Schon vor den Männerschauen in Paris kann man sich auf der Saint Laurent Homepage die Männerkollektion im Onlineshop anschauen bzw. teilweise erwerben. Während Slimane sich bei den Frauen mit seinem eigenen Stil noch ein wenig zurückgehalten hat ist seine Handschrift bei den Männern eindeutig zu erkennen.
Saint Laurent wird rockiger und sagen wir mal wesentlich schmaler als noch unter Stefano Pilati. Die Models werden deutlich jünger (15?) und androgyner.
Oktober 2012
Ich frag‘ mal kurz in die Runde was ihr von meinem derzeitigen Objekt der Begierde haltet – das sind nämlich die vollgekleckerten Margiela Schuhe für schlappe 390€.
Bei H&M wird es das Modell sicher nicht geben – ich gehe davon aus, dass es bei der schwedischen Bekleidungskette eine schlichte Version des Margiela Sneakers geben wird…
Also los: ich bin auf eure Meinungen gespannt!
Paris Fashion Week für alle: Valentino Live Stream heute ab 14:30Uhr auf Horstson
Posted on 2. Oktober 2012Nachdem vermutlich nicht alle Horstson-Leser zur Zeit in Paris sind, haben wir uns gedacht, dass wir ein wenig Fashion-Week-Flair nach Deutschland in eure Büros holen und streamen einfach die Valentino Womens-Wear Schau!
Um 14:30Uhr startet der Stream automatisch. Wir wünschen viel Spaß!
Mein zauberhafter Kollege Peter überließ mir die dankbare aber gleichzeitig schwierige Aufgabe einer Kollektionsbesprechung der ersten Saint Laurent Kollektion Frühjahr/Sommer 2013. Im Vorfeld gab es ja viele Fragen und Diskussionen. Darf man einfach Yves im Namen weglassen (auch wenn es im Grunde nichts Neues war sondern einfach nur eine Rückbesinnung an die Ursprünge der Marke – wir berichteten)? Sind die Kampagnenfotos langweilig oder nicht? Wird die Silhouette ähnlich der von Dior Homme, der Marke die Slimane groß machte? Er selber hat sich dazu nicht geäußert. Stattdessen wurde ein Kampagnenfoto nach dem anderen veröffentlicht auf denen erste Teile der Kollektion mehr oder weniger zu erkennen war. Alle Motive zeigten aber: Slimanes Stil wird erkennbar sein.
Christian Dior Spring Summer 2013 – Raf Simons Sicht der Dinge
Posted on 2. Oktober 2012Am Freitag zeigte lang ersehnt Raf Simons seine erste Prêt-à-Porter Kollektion für den nächsten Sommer für das Haus von Christian Dior.
Nachdem er schon seine fulminante Neuinterpretation von zeitgemäßer Couture im Juli unter dem großen Beifall der Fachpresse und der Fans des Hauses Dior gezeigt hatte, ahnte man, dass es nicht so ganz daneben gehen konnte – und Raf Simons hat uns für meine Begriffe nicht enttäuscht. Vor allem versucht er nicht dem alten Klischee zu entsprechen, die Stilelemente des Hauses um jeden Preis beizubehalten und ein Dior wieder zu beleben, dass es eigentlich schon seit Jahrzehnten nicht mehr gibt.
Schon ich bin mit dem Haus Dior aufgewachsen, das von Marc Bohan seit 1960 geprägt war, habe den Wechsel zu Gianfranco Ferré miterlebt, der eigentlich einen sehr eigenen Stil gepflegt hat und dann die fulminante, eher romantisch-opulente Zeit von John Galliano gesehen. Gründer Dior war zwar zu seiner Zeit der einflussreichste Modeschöpfer der Welt, aber nach seinem Tod 1956 waren die Elemente des New Looks nie wieder in den Kollektionen aufgetaucht. Erst Ferré hatte immer wieder mit dieser Linie angefangen zu spielen und besonders Galliano sich davon inspirieren lassen.
Der Zeitpunkt einer Verjüngung und eines klaren Dogmen-Wechsels ist also genau der richtige und wichtige, um als zeitgemäße Marke in die nächsten Jahrzehnte zu gehen. Raf Simons nimmt die Elemente des Hauses, wie das Tailleur „Bar“ aus der ersten New Look Kollektion, als zartes Zitat auf und macht dann ein Kleid daraus. Seine Romantik hat nichts Society-Frauen-haftes mehr an sich, sondern das einer modernen Frau. Bewusst wird auf das Raffinement von Qualitäten bei den Stoffen gesetzt, Effekte gibt es bei einigen Durchgängen, wo mit Transparenz und Changierungen gespielt wird.
Die Grundlinie ist klar und modern, spielt mit kleinen raffinierten Details, die aber eher das Handwerk betonen als auf reißerisch lauten Effekt setzten.Trotzdem wirkt nichts streng sondern fließend und es wird kein öder, verzichtender Purismus sondern konstruktive Modernität in den Vordergrund gestellt.
Was mir besonders gefällt ist, dass die Kollektion wie die eines europäischen Modehauses wirkt, das eindeutig von seinen kulturellen Wurzeln, in diesem Fall von Dior, geprägt ist. Nicht Oligarchen-Schick oder das Schielen auf fernöstliche Zielgruppen steht im Vordergrund, sondern die Weiblichkeit, die man sich auch an einem Pariser oder Londoner Mädchen vorstellen kann.
Was ich mir gewünscht hätte wären natürlich mehr Accessoires gewesen, die eher sparsam in der Schau eingesetzt waren. Sicherlich gibt es mehr in der Order-Kollektion und ich bin darauf gespannt was Raf Simons dort für die Modernität tut. Die ‚Lady Dior‘ ist sicherlich nicht mehr die ultimative Tasche zu diesen Looks. Wahrscheinlich weiß Herr Simons dort aber auch Rat, sie neu zu interpretieren.
Absolut modern finde ich die Abendkleider die keine sind, sondern eher Abend-Kombinationen mit weit fließenden Röcken, die an die großen „Ensemble de Réception“ Modelle aus dem Jahr 1954 von Christian Dior selbst erinnern. Schmale, schlichte Oberteile zur High-Tech Interpretation des guten alten Rosen-Damast Stoffe. Die schlichten roten und schwarzen „Tailleur“ Kleider avancieren sofort zu Klassikern in jedem Kleiderschrank.
Zwei Sachen die mir besonders gut gefallen sind, dass die Prêt-à-Porter Kollektion genau das ist, wofür sie als Boutique Kollektion mal erfunden wurde: Sie spiegelt in etwas einfacherer Form den Vibe und den Stil der Haute Couture Kollektion wieder.
Raf Simons nimmt mit ganz feinen Antennen die Tradition und die Eigenschaften des Hauses Dior auf, lässt aber immer wieder zwischendurch seine eigene Persönlichkeit durchblicken und verleugnet sie nicht – Well done Job Monsieur Simons!!
Christian Dior wird sicherlich durch diese Kollektion wesentlich mehr neue und jüngere Klientinnen gewinnen. Trotzdem wird das Haus nicht mit der Brechstange revolutioniert und wird auch den langverbundenen Dior Fans treu bleiben – was ja auch nicht unwichtig ist bei einem dreistelligen Millionen Umsatz, der pro Saison erzielt werden will. Ein Image-Wechsel birgt da stets eine große Gefahr und wenn man neue Zielgruppen erreichen möchte, hat das natürlich auch Risiken.
Für meinen Geschmack gelingt es Raf Simons mit dieser Kollektion eine feine und fragile Metamorphose einer der größten Modehäuser der Welt mit viel Fingerspitzengefühl ein zu leiten. Und schließlich sind es die friedlichen und sanften Revolutionen, die dauerhaft zum Wandel geführt haben.
Christian Dior 2013 ist ein Garant für eine große Zukunft der Avenue Montaigne Nummer 30 – hoffentlich noch lange mit Raf Simons!!

Bild: Screenshot Facebook-Seite stern
Unter Kondolenz versteht man die Bekundung der mitmenschlichen Anteilnahme – zumindest wird es so auf Wikipedia erklärt. Paradoxer Weise bekunden einige tausend Menschen durch das Klicken des Like-Buttons auf Facebook ihr Mitgefühl gegenüber dessen Verwandten, Freunden oder anderen Nahestehenden. So gesehen heute Abend auf zwei Fan-Seiten zweier Zeitungen, die sich heute Abend mangels Niveau unheimlich nah standen:
Als ich „The 2nd Law“ das erste Mal im CD-Player des VW Tiguan einer ehemaligen Kollegin eingelegt und extra ein wenig lauter gedreht hatte um auch alles gut hören zu können wünschte ich mir ich hätte in einem Aston Martin gesessen. Warum? Wäre „Supremacy“ der Name des nächsten Bondfilms, Muse hätten den perfekten Song dazu geschrieben.
Überhaupt haben Muse mit „The 2nd Law“ ein ziemlich perfektes Album abgeliefert. Benannt nach dem zweiten Gesetz der Thermodynamik (die unvermeidliche Verschwendung von Energie innerhalb eines geschlossenen Systems) verschwenden Muse auf diesem Album gar nichts. Bereits der zweite Song auf dem Album und erste Singleauskopplung „Madness“ (ich berichtete) geht mit ihrem Finale und der noch immer grandiosen Stimme Matthew Bellamys durch Mark und Bein. Bellamy sagt über „Madness“: „(…)Es ist vielleicht der beste Song den ich jemals geschrieben habe (…) Es geht um diesen Moment in dem man Streit mit seiner Freundin hat. Sie verlässt das Haus und du wirst zurückgeworfen auf dich selbst um über dein Verhalten nachzudenken. Und plötzlich weißt du: „Verdammt! Sie hat Recht! (…)“. Der beste Muse-Song aller Zeiten wurde „Madness“ übrigens auch von Coldplay genannt, deren Vorband (!) Muse im Jahr 2000 einmal war.
Aber halten wir uns nicht nur an diesem Song auf. „Follow me“ lässt einen erst schwelgen und mündet nach 1:40 in ein Dubstep-Finale welches zur Belastungsprobe meines Trommelfells im Tiguan wurde. Das darauffolgende „Animals“ wendet sich „an die Fred Goodwins“* der Welt, so Matthew Bellamy. („Business suits, dressed to the nines .They flaunt their fat wallets and I wish it were mine“). Es endet mit brüllenden Wertpapierhändlern. Selten wurde Finanzkrise und Investmentbankerhass besser musikalisch verpackt. „Explorers“ ist eine Kritik an der Ausbeutung von Energien und Ressourcen unseres Planeten – getarnt als wunderschöne Ballade („Free me free me free me from this world. I don’t belong here I was a mistake emprisonning my soul. Can you free me free me from this world?“). Nein können wir nicht. Und wer will schon Muse von dieser Welt befreien?
*(Anm.: Fred Goodwin ist ein relativ unbeliebter und in Ungnade gefallener britischer Banker: http://en.wikipedia.org/wiki/Fred_Goodwin)
Foto: Steven Meisel für miu miu
… nur ist die Frage ob das Bein von Caroline Trentini (rechts) leider der Photoshop-Arbeit zum Opfer gefallen ist, oder ob sich ihr Bein hinter dem anderen versteckt?!
Also los: Fehlt nun das Bein von Caroline Trentini oder ist es hinter dem anderen Bein versteckt? Zur besseren Recherche obiges Bild anklicken…
Peter’s Cuttings – Giorgio Armani, der Mann hinter der Weltmarke
Posted on 1. Oktober 2012Einer der schillerndsten und gleichzeitig mystischsten Persönlichkeiten der Mode ist der berühmteste italienische Modeschöpfer Giorgio Armani. Wenig in der Öffentlichkeit, 1934 geboren, ist seine Marke in den letzten Jahren vor allem auf den neuen Märkten wie Russland oder China in unvorstellbarem Ausmaß expandiert. Dabei ist Armani ein echter Könner und Revolutionär der Damen- sowie der Herrenmode gewesen und hat unsere Zeit und vor allem das italienische Modedesign geprägt wie kein Zweiter. Wie kam es dazu und vor allem was war die Antriebsfeder von Giorgio Armani? Der Mensch hinter der Weltmarke und seine Entwicklungsgeschichte sind super spannend und ich möchte euch ein bisschen was darüber in einem zweiteiligen Cutting berichten.





