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Jan Who

Music

Topmodel-Freundin und Frontrow Guest x St.Vincent & Grimes

Zwei Frauen, eine Gemeinsamkeit. Beide haben Musik zum neuen „Girls“ Soundtrack Nummer 3 (VÖ in Deutschland noch nicht bekannt) beigesteuert, die es aber auch wert ist, separat gekauft und gehört zu werden.

St. Vincent – „Teenage Talk“

Sie ist Grammy Gewinnerin 2014 (Best Alternative Album) und gerade glücklich mit Cara Delevingne liiert. Letztendlich macht St. Vincent aber vor allem großartige Musik („Prince Johnny“ stellten wir euch bereits vor) und hat nun mit „Teenage Talk“ ihre neue Single veröffentlicht.

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Music

Was sich gehört x Zweimal Comeback und zweimal neu mit MS MR, Family of the Year, KAIND und Emilie Nicolas

MS MR – „Wrong Victory“

Ihr erinnert euch vielleicht noch an MS MR? Als wir damals Max von MS MR interviewten, ging es mit ihm und seiner Musikpartnerin gerade erst los. Es folgten Auftritte als Liveact bei Michalsky, „Fantasy“ als Werbesong für Ampya und dann war es irgendwann auch gut. Nach zwei Jahren sind Lizzy und Max wieder da. Während der erste Song „Painted“ auf ganzer Linie enttäuschte, hält das neue Album tatsächlich die eine oder andere Perle bereit. So zum Beispiel „Wrong Victory“

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Allgemein

Türkischer New Dark Wave bei Dior Homme x She Past Away – „Kasvetli Kutlama“

Davon mal abgesehen, dass Dior Homme neben Sacai (über die viel zu wenig berichtet wurde) eine super Kollektionen auf der Pariser Männermodewoche ablieferte, hatte Kris van Assche dieses Mal auch ein gutes Händchen in Bezug auf Musik. Mit der türkischen „New Dark Wave“-Band ‚She Past Away‘ und ihrem Song „Kasvetli Kutlama“ wurde der perfekte Gegensatz zur schönen, mit Rosenbeeten gefüllten Tennishalle in Paris geboten. Außerdem passte es super zum Show-Motto „In all disorder a secret order“ denn offensichtlich hätte man wohl alles außer dieser Band vermutet. Über diese ist übrigens nicht allzu viel bekannt, außer dass sie aus zwei Mitgliedern namens Volkan Caner und Doruk Ozturkcan besteht und ihre Heimatstadt Bursa ist. Und da man es nicht ganz so gut hört hier noch kurz der Hinweis, dass es sich bei der gesungenen Sprache um Türkisch handelt.

Music

Ezra Furman x „Perpetual Motion People“

Wir haben euch Ezra Furman bereits im Zusammenhang von potentiellen Sommersongs für 2015 vorgestellt. Trotz aller Begeisterung über Ezra Furmans „Restless Year“ war ich auf seinem Konzert Mitte Mai schon ein wenig überfordert. Das lag entweder daran, dass der Abend eine Mischung aus Rocky Horror Picture Show und wilder Saxophon-Madness war, wofür übrigens der großartige Tim Sandusky, Bandmitglied seiner Band „The Boyfriends“, die Verantwortung trug. Oder es lag einfach an der Soundqualität, denn die sorgte dafür, dass seine eh schon gewöhnungsbedürftige Stimme ein wenig kreischend wirkte.

Gut, dass es „Perpetual Motion People“ demnächst auf CD gibt, denn dann kann man sich das Album mindestens einmal durchhören. Es macht nämlich verdammt viel Spaß, wenn Ezra Furman mit einer Menge „Doo-Woop“, Punk, Pop und was weiß ich nicht alles durch das Album fegt. Dabei fühlt er sich „Wobbly“ oder stellt in „Watch you go by“ fest: „… It’s fine being drunk on the weekend, but it’s finer to being drunk all week …“ während er mit einer „Bottle of XXX“ in der Hand vor sich hin sinniert.

Währenddessen verleiht seine eingangs erwähnte kreischend – knatschige Stimme gerade den ruhigen Stücken wie eben „Watch you go“ oder auch „Hour of Deepest Need“ diesen Ton, der nach Südstaaten Terrasse bei Sonnenuntergang mit Kornähre im Mund und Gitarre in der Hand klingt . Dort singt er dann:

„I think it’s time that you brought your face across the railroad to my place. I can’t share this whiskey with you through the phone. And If we drink too much of if you might just get me to admit, that I never knew quite how to be alone…“

Das ist dann schon fast Poesie und beißt sich ein wenig mit dem Typen in Kleid und „Chanel“-Jäckchen, der in „Body was Made“ auch ganz nebenbei noch die Kategorisierung von Menschen in Geschlechtern und Körperformen besingt:

„Your body is yours at the end of the day / And don’t let the hateful try and take it away / We want to be free, yeah we go our own way and my body was made.”

Lasst euch also nicht von dieser Figur täuschen, die aussieht wie ein durchgeknallter Crossdresser mit funkiger Sonnenbrille und denkt immer daran: „Death was his former employer“!

„Perpetual Motion People“ erscheint am 03.07.2015

Interview Music

„Viele Leute sehen mich als Weirdo an.“ x Jan Who im Interview mit Petite Meller

Sie beschäftigt sich mit Freud, Lacan und Kant, trägt viel Rouge, trinkt Tee mit Giraffen und ganz nebenbei schreibt sie auch noch ihre Masterarbeit in Philosophie. Aber ihr auffälliges Äußeres, eine Mischung zwischen Lolita und Kunstfigur, ist nur Mittel zum Zweck. Mit ihrem „Nuovo jazzy-pop“ und ihrer Single „Baby Love“ will Petite Meller die Musiklandschaft aufmischen und später Professorin werden. Es ist also klar, dass ein Interview mit ihr keinesfalls gewöhnlich ist.

Jan Who: Was natürlich brennend interessiert und sofort geklärt werden muss: Wie schmeckt der Kuss einer Giraffe?
Petite Meller: (lacht) Interessante Geschichte. Für diese Szene hat es Stunden gedauert eine weibliche Giraffe davon zu überzeugen, mich zu küssen. Dann haben wir zu einer männlichen gewechselt. Die hatte die längste Zunge und hat mich innerhalb einer Minute abgeleckt wie sonstwas.

Von küssenden Giraffen abgesehen, wie geht es mit deiner Masterarbeit voran?
Sehr gut, danke der Nachfrage. Ich schreibe meinen Master in Philosophie mit Schwerpunkt auf die Psychoanalyse, Freud, Lacan, Kant und Deleuze (Anm.: franz. Philosoph). Ich beschäftige mich mit den unbewussten Träumen des Menschen und seinem Verstand. Philosophie ist im Übrigen eine der größten Inspirationen für meine Songs und ich schreibe meistens über Kindheitserinnerungen und Lebenserfahrungen.
 
Wie schaffst du es, das mit deiner Karriere zu vereinbaren?
Meist lese ich an den Wochenenden und schreibe anschließend meine Thesen in unterschiedlichen Bibliotheken in London.
 
Dein äußerliches Auftreten ist eine Mischung aus unschuldigem Schulmädchen in knappen Kleidchen und „Lolita Look“. Spielst du gern mit diesen beiden Seiten der Weiblichkeit?
(lacht) Ich sehe mich selbst überhaupt nicht als sexy an. Um ehrlich zu sein, sehen mich viele Leute eher als „Weirdo“. Ich spiele allerdings gern mit absurden Situationen und Fantasien in meinen Videos sowie mit dem triebhaften und unbewussten Verstand des Menschen. Im Video zu „Backpack“ geht es beispielsweise um weibliche Erfahrungen, wie zum Beispiel seine Sexualität zum ersten Mal zu entdecken.

Wo wir gerade von Sexualität sprechen. Woher kommt dein Faible für Freud?
Freud analysiert Symbole in Träumen und spricht oft von dem Unbewussten als einen Platz, an den wir Sachen aus der Realität verdrängen. Ich habe viele seiner Fälle/Untersuchungen studiert und zum Beispiel von Menschen gelesen, die unterbewusst gern ein Wolf sein wollten. Das Unbewusste hat seine eigene Logik und in meinen Videos versuche ich mein persönliches Unbewusstes darzustellen.

Natürlich möchte ich die Leute an meiner Sicht auf das Leben und an den Ideen, die meine Videos und meine Musik beeinflussen, teilhaben lassen. Ich denke, eines Tages möchte ich gern Professorin sein.

In deinem Video zu „Baby Love“ tanzt du zwischen den Eingeborenen von Nairobi und es herrscht eine ausgelassene Stimmung. Gab es am Anfang Berührungsängste z.B. wegen kultureller Differenzen?
Ich habe nie an Sachen gezweifelt, zu denen mein Herz mich trägt. Ich wusste, ich treffe auf Menschen, deren natürlicher Rhythmus einfach umwerfend ist. Als ich die Kinder in ihren kleinen Klassenräumen in den Slums von Nairobi tanzen sah, waren mein Team und ich sofort begeistert und mitgerissen. Ich sagte Ihnen: Tanzt im Video genauso wie ihr jeden Tag im Klassenraum tanzt. „Baby Love“ repräsentiert den Rhythmus von Fela Kute und Ladysmith Black Mambazo, welcher mich schon als Kind inspiriert hat und sich durch mein ganzes Album zieht. Ich habe mich übrigens auch sehr gut mit dem „Hauptcharakter“ Hadija angefreundet. Sie schreibt mir fast jeden Tag von ihrem Schulalltag und ihren Träumen.

Deinen Sound bezeichnest du selbst als „Nuovo jazzy-pop“. Was definiert ihn?
Es ist eine Kombination aus Dizzy Gillespie, Duke Ellington, Aufnahmen von Fela Kuti, dem Graceland Album von Paul Simon und französischen Chansons. 

Wie wird dein erstes Album klingen?
Eine euphorische, fröhliche Upbeat-Party mit Saxophonen, Chören und Congas.

Du bist in deinem Alter schon viel gereist. Was war dein Lieblingsort bisher und warum? 
Kenia war der tollste Ort an dem ich bisher war. Die Sonnenuntergänge, die Safaris, die Menschen. Das vergisst man niemals wieder.

Kommen wir noch kurz zu deiner Garderobe, die recht extravagant ist: Was ist dein Lieblingsstück?
Eine pinke Armmanschette, designt vom New Yorker Künstler Matt Star. In meinen Videos steht diese für die Fähigkeit des Heilens.
 

Allgemein

Vielen Dank für die Blumen x Brandon Flowers Live in Berlin

brandon flowers konzert berlin
Bild: Jan

Während die Mitglieder von Brandon Flowers Band kurz nach halb neun noch gemütlich eine Fluppe auf dem Metallgerüst von Huxleys neuer Welt durchziehen, sieht es im Eingangsbereich verhältnismäßig leer aus. In der Einfahrt wollen zwei Männer ihre Karten loswerden. Eigentlich kein gutes Zeichen. Und als man die Location betritt, ist ebenfalls kein Andrang zu sehen, geschweige denn ein lautes Murmeln von Menschengruppen zu hören, die bereits den Raum füllen. Dann, angekommen im Bühnenraum, sieht man den Grund. Es ist verhältnismäßig leer. Liegt es an der neuen Platte, die ja auch gern mal als „Schlagerplatte“ bezeichnet wird? An seiner Überheblichkeit („Die Killers sind wahrscheinlich eine der besten Bands seit langem“) oder hat man ihn irgendwo zwischen Killers und seinen Solopfaden vergessen?

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Music

Jamie xx – „In Colour“

Nicht umsonst heißt das neue Jamie xx Album „In Colour“ – herrscht darauf doch soviel farbenfrohes Auf und Ab dass man gar nicht nachkommt. Das Album klingt wie ein Kind das den Tuschkasten zum ersten Mal ausprobiert. Ein bisschen Soundteppich hier, ein wenig Pling Plong dort und ein paar grandiose Stimmen wie die seiner langjährigen Musikfreundin Romy Madley Croft (ehemals auch The XX), die schon bei „Loud Places“ für sphärische Gänsehaut sorgte und auch auf „SeeSaw“ ihr bestes gibt, übrigens eines der Highlights des Albums. Aber auch das zweite Ex-The XX Mitglied Oliver Sim steuert seinen Gesang bei „Stranger In a Room“ bei und so bekommt man ein wenig den Eindruck dies sei das dritte The XX Album nur weniger depressiv und minimalistisch. Bis dann „I Know There’s Gonna Be (Good Times)“ kommt, man wachgerissen wird und merkt: Nein das wäre The XX definitiv zu bunt.

Music

Florence and The Machine x „How Big, How Blue, How Beautiful“

Mir glaubt ja bis heute keiner, dass das Konzert von Florence and the Machine 2012 in der Berliner Columbiahalle tatsächlich das aggressivste Konzert war, was ich bis heute besucht habe. Das lag nicht an der Elfe auf der Bühne, sondern vielmehr an ihren weiblichen englischen Fans (keine Elfen), die meinten: Wer zu spät kommt, darf vorn stehen. Und als hätte Florence Welch das geahnt, hat sie auf ihrem neuen Album „How Big, How Blue, How Beautiful“ glatt einen Song namens „Queen of Peace“ veröffentlicht. „…The Queen of Peace always does her best to please …“. Da fühlt man sich doch gleich gut aufgehoben, oder?

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Music

ESC 2015 – Einheitsbrei mit schwedischem Topping

Was war das für ein Abend. Herzschmerz, Weltfrieden, Mord und die drei Tenöre. Früher hatte man sich neben den Outfits während der Punktevergabe noch auf ein paar nuttige Fummel gefreut oder wie im letzten Jahr auf polnische Pornopuppen, die sicher nicht nur die Butter auf der Bühne hart gemacht haben. Das ist vorbei. Dieses Jahr war es „politisch“ und dramatisch bis zum Erbrechen. Früher übergab man sich höchstens nach dem ganzen Sekt und den Massen an Knabberzeug, was man über den Fernsehabend hinweg konsumierte. Dieses Jahr musste man zwischendrin wegschalten, damit man nicht konstant aufgrund des Balladen-Einheitsbreis aufstoßen musste. Und als man gerade dachte, man könne mal wieder in die gerösteten Nüsschen greifen, kamen die drei Tenöre.

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So hat er sich das vorgestellt x Brandon Flowers – „The Desired Effect“

Brandon Flowers ist gar nicht dumm. Sampled einfach mit „I can Change“ Bronskibeats „Smalltown Boy“ und lässt dann auch noch Neil Tennant im Song sprechen. Die schwule Fangemeinde ist ihm also schon einmal sicher. Aber darum geht es Brandon natürlich nicht in erster Linie. Der Frontmann der zum Schluss (leider) eher mäßigen Killers veröffentlicht mit „The Desired Effect“ sein bereits zweites Soloalbum nach Flamingo (2010). Wie man anhand der bereits im Voraus downloadbaren Songs erahnen konnte, widmet sich das Album ausführlich den 80ern auf die ihn angeblich sein Bruder brachte. Und so legt „Dreams Come True“ gleich zu Beginn mit ordentlich Trompeten vor …

Es folgen die drei bereits vorher veröffentlichten Singles „Can’t deny my love“, „I Can Change“ und „Still Want You“ mit denen die erste Ladung Hits rausgeschossen wird, bevor dieses „Between Me and You“ ertönt, das mit Klavier und allerlei Retrogezauber daherkommt und eines der Highlights vom Album darstellt. Bis „Untangled Love“ kann man dann beruhigt vorspulen. Das hat nämlich ein wenig „Killers-Groove“ und leitet den „Gute-Nacht-Leute-das-wars“-Abschluss namens „The Way It’s always Been“ ein. Danke für die Blumen Brandon.

„The Desired Effect“ ist heute (15.05.2015) erschienen.