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Filmtipp: „Who is Sabato De Sarno? A Gucci Story“

Still von „Who is Sabato De Sarno? A Gucci Story“; Bild: Courtesy of Gucci

Wer ist eigentlich Sabato De Sarno? Dieser Frage, die sich der ein oder andere Gucci-Kunde in den letzten Monaten vielleicht gestellt hat, widmet sich ein neuer 20-minütiger Dokumentarfilm, der unter der Regie von Ariel Schulman und Henry Joost entstanden ist. „Who is Sabato De Sarno? A Gucci Story“ liefert einen Einblick in die Entstehung der „Ancora“-Modenschau – dem fulminanten Debüt des neuen Kreativdirektors bei Gucci. Erzählt wird „Who is Sabato De Sarno? A Gucci Story“ vom Schauspieler und Botschafter Paul Mescal.

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Die Colette-Doku: „Colette Mon Amour“

(Bild: Screenshot „Colette Mon Amour“, Instagram; Regie: Hugues Lawson-Body)

„Colette kann nicht ohne Colette existieren“, war 2017 in dem Statement zu lesen, in dem bekannt gegeben wurde, dass der Concept-Store seine Türen an der Rue Saint Honoré in Paris für immer schließt: „Nach 20 wunderbaren Jahren ist Schluss.“
Neben dem Alter von Colette Roussaux, der Gründerin, lieferte auch das Internet einen Grund für das Colette-Aus: „Mit dem Internet und all den neuen Möglichkeiten des Konsums wollte ich nicht mit ansehen, wie sich der Laden allmählich leert oder verschlechtert; nicht nach all der Arbeit, die wir in ihn investiert haben.“ Zudem konnte Roussaux nicht genug Zeit mit ihren Kindern verbringen, wie die „WWD“ berichtet. Das sei ein Umstand, vor dem sie ihre Tochter bewahren wollte. Sarah Andelman, so ihr Name, war bei Colette verantwortlich für den Einkauf.
Nun widmet sich eine einstündige Dokumentation dem Store, der damals Maßstäbe gesetzt hat, die bis heute ihre Gültigkeit beibehalten haben: „Colette Mon Amour“.

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Filmtipp

Dries Van Noten kommt ins Kino

(Bild: © 2017 PROKINO Filmverleih GmbH)

Jeder Revolution fängt klein an: Als Studenten beobachten Walter Van Beirendonck, Dirk Bikkembergs, Marina Yee, Dirk Van Saene, Ann Demeulemeester und Dries Van Noten von der fernen Modefakultät der Antwerpener Akademie aus, was ihre Kollegen in Paris und Mailand treiben. Die sechs Designer lassen den kreativen Geist von Designern wie Thierry Mugler, Claude Montana und Jean Paul Gaultier in ihre Arbeit und ihre Präsentationen an der damals noch recht konservativen Akademie einfließen. 1986 haben sie ihren internationalen Durchbruch bei der London Fashion Week. Der Rest ist Geschichte: Am Ende des Jahrzehnts werden Walter Van Beirendonck, Dirk Bikkembergs, Marina Yee, Dirk Van Saene, Ann Demeulemeester und Dries Van Noten von der Modejournalie als ,Antwerp Six‘ gefeiert.
Einem der sechs Designer aus Antwerpen widmet der Regisseur Reiner Holzemer einen Film, der am 29. Juni 2017 in die deutschen Kinos kommt: „Dries“.

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Filmtipp

Antonio Lopez 1970: Sex, Fashion & Disco

Blomquist berichtete mir vor einigen Tagen von einer Beobachtung, die er in Mailand machte. Ein unscheinbarer Van hielt unweit der Via Mecenate und es stieg einer dieser zahllosen Influencer aus. Dieser „Beeinflusser“, der im eigentlichen Sinne für seinen natürlichen und authentischen Style „gefeiert“ wird, wurde von einem Stylisten, einem Make-up-Artisten und einer hektisch telefonierenden Frau zurechtgemacht. Im Anschluss konnte er dann so tun, als ob es für ihn das Normalste auf der Welt sei, in einem Outfit im Gegenwert eines Kleinwagens über die Straßen von Mailand zu schlendern und ganz zufällig zur Gucci-Schau einzukehren. Soweit, so unverständlich. Nicht nur, dass das Wort „Influencer“ falsch gewählt ist, da kein Magic Fox oder keine Nina Suess die Mode nachhaltig beeinflussen. Vielmehr spiegeln sie, ausgestattet durch Klamotten von Labels und Onlineshops, das wieder, was allgemein als ‚angesagt‘ gilt. Einen eigenen Style? Nein. Eine eigene Message? Wenn man von „a simple but always a good look“ absieht, findet sich da nicht viel, was Rückschlüsse mit einer Auseinandersetzung mit Mode zulässt.

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News

Trailer: „Absolutely Fabulous – der Film“ – Du hast Kate Moss getötet!

(Bild: David Appleby. © 2016 Twentieth Century)

Sweetie Darling! Am 01. Juli startet in Großbritannien „Absolutely Fabulous – der Film“. Etwas später, am 08. September 2016, trinken und torkeln Edina und Patsy endlich in den deutschen Kinos.
Was uns in dem Film erwartet, lässt sich nur spekulieren, allerdings wissen wir jetzt, dass neben Joanna Lumley (Patsy Stone) und Jennifer Saunders (Edina Monsoon) auch das Who-is-Who der britischen Mode zumindest einen Gastauftritt haben …

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Fotografie

Robert Mapplethorpe – Look at the Pictures

Anfang April erscheint eine sehr sehenswerte Dokumentation über den 1989 an AIDS verstorbenen Fotografen Robert Mapplethorpe – zeitgleich mit zwei Retrospektiven des zweigeteilten Werkes des bis heute noch wegweisenden Lichtbildners. Im Getty Museum und im Los Angeles County Museum wird das Werk des Mannes gezeigt, der Maßstäbe in der Fotografie von sexistischen, meist schwulen Themen setzte. Gleichzeitig zeigte Mapplethorpe aber auch durch seine klaren und einfühlsamen Porträts sowie Stillleben eine ganz andere Seite von sich. Doch eines wollte er immer: Seine Bilder sollten Anstoß zur Diskussion geben. Sie sollten nicht einfach die Realität abbilden, sondern das, was sich tief hinter dem Motiv verbarg, in den Vordergrund rücken. Die Abgründe der Menschen und der Sexualität bildeten dabei für ihn, der seine hetero- und homosexuellen Seiten auslebte, den Mittelpunkt seiner Motive. „Look at the Pictures“ stellt eindrucksvoll den Weg des 1946 geborenen Künstlers vor und lässt viele seiner Weggefährten zu Wort kommen.

Was auf uns heute normal aber noch immer ungewohnt wirkt, verstörte damals die Betrachter so sehr, dass Robert Mapplethorpes Werke bis heute modern wirken. Er verzichtete auf ausschweifenden Dekor und fotografiert meist vor schwarzem oder weißem Hintergrund.
Ab Anfang der 80er-Jahre wurde Mapplethorpe, zunächst vor allem in New York von einem größeren Publikum wahrgenommen. Viele Persönlichkeiten ließen sich von ihm porträtieren, unter anderem Andy Warhol, Hollywood-Beau Richard Gere, Sänger Peter Gabriel aber auch Grace Jones oder  Paloma Picasso und Lebensabschnittsgefährtin Patti Smith. Gemeinsam mit der Bodybuilderin Lisa Lyon produzierte Mapplethorpe von 1980 bis 1982 die legendäre Bildserie „Lady Lisa Lyon“. Die Mehrzahl seiner Aufnahmen entstand in seinem eigenen Studio oder in einem der unzähligen New Yorker Lofts.

Modelle, die er in der New Yorker Schwulenszene rekrutierte, zeigten sich unverholen nicht nur nackt, sondern ließen sich auch in BDSM- und Fetischszenen ablichten. Das amerikanische Publikum der Reagan Ära reagierte verschnupft und besonders die Motive der „Portfolio X“-Serie avancierten zum Skandal. Trotzdem förderte ihn, gegen vielerlei Proteste von religiösen und sittlich moralisch aufgerufenen Gruppen, die nationale Stiftung zur Kunst und Kulturförderung und ermöglichte Ausstellungen. Auch er selbst machte sich häufig zum Motiv seiner Fotos. Neben zahlreichen Selbstportraits lichtete er sich zum Beispiel dabei ab, wie er sich mit einer Bullenpeitsche anal befriedigte.
Mapplethorpe verstand es aber, trotz seiner Motive eine beeindruckende Art des Handwerks der klassischen und puren Fotografie anzuwenden, die beruhigt und klar die Themen so inszeniert, dass sie völlig zeitlos wirken und zu einer Kunstform macht. Seine Fotos sind technisch exzellent und brillant und stehen wie er selbst immer im Gegensatz zum Motiv.
„Look at the Pictures“ schildert den Weg Mapplethorpes vom Studium in Brooklyn Anfang der 60er-Jahre, zeigt, wie er Polaroid-Techniken entdeckt, mit denen er seine Freunde fotografiert. Seine Mitarbeiter werden ebenso interviewt, wie die Menschen, mit denen er längere Beziehungen hatte.
Sie berichtet aber genau so darüber, dass ein Jahr nach seinem Tod 1990 die Wanderausstellung „The perfect Moment“ sogar zu Prozessen gegen die Verantwortlichen des Museums führte. Japan brauchte lange, um das künstlerische Potenzial dieses besonderen Fotografen und Menschen zu erkennen und gab die Bildbände, die vorher verboten, erst 2008 frei.

„Look at the Pictures“ wurde von den Regisseuren Fenton Bailey und Randy Barbato gefilmt und stellt die erste so umfangreich gedrehte und recherchierte Doku da, in der so viele Zeitzeugen zu Wort kommen und gleichzeitig versucht wird, den Mensch Mapplethorpe zu ergründen. Dass er auf seine ganz eigene Weise ein Genie war, der in einer Zeit, die noch gar nicht so lange her ist, Grenzen durchbrach und Ästhetik mit politischem Anspruch vereinigte, wird wunderbar herausgearbeitet.
Mapplethorpe gehört mittlerweile zu den absoluten Klassikern der modernen Fotografie. Seine Bilder fordern immer noch zur Diskussion heraus und nicht zum bloßen Betrachten. Genau das war sein Ziel und das hat er auf seine ihm ureigenste Weise erreicht.
„Look at the Pictures“ ist eine Dokumentation, die genau die Stimmung einer Zeit widerspiegelt, die schon modern wirkte aber eigentlich noch von einer tiefen Intoleranz und vor allem ungeheurem gesellschaftlichen Konservatismus in Amerika geprägt war. Ob sich das geändert hat, werden sicherlich die Reaktionen auf Film und die beiden Retrospektiven zeigen. Amerika ist seit Mapplethorpes Tod nicht viel aufgeschlossener geworden.

Ob und wann die Doku in die deutschen Kinos kommt, steht noch nicht fest. Hier als Vorgeschmack der erste Trailer …

Allgemein

Dokumentation: „The First Monday in May“

Die Met Gala ist ganz klar eines der wichtigsten Ereignisse im Modekalender – und das schon seit 1946. Seit 2001 findet die Gala traditionell am ersten Montag im Mai statt. Die Mottos wechseln jährlich: Von „Superheroes: Fashion and Fantasy“ (2008), über „Goddess: The Classical Mode“ (2003) bis „China: Through the Looking Glass“ (2015) – es gibt eigentlich kein Thema, was ausgelassen wird. Traditionell beeinflusst das Thema der Ausstellung natürlich auch den Dresscode der Gäste und die Dekoration des Kostüminstituts im Metropolitan Museum of Art.
Die Dokumentation „The First Monday in May“ gibt einen exklusiven Blick hinter die Kulissen der Gala von 2015 und beschäftigt sich mit Frage, ob Mode Kunst ist und welch ein Aufwand im Vorfeld des Events betrieben wird …

„The First Monday in May“ kommt Mitte April 2016 in die amerikanischen Kinos.

Allgemein

Filmtipp – „Jeremy Scott: The People’s Designer“

jeremy_scott_Jeremy Scott- The Peoples Designer

“I want my clothes to live, to party, to have fun.”
Jeremy Scott

Zwar sind Modedokus nicht unbedingt neu, aber immer noch im Trend. Fast schon legendär sind die Dokumentationen des Regisseurs Loïc Prigent, der eigentlich allen großen Modehäusern eigene Filme gewidmet hat: Chanel, Fendi, Proenza Schouler, Jean Paul Gaultier – spätestens auf ARTE entwickelte sich jedes Werk des Franzosen zum Hit.
Ab 18.September läuft nun mit „Jeremy Scott: The People’s Designer“ eine weitere Doku, die einen Designer im Fokus hat. „Jeremy Scott: The People’s Designer“ begleitet den Amerikaner bei seinen Vorbereitungen zur ersten Schau für Moschino. Zu Wort kommen neben Katy Perry, A$AP Rocky, Rita Ora und natürlich Miley Cyrus, auch Scotts Eltern und Freunde.

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Allgemein

Genauer hingeschaut … „Dior und Ich“

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Bild: Dior (PR)

Rückblende: Frühjahr 2012, der Belgier Raf Simons wird zum Kreativdirektor von Dior ernannt und erntet tosenden Applaus. Bravo, Freudentränen und Pfiffe für einen gewagten Schritt, denn wann kam zuletzt ein Visionär der Männermode in die Haute Couture hineingeschneit? Bestenfalls, um langfristig zu bleiben? Wann wurde der Entschluss gefasst, den stoffgewordenen Minimalisten mit ewigem Beiklang Jil, Sander oder beiden ins Traditionshaus Dior zu holen? Entwarnung – genaue Beweggründe der Verantwortlichen um CEO Sidney Toledano werden in Frédéric Tschengs „Dior und Ich“ nicht analysiert, dafür jede Menge Modemomente ins Visier genommen. Soviel sei versprochen: Es wird historisch, nicht nur alteingesessene Couture-Liebhaber werden in den Bann gezogen.
Denn „Dior und Ich“ wäre niemals ohne ihn entstanden, den Herrn des Hauses. Demjenigen, der die belgisch-französische Symbiose von 2012 erst möglich gemacht hat: Christian Dior. Hinter diesem Punkt bedarf es einer langen Pause, einem Kaffeenachschenken oder aber einer Zigarette – womit wir doch wieder bei Simons angelangt wären, dem hektischen Neu-Chefcouturier, der während der Dreharbeiten immer und immer wieder zum Glimmstängel greift. Pause beendet, Simons muss vorerst warten.

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