Erst letzte Woche wurde ein Kampagnenmotiv des Labels Saint Laurent Paris von der britischen Behörde zur Überwachung der Werbung, der Advertising Standards Authority, verboten. Das Model, die 18-jährige Kiki Willems, sei zu dünn und eine weitere Veröffentlichung unverantwortlich, hieß es in der Begründung.
Isabelle Caro ließ sich im Jahre 2007 auch ablichten. Die Bilder der „No-Anorexia“-Kampagne des italienischen Modelabels „Nolita“, geschossen von Starfotograf Oliviero Toscana, gingen um die Welt: Isabelle Caro war auf ihnen nackt und wog nur 32 Kilo.
Horst

Bild: NATHANIEL GOLDBERG FOR CHRISTIAN DIOR PARFUMS
Auf den ersten flüchtigen Blick könnte man meinen, Jack Sparrow sei das Testimonial für DIORs neuen Herrenduft. Das ist natürlich Quatsch, aber Depp erinnert durch den Lidstrich, das Haarstyling und die Ketten ein wenig an Captain Jack Sparrow aus dem „Fluch der Karibik“. Für Johnny Depp ist die Zusammenarbeit eine Premiere: Niemals zuvor hat der 51-Jährige für ein Kosmetikprodukt geworben.
Der Duft, für den Johnny Depp werben wird, wurde von François Demachy kreiert und ist ab Anfang September erhältlich. Demachy arbeitet schon seit 2006 als Parfumeur. Ihm wurde die hohe Kunst der Düfte im wahrsten Sinne des Wortes in die Wiege gelegt: er wuchs in Grasse, der „Hauptstadt des Parfums“, auf …

Bild: Hedi Slimane für Saint Laurent Paris
„Nichts ist schöner, als dünn zu sein“, sagt vor einigen Jahren Kate Moss – und erntete dafür Kritik. Ob sich das Model heute auch noch so äußern würde, glaube ich ehrlich gesagt nicht – Magermodels stürmt in letzter Zeit ein eisiger Wind der Empörung entgegen, bei dem man Angst haben muss, dass sie mit ihrer mühsam angehungerten Size Zero umgeweht werden.
Ich weiß nicht, wie Moss über obiges Kampagnenbild von Saint Laurent Paris denkt, aber es stieß nicht überall auf Gegenliebe …
Was diese Sneaker von adidas mit einem Schrebergarten zu tun haben …
Posted on 3. Juni 2015Es gibt viel zu tun: SPD und Union hatten 2013 im Koalitionsvertrag vereinbart, „dass bestehende Diskriminierungen von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften und von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Identität in allen gesellschaftlichen Bereichen beendet werden.“ Ein erster (und vermutlich auch letzter) Schritt wurde letzte Woche getan: Das Bundeskabinett hat auf Grundlage eines Gesetzentwurfs, den Heiko Maas, Bundesminister der Justiz, eingereicht hat, beschlossen, dass die Regelung, dass Verträge zur Nutzung von Schrebergärten nach dem Tod eines Ehegatten weitergelten, auf homosexuelle Partnerschaften übertragen wird. Super! Die geschätzt 78 Menschen, die einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft angehören und gleichzeitig einen Schrebergarten ihr Eigen nennen, werden sich gefreut haben. Warum nicht auch die restlichen 127 Regelungen in 54 Gesetzen, in denen gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften gegenüber der Ehe diskriminiert werden, zugunsten der Homosexuellen geändert wurde (insgesamt gab es in 23 verschiedenen Gesetzen und Verordnungen Änderungen), lässt sich vermutlich mit dem selben Bauchgefühl beschreiben, welches Angela Merkel schon bei der Diskussion um das Adoptionsrecht für Homosexuelle hatte:
Bundeskanzlerin Merkel möchte also ihre „Unsicherheit zum Ausdruck bringen, ohne jemanden zu diskriminieren“. Dabei hat sie sicher nur vergessen, dass Kinder, die bei Homosexuellen leben – wenn überhaupt – lediglich unter der Homophobie anderer Menschen leiden, aber mit Sicherheit nicht daran, dass ihre Eltern zufällig dem gleichen Geschlecht angehören.
Einen ähnlichen Eiertanz führte der Regierungssprecher Steffen Seibert auf, als Tilo Jung von „Jung & Naiv“ bei der Bundespressekonferenz nachfragte, ob Seibert den Widerspruch aufklären kann, gleichzeitig in allen Lebensbereichen die Diskriminierung von Homosexuellen aufheben zu wollen, die vollständige Gleichstellung aber kein Projekt der Bundesregierung sei:
„Tradition, Religion und Kultur“ – ahhh, weil es schon immer so war, wird es also auch immer so bleiben?
Einen Ansatz, den Erika Steinbach, seit 1990 Mitglied des Deutschen Bundestages und Sprecherin für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, zu teilen scheint: Auf Twitter wird sie zwar nicht müde zu betonen, dass sie gegen die „Ehe für alle“ sei, aber partout keine annehmbare Begründung dafür liefert. Gleichzeitig beruft sie sich darauf, dass ihre Meinung verdammt noch mal jeder zu respektieren hat:
Steinbach, selbst kinderlos, wird sicher nicht bedacht haben, dass in der Diskussion um die Öffnung der Ehe nicht um eine simple Meinung geht, die ihr auch keiner abspricht. Vielmehr geht es um Diskriminierungen von homosexuellen Menschen.
Ich wüsste ehrlich gesagt nicht, was gegen die „Ehe für alle“ spricht – selbst im Grundgesetz steht, dass Ehe und Familie unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung stehen. Dass „Ehe und Familie“ nur „Mann und Frau“ meint, steht da hingegen nicht.
Frau Steinbach macht sich derweil schon Sorgen, was nach der „Ehe für alle“ kommen kann und führt die Diskussion ad absurdum:
Und was haben nun die obigen Schuhe von adidas mit diesem Thema zu tun? Adidas hat anlässlich der diesjährigen Pride-Saison Specialeditions des Superstars, der Adilette und des Stan Smith herausgebracht, bei denen die Farben des Regenbogens zitiert werden. Mit Sicherheit wird dadurch nicht die Diskriminierung von Menschen, die zufällig gerade nicht heterosexuell sind, gestoppt. Es ist aber eine schöne Form, seine Solidarität auszudrücken …
Ich bin auf Eure Meinung zum Sneaker und zur „Ehe für alle“ gespannt.

Johannes Huebl; Bild: Salvatore Ferragamo
Hatte ich schon erwähnt, dass ich seit Dezember letzten Jahres ein Mal in der Woche zum Schwimmen gehe? Schuld an meiner sportlichen Betätigung ist der (nicht mehr so ausgeprägte) Wille, bis zum Urlaub im September 10Kg abzunehmen. Um meine Motivation zu pushen, war mein Freund so nett, mir personalisierte Adiletten zu schenken. Während sich nun also am Beckenrand eine ganze Batterie von fast identischen Badelatschen stapelt, fällt meines durch eine individuelle Farbwahl und eingeprägten Namen ins Chlorwasser-verquollene Auge. Der Vorteil liegt auf der Hand: Verwechslungen sind nahezu ausgeschlossen.
Ich weiß nicht, ob Johannes Huebl auch zum Schwimmen geht. Noch viel weniger weiß ich, welche Schuhe das Model im Hallenbad anzieht. Was ich aber weiß ist, dass man Huebl ein Faible für schöne Schuhe nachsagt. Und seit Neuestem tragen diese zumindest zum Teil auch seinen Namen …
You talk like Marlene Dietrich
And you dance like Zizi Jeanmaire
Your clothes are all made by Balmain
And there’s diamonds and pearls in your hair, yes there are.
Peter Sarstedt in „Where do you go to“, 1969
Wir hatten in den letzten Tagen schon häufiger über Balmain gesprochen – schließlich ist das Label der diesjährige Gastdesigner bei H&M. Also kamen wir nicht um einen Blick in das reguläre Lookbook des Luxuslabels drum herum. Die Reaktionen waren, nun ja, durchaus durchwachsen. Nun ist Balmain aber nicht nur wegen seines Prêt-à-porters bekannt, sondern seit 1945, also nur ein Jahr, nachdem Pierre Balmain sein Label gegründet hat, auch wegen seiner Düfte, die sich zum Teil zum Klassiker entwickelt haben: „Monsieur Balmain“ (ursprünglich „Eau de Verveine-Citronelle“) ist ein Beispiel für einen solchen Duft von Balmain, den es nun schon seit 1949 gibt.
Ab Juli 2015 gibt es einen neuen Duft von Balmain, der sich schon auf den ersten Blick an die klare Stil-„Ästhetik“ des Hauses erinnert – zumindest so, wie sie Olivier Rousteing seit einigen Jahren prägt …
Zwei schwarze Epauletten akzentuieren den nachtblauen Glasflakon und unterstreichen den von Olivier Rousteing eingeführten Look von Balmain. Peter Sarstedt würde das Flakon-Design sicher nicht mit einer Textzeile in einem seiner Songs verewigen, wie er es mit „Your clothes are all made by Balmain“ in „Where do you go to“ gemacht hat. Aber schließlich geht es bei einem Duft nur zweitrangig um den Flakon …
Kreiert hat den Duft Olivier Pescheux, der zuvor schon für einige Düfte für Diptyque, Christian Dior und Montblanc entworfen hat. Testet man den Duft, fällt zuerst eine Frische von Bergamotte auf, die mit Safran und Muskatnuss kontrastiert. So steht es zumindest in der dazugehörigen Pressemitteilung. Nun bin ich keine „Nase“ wie Pescheux, kann aber durchaus die Gewürz- und Ledernuancen des Duftes wahrnehmen. Zum Ausklang soll „elegantes Zedernholz mit der süßen Wärme von Tonkabohne“ verschmelzen, während gleichzeitig die „Kombination mit Moos an Intensität und Tiefe“ gewinnt. Oder um es mit den Worten von Blomquist zu sagen: „Der Duft hält nicht, was der Flakon verspricht!“ Zum Glück! Der Duft ist nämlich richtig gut.
Der Einsatz von Hightech-Materialen in der Mode ist per se nichts Neues: Gerade die Luxushäuser sorgen seit Jahrzehnten dafür, dass man auf andere Stoffe als Baumwolle zurückgreifen kann. Albert Kriemler ging im vergangenen Winter einen Schritt weiter und ließ für seine Herbst-Winter Kollektion von Akris in einige Kleider von LEDs einnähen – selbstverständlich konnte man die Helligkeit der Lämpchen variieren. Die Idee erinnerte auf eine charmante Art an den Film „Der elektrische Reiter“ aus dem Jahre 1979, in dem Robert Redford als Werbefigur im Auftrag eines Lebensmittelkonzerns mit einer leuchtenden Uniform mit zahlreichen Glühlampen auftrat.
Vor einigen Tagen stellte nun das Forschungsteam von Google, ATAP, zur Entwicklerkonferenz „Google I/O“ das „Project Jacquard“ vor.
Hinter dem „Project Jacquard“ verbirgt sich Kleidung, die mit leitfähigen Metallfäden versehen ist. Diese Fäden dienen als Sensoren, sodass durch Berührungen mit der Hand zum Beispiel Mobilgeräte gesteuert werden können.
Als Kooperationspartner für das „Project Jacquard“ hat Google den Jeanshersteller Levi’s ausgewählt. Keine schlechte Wahl, wie ich finde: Levi’s verfügt über ein entsprechendes Distributionsnetz und dem vorauseilenden Ruf, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Eben diesen Willen muss man vermutlich auch aufbringen, um einen Stoff zu entwickeln, der gleichermaßen angenehm zu tragen und Waschmaschinen tauglich ist und zudem auch die Technik beinhalten kann, die es bedarf, dass man zukünftig Telefongespräche mit einem Wisch über die Jeansjacke annehmen kann …
Mein Dank geht heute an meinen werten Kollegen Jan: Weil er vor knapp zwei Wochen das neue Album von Róisín Murphy in den Himmel gelobt hat, haben wir uns gestern zur Großen Freiheit 36 aufgemacht, um uns das Konzert der irischen Musikerin anzuschauen. Angekommen auf der Großen Freiheit fragte man sich zuerst, warum sich schon um 18:45 Uhr (!) eine Schlange vor der Olivia Jones Bar bildet?! Nicht-Hamburgern sei erklärt, dass wir Frau Jones zwar sehr mögen und sicher schon seit 20 Jahren kennen, nur verschlägt es einen Hamburger im Normalfall eher selten in Hamburgs Antwort auf den Ballermann.
Nachdem wir uns erst letzte Woche über die Zusammenarbeit von H&M mit Balmain – nun ja – gewundert haben, ist es spätestens jetzt an der Zeit, einen Blick auf die reguläre Kollektion des Labels zu werfen. Aus verständlichen Gründen hatten wir die Entwürfe von Olivier Rousteing bisher gar nicht erst vorgestellt, geschweige denn besprochen.
Kris Van Assche legt vorläufige Pause bei seinem eigenen Label „KRISVANASSCHE“ ein
Posted on 28. Mai 2015Kris Van Assche legt eine kreative Pause bei seinem eigenen Label „KRISVANASSCHE“ ein: „Die Zeiten sind hart für Independent-Labels,“ so Van Assche ggü. der Women’s Wear Daily. „Das wunderbare Abenteuer von KRISVANASSCHE hat einen Punkt erreicht, wo ich das Bedürfnis habe, eine Pause einzulegen um etwas Abstand zu gewinnen und zu schauen, wie man mein Label zukunftsfähig machen kann. Ich warte auf den richtigen Zeitpunkt für KRISVANASSCHE und konzentriere mich erstmal auf meine Arbeit als Künstlerischer Leiter von DIOR.“
Das klingt auf den ersten Blick nur halb so wild, bekommt allerdings einen etwas bösen Beigeschmack, wenn man bedenkt, welche Labels in den letzten Monaten ihre Kollektionen eingestellt haben … Um es mit den Worten von Lidewij Edelkoort zu sagen: Die Mode ist tot!



