Theo Luft kann laut eigener Aussage nicht mal Triangel spielen. Dennoch hat er mit einer Software, die nur den Bruchteil einer Gitarre gekostet haben soll, Songs am Rechner komponiert. Stellt sich die Frage, ob es ein gutes Zeichen ist, dass quasi jeder mit einem anständigen musikalischen Gehör ein Album komponieren kann?
Musik
This is my Church! X Dave McCabe & The Ramifications – „Church of Miami“
Posted on 16. September 2015Nein Jonathan Meese macht jetzt keine Musik, auch wenn auf dem Pressefoto eine gewisse Ähnlichkeit besteht. Vielmehr möchten wir euch Dave McCabe & The Ramifications vorstellen. Dave McCabe zelebriert hier sein erstes Soloprojekt. Die Songs klingen mal nach Chromeo („Church of Miami“, „Too Damn Good“), mal wie eine männliche LaRoux („Trust Me“) und die Videos haben einen liebenswürdig-abgedrehten Einschlag (Puppen, CCTV Aufnahmen von McCabe). „Service To His Master“ oder „Let Me Go“ schlagen dann eher ruhige Töne an und man kann kurz Luftholen zwischen dem Auf und Ab auf „Church Of Miami“, was man definitiv als DIE Spätsommerplatte ansehen sollte. This is my Church!
Depeche Mode haben ja leider die Angewohnheit, Alben in sehr großen Zeitabständen zu veröffentlichen. Zum Glück bringt Dave Gahan nun sein bereits zweites „Solo“-Projekt zusammen mit den Soulsavers heraus (bestehend aus den britischen Produzenten Ian Glover und Rich Machin – auf dem Foto zu sehen). Bereits 2012 veröffentlichten die Beiden mit „The Light the Dead Sea“ ein erstes Album.
Courtney Love und die Frage: Wo ist das Handy? x Marshall Phone Launch @ Hansastudios Berlin
Posted on 11. September 2015Mit den internationalen Acts ist es ja immer so eine Sache. Man plant sich einen netten Abend mit Ablauf zusammen und natürlich schiebt sich alles immer ein klein wenig nach hinten. So mussten auch alle am vergangenen Freitag im Meistersaal der Berliner Hansastudios anwesenden Gäste auf Ms. Courtney Love warten.
Die Location war natürlich nicht zufällig gewählt. Bereits David Bowie, Iggy Pop oder auch Bands wie Snow Patrol oder R.E.M. nahmen hier bereits Songs/Alben im Laufe der Jahre auf. Musik lag hier also quasi in der Luft. In der Luft lag auch eine gewisse Spannung in Bezug auf das, was am Abend vorgestellt werden sollte. Marshall hatte nämlich angekündigt, ein Smartphone auf den Markt zu bringen „… that puts music on the main stage“, welches also Musik in den Mittelpunkt stellen soll. Gerade für Musikliebhaber und leichte Smartphone Nerds wie meine Wenigkeit also spannende News. Bis es soweit war, gab es wahlweise Wodka oder Bourbon in allen Variationen sowie das DJ-Duo „Bodybuilding“, die zusammen mit den von Marshall imposant posierten Lautsprechern für die musikalische Beschallung sorgten.
Eines suchte man, und das verwunderte dann doch, vergebens: Nirgends war das Handy präsentiert bzw. ausgestellt.
Habt ihr euch schon einmal den perfekten Song zum Feuerwerk gewünscht? Hört euch „Space Song“ von Beach House an. Die Band, die wie eine eigene Musikrichtung klingt, schafft auf „Depression Songs“ Dreampop-Perlen, von denen man sich gern mal runterziehen lässt. Songs wie dieser, „Beyond Love“, „PPP“ oder „Wildflower“ klingen wie Moby mit Alternative Einschlag. Victoria Legrand und Alex Scally veröffentlichen mit „Depression Cherry“ bereits ihr fünftes Album, welches gern als „Rückkehr zur Einfachheit“ beschrieben wird. Ich kann nur sagen: Wenn alles, was einfach ist, so gut klingen würde, wären wir alle nur noch depressiv.
Da sitzt man dann vor der Pressemitteilung zu diesem Album und versucht möglichst viele Infos herauszufiltern, die man für diesen Beitrag nehmen könnte. Ich für meinen Teil habe leider nicht wirklich Ahnung davon, wie groß beispielsweise Namen wie Vince Staples & Bia, JMSN, Niia oder Goldlink sind. Was wir aber wissen ist, dass hinter Christian Rich die Grammy nominierten Produzenten und Zwillingsbrüder Taiwo und Kehinde Hassan stecken, die wiederum bereits mit Namen wie Drake, J. Cole, Earl Sweatshirt und Childish Gambino zusammengearbeitet haben.
Trotz Rap Einflüssen, wie zum Beispiel auf „High“, bleibt noch genug Platz für die nigerianischen Wurzeln und Einflüsse der Brüder, aber auch für Liebhaber des Disclosure Club Sounds ist mit „Compromise“ oder „Dissapear“ etwas dabei und es gibt sogar einen Kinderchor („Better To“). Ihr seht also: Auch wenn die Brüder das Album „FW14“ genannt haben – es ist alles andere als Last Season.
Wanda; Bild: © Florian Senekowitsch, Vertigo Berlin
Ein Kreuz aus Schnaps- und Weinflaschen, ein Kinderwagen mit leeren Flaschen, der eine Treppe hinunter rollt und Marco Michael Wanda, der am Ende des Videos kurz vor den überdimensional gespreizten Beinen einer Frau ins Wasser eintaucht. Wir könnten uns jetzt stundenlang mit der Analyse dieser Bildsprache beschäftigen oder wir halten einfach fest: Wanda sind wieder da. Wobei „wieder da“ falsch ist, denn sie waren ja quasi niemals weg. Denn während das erste Album „Amore“ hierzulande noch immer allgegenwärtig ist, legen die verlodderten Wiener Jungs innerhalb eines Jahres schon das nächste Album nach. „Bussi Baby“ hat zwar nur eine Strophe, aber mit der ist eigentlich schon alles gesagt:
Nein, der britische Designer macht jetzt keine Musik, ihr könnt eure Münder wieder schließen. Vielmehr handelt es sich hier um den Sänger und Frontmann der Band Maximo Park, der auf Solopfaden wandert, wie man so schön sagt. Wo Maximo Park oft unruhig und gehetzt klangen, lässt Smith sich auf seinem Solowerk Zeit und geht es langsam an, wenn er uns zum Beispiel den roten Drachen vorstellt (“Reintroducing The Red Kite“) oder es schön vor sich hin poppen lässt, wie zum Beispiel bei „All the Things You’d Like To Be“. Das klingt zur Abwechslung zu Maximo Park mal ganz nett und das letzte Album der Briten, „Too Much Information“, machte dem Namen ja leider weniger als alle Ehre. Falls ihr also Maximo Park-Einsteiger sein solltet, könnt ihr getrost mit diesem Solo anfangen und euch dann Maximo Park widmen.
Als fast offizieller Chronist des kreativen Schaffens von Jeremy Scott ist es regelrecht meine Aufgabe, die neueste Arbeit des Designers vorzustellen: Jeremy Scott hat die Trophäe der MTV Video Music Awards, den Moonman, neu designt. Diese Ehre wurde zuvor nur einem weiteren Künstler zeuteil: 2013 verpasste der Street Artist KAWS dem Monoman ein neues Design.
Falls der ein oder andere Leser vielleicht gar nichts mehr mit MTV anfangen kann: Die VMA werden nun schon seit 1984 vom US-amerikanischen MTV verliehen. MTV hatte in meiner Jugend das Leben lebenswert gemacht. Von Chartsendungen wie Formel 1 abgesehen, gab es im Grunde genommen keine Musikvideos zu sehen. Im August 1981 ging dann MTV auf Sendung. Als erstes Video wurde „Video Killed the Radio Star“ von The Buggles gesendet. Mit dieser subtilen Drohung in Richtung Radio hat MTV zwar nicht recht behalten, aber Schwamm drüber …
Die diesjährigen Nominierungen sind:
Ihr merkt, diese Woche geht es französisch zu. Seit ungefähr zehn Jahren reisen „Boulevards des Airs“ nun schon um die Welt und haben es auf bereits zwei Alben gebracht. Die Mischung aus spanischer Folklore und französischem Pop, der in drei Sprachen (Französisch, Spanisch und Englisch) gesungen wird, geht auch auf ihrem dritten Album „Bruxelles“ schnell ins Ohr und dank Gastsängerinnen wie ZAZ („Demain de bon matin“), kommt auch ordentlich Schwung in die ganze Sache. Aber auch leichter Hip Hop, wie z.B. bei „Tu danses et puis tout va“, ist im Repertoire der Gruppe enthalten, welche übrigens aus Tarpes in Südfrankreich stammt. Als ihre großen Vorbilder nennt die neunköpfige Combo übrigens u.a. die Red Hot Chili Peppers. Aber hört selbst.



