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peterkempe

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Karl Lagerfeld back to his Roots – Feuerbach Ausstellung in Hamburg

KL_Moderne Mythologie © 2013 Karl Lagerfeld
Moderne Mythologie © Karl Lagerfeld

Der zweite Teil des insgesamt vierteiligen Karl Lagerfeld Ausstellungs-Zyklus in Deutschland begann am 21. Februar in der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle.
Nachdem wir schon ausführlich über die im Essener Folkwang Museum laufende Ausstellung „Parallele Gegensätze“ berichtet haben, in der es um eine Momentaufnahme von Lagerfelds Gesamtwerk mit Schwerpunkt auf Fotografie und Buch geht, präsentierte Karl Lagerfeld jetzt „Feuerbachs Musen – Lagerfelds Models“. Es handelt sich hierbei um eine Ausstellung, die Fotografien von Lagerfeld mit dem Werk eines der bedeutendsten deutschen Maler der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, Anselm Feuerbach, in den Kontext stellt …

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Milan Fashion Week

It’s Milano Babe – Das Prada Statement

Prada Donna FW14_10
Bild: Prada

Donnerstag zeigte Miuccia Prada in Mailand ihre Winterkollektion und eins gleich vorweggenommen: Die Kollektion ist großartig!
Mittlerweile hat das Haus eine Heritage und Stilelemente, die präzise auf eine deutlich erkennbare Kollektionsstruktur gelegt werden, die simpel und doch wandelbar ist. Miuccia Prada spielt gekonnt mit ihren vermeintlich neu aussehenden Kleidungsstücken, die allesamt Klassiker sind …

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Milan Fashion Week

Fashion-Fun at it’s Best – Jeremy Scott für Franco Moschino

Irgendwie gibt es sie noch diese Sternstunden der Mode, wo es einem wieder einfällt, dass abseits von Business, Trends und einer gigantischen Fashionindustrie die Mode Spaß macht und Humor besitzt. Doch vor allem zeigt Mode ihre unendliche Kreativität und macht das Leben bunt …
Jeremy Scott bescherte uns letzte Woche in Mailand eine solche Sternstunde, als er seine Kollektion für das Haus Moschino präsentierte.
Irgendwie war man sich sicher, dass Jeremy Scott genau der richtige Designer ist, um neuen Wind in das verwaltete Erbe des typischen Neunziger Labels Moschino zu bringen. Die Elemente, die Franco Moschino in seiner Mode verwendete, haben doch sehr viel gemeinsam mit denen von Jeremy Scott. Moschino liebte Chanel und übertrieb und überzeichnete nach dem Motto „Darfs ein bisschen mehr sein …“ diesen Stil, würzte ihn mit typisch italienischen Symbolen und schuf damit die für Moschino typische Handschrift.
Schon zu Zeiten von Franco Moschino hatte man immer das Gefühl, als würden Daisy Duck und Minnie Mouse die Kollektion entwerfen. Als Jeremy Scott dann im letzten Jahr den Job des Chefdesigners bei Moschino begann, war klar, dass er als bekennender Fan von Comics und Cartoons genau diesen Faden aufnehmen würde …

Es gibt zwei Möglichkeiten ein Brand zu relaunchen. Entweder man bricht mit allen Traditionen, wie es bei Balenciaga oder Saint Laurent der Fall ist. Oder man reaktiviert die Ikonen des Hauses und setzt sie immer wieder in einen neuen Kontext, wie Karl Lagerfeld das bei Chanel macht.
Glücklicherweise wählte Jeremy letzteren Weg und bescherte uns ein Feuerwerk an Ideen und eine „echte“ Moschino Kollektion. Manch einer mag sagen, dass die Kollektion nichts Besonderes ist oder nichts, was die Mode weiterbringt. Doch weit gefehlt, denn trotz absoluter Tragbarkeit und klassischen Grundteilen und Schnitten, ist es genau das, was die Kollektion besonders macht. Egal, ob man ein Kleidungsstück oder ein Accessoire aus dem Kleiderschrank nimmt, man wird immer fröhlich dabei und es ist im wahrsten Sinne des Wortes originell und nicht lächerlich.

Was haben die größte Fast-Food-Kette der Welt und Moschino gemeinsam? Genau: das „M“! Und so lässt Scott seine Mädchen in den Farben der Pommes Schachteln des Burger Giganten in konservativen Kostümen, Kleidern und Kombinationen aufmarschieren. Gewürzt wurden die Looks mit gelben Kettengürteln aus Plastik und anschließend dann mit roten Stepptaschen serviert.
Vielleicht ist es auch Anspielung von Sott darauf, dass vieles in der Mode auch den faden Beigeschmack von Fast Food hat – egal in welcher Preisklasse?
Für Mode-Enthusiasten folgen nicht nur Moschino Zitate, sondern auch eine Hommage an die Highlights der Neunziger Mode. Lindberghs legendären Fotos, mit den Supermodels im Biker-Look, scheinen ein Revival zu feiern und das Key-Accessoire Moschinos, der Gürtel mit den Buchstaben seines Namens, wird zu ganzen Lederoutfits.

Jeanskostüme, schlichte Jerseys dann eine Spongebob Serie – Mister Scott setzt sich durch! Unglaubliche Taschen, bei denen man sofort herzhaft lachen muss. Da alle Teile Klassiker sind, wie Keepall und Papillon, sind sie trotz Klamauk höchst tragbar. Scott hält sich eben immer an die Grundregel: klassische Form – futuristisches Design.
Die Abendkleider sind große Roben in Couture Manier, vom Mae West Klassiker über Balenciagas Boule Robe bis zum großen Brautkleid: allesamt wirken sie, wie aus gigantischen Gummibären-, Schokoladen- oder Cracker-Packungen geschneidert. Eine Glamourwelt, wie aus der Marketing Kampagne eines Süßwaren-Giganten entsprungen!

Franco Moschino kanzelte schon in den Neunzigern das Fashionsystem ab. Scott hingegen kann dem Fashionsystem sicherlich nicht entgehen, denn auch ein Label wie Moschino muss verkaufen. Aber Scott hat dem Label eine komplette Eigenständigkeit bewahrt, ohne dem Versuch zu erliegen, zwanghaft Trends zu setzen. Die Kollektion ist grandios, auch weil sie nichts sein will, was sie nicht sein kann. Genau das verkörpert, was wir manchmal im Alltag vermissen und was wir als Inspiration benötigen – Spaß.

Auch wenn man nicht im Moschino Komplettlook gehen will, das ein oder andere Accessoire oder ein Shirt ist spielend zu kombinieren und passt immer. Ein Statement gibt man in jedem Fall als Träger damit ab und eines ist trotz mäkelnder Kritiker jetzt schon gewiss: Jeremy Scott hat seine Prüfung glänzend bestanden und Franco wäre sicher stolz auf ihn und könnte sich damit total identifizieren.

Moschino ist back – und im Himmel gibts Fast Food à la Mc Moschino serviert von Jeremy Scott.
Danke für diese Sternstunde des Humors in der Mode!

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Objekt der Begierde – Der Wunderkammer-Schuh von Floris van Bommel

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Grünes Gewölbe, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Im späten Mittelalter wurde es an europäischen Königshöfen Mode, besonders seltene Schätze in Kabinetten zur Schau zu stellen. Seltene Schneckenhäuser, in Gold und mit Edelsteinen gefasste Straußeneier oder Perlen, die in exotischen Formen gewachsen sind, verwahrte man in sogenannten „Wunderkammern“. Damit beeindruckte der Potentat dann seine Gäste, oder sie wurden zur Unterhaltung während der Tafel auf die Tische dekoriert, um Gesprächsstoff zu liefern. Bekannteste heute noch erhaltene Wunderkammern sind das Grüne Gewölbe in Dresden und Schloss Ambras in Tirol …

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Peter’s Cutting – Fratelli Prada Milano

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Bild: Prada

Ab dieser Woche ist es wieder so weit und die Fashion Karawane zieht nach Mailand. Mailand ist das Paris Italiens, nur irgendwie entspannter und es beinhaltet eine Vokabel, die man keinesfalls auf Paris anwenden kann: lässiger. Vielleicht liegt es daran, dass es wesentlich kleiner ist, aber auch die Einstellung der Italiener ist geduldiger und das sprichwörtliche „Dolce far niente“ ist überall zu spüren. Bevor die Herbst-Winter Defilees von Prada, Armani & Co diese Woche beginnen, fand in der letzten Woche die Stoffmesse für das Frühjahr 2015 statt, denn in den Ateliers wird schon fleißig daran gearbeitet, was wir im nächsten Sommer tragen sollen …

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Karl Lagerfeld Fashion Machine – Chanels Metropolis

Dass Karl Lagerfeld ausnehmend gerne fotografiert und auch Filme dreht, liegt wahrscheinlich daran, dass er klare Visionen hat und selber weiß, wie man sie umsetzt. Seine Vorliebe für die Zeit der Weimarer Republik und Filme aus eben dieser Epoche sind auch kein Geheimnis. Zu den berühmtesten Regisseuren diese Zeit gehört natürlich Fritz Lang und sein Film „Metropolis“ mit Gustav Fröhlich und Brigitte Helm. Genau die Ästhetik von „Metropolis“ und die Welt des Expressionismus, sowie die futuristische Vorstellung der Zukunft, faszinieren Karl Lagerfeld schon sehr lange. Was liegt da näher, als eine „Fashion Maschine“ zu ersinnen, die ein bisschen wie in Charlie Chaplins „Moderne Zeiten“ wirkt – natürlich mit Druckmessern und viel Mechanik, um die „technische“ Wirkung zu unterstreichen.
Gesagt, getan: Lagerfeld zeichnete genau in diesem Tenor eine Art Fahrstuhl, in dem man oben die ungeschminkten und unbekleideten Models hineingibt und die dann unten auf das Fotoset der neuen Spring-Summer 2014 Pre-Collection hinausgespuckt werden. Davor steht der Meister selbst und schießt dann die Kampagnenfotos. Lagerfeld ist Perfektionist und der Assistent, der seine „Opfer“ der Maschine zu führt, ist deutlich an der Rolle des Freder orientiert, der eine der Schlüsselrollen in Metropolis innehat. Dazu läuft dann die Musik von Rémy Charrier-Argaillot und schon hat man den passenden Dekor für die Kollektion gefunden.

Die Models Jamie Bochert, Lindsey Wixson, Soo Joo, Nadja Bender und Ming Xi sind gerade die Lieblinge bei den Chanel-Präsentationen und bilden so etwas wie den typologischen Querschnitt der Vorstellung einer globalen Chanel Kundinnen. Vielleicht ist die Fashion Maschine ja auch eine Art der Vorstellung davon, wie Karl Lagerfeld heute die Modewelt empfindet …

Der Aufwand und die Genauigkeit der Produktion sind gigantisch. Wenn man aber den Film betrachtet, fällt auf, dass sich Chanel und Karl Lagerfeld das gestatten, was heute in der Fashion Welt leider immer mehr dem Sparstift zum Opfer fällt: Die Vision und die Fantasie wird genau so umgesetzt, wie es die Perfektion gebietet …

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Peter’s Cutting – Jean Patous moderne Frauen

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Bild: Patou Archiv/ Jean de Mouy

Der Wegbereiter der Mode für die moderne, emanzipierte Frau und Inbegriff für die Einführung der Sportmode war der französische Modeschöpfer Jean Patou.
Viele Errungenschaften der zwanziger Jahre, die man heute Mademoiselle Chanel zuschreibt, wurden zeitgleich von ihm lanciert oder sogar von Chanel übernommen. Schaut man sich die Kollektionen von Patou und Chanel vom Ende der zwanziger Jahre an, kann man nicht nur Parallelen feststellen, sondern es fällt manchmal sogar schwer, die Kreationen zu unterscheiden. Sportlichkeit, das neue Frauenbild der flachen, fast androgynen Frau und vor allem die Modernität von Schnitten und Mustern zeichnen seine Kreationen aus.

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Der Valentino Mann – Louis Garrel

Wie kommt ein französischer Schauspieler zum Urgestein der italienischen Alta Moda? Ganz einfach: Maria Grazia Chiuri und Pier Paolo Piccioli lassen sich gerne von Filmen inspirieren und natürlich taucht auf ihrem Moodboard immer mal wieder etwas von ihrem italienischen Landsmann, dem Starregisseur Bernardo Bertolucci, auf. In seinem Film „Die Träumer“ spielt genau der Typus Mann mit, den die beiden Valentino Designer für die letzte Kollektion von Augen hatten: Louis Garrel.

Intellektuell, zerbrechlich und doch verwegen und mit einem Hang zum Bourgeoisen – so könnte man auch die Valentino Männer typisieren. Für den Duft „Valentino Uomo“ ist Garrel jetzt das neue Testimonial und selbst die italienische L’Uomo Vogue brachte ihn schon im Hebst 2013 in der Mode der stolzen Römer auf 10 Seiten. Durchaus sehenswert, wie wir meinen …

Für den Spot zu Valentino Uomo, in dem Johan Renck, der auch schon Musikvideos für Madonna oder New Order drehte, Regie führte, wurde Rom als Mittelpunkt gewählt. Rom ist eine Stadt, in der die Eleganz wie von selbst zu passen scheint und sie im Grunde genommen sogar verkörpert. Olivier Polge, jetzt „Nase“ bei Chanel, erdachte und kreierte den Duft und die Kampagne fotografierte dann David Sims. Regisseur und Schauspieler scheinen blendend zu harmonieren und Spaß gehabt zu haben, denn eben das strahlt der Film auch aus.

In der von Pierpaolo Ferrari fotografierten Strecke für die italienische L’Uomo Vogue galten die selben Regeln wie beim Film und Garrel besticht auf den Bildern regelrecht in seiner Authentizität. Man kann sich sehr gut damit identifizieren – auch wenn man nicht mehr 19 Jahre alt ist. Eine Eigenart, die übrigens auch die gesamte Herrenlinie von Valentino ausmacht …

Valentino und Louis Garrel erscheinen als völlig selbstverständlich und glaubhafte Kombi und bilden für mich eine durchaus sehenswerte Facette der französisch-italienischen Freundschaft.

„Der Träumer“ jetzt als Valentino Testimonial – die Kampagne wird weltweit gezeigt, was sicherlich der Karriere von Louis Garrel förderlich sein wird. Der Duft mit einer Note aus Bergamotte und Myrte, einer Spur von Kaffee, Gianduja Creme und Leder kann man ab sofort in den Parfümerien erkunden. Vielleicht mag ihn ja der eine oder andere von Euch und findet ihn very Valentino!

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Louis Vuitton & André – Tücher Kapriolen

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André Saraiva; Bild: Louis Vuitton

Foulards d’Artistes ist eine Initiative von Louis Vuitton, in der in jedem Jahr von besonderen Künstlern limitierte Editionen, unabhängig von den Hauptkollektionen, kreiert werden.
Die Tradition, dass Louis Vuitton immer mit Kunst eine Brücke zu seinen Aktivitäten schlägt, hat eine lange Historie und reicht vom Louis Vuitton Museum über langjährige Kooperationen wie mit Takashi Murakami oder Stephen Sprouse, bis hin zu eigenen Fondationen und der Espace Culturelle, in der wechselnde Ausstellungen stattfinden. Louis Vuitton fühlt sich nicht nur als Modeunternehmen, das ja sozusagen tragbare Gebrauchskunst herstellt, sondern auch als Förderer und teilweise sogar Entdecker von Künstlern.

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