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Horst

Schaufenster

Schaufensterbummel bei Vetements und Saks Fifth Avenue New York

(Foto: Michael Ross for Saks Fifth Avenue)

Wo wir doch gerade über Schaufenster gesprochen haben: Demna Gvasalia hat für Saks Fifth Avenue in New York einige Auslagen gestaltet – ganz ohne Kleidung von Vetements, dem Label des radikalen Designers. Stattdessen türmen sich in den Schaufenstern meterhoch alte Klamotten, die Mitarbeiter des amerikanische Luxuskaufhauses zusammengetragen haben. Hinzu kommen Teile vergangener Saison, die von Saks Fifth Avenue nicht verkauft wurden.

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Schaufenster

Schaufensterbummel

(Galeries Lafayette Haussmann Paris; Bild: Prada)

Meine erklärte Lieblingsbeschäftigung an einem Sonntagnachmittag: einen Schaufensterbummel machen. Okay, in Hamburg macht es – leider – meist wenig Sinn, so lieblos wie die Auslagen gestaltet sind. Allen voran vermiesen die Fenster bei Karstadt auf der Mönckebergstraße das sonntägliche Vergnügen, wo man in regelmäßigen Abständen von großen Aufklebern erschlagen wird, die wieder irgendeinen Sale oder wahlweise einen Feiertag ankündigen, zu dem man „endlich“ die heißersehnten, keksbeigen Chinos kaufen kann. Da war die Verbarrikadierung zum G20-Gipfel ehrlich gesagt auch egal und dürfte niemanden aufgefallen sein.
Ganz anders gestalten sich die Schaufenster traditionell in Paris und – ganz aktuell – insbesondere die Galeries Lafayette Haussmann.

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Shopeinrichtung

Raf räumt den Laden auf

(Calvin Klein Flagship-Store; Madison Avenue in New York; © 2017 Elizabeth Felicella/Esto Photographics)

Wenn ein neuer Designer das kreative Zepter eines Labels übernimmt, gehören scheinbar große Veränderungen dazu – fast schon legendär die Umstrukturierungen der Marke Yves Saint Laurent durch Hedi Slimane, der kurzerhand das „Yves“ aus dem Namen strich und das ursprüngliche Markenlogo reanimierte. Ein solcher Schritt kann erfolgreich sein, wie im Falle von Saint Laurent, oder eben nicht, wie Brioni eindrucksvoll bewies.

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Kampagne

Mariacarla, Grace, Eva und Simon (nicht) allein im Lee House 2

Das Tolle an Kampagnen, Lookbooks und Modenschauen ist, dass man nicht nur die entsprechenden Kollektionen sieht, sondern gleichzeitig ferne Länder und Klassiker der Architektur frei Haus geliefert bekommt. So konnten wir, Dior sei Dank, schon einen Blick ins legendäre Bubble-House von Pierre Cardin werfen, Louis Vuitton gab einen Einblick ins Niteroi-Museum, während man bei Chanel über den Paseo del Prado schlendern konnte. Der Boulevard war menschenleer – ein Anblick, der sicher selbst für die heimischen Kubaner ungewohnt war.

Einer, durch den man auch immer wieder Land und Leute kennenlernt, ist Tomas Maier: „Ich liebe Architektur, deshalb nehmen wir unsere Kampagnen immer in weltbekannten Gebäuden auf,“ wie der Bottega-Veneta-Designer erklärt. „Da die Frühjahr/Sommer-Kampagne 2017 im Paul Rudolph House in einem städtischen Setting aufgenommen wurde, mussten wir eine Location finden, die das gleiche Niveau aufweist, und ich wusste, dass das Lee House 2 das Richtige war. Der Umstand, dass es schneite, gab den Models, den Kleidungsstücken und der Architektur eine zusätzliche Dimension.“ Gut, der Schnee kam insofern sicher auch sehr gelegen, als dass es um die Herbst/Winter-Kampagne geht. Sommer, Sonne, Sonnenschein wäre da auch unpassend.

Tomas Maier wählte für die Bilder wieder den Fotografen Todd Hido, der schon für die Frühjahr/Sommer-Kampagne 2017 verantwortlich war. „Todd ist bekannt für seine stimmungsvollen Innenaufnahmen, doch seine persönliche Bildersprache ist einzigartig,“ sagt Maier. „Er setzt das Licht so ein, dass er sowohl eine Verbindung als auch einen Abstand zu seinem Subjekt herstellt. Beide Kampagnen, die er aufgenommen hat, umfassen Männer und Frauen aller Altersgruppen und zelebrieren deren Stil.“

Hinter der Idee des Films steht eine neue Plattform von Bottega Veneta: „The Art of Collaboration Film“. Das Projekt „Art of Collaboration“ wurde 2001 von Tomas Maier kurz nach seinem Eintritt in das Unternehmen ins Leben gerufen. Das fortlaufende Projekt lädt renommierte Fotografen und zeitgenössische Künstler ein, zusammen mit Maier an der Werbekampagne der Marke für jeweils eine Saison zu arbeiten.
Im Einklang mit der Bildsprache von Hido entwickelte Maier nun also das Kampagnenkonzept mit „Mixed Messages“ weiter. Das Video folgt den Models bei provokatorischen Handlungen, verzichtet aber auf ein eigentliches Ende: „Der Film fordert dazu auf, sich selbst eine Ende auszudenken“, wie Tomas Maier erklärt.
Ideen, wie der Film enden könnte, nehmen wir gerne in den Kommentaren entgegen …

Kampagne

Guccilla

Lustig, erst vorgestern fanden wir Gucci schon ein wenig eintönig – ein Wort, was bei den Entwürfen von Alessandro Michele verwundert – überrascht das Label mit einer überaus spannenden Kampagne und insbesondere mit einem dazugehörigen Film, den man unter keinen Umständen verpassen darf: “Gucci and Beyond”. Doch gucken wir uns das 1:14 Minuten lange Werk erst mal im Director’s Cut an …

Gedreht wurde “Gucci and Beyond” von Glen Luchford, der ja schon in der Vergangenheit für den ein oder anderen Gucci-Kampagnenfilm verantwortlich war. Inspirieren lassen hat sich der Fotograf und Regisseur von einer skurrilen Mischung aus Star Trek und japanischen Science-Fiction-Filmen der 60er- und 70er-Jahren.
Ergänzt wird “Gucci and Beyond” durch Kampagnenmotive, die sicher auch für Gesprächsstoff sorgen werden. Ob sie auch für rege Umsätze sorgen werden, bleibt abzuwarten.

Hier die Bilder der “Gucci and Beyond”-Kampagne:

“Gucci and Beyond”;  Courtesy of Universal Studios Licensing LLC ; Bild: Glen Luchford

“Gucci and Beyond”; Bild: Glen Luchford

“Gucci and Beyond”; Bild: Glen Luchford

“Gucci and Beyond”; Bild: Glen Luchford


“Gucci and Beyond”; TM & © 2017 CBS Studios Inc. STAR TREK and related marks are properties owned by CBS Studios Inc. All Rights Reserved; Bild: Glen Luchford

“Gucci and Beyond”; TM & © 2017 CBS Studios Inc. STAR TREK and related marks are properties owned by CBS Studios Inc. All Rights Reserved; Bild: Glen Luchford

“Gucci and Beyond”; TM & © 2017 CBS Studios Inc. STAR TREK and related marks are properties owned by CBS Studios Inc. All Rights Reserved; Bild: Glen Luchford

“Gucci and Beyond”; Bild: Glen Luchford

“Gucci and Beyond”; Bild: Glen Luchford

“Gucci and Beyond”; Bild: Glen Luchford

“Gucci and Beyond”; TM & © 2017 CBS Studios Inc. STAR TREK and related marks are properties owned by CBS Studios Inc. All Rights Reserved; Bild: Glen Luchford

“Gucci and Beyond”; TM & © 2017 CBS Studios Inc. STAR TREK and related marks are properties owned by CBS Studios Inc. All Rights Reserved; Bild: Glen Luchford

“Gucci and Beyond”; Bild: Glen Luchford

Kampagne

Calvin Klein präsentiert Kampagne zur „205W39NYC“-Kollektion

(Calvin Klein 205W39NYC; Bild: © 2017 Willy Vanderperre)

Calvin Klein präsentiert die Kampagne zur „205W39NYC“-Kollektion. „205W39NYC“? Das, was sich anfangs etwas kryptisch anhört, ist im Grunde genommen nur die Adresse des Calvin Klein in New York: 205 West 39th Street. Was die Kampagne aber besonders interessant macht, ist, dass sie die gleichnamige Debütkollektion von Raf Simons für Calvin Klein vorstellt.
Fotografiert wurden die eindrucksvollen Bilder von Willy Vanderperre. Zu sehen sind insgesamt 22 Models, wie sie in der kalifornischen Wüste vor Billboards stehen, die Bilder der „American Classics“-Kampagne der letzten Saison zeigen.

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Männermode

Lookbook Gucci Cruise 2018

(Fotos: Elaine Constantine)

Unglaubliche 93 Looks umfasst die Cruise-Männerkollektion von Gucci. Schaut man sich die Bilder an, die Elaine Constantine für das Lookbook aufgenommen hat, fällt zumindest mir auf, dass ich langsam gesättigt von dem „Wimmelbild der Mode“, wie es Peter gerne nennt, bin. Vermutlich bin ich aber der Einzige, der so denkt und ihr seid alle ganz verzückt von dem, was zu sehen ist …
Was mir aber bleibt, ist die tolle Location, in der die Bilder aufgenommen wurden: Die Villa Adriana in Tivoli wurde von 118 bis 134 n. Chr. als Sommerresidenz und Alterssitz des römischen Kaisers Hadrian ausgebaut, wie mir Wikipedia erklärte. Die Erklärung der Cruise-Kollektion von Gucci überlasse ich hingegen Euch und freue mich über Feedback!

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Interieur

Hibbelig auf Ypperlig

(Ikea „Ypperlig“; Bild: Courtesy of Inter IKEA Systems B.V. 2017)

Wenn ein Möbelkonzern (Ikea) mit einer Designfirma, die hauptsächlich Möbelstücke gestaltet (HAY), kooperiert, lohnt sich auf jeden Fall ein genauerer Blick.
Hinter HAY verbergen sich Mette und Rolf Hay. Das Augenmerk liegt seit der Gründung im Jahr 2002 auf modernem Wohndesign unter Nutzung industrieller Herstellungsmethoden, wobei sich das Ehepaar dabei von Architektur, Mode und Kunst inspirieren lässt. Für mich wirkt HAY immer ein wenig wie die mobiliare Antwort auf COS – nur eben für die Wohnung. So hat es mich auch nicht verwundert, dass COS und HAY vor einigen Jahren kooperiert haben.
Das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Ikea und HAY sind Möbelstücke mit geradlinigem, funktionellem und irgendwie ästhetischem Design, die allesamt, und das lässt sich nicht wegdiskutieren, einen sehr skandinavischen Touch haben. Das mag gerade irgendwie modern sein, sieht in der Masse aber immer etwas uninspiriert aus – die Dosis macht eben das Gift.

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Sneakers

Er ist wieder da: Der adidas BW Army

Vielleicht ist es der Turnschuh, den Martin Margiela gerne entworfen hätte? Der Designer hat sich vor Jahren von einem Bundeswehr-Hallenturnschuh inspirieren lassen und machte da auch gar keinen Hehl draus: „Reproduction of Found Garments of Varying Sources and Periods“ war in den Teilen der lockeren „Replica“-Serie eingenäht. Der Schuh avancierte zum Klassiker, wobei das Originalmodell von adidas immer noch begehrt war – wohl dem, der bei der Bundeswehr gedient hat (oder in einer Garnisonsstadt aufgewachsen ist, in der es gefühlt mehr Army-Shops gab als Supermärkte).
Adidas hat den „BW Army“, der eigentlich eine Abwandlung des „Samba“ ist, jetzt wieder aufgelegt …

Der“BW Army“ ist eine originalgetreue Neuauflage des Sneakers, der von der Bundeswehr getragen wurde und kommt in zwei Farben daher: Weiß und Schwarz, wobei mein Herz eindeutig für die weiße Variante schlägt – die mochte ich bei Margiela auch immer lieber.
Etwas lieber ist mir auch der Preis: Während bei Margiela der „Replica“ ca. 400 Euro kostet, muss man bei adidas nicht so tief die Tasche langen – mit ca. 110 Euro ist man dabei. Der Wehrsold war ja auch nie sonderlich hoch …

Männermode

Uniqlo präsentiert Kooperation mit JW Anderson

(JW Anderson x Uniqlo; Bild: Uniqlo)

Während den Designerkooperationen eines schwedischen Textildiscounters grundsätzlich etwas Unangenehmes anhaftet, überrascht Uniqlo immer wieder auf’s Neue mit der Auswahl der Kollaborationsspartner. Eigentlich verwunderlich, spielen doch beide Label in einem ähnlichen Preissegment. Vielleicht liegt es ja daran, dass Uniqlo gar nicht erst so tut, als ob und eben nicht die halbe Modewelt um den Erdball fliegt, um eine Kollektion zu zeigen, die nur durch geschicktes Marketing Begehrlichkeiten weckt.

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