Wir schauen Fashion Week: Wir streamen heute ab 17 Uhr die Louis Vuitton Runway Show und sind schon jetzt mehr als gespannt, was Kim Jones für die nächste Herbst/Winter-Saison präsentiert.
Ab in die Frontrow, liebe LeserInnen, wir freuen uns und wünschen viel Spaß!
Horst
Man muss schon reichlich naiv sein, um zu glauben, dass ein T-Shirt für 5 € auch nur im Ansatz unter fairen Bedingungen hergestellt werden kann. Selbst bei einem Shirt für 20 € wird es knapp, zumindest dann, wenn die Näherin, der Designer, die Putzkolonne in der Fabrik, der Einkäufer, der Verkäufer, der Transporteur und noch einige andere Menschen, die direkt oder indirekt dafür sorgen, dass das Teil irgendwann traurig an der Stange beim Textildiscounter hängt, einigermaßen fair bezahlt werden sollen – Arbeitsschutz, Rente, Versicherungen gar nicht mit eingerechnet. Und dennoch: Die Vertikalen der Branche verzeichnen hohe Zuwachsraten, die Anzahl der Haul-Videos – also der Videos, in denen Teenager stolz ihre Schnäppchen in die Handykamera halten – schießen in den Himmel und bei der aktuell laufenden Fashion Week in Berlin findet die wahre Schau vor dem Zelt statt: Zara, H&M, gefälschte CHANEL-Taschen geben sich ein Stelldichein im leicht ergrauten Schneematsch beim Brandenburger Tor. Was scheren mich die Probleme der jungen Frau, die das Zeug in Bangladesch in einer schmuddeligen Fabrik näht, während das Kind auf dem Boden liegt (Minute 1,35 im Trailer)? Bangladesch ist weit weg und das Kind eh schon tot, who cares?
Wir gucken Fashion: Ihr habt es in den vergangenen Tagen gemerkt – die Männermodewochen sind im vollen Gange. Am Montag, 18. Januar, streamen wir daher ab 11:30 Uhr live aus Mailand die Emporio Armani Fall-Winter 2016/2017 Runway Show. Wir wünschen viel Spaß!
Und weiter gehts mit den Schauen aus Mailand: Am Sonntag, 17. Januar, gucken wir Calvin Klein. Ab 14 Uhr streamen wir live aus Mailand die Entwürfe des italienischen Designers Italo Zucchelli für Calvin Klein Collection.
Wir sind wie immer gespannt und wünschen Euch und uns viel Spaß!
Dass Michel Gaubert jede Menge Humor besitzt, wissen zumindest seine Follower auf Instagram.
Gaubert, der Paris schon seit mehr als 20 Jahren als Sound Director aufmischt, arbeitet für eigentlich alle große Marken – von Chanel, Raf Simons, J.W. Anderson, Gucci, Louis Vuitton sowie Céline ist der Franzose für die Soundtracks zu den Modenschauen verantwortlich. Mercedes Benz traf sich mit Gaubert und seinem Assistenten „Petit Michel“ zu einem nicht ganz ernst gemeinten (aber sehenswerten) Interview und fährt dabei mit einem ebenso sehenswerten 280 SEL durch Los Angeles.
Bild: Steven Klein
Reunion: Die Supermodels der Neunziger, Claudia Schiffer, Cindy Crawford und Naomi Campbell, wurden von Balmain-Kreativdirektor Olivier Rousteing wieder vereint. Der Grund des Gipfeltreffens war das Shooting zur neuesten Frühjahr-/Sommerkampagne des Modehauses, das in den vergangenen Monaten eher durch Fehlgriffe auf sich aufmerksam gemacht hat. Passen die textilen Desaster wie „H&M“ oder Kim Kardashian vielleicht doch nicht zu einem Label, das preislich im obersten und geschmacklich im untersten Bereich spielt?
Wales Bonner, AW16/17; Bild © Chris Yates
MAN ist ein gemeinsames Projekt von Topman und der Non-Profit-Organisation Fashion East. MAN führte im Jahr 2005 das Herren-Programm bei der London Fashion Week an und setzt auf Nachwuchstalente der Männermode. Im Vorfeld werden die Designer werden von einer Jury aus Einkäufern, Stylisten und Journalisten ausgesucht. Die Jury selbst ist ein Who-is-who der Branche: Andrew Davis vom Wonderland Magazine; Ben Reardon von Man About Town; Charlie Porter von den Financial Times; Gordon Richardson von TOPMAN; Luke Day von der GQ Style; Lulu Kennedy von Fashion East; Sam Lobben vom Shoppingtempel Mr Porter und last but not least Tim Blanks von Business of Fashion. Die jungen Designer erhalten von MAN ein Stipendium, eine Modenschau, PR-Unterstützung sowie Tipps von Profis, um ihre eigenen Labels zu starten.
Früher wäre es für ein Unternehmen, das den Anspruch hat, seriös zu sein, undenkbar, Anzeigen in Magazinen, die unterm Ladentisch oder halb verhüllt in Tankstellen verkauft werden, zu schalten. Die Anzeigenplätze waren eh schon längst an Firmen, die Treppenlifte vertreiben, vergeben. Anders bei Diesel: Die Spring/Summer-Kampagne 2016 des Jeansherstellers kommentiert die digitale Kultur, ihre Hashtag-Slogans und die Absurditäten des Online- und Offline-Verhaltens – wo ein Blick auf Sexseiten für viele Nutzer zur täglichen Klickroutine gehört.
Jetzt noch mal offiziell: Wir wünschen Euch allen einen guten Start ins neue Jahr! Wir freuen uns auf die kommenden Monate voller großer und kleiner Abenteuer, doch zuvor lassen wir die vergangene Woche schnell Revue passieren …
1) So ist das eben: Wenn ich Geburtstag feiere, steht ein Kuchen auf dem Tisch, bei David Bowie wird von Paul Smith ein T-Shirt kreiert …
2) Alessandro Michele inszenierte die neuste Kampagne von Gucci in Berlin (das dazugehörige Video habe ich unten eingebunden).
3) „Mein Samtblazer zur Kommunion. Ich kam mir wahnsinnig chic vor!“ – Klaus Ritzenhöfer und Daniel Riedo von APROPOS im Interview …
4) Einen guten Grund, sich Grindr aufs Smartphone zu laden, lieferte diese Woche J.W. Anderson.
Wir wünschen einen schönen Sonntag!
Bild: Givenchy
Was haben einige Labels gerade mit Berlin? Während Gucci die Kampagne zur Frühjahr/Sommer-Kollektion in der Hauptstadt aufgenommen hat, zieht Givenchy mit dem Lookbook zur Pre/Fall-Kollekton nach.
Die Meinungen über die Inszenierung des Lookbooks gehen sicher genauso auseinander, wie die Meinungen zur Kampagne von Gucci: Von „fehlende Brücke zum Heute“, über „tollste Kampagne der letzten Jahre“, bis hin zu „Bei Berlin greift jeder immer nur in die Klischeekiste“ war alles in den Kommentaren dabei …
Ich bin auf Eure Meinung zum Lookbook gespannt!



