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peterkempe

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Peter’s Cuttings – Sonia Rykiel forever!


Sonia Rykiel – Bild via tonguechic

Glücklicherweise gibt es sie ja noch die Modehäuser, die noch in privatem Familienbesitz sind und nicht von Mega-Konzernen aufgekauft wurden. Von Hermès und Chanel einmal abgesehen, die durch Familienkapital bzw. durch große Privatvermögen abgesichert sind und in der ersten Reihe stehen, auch Klassiker ohne die die Modewelt ärmer und nicht so speziell wäre, die aber kleiner und nicht so allgegenwärtig sind.
Bei einem solchen Haus fällt einem sofort die ur-französische Designerin Sonia Rykiel ein. Kein Unternehmen ist so eng mit Paris verknüpft, den Pariser Frauen und vor allem mit ihrem persönlichen Stadtteil Saint Germain.

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Swinging Hermès – Tanzen im Carré

Das Hermès ein Haus und eine Marke der Phantasie und der Lebensfreude ist, haben die Sattel-Genies aus dem Faubourg Saint Honoré uns ja schon oft genug bewiesen. Und was machen die fleißigen Sattler, Täschner, Carré-Künstler, die Vendeusen und Attaché de Presse, wenn sie nicht produzieren, sich etwas ausdenken, nähen,verschicken oder kommunizieren??
Genau – sie gehen aus, um zu tanzen, fröhlich zu sein und das nicht unbedingt zum Klang der Musette – wie man es sich Klischeehaft von Parisern vorstellt.

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Moscot und Terry Richardson – Terry Le Brille

Die New Yorker Brillenmarke ist schon lange Kult für hippes Publikum, das auf Vintage-Brillen abfährt. In kleinen Auflagen werden immer wieder Flohmarkt- oder Archiv-Funde neu aufgelegt und viele Stars tragen die Sonnenbrillen oder auch optischen Gestelle gern.
Nicht nur das Terry Richardson als eine Art Markenzeichen eine „enlarged“ Aviator, also Fliegerbrille trägt, er setzt sie häufig auch seinen Protagonisten oder auch den Promis, die er photographiert, auf.

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Annabelle Dexter-Jones Capsule Kollektion für Faith Connexion

Die in New York geborene Tochter des Foreigner Gittaristen Mick Jones und der Schmuckdesignerin Ann Dexter, lernte im letzten Jahr durch ihren Freund André Saraiva, Gaffitti Künstler und Nachtclub-König, die Inhaber des französischen „Rocker- Chic“ Labels Faith Connection kennen.
Faith Connection mochte den persönlichen Stil von Annabelle, den man mit „Manhattan Schoolgirl meets boyfriend of a sexy French Man“ umschreiben kann, sofort.

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Peter’s Cuttings – Als Antonio López den Saint Laurent Katalog illustrierte

Am Beginn der 80er Jahre als Modeinformation noch ausschließlich über Magazine wie Womens Wear Daily oder Vogue erfolgten, jedenfalls was die Kollektionen aus Paris oder Mailand betraf, gaben Modehäuser wie Chanel oder Saint Laurent aufwendige, wunderbar gestaltete Broschüren für ihre Kundinnen heraus.
Zweimal im Jahr (es gab eine Frühjahr/Sommer Kollektion und eine für Herbst/Winter) erschienen diese Objekte der Begierde – in relativ kleiner Auflage, denn natürlich gab es weltweit nur wenige Verkaufspunkte für die Prêt-à-Porter de luxe Marken. Märkte wie Russland, China, Südamerika etc. existierten nicht und außer Europa und den USA waren die Japaner und der zaghaft beginnende Nahe Osten die einzigen Ziel-Länder. Die Welt der Mode war zu der Zeit im Vergleich zu heute eine kleine Welt, die sich wenig inflationierte und völlig gesetzmäßig ablief.
Das hat sich ja in den letzten Jahrzehnten total gedreht und heute soll von einem Relikt die Rede sein, das ich immer noch in meinen Archiven bewahre und es liebe hin und wieder reinzuschauen:
Yves Saint Laurents Rive Gauche Katalog gezeichnet von Antonio López aus dem Jahr 1984.

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Christian Lacroix – Pablo Picasso – Zwei Genies in Arles

Die in der malerischen Camargue in Süd-Frankreich gelegene Stadt Arles ist eine Stadt, die viele Einflüsse vereint. Zum einen gibt es sie seit der Römerzeit und neben dem erhaltenen Amphitheater und vielen Zeugnissen aus der Zeit, ist der Einfluss des Sinti Wallfahrtsortes Saint Marie de la Mer und eine knisternde Südländische Mentalität überall spürbar.
Stierkämpfe finden jeden Sommer statt und in den letzten Jahrzehnten hat sich Arles als Kulturstadt einen bedeutenden Namen gemacht. Nicht nur das tausende Touristen im Sommer auf den Spuren von Vincent van Gogh wandeln, der hier seine flamboyanten Sonnenblumen und Provence Gemälde schuf, besonders die Arles Photo, ein internationales Photo Festival mit vielen Ausstellungen und Sessions, treibt die internationale Kultur-Society in diese Stadt.

Das Licht der Provence zog zu allen Zeiten Künstler in ihren Bann und Marc Chagall, Joan Miró oder Henri Matisse lebten hier genau so, wie der berühmteste Künstler des zwanzigsten Jahrhunderts: Pablo Picasso.
Picasso kam in jedem Sommer hoch von der Côte d’Azur, um an der traditionellen Corrida von Arles Teil zu nehmen, meistens hatte er andere Künstler wie Jean Cocteau und auch seine Frau oder seine Kinder Claude und Paloma im Gepäck.
1971, zwei Jahre vor seinem Tod, schenkte er großzügig 59 Zeichnungen und Gemälde der Stadt Arles als Erinnerung an seine Besuche. Heute ein unschätzbarer Millionen Wert. Natürlich zeigen diese Werke die Motive die die Stimmung und Themen des brennenden Südens ausmachen. Picasso liebte Stiere und seine Stier-Porträts und Toreros sind jetzt wieder zu sehen im Musée Réattu.
Aber einfach so als Ausstellung wäre es sicherlich nicht so interessant, wie den Kontext den man gewählt hat: Arles hat einen großen Sohn, der hier geboren wurde und noch heute am Wochenende und im Sommer jede mögliche Zeit hier verbringt und dessen Themen sich auch auf die flammenden Wurzeln der Camargue beziehen: Christian Lacroix.

Einst Fashion Darling (wir haben euch alles bei Horstson über seine Anfänge erzählt ) hat er von 1987 bis 2009 die Couture durch seine unbändige Phantasie grundlegend verändert und Kostüm-Geschichte geschrieben.

Seit fast vier Jahren nun geht er seiner Lieblingsbeschäftigung nach, die er schon früher erprobte, die aber wegen unendlich vieler Kollektionen zu kurz gekommen ist: Seiner Leidenschaft für Kostüme für Theater und Opern. 1988 gestartet für Jacques Offenbach „Pariser Leben“ revolutionierte er auch dort völlig, indem bei ihm die pure Lebensfreude und die Üppigkeit zum Tragen kommt.

Neben „Aida“ oder „Madame Butterfly“ hat natürlich die Oper des Südens „Carmen“ von Georges Bizet besonders das Herz von Christian erobert. Genau diese Kostüme bieten einen idealen Kontext und Gegensatz zu den Werken Picassos. Das spannende dabei ist übrigens, wie bei Theater- Gewändern, Perücken und Accessoires mit Materialien gespielt und kombiniert wird, denn es geht um den Effekt. Da hat ein Zylinder schon mal einen Deckel aus bemalter Pappe oder Perücken Sägespäne-Locken damit die 18.Jahrhundert Optik perfekt ist.

Das Musée Reattu ist malerisch gelegen an der historische Stadtmauer, am Ufer der Rhône und ist allein schon von der Architektur sehenswert. Christian sah Picasso 1957 als Kind das erste Mal und verliebte sich sofort in sein Werk. Seit vielen Jahren ist Claude, der im selben Alter wie Christian ist, ein enger Freund von ihm .Zur Ausstellungs-Eröffnung kam Claude Picasso mit seiner 91 jährigen Mutter François Gilot. Picasso malte sie auf unzähligen Gemälden während sie in Südfrankreich zusammen lebten. Elegant mit pinkfarbenem Strohhut und Vintage-Schal von Christian Lacroix bei der Vernissage – so schliesst sich der Kreis wieder.

Picasso – Lacroix im Musée Reattu läuft noch den ganzen Sommer bis Oktober und die Arles Photo im Juli und August ist sowieso ein „Must“ für alle Photo-Kunstfreunde.

Auf in den feurigen Süden – der Sonne und Picasso-Lacroix entgegen.

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J.M.Weston – The Shoe 2 – College Legende

Wenn man die Schuhe sieht und den Namen J.M.Weston hört, denkt man, dass es sich um eine englische oder amerikanische Marke handeln müsste – dabei ist es eine Ur-Französische Manufaktur aus Limoges.
Die Schuhe werden, ähnlich wie deren englische Verwandte, Church-Northhampton, in reiner Handarbeit hergestellt, haben aber den Touch ‚Française‘ – dieses gewisse „Etwas“, was man nicht erklären kann, jedes Kleidungsstück aber raffinierter macht.

Schon im letzten Jahr machte einer meiner Pariser Lieblingskünstler, der Zeichner und Mittelpunkt des Pariser Nachtlebens André Saraiva für Weston eine Sonderserie mit seinem legendären Logo „Le Baron“ auf dem Karton. Den Schuh gab es in der Variante ’schwarz mit rot‘ des legendären College-Schuhes, mit der etwas dickeren Sohle, der eine Ausstrahlung hat die ihn zum Kultschuh machte.
Der Schuh, eigentlich relativ fest vom Auftritt schwankt so zwischen 50’th Rebell Look von James Dean und formellem Slipper. Es ist nicht nur Andrés bevorzugtes Modell, sondern wird natürlich in einem anderen Kontext auch gern von der Pariser Wirtschafts-Führungs-Clique getragen. Er gilt als lässigerer Business Schuh.
Zur Einführung seiner 21.Jahrhundert Version machte André sein Kurzfilm Debüt und zeigt in der berauschenden Kulisse zwischen Palais Royal und einer der schönsten Dächer von Paris, was einem zugegebener Maßen sehr coolem Typen passieren kann, wenn er sexy Schuhe trägt.
Und die Kombination machts auch beim zweiten Teil von ‚The Shoe‘, den ich noch besser finde. Der Mix aus der wunderschönen Musik, der Farbigkeit und Stimmung des Films und die zauberhafte Ausstattung lassen es zu einem echten Kabinettstück der Clip Kultur werden.

André Saraiva’s „The Shoe“ – Part Two

Die Weston Loafer kombiniert mit Kapuzen Sweat, Used Jeans und Lederjacke waren ja schon der Hammer an purer Sexyness, das schafft André aber noch zu toppen indem er den Protagonisten, der nackt neben seiner Freundin in einem unglaublichen aufwacht, in ein unglaubliches Ankleidezimmer treten lässt, das voller wunderbarer Maß-Anzüge hängt und Kolonnen von College Schuhen aufgereiht enthält. Es ist eines der bezauberndsten Ankleiden die ich je gesehen habe und man möchte sich sofort dort einschließen lassen.

Die Schuhe allesamt auf Zedernholz Spannern, ziehen den Blick auf sich und als Höhepunkt des Luxus, braune Missipiensis Alligator Schuhe werden lässig übergestreift. Schnitt und dann geht’s los mit dem Skateboard…

J.M. Weston College Slipper sind ein unbedingtes Essential – das steht fest – und André ist sowieso eine „Natural Style Icon“ find‘ zumindest ich.
Sein Style ist clean, selbstverständlich aber High Class und ist zeitlos casual.

Die Schuhe sind bei guter Pflege eine Lebensanschaffung und in vielen Lederarten und Farben erhältlich. Vielleicht muss es ja nicht gleich Kroko sein. Für den Sexappeal ist dann ja der Träger zuständig – aber eins muss ich ja unumwunden zugeben: Allein schon für den Hauptdarsteller von „The Shoe“ würde ich mit ihnen Skateboard fahren.

J.M. Weston hat eigene Geschäfte in Paris und eine mega gute Auswahl – auch im Le Bon Marche. Von André und seine Projekten werdet ihr auf Horstson noch mehr erfahren.Vielleicht dann auch schon in J.M.Westons Kultslippern mit oder ohne Skateboard.

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Cogolin – ein neuer Showroom für die Zauberteppiche

Horstson Leser erfuhren es im letzten Jahr als erstes: Die wunderbare Teppichmanufaktur Cogolin in der Nähe von St.Tropez ist aus dem Dornröschen-Schlaf erwacht. Jean-Pierre Tortil, der neue Direktor, der bereits gemeinsam mit Andrée Putmann die weltberühmte Firma Ecart betreut hatte,(Ecart legte die Möbel von Robert Mallet-Stevens zu einer Zeit wieder auf, als diese fast vergessen waren) hat ein Jahr daran gearbeitet dem Traditionsunternehmen neues Leben einzuhauchen.
Wie ein Rohdiamant lag die Manufaktur vor ihm, die mit seinen phantasievollen Teppichen bereits in den zwanziger Jahren die weltberühmten Entwürfe des Art Déco von Silva da Bruhns realisiert hatte, in den sechziger Jahren dann für David Hicks oder die Lalannes arbeitete. Nun ist eine Kollektion entstanden, die vor Farbenfreude nur so strotzt und die alten Handwerkstechniken perfekt mit neuen Einrichtungs-Gewohnheiten und einer frappanten Modernität vereinigt.

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