Das Haus Moschino gab soeben bekannt, dass Jeremy Scott der neue Creative Director des legendären italienischen Labels wird und somit die Designerin Rossella Jardini ablöst. Jardini war 20 Jahre für Moschino tätig und schaffte es immer wieder, den Maßstäben ihres besten Freundes und Mentors, Franco Moschino, mehr als gerecht zu werden.
Die erste Kollektion von Jeremy Scott für Moschino wird im Zuge der Mailänder Modewoche im Februar 2014 präsentiert.
Horst
Im Grunde genommen wurde uns letzte Nacht eine Stunde geschenkt und nun stellt sich sicher der ein oder andere Leser die Frage, wie er die 60 Minuten sinnvoll füllt. Wer etwas Lesestoff sucht, für den hätten wir ein paar Tipps zusammengetragen …
1) Die Woche stand ganz im Zeichen von Düften – Peter stellte die Geschichte des Klassikers „Miss Dior“ vor.
2) Der Designer Peter Schmidt gab uns ein kleines Interview: Der Mann hinter dem Design!
3) Frank J. Schnitzler hat in der Duft-Branche Maßstäbe gesetzt und gilt als der Experte auf dem Gebiet. Wir luden Herrn Schnitzler zu einem Gespräch ein.
4) Aber auch die Mode kam nicht zu kurz. Peter besuchte für uns das Hermès Mann-I-Fest in Frankfurt …
5) … und Daisy stellte ein passendes Outfit für einen Ausflug mit dem Porsche Carrera S zusammen!
Seine Kreationen kennt eigentlich jeder, der schon einmal in einer Parfümerie war. Der von ihm entworfene Flacon „Woman Pure“ für Jil Sander stand zeitweise im Museum of Modern Art in New York. Er designte für Davidoff den Flacon von „Cool Water“, für Laura Biagiotti den Flacon für „Roma“ und exklusiv für unsere Duftwoche auf Horstson eine fiktive Kreation: eine Duftkette, deren Parfümkapseln sich in Duft auflösen.
Er ist einer der ganz großen Designer in Deutschland, und doch wird er auf der Straße nicht erkannt. Die Rede ist von Peter Schmidt, den wir zu einem kleinen Gespräch trafen …
Herr Schmidt, wann haben Sie gemerkt, dass Sie in der kreativen Branche gut aufgehoben sind?
Die Erkenntnis kam, als ich realisierte, dass ich in allen anderen Branchen versagen würde.
Wie gestaltete sich Ihr Leben weiter – wann kam der finale Enschluss, ein Studium in Kassel zu beginnen und wie war die Reaktion Ihrer Eltern?
Es gab damals zwei bedeutende Schulen in Deutschland: Kassel und Ulm. In Kassel habe ich die Aufnahmeprüfung bestanden und vorsichtshalber Ulm aus meinen Plänen gestrichen.
Wie kam der Kontakt zu Jil Sander zustande?
Jil Sander hat mich in ihre damals schon sehr schicke Wohnung an der Alster eingeladen. Und gefragt, ob ich für sie ein Logo entwerfen kann.
Was sagt Frau Sander zu ihren ersten Entwürfen bzw. wie gestaltete sich die Arbeit mit ihr?
Damals nahm sie mich in den Arm und konnte sich noch freuen.
Sie haben Flacon-Legenden entworfen – unter ihnen zum Beispiel die Flacons von Cool Water, Boss, Laura Biagotti und Jil Sander – hatten Sie selbst mal überlegt, einen Duft auf den Markt zu bringen?
Nein, das hätten meine Kunden nicht besonders gut gefunden, aber in NY wurde für mich ein Duft entwickelt, der den Namen „Mohrrübe“ hatte. Er duftete nach frisch aus der Erde gezogenen Mohrrüben und war bei meinen Freunden sehr beliebt.
Inwiefern unterstreicht ein Flacon den Duft? Oder würde es auch die Möglichkeit geben, dass zuerst ein Flacon entworfen wird und erst im Anschluss der passende Duft?
Es ist sehr unterschiedlich. Manchmal entsteht der Flacon zuerst und dann der Duft. Oder aber umgekehrt. Am besten ist es natürlich, wenn man mit dem Duftkreateur zusammen arbeiten kann. Was aber in den großen Konzernen heute kaum noch möglich ist.
Gibt es einen Flacon, den Sie gerne entworfen hätten? Sei es, einen von Ihren Kollegen, bzw. ein Flacon, der z.B. aufgrund seiner Materialkosten nie hätte produziert werden können?
Ich hätte natürlich sehr gern für Giorgio Armani Flacons entworfen. Aber ich glaube nicht, dass er weiß, dass in Hamburg ein Flacondesigner lebt.
Wenn Sie heute durch Parfümerien gehen, was empfinden Sie, wenn sie „Ihre“ Flacons dort immer noch stehen sehen?
Manchmal stelle ich sie heimlich ein Regal höher. Traurig bin ich, dass so viele unbeachtet und unbezahlt in den Schubladen meiner Kunden liegen.
Und wie geht es Ihnen, wenn Sie einen Flacon sehen, der Ihrer Meinung nach gar nicht zum Duft passt?
Es ist immer noch besser, wenn der Flacon und der Duft gar nicht zusammen passen. Als ein Duft, der trotz des Flacons keine Überraschung ist.
Sie halten sich sehr im Hintergrund, ganz im Gegensatz zu einigen Ihrer Kunden – Herr Joop ist eine schillernde Gestalt, wird bald Juror bei Germanys Next Topmodel. Produktdesigner sind immer, wenn wir jetzt mal von Herrn Colani absehen, im Hintergrund. Ungerecht?
Nein – ungerecht ist das nicht. Aber es ist schon sehr bemerkenswert, dass Flacondesign in Frankreich immerhin zu Kulturgut erklärt wird und hier in Deutschland wenig Beachtung findet.
Welchen Duft nutzen Sie privat?
Ich probiere ständig neue Düfte aus.
Gibt es einen Entwurf von Ihnen, der niemals in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde, es aber einfach verdient hätte, aus seinem Schattendasein herauszutreten? Sie hätten jetzt die Möglichkeit …
Viele der Schubladen-Designs haben dieses Schattendasein eben nicht verdient. Eigentlich mag ich aber doch lieber neue Entwürfe.
Herr Schmidt, wir danken fürs Interview!
Wer noch mehr über Peter Schmidt erfahren möchte, DW TV widmete dem Designer ein interessantes Portrait, welches man bei YT anschauen kann.
Die Headline ist natürlich nicht ernst gemeint – hier wird nicht der Geschmack getestet, denn über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Doch obwohl ich mir jetzt schon fast zu 100% sicher bin, dass sich hier keiner als Fan der neuen Kollektion der Haas Brothers für Versace outen wird, frage ich trotzdem mal in die Runde, was ihr von den Porzellan Panthern, Seiden-Shorts und Co. haltet …
Gleichermaßen spannende wie traurige Neuigkeiten gibt es aus dem Hause JIL SANDER: Alessandro Cremonesi, der JIL SANDER – Geschäftsführer, gab soeben bekannt, das Jil Sander aus persönlichen Gründen nicht mehr weiter Creative Director des Labels JIL SANDER sein wird: „On behalf of the group I want to thank Jil Sander for her remarkable contribution to the brand over this period. Her outstanding design and creative leadership have been crucial in reinforcing the brand and positioning it to foster further prosperous growth”.
Die Zusammenarbeit wird mit der Frühjahr-Sommer Kollektion 2014 beendet, die Herbst-Winter Kollektion wird von einem nicht namentlichen genannten Designteam intern entworfen.
Es ist nicht die erste Trennung: Anfang 2000 verließ Jil Sander aufgrund von Differenzen mit den Eigentümern das Label JIL SANDER, kehrte 2003 zurück und beendete dann im Jahre 2005 die Zusammenarbeit scheinbar endgültig. Nach dem Weggang von Raf Simons im Februar 2012 nahm Jil Sander ihr „Amt“ als Creative Director bei JIL SANDER wieder auf.
Nachdem ich bei meinem letzten Duft-Vorschlag daneben lag, zumindest von dem Feedback in den Kommentaren zu urteilen, schicke ich nun den nächsten Duft – ach, was sag ich – die nächsten drei Düfte ins Rennen: Comme des Garçons BLUE – die neueste Kreation des Labels von Rei Kawakubo.
Bereits 1994 lancierte Comme des Garçons den ersten Duft – damals ein Duft, der von Mark Buxton kreiert wurde, der sich später auch für den ein oder anderen Comme des Garçons Duft verantwortlich zeigte (und der ganz aktuell mit „Dreckig bleiben“ einen wirklichen Duft-Knaller gelandet hat).
Zurück zum Wesentlichen, zurück zu Comme des Garçons BLUE …
Eigentlich sollte es sich auch bis in den letzten Zipfel der Republik rumgesprochen haben, aber ich erwähne es gerne hier noch einmal: man trägt wieder Bart. Dieser sollte natürlich auch gepflegt sein und so verwundert es nicht, dass Barber Shops eine Art Renaissance feiern. Eine schöne Entwicklung, wie ich finde, denn nachdem seit den 90ern das Geschäft mit den seelenlosen 10€ Friseuren nicht nur in den Innenstädten expandierte, weiß man, dass die Qualität nicht an die der klassischen Handwerksbetriebe rankommt, zudem dort auch der Umgang mit dem Rasiermesser nicht gescheut wird …
Peter hatte es vorhin schon angedeutet, jetzt mache ich es offiziell: Diese Woche dreht sich bei Horstson (fast) alles um Düfte und wir werden die nächsten Tage jede Menge neue oder neu-entdeckte Eau de Toilettes, Eau de Parfums und Parfums vorstellen. Den Anfang macht einer meiner derzeitigen Lieblingsdüfte: Versace OUD NOIR
Guten Morgen! Nachdem vermutlich halb Deutschland (inkl. Blomquist) mit einer Grippe das Bett hüten muss, habe ich hier ein paar Leseempfehlungen, die zwar nicht dazu beitragen, dass ihr schneller gesund werdet, dafür aber für etwas Abwechslung sorgen … In diesem Sinne: Gute Besserung allseits!
1) Peter stellte uns das Paradies der Feder vor – Louis Vuitton Cabinet d’Ecriture in Saint Germain!
2) Daisy interessiert, ob wirklich ein echter Kreateur, aus dem was werden kann, ei Fashion Hero reingerutscht ist und gab der Pro7 Sendung eine Chance.
3) Wer zufällig gerade in Paris ist, kann sein Frühstück bei Claus einnehmen – das “Claus – L’épicerie du petit-déjeuner” ist nämlich ganz fabelhaft!
4) Wer der „King of Pop“ ist, sollte jedem klar sein. Doch wer ist die „Queen of Alternative“? Jan hat für uns die Antwort …
5) Wir haben den Überblick bei den 387 Kollektionen, die style.com listet, noch nicht verloren, aber: wer kauft das bitte alles?
Es gibt Look Books, die schiebt man jeden Tag aufs Neue vor sich her – so wie ganz aktuell das von John Galliano, in dem ich obige Schuhe mit Neon-Akzent entdeckt habe. Sind diese Prachtexemplare nun ganz besonders doll oder ganz besonders oll?
Ich bin mir da nicht ganz sicher, Galliano scheinbar auch nicht, denn es gibt die Schuhe auch in dezenterer Variante:










