tut.

Viele bewundernde Blicke dürften die Ohrringe MILLY CARNIVORA „EPINOSA DIAMANTS“ auf sich ziehen, die sind so auffallend, dass aufwendige Details am Kleid, das man dazu trägt, völlig überflüssig sind. Sehr schön dazu: das lose geschnittene Seidenkleid von Valentino (1490 €) mit überlangen Ärmeln.

Zum Kleinen Schwarzen von Marni (475 €) mit Taschendetails gefällt mir der Ring MILLY CARNIVORA „EPINOSA DIAMANTS“ mit seiner grün-roten Fantasieblume, dem blauen Käfer, vielen Diamanten und funkelnden Steinen.

Lange Ärmel ein paar Falten und matter Wollcrepé … das Kleine Schwarze von Miu Miu (1485 €) gibt sich die Ehre, den schönsten aller MILLY Ringe zu begleiten: den MILLY CARNIVORA „POISONUS“ … Smaragde, Diamanten und ein Rubin … so zu einem Schmuckstück verbunden, dass man dabei nicht an die sparsam dekorierten Schaufenster von Großstadt-Juwelieren sondern an pure Verführung denkt, oder?

Was kann danach noch Schönes kommen? Nicht mehr viel. Zwei Kleider zum Vergleichen, nette Schuhe und ein Täschchen. Der Reihe nach sind das: das Dress with Cut Out Back (Miu Miu, 750 €), das hier schon einmal gezeigte Crepé Dress von Saint Laurent (1890 €), die zierlichen und wunderwunderschönen Grusanda Seidensandalen von Christian Louboutin (725 €), hier in Petrol … die sind aber auch in Schwarz zu haben und die silbern funkelnde Clutch Maykimay (1995 €), auch von Monsieur Louboutin. Wenn schon, denn schon, ist ja ohnehin alles purer Luxus. Aber hier geht es ja im Kern um die Idee, ein „buntes“ Schmuckstück, das auch geerbt oder vom Antiquitätenhandel … oder vom Flohmarkt sein kann, zu Schwarz zu tragen.

Was sagt ihr dazu, liebe LeserInnen? Bin schon sehr gespannt …

Allgemein

„Lolitas im Drogenrausch“ x Mode ist Wirklichkeit!

Selbst die Grande Dame der Modekritik, Suzy Menkes, wusste Anno 1994 noch nicht genau, wen sie da vor sich hatte … Als Tom Ford im Herbst 94 erste Mod-Designs in der Gucci-Schau zeigte, quittierte Mrs. Menkes die Models in ihren weißen Etui-Minis und auf Stilettos, die Mr. Ford aus dem klassischen Gucci-Loafer entwickelte, in der International Herald Tribune als „Lolitas im Drogenrausch“.
Was nichts daran änderte, dass es dieser Moment war, der Designchefin Dawn Mellows zum Rückzug brachte, Tom Ford an die Spitze des Gucci Designs, ihm und dem „Designstudio“ die für die Erneuerung der Marke nötige Freiheit gab.
Wollte man den bestmöglichen Creative Director für eine am Boden liegende Luxusmarke Anfang der Neunziger erschaffen, der neben den Entwürfen der Kleider sein bester Marketing Supervisor, ein Trendscout, strategischer Planner, ein Motivforscher und sein eigener Pressesprecher ist, es kommt immer Tom Ford dabei heraus …

Man sagt ja, eine der beiden Gehirnhälften dominiert unser Wesen und Tun, die Talente und Fähigkeiten. Man ist nicht Ingenieur, Vertriebschef, Buchhalter und Künstler zugleich … trotzdem scheint es ausgerechnet in der Mode diesen Typus Hybrid zu geben, Karl Lagerfeld war der Erste, Tom Ford dazumal der jüngste und beste.

Seinen amerikanischen Pragmatismus hatte er während der Ausbildungsjahre in der Seventh Avenue in New York im Tagesgeschäft bei Perry Ellis erprobt; dann zog es ihn nach Europa, Gucci war so gut wie am Ende, als Dawn Mellows den jungen Kollegen ins Team berief. Man muss sich das bildlich vorstellen: In einer der ersten Shows präsentierte Ford einen einzigen Schuh, den Gucci-Clog, und es gab für die Models nur insgesamt sechs Paar dieser Schuhe … je zwei in Schwarz, Beige und Rosa. Im fliegenden Wechsel zog ein Model nach seinem Abgang die Schuhe aus und das nächste schlüpfte hinein.

„Ich bin ein kommerzieller Designer. Darauf bin ich stolz. Ich wollte nie etwas anderes sein. Wieder und wieder habe ich gesagt, dass ich mir diese Branche ausgesucht hatte, um Frauen schöner zu machen. Und dabei kommt es darauf an, den Moment zu nutzen. Wie finde ich heraus, was eine Frau sich als nächstes wünschen wird …“ So, Tom Ford zu seiner Ausrichtung als Kreativer.

Er hatte sich in Florenz in die Marke und ihre aus den Siebzigern stammende Jetset-DNA so lange versenkt, bis er sicher war, dass es richtig sei, dort anzuknüpfen und trotzdem einen eigenen Weg einzuschlagen. Ihm war klar, ein echtes Gucci Revival musste eher auf soliden Zahlen, denn auf Verehrung gründen. Zuerst musste er herausfinden, was die Menschen wollen … und schon in seiner ersten Show als Chefdesigner, das war Anfang 1995, war nach der ersten Verbeugung nach der Show klar, dass Tom Ford nun ein Star war.

Die Rückschau auf ein Ereignis vor so langer Zeit, gibt sicher einigen hier und mir die Gelegenheit, sich zu erinnern zu versuchen, ob man das damals sofort gemerkt hatte, was so vollkommen neu und großartig war. Wir hatten ja den Grunge noch nicht überstanden und Hedonismus und das Schwelgen in Luxus waren nicht eben in Mode.

Aber schaut einfach selbst; jeder ab dem „richtigen“ Alter erinnert sich an Amber Valetta in diesem Mohairmäntelchen zum Seidenstretchhemd und den Hip Huggers aus Samt, oder?

„Gucci“ Autumn/Winter 95/96 Milan … Teil I

Drei weitere Teile kommen dann am Ende, die jüngeren Leser kennen diese Show vermutlich noch nicht … Damit wurde eine neue Ära eingeläutet, in der Gucci großen Einfluss auf das Geschäft mit Mode hatte. Den Einfluss von Tom Ford. „Ich fühlte mich, als liefe ich aus einem dunklen Tunnel auf etwas Neues und Aufregendes zu …,“ sagte Ford … „für mich war es ein Riesenschritt in die richtige Richtung.“

Fords Nachdenken über das Wesen des Berühmtseins – Kooperationen mit Stars, all das hat Gucci zu der Marke der Neunziger gemacht. Im Sog des Erfolges von Tom Ford wurden andere junge Designer berufen, Marc Jacobs ging zu Louis Vuitton, Michael Kors zu Celine, Narciso Rodriguez zu Loewe, John Galliano zu Givenchy und später zu Dior und Alexander McQueen folgte auf Galliano bei Givenchy … Die jungen Designer demokratisierten die Mode. Accessoires und Düfte wurden zu den Einstiegsdrogen für Kundinnen, die sich ein Outfit erst mal noch nicht kaufen konnten.

Als Madonna dann bei den VH1 Awards mit Big Hair in seinen tief sitzenden Hüfthosen erschien, zeigte sich, dass die Idee, Prominenz in den Mittelpunkt des Gucci Revivals zu stellen, brillant war. Man fragte Madonna vor laufender Kamera, was sie da tragen würde, und sie antwortete: „Gucci, Gucci, Gucci!“ Damit begann alles.

Wenn ich die Schau für den darauf folgenden Winter heute gucke, sehe ich mich in diese Zeit versetzt, in der die Branche wusste: Tom Ford hat der Mode den Hedonismus zurück gebracht, neu gemacht und auf der Höhe der Zeit interpretiert … ohne Gucci zum Klon der eigenen Marken-DNA zu machen … alles war so frisch und modern, die weißen Kleider kann man heute noch tragen … und bekäme oder bekommt dafür gleich viele bewundernde Blicke und Komplimente.

Wer mag, schaut rein … einige der besten weißen Kleider der Modegeschichte an den richtigen Frauen: Georgia Grenville, Kirsty Hume, Guinevere van Seenus, Chandra North, Carolyn Murphy und Kate Moss …

„GUCCI by TOM FORD“ The fabulous white dresses 1996

Man muss nicht extra dazu sagen, dass auch Suzy Menkes Skepsis der Anerkennung für diese Leistung gewichen war. Auch wer nicht alle seine Ideen leiden mag, dieser frische Zugang zur Mode, der ihn immer wieder die richtigen Dinge sagen und tun ließ, den könnte so mancher der jungen Kollegen von heute gebrauchen.

Ford sieht Mode als Zuschauersport. „Einige machen mit und viele sehen zu.“ … „Die Modebranche basiert auf absichtlich Nutzlosem!“ „Es amüsiert mich, wenn mich Leute fragen, ob Mode und Business vereinbar seien. Mein Ziel als Modedesigner ist es, etwas zu kreieren, von dem Menschen glauben, es haben zu müssen. Wenn sie es unbedingt haben müssen, dann kaufen sie es. Wenn sie es kaufen, machen wir Umsatz. Und mit Umsatz läuft das Geschäft.“

Tom Ford ist Realist. Das sollte man vielleicht als junges Talent verinnerlichen, dass es das ist, was gute Mode auch wirtschaftlich erfolgreich macht. Nicht das Talent alleine ist entscheidend, ohne die Gabe, die Motive von Kunden (Frauen und Männern) in jeder Saison auf den Punkt zu bringen, und sich nicht in Fantasien zu flüchten, bleibt der Erfolg oft aus. Beispiele dafür gibt es zuhauf. Solche, von Marken, die von den wenigen Tom For’d und Lagerfeld’s dieser Welt gerettet wurden, nur wenige.

„Eines der vielen Talente, die Tom Ford als Designer besitzt, ist die geheimnisvolle Aura, mit der er, Saison für Saison, die außergewöhnliche Wandlung von Gucci und Yves Saint Laurent umgab. Ich ging zu seinen Shows und erwartete Überraschung und Entzücken – keine Selbstverständlichkeit, wenn man so viele Shows besucht, wie ich –, und jedes Mal erlebte ich genau das. Trotzdem habe ich keine Ahnung, wie ihm das gelungen ist. Worin besteht das Geheimnis seiner unerschöpflichen Erfindungsgabe, seines untrüglichen Gespürs für die Provokation, die zeitgenössische Mode idealerweise auszeichnet?“ Anna Wintour

Es ist der Designer, der dem Unternehmen Persönlichkeit verleiht. Gut nachzuvollziehen an der Mühsal der Labels, die ihre Kollektionen ohne einen Namen oder als Team präsentieren. Das, worum es bei Gucci in den Neunzigern und bis zum Ausstieg mit Partner Domenico Del Sole 2003 ging, hatte der Markenerneuerer Ford der Welt gezeigt: „ … bei Gucci ging es immer darum, hochelegante, sehr glamouröse, schöne, schicke und gepflegte Frauen und Männer zu kleiden.“

Mode wirkt als Stimmungsaufheller, sie verjüngt. Auch wenn man schon alt ist, kann man sich mit einem schönen neuen Anzug, einem Kleid und ein paar glänzenden Schuhen an den Füßen wieder attraktiver und um einige Jährchen jünger fühlen. Tom Ford war immer schon der Meinung, wir sollten uns alle bemühen, gut auszusehen … weil diese kleinen Bemühungen auch unsere Psyche beleben. „Und das ist der Beitrag der Mode zur Lebensfreude!“ … sagt er ganz kurz.

Als Tom Ford verkündete, dass keine Einigung mit Jean-Henri Pinault (damals noch PPR, heute Kering) erzielt wurde und die letzten Shows für Gucci und Yves Saint Laurent stattfanden, war er auf dem Titel der New York Times. Und der Hof, den er seinen Nachfolgern übergab, war bestens bestellt.
Tom Ford: „Mir gefällt der Gedanke, dass ich Mitte der Neunziger der Mode wieder einen gewissen Hedonismus verliehen habe. Sexualität ist in meiner Arbeit stets gegenwärtig!“ … aber auch dieser hier ist von Mr. Ford: „Es mag seltsam klingen, aber ich finde Menschen nackt schöner als angezogen. Man kann nur auf eine Weise nackt sein, aber es gibt tausende Möglichkeiten, sich schlecht anzuziehen.“

„Gucci“ Autumn/Winter 95/96 Milan … Teil II

„Gucci“ Autumn/Winter 95/96 Milan … Teil III

„Gucci“ Autumn/Winter 95/96 Milan … Teil IV

Wer wie ich ein ziemlich großer Ford-Fan ist (unter anderem auch deshalb, weil er sagt, nett sein ist bei Menschen in seiner Umgebung das Wichtigste!), dem empfehle ich noch das hier: Tom Ford: Ten Years by Graydon Carter & Bridget Foley.

PS: Zu dem Bild am Ende, Liliana Domnguez, in der berühmten und sehr begehrten YSL Bauernbluse, gibt es eine kafkaeske Geschichte: „Die Macht der Mode kann erschreckend sein. Am 11. September gingen in unserer New Yorker Boutique von Yves Saint Laurent 42 Anrufe von Frauen ein, die unsere Bauernbluse wollten,“ so Tom Ford.

Allgemein

Schöne Sachen, M21 … ein Gentleman auf Abwegen

Header_links_Gucci_Prince_Of_Wales_Wool_Check_Suit_Jacket_1390Header_rechts_Marc_by_Marc_Jacobs_Silk_Cotton_and_Cashemere_Blend_cardigan_225
Links: Jacket von Gucci; rechts: Cardigan von Marc Jacobs

Stilberater, wie der bekannteste der Republik, Bernhard Roetzel, müssen sich jetzt mal bitte kurz die Augen zuhalten, weil ich hier Kombinationen von einzeln korrekten Teilen zeige, die man aber so als Gentleman besser nicht trägt oder zumindest nur zu Freizeitanlässen … aber bitte nicht zur Fuchsjagd … Das weiss ich, weil ich vor einigen Tagen das ultimative Stilbuch von Bernhard Roetzel „Der Gentleman: Handbuch der klassischen Herrenmode“ mal wieder hervor geholt habe, um nachzuprüfen, wie schlimm es mit mir schon geworden ist 😉
Damit wir uns hier nicht missverstehen: ich empfehle erwachsenen Männern ausdrücklich, das Buch mal durchzublättern und sich insbesondere den Anspruch an Langlebigkeit, Qualität und Korrektheit der Garderobe, hinter die Ohren zu schreiben. Aber manches darin ist mir zu streng … wahrscheinlich deshalb, weil ich es nicht verstehe.

Continue Reading

Allgemein

„I’d rather be high“ x David Bowie x Arizona Muse x Louis Vuitton „L’INVITATION AU VOYAGE – VENICE“

Noch einmal Venedig sehen … den Sehnsuchtsort so vieler Menschen, auch der auf Reisen. Und Reisesespezialist Louis Vuitton lädt in seiner neuen Kampagne wieder genau dort hin ein. Mit dabei: Arizona Muse und David Bowie, der Thin White Duke.
Aber die eigentliche Nachricht ist der von Romain Gavras gedrehte Film „L’INVITATION AU VOYAGE – VENICE“ … je schöner ein Luxuslabel in der Vergangenheit schon geworben hatte, desto besser müssen die Nachfolger sein. Und bei Louis Vuitton sind die Erwartungen ohnehin immer hoch. LVMH spart nicht am falschen Fleck, das weiß man.
Drum zeigt der Film Exzellenz an allen Stellen. Da gibt es nichts, das man hätte noch besser machen können. Nebst bombastisch großem Ensemble und Arizona Muse singt und spielt David Bowie „I’d rather be high“ …
Schaut aber ruhig selbst erst mal rein.

Continue Reading