Stammkundin Lynn Wyatt wird sich sicherlich freuen, dass endlich mal die Chanel Präsentation der neuen „Art et Métiers“ Kollektion in ihre Heimatstadt Dallas nach Texas kommt …
Am 11.Dezember stellt das Haus Chanel unter dem Titel „Paris-Dallas“ seine alljährlich mit großer Spannung erwartete Kollektion vor, die der Handwerkskunst und den Paraffections Ateliers unter einem geografischen Motto gewidmet ist. Für Lagerfeld ist Wyatt der Inbegriff der Texanerin und sicherlich hat sie seine Inspiration beflügelt. Aber wer nur Cowboyhüte und Boots erwartet, wird sicherlich enttäuscht – die Assoziation zu Dallas kommt natürlich aus der tiefen Geschichte des Unternehmens.
Nun geht es nach Moskau, Schanghai, Bombay, Edinburgh und Deauville dorthin, wo man schon immer Mademoiselle die Stange gehalten hat. Eigentlich eine Fortsetzung der Aktivitäten zum hundertsten Jubiläum der Boutique Eröffnungen in Deauville, wo Coco Chanel ihren ersten Store aufgemacht hat: Die Amerikaner waren es, die bei Chanels Comeback im Jahre 1954 sofort die Vision ihrer neuen Linie begriffen und im Gegensatz zu Europa ihre Orderbücher sofort öffneten. Vorreiter war damals Stanley Marcus, der Besitzer der Kaufhauskette Neiman Marcus, der Chanel nach Dallas holte und ihr sogar einen Mode Oscar verlieh. Etwas früher – Anfang der dreißiger Jahre – hatte ein anderer Amerikaner Chanel im Land der unbegrenzten Möglichkeiten bekannt gemacht: Der US-amerikanische Filmproduzent Samuel Goldwyn kleidete in Hollywood Gloria Swanson ein, worauf die amerikanische Kundschaft bereits damals zahlreich nach Paris strömte, um sich mit Kreationen von Coco Chanel einzudecken. Bis zur Öffnung des Eisernen Vorhangs machte dann die Society der Park Avenue den Löwenanteil der Couture Kundinnen aus. Das Band zwischen dem Pariser Traditions-Modehaus und Amerika sitzt also tief und fest.
Um genau diese Zeit der Eroberung von Amerika durch Chanel zu beschreiben, hat sich Karl Lagerfeld wieder etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Drehte Lagerfeld in der letzten Saison den achtzehnminütigen Schwarz-Weiß-Film „Once Upon a Time“, hat er sich jetzt mit „The Return“ genau in diese Zeit versetzt, als nach siebzehnjähriger Abwesenheit die Art Deco Salons wieder geöffnet wurden und am 5.Februar 1954 die erste Haute-Couture-Schau wieder auf dem Kalender der Modewoche stand.
Nicht nur, dass am Stadtrand von Paris, das Dekor und die Salons von Chanel für den dreißigminütigen Film rekonstruiert und mit vielen Original Teilen bestückt wurden, sondern, ganz den Erfolgsfilmen der Zeit entsprechend, wählte Lagerfeld auch die aufwendige „Technicolor“ Farbfilm Variante, um die Aura perfekt zu transportieren. Für heutige Begriffe ist dieser Schritt gleichermaßen ungewohnt wie faszinierend, ähnlich wie uns die Atmosphäre der Mad Man Serie begeistert hat.
Geraldine Chaplin spielt in „The Return“ Coco Chanel und in den weiteren Rollen sind Rupert Everett, Lagerfelds langjährige Freundin Arielle Dombasle, Lady Amanda Harlech, Anna Mouglalis, Vincent Darré und Sam McKnight zu sehen.
Seine Premiere feiert „The Return“ am 10.Dezember 2013, dem Vorabend der Art et Métiers Präsentation. Für Menschen, die nicht zur Familie Ewing gehören, gibt es den Film natürlich auch auf chanel.com zu sehen sein. Als kleine Einstimmung heute schon mal den Teaser mit Rupert Everett im Interview.
Vielleicht wird in der Kollektion ja genau das zu sehen sein, wovon heute noch jede Frau träumt und deren Grundstein in genau der Comeback Linie enthalten war: die schönsten Kostüme, simpel, weiblich – eine Art Uniform, die im Sturm die Mode eroberten und ihrer Schöpferin bis heute Unsterblichkeit verliehen haben.
Wir sind sehr gespannt auf den Film und natürlich die Dallas-Connection – schade, dass J.R.Ewing das nicht mehr erlebt.