Es gibt Bands, die wegen mangels verfolgter Musikblogs, zu wenig Aufmerksamkeit, hohen Alters oder nicht vorhandener Medienpräsenz in Deutschland wohl fast keine Sau kennt. Dennoch wären wir nicht wir, wenn wir uns dieser Musik nicht annehmen würden und sie brühwarm präsentieren.
Eine davon ist King Tuff mit ihrem Song „Keep on Movin“. Die Garage-Rockband aus Vermont lässt im Video allerlei schöne und nicht so schöne Hintern wackeln. Ich kann euch jetzt leider nicht mehr Infos zur Band geben aber immerhin eine Antwort auf die Frage was das Video soll. Dem Rolling Stone gegenüber wurde erklärt: „Das Video drückt die Freiheit der Bewegung aus, diese klassische Magie die passiert, wenn man Idioten beim Tanzen filmt.“ Mehr Infos zur Band braucht man nicht oder?
Jan Who
Ich war Mitte der Neunziger einmal auf der Loveparade und es war furchtbar. Maximilian Lenz a.k.a. Westbam hingegen war damals neben Marusha, Dr.Motte und wie sie alle hießen ziemlich oft dort. Ganz nebenbei war/ist er auch Pionier der DJ-Kultur, Partymacher für mittlerweile über 10 Millionen (!!) Gäste und eben irgendwie eine Legende der Musik. Nun veröffentlicht er nach 30 Jahren ein neues Album namens „Götterstrasse“. In den Songs geht es um Hoffnung, Begehren, Zurückweisung Absturz uvm.. Noch toller als diese thematische Zusammenfassung sind allerdings die Künstler, die ihn unterstützen. Brian Molko (Placebo), Kanye West und Iggy Pop sind nur einige davon.
Ich gebe hiermit zu: Didos Album „No Angel“ ist das einzige was ich komplett von Anfang bis Ende mitsingen kann. „Life for rent“ (2003) und „Safe trip home“ (2008) waren in meinen Augen nicht ansatzweise so großartig wie das Erste aber ich hielt ihr natürlich die Stange.
Nun hat die britische Sängerin und Schwester von Faithless Produzent Rollo Armstrong ihr mittlerweile fünftes Album veröffentlicht und zwischen 2008 und 2013 ist musikalisch einiges passiert. So ist es nicht verwunderlich, dass Dido mit Songs wie „Go Dreaming“ auch elektronischere Töne anschlägt als sie das bisher getan hat. Der Song bildet jedoch (zum Glück) die Ausnahme auf dem Album.
Neben (massenkompatiblen) Hip-Hop Einschlägen auf „Let us move on“ oder Rap-Einlagen von Pete Miser auf dem auf der Deluxe Edition veröffentlichten „All I see“ ist Dido zum Glück immer noch Dido. Mit Gitarre bei „Sitting on the roof of the world“ oder Streichern in „Day before we went to war“ klingt sie eben am besten, denn Melancholie und Trennungen sind und bleiben ihr Steckenpferd. Und so glauben wir ihr auch ohne weiteres wenn sie singt: „People say what’s so special about being back here with everyone so close. But that’s the point, I don’t want to be different I just want to fit in.“

Bild: The Sartorialist
Es war zu erwarten, dass die mittlerweile dritte Kollektion Slimanes für Frauen (die Pre-Fall Kollektion eingeschlossen) seiner Winterkollektion für Herren nicht unähnlich sein wird. Dafür ist Slimane zu sehr Perfektionist. Und dennoch wirkt das, was man bei den Männern auf Grund seiner Handschrift von Dior Homme erwartete, bei den Frauen regelrecht schockierend und höchst radikal. Slimane wäre aber nicht Slimane, wenn er nicht einfach sein Ding durchziehen würde und mit Sicherheit ein Ziel dabei verfolgt.
Mein schlimmster Nebenjob? Rückblickend war das sicher der klassische Coffeeshop. Frühschicht, Saftpressenreinigung und vollkommen entnervte Kunden waren an der Tagesordnung. Umso beruhigter war ich, als ich Beth Dittos Nebentätigkeiten gelesen hatte, unter denen sich neben Namen wie Wal Mart, Subway oder „Tee’s me“ (ich liebe dieses Wortspiel) auch drei Coffeeshop-Jobs befinden. Klar also, warum „Get a Job“ von den „Rich Kids“ handelt die sich um nichts kümmern mussten, während unsere Beth sich mühsam von Job zu Job hangelte und bei so gut wie jedem gefeuert wurde. Jetzt ist sie ebenfalls eines dieser Girls, allerdings ein lautes, ungezogenes und sympathisches!
Wenn die drei Mädels so weitermachen, gehen mir bald die Wortspiele aus. Bereits im Oktober letzten Jahres berichtete ich über das Trio aus Kalifornien. Mit „Falling“ beweisen die drei Schwestern einmal mehr: wenn man sich unter Geschwistern gut versteht, kann da auch etwas Sinnvolles bei rumkommen. Wir sind weiterhin auf das Debutalbum gespannt. Wer allerdings die Möglichkeit hat, die Damen vorher live zu erleben, sollte diese wahrnehmen. Ein Genuss!
„Ich will laut und groß sein“ X Jan Who trifft Yoann Lemoine aka Woodkid
Posted on 20. Februar 2013Hier eine kurze Zusammenfassung was Yoann Lemoine bereits alles erreicht hat. Jüngst eine Grammy-Nominierung „Bestes Video“ für „Run Boy Run“ (leider nicht gewonnen). Zweimal Gold und einmal Bronze beim Cannes Lions Advertising Festival 2010 für seinen Film zur Aids-Aufklärungskampagne, einmal Silber 2009 für seinen Film für Tiji-TV, Musikvideos für Lana del Rey („Born to die“, „Blue Jeans“), Katy Perry („Teenage Dream“), The Shoes („Wastin’ time“), Drake&Rihanna („Take Care“) sowie ein Film für Diane Pernet für die italienische VOGUE. Außerdem fotografiert er auch noch und hat nun beschlossen sein Debutalbum unter dem Namen „Woodkid“ zu veröffentlichen (VÖ 15.3.2013). Trotz allem wirkt das vergleichsweise kleine 29-jährige Multitalent Lemoine an diesem Tag im Berliner „Chalet“ so als wäre das alles selbstverständlich.
Jan Who: Werbefilme, Fotografie, Musikvideos für Lana del Rey und andere Acts und nun Woodkid. Kannst du überhaupt sagen was dir am meisten Spaß macht?

Dufte? Abercrombie Models vor dem Abercrombie&Fitch Store in Hamburg; Foto: Horstson
Wer Männer oben ohne im Laden arbeiten lässt, der muss natürlich auch dafür sorgen, dass sie gut riechen. Das dachte sich wohl auch Abercrombie&Fitch, als sie ihre Münchener Filiale mit dem hauseigenen Duftwässerchen „Fierce“ („Wild“) einnebelten (selbiges passiert aber auch in Hamburg …).
Das ging soweit, dass man den wilden Duft junger surfender Männer durch die Lüftungsanlage sogar bis zu 70 (!) Meter weit auf die Sendlinger Straße pustete. Das fanden die Münchener weniger wild und A&F erhielt einen Brief vom Gesundheitsreferat mit der Androhung juristischer Konsequenzen, sollte das Unternehmen, und ich zitiere hier mal die W&V-Autorin, nicht „sein Gebläse drosseln“. Na da sind wir aber froh, dass da die Striche über dem „ä“ sind …
2001 waren die Shout Out Louds nur Adam Olenius (Leadgesang), Ted Malmros (Bass und Gesang) und Carl von Arbin (Gitarre und Gesang). 2002 kamen dann noch Eric Edman (Schlagzeug) und Bebban Stenborg (Keyboard und Gesang) dazu. Die Band war vollständig. 2003 dann das Debut „100° -EP“ und das Album „Howl Howl Gaff Gaff“. Jetzt, im Jahr des zehnten Bandjubiläums, hat es die schwedische Indie-Rockband auf insgesamt vier (davon drei internationale) Alben gebracht. Und dennoch blieb ihnen der große Erfolg (bis auf einen 30ten Platz 2010 mit ihrem Album „Work“) hierzulange verwehrt. Wie kann das sein? Mit dem nun mittlerweile vierten international erschienenen Album „Optica“ werden sie es nun hoffentlich schaffen uns die Augen zu öffnen. Aber wer den Entstehungsprozess eines Albums folgendermaßen beschreibt, dem ist das eigentlich nur zu wünschen.
Bastille Frontmann Dan Smith hat definitiv einen Hang zu Metaphern. Das geht schon beim Bandnamen los. Was will er uns sagen? Ist er eine musikalische Festung die es zu stürmen gilt? Oder ist er in seiner eigenen Musik gefangen?

