Wir finden Festivals ja grundsätzlich toll. Neben dem Lollapallooza, das vergangenes Wochenende stattfand, freuen wir uns nun auf das zehnte Apple Music Festival im Londoner Roundhouse. Zwischen 18.09. und 30.09.2016 gibt sich wieder ein buntes Potpourri an Künstlern die Klinke in die Hand.
Musik
Eine Zeit lang war nicht mal klar, ob das Festival überhaupt stattfindet. Es fehlte nämlich schlichtweg die Genehmigung. Dann kam am 24.08.2016 die Bestätigung. Wäre ja auch eine Katastrophe, wenn Radiohead, Róisín Murphy oder James Blake nicht kommen würden. Wir atmen also auf und freuen uns aufs Lollapalooza 2016 im Berliner Treptower Park. Ich werde natürlich für euch vor Ort sein und von dem restlos ausverkauften Festival für Euch berichten.
Bevor und seitdem „Glory“ erschienen ist, gab es wieder bereits zwei Momente über die man sprechen und an die man sich im Zuge dieses Albums erinnern wird. Da war zuerst einmal die ziemlich langweilige Mitfahrt in James Cordens „Carpool Karaoke“, während der sie gefragt wurde, worum es in „Oops, I Did It Again“ denn ging, was sie nicht wusste. Von der gesanglichen Leistung, die eher einem platten Reifen gleichkam, mal abgesehen war es ein eher fragwürdiger Auftritt. Und dann war da ihr, auch von mir, herbeigesehntes Bühnencomeback bei den VMA’s 2016, elf Jahre nach dem desaströsen Auftritt bei den VMA’s 2005. Vom teils holprigen Vollplayback was man ihr nicht vorwerfen kann mal abgesehen war der Auftritt ok. Und genau da liegt ihr Problem. Britney ist nur noch ok. Wie soll sie auch anders sein, wird sie doch permanent am „früher“ gemessen? Woran also „Glory“ messen? An „Circus“, „Femme Fatale“ und „Britney Jean“? Alles davor war im Vergleich zu gut. Wenn man bedenkt, dass „Blackout“, das Album, welches im Jahr ihres Auftritts 2005 erschien, um Längen besser war als das dritte nach ihrem Breakdown, sollte einem das zu denken geben.
„Die US Style-Bibel BlackBook vergleicht Warhaus bereits mit Gainsbourg, Nick Cave und Leonard Cohen.“ Gewagt mag man meinen, aber nach dem ersten Hören von Warhaus Debut nachvollziehbar. Wem die Stimme des Sängers bekannt vorkommt: Es handelt sich um Maarten Devoldere, Sänger und Songschreiber von Balthazar (wir berichteten). Die ebenfalls sehr französisch aussehende Sängerin ist Sylvie Kreusch, eigentlich Sängerin der belgischen Band „Soldier’s Heart“.
Elf Alben haben The Divine Comedy bereits veröffentlicht. Eine beachtliche Zahl wenn man bedenkt, dass Sänger und Gründer Neil Hannon gerade einmal 45 Jahre alt ist. Alle die glauben Hannon sei großer Fan von Dante gewesen und habe bereits mit 18 seine göttliche Komödie gelesen liegen übrigens falsch. Er entdeckte das Buch nämlich mit 18 im Regal seiner Eltern und nannte die Band fortan so. Ich bin übrigens 2006 auf die Band aufmerksam geworden, als mir „Diva Lady“ nahegelegt wurde (Ähnlichkeiten ausgeschlossen).
Wie immer sollte man auch auf dem elften Album „Foreverland“ wieder genau auf den Text hören, denn teilweise banale Inhalte originell verkaufen, das konnte Hannon ähnlich wie die Pet Shop Boys schon immer. Und so heißt es zum Beispiel bei „Catherine the Great“:
„(…)She could converse with the best, she knew Voltaire, Diderot, and the rest. She might have conquered a third of the world but inside she was a sensitive girl (…)“
Es ist doch immer wieder lustig einige Bandnamen wortwörtlich zu übersetzen. Natürlich besonders, wenn das Wort „Fuck“ drin vorkommt. Würde man also das Bandprojekt von Jenny Lewis, Erika Foster (Au Revoir Simone) und Tennessee Thomas (The Likes) wortwörtlich übersetzen, hießen sie in Deutschland „Gut wie Fick“. Wenn man es dem Sinn nach übersetzt, dann hieße es allerdings soviel wie „Verdammt gut“, was wiederum eher den Grad an Großartigkeit dieses Albums trifft. Und spätestens bei „Runaway“, wenn man am liebsten wie bei „Young Folks“ mitpfeifen möchte ist klar: Verdammt, das ist fickend gut!
Playlisten sind eigentlich ein alter Hut, aber irgendwie liest man sie immer wieder gern, weil man irgendetwas Neues entdeckt oder einen alten Song plötzlich wieder für sich interessant findet.
Normalerweise vertraue ich bei zeitgenössischen Songs oder Neuerscheinungen dem Gespür meines Schreiberkollegen Jan, der sich fabelhaft mit Musik auskennt. Fast alles, was bei mir an Musik läuft, hat seinen Gütestempel.
Wer so einen Namen trägt wie Agnes Obel, hat zumindest den Vorteil nicht in Vergessenheit zu geraten und vielen ein „Ah ja, hab ich mal gehört“ zu entlocken. Gehört haben viele meist den Namen. Die Musik, der in ihrer Heimat überaus erfolgreichen dänischen Sängerin, ist in Deutschland zumindest nicht jedem bekannt, außer man hat Telekom-Werbung („Just So“) oder Greys Anatomy („Riverside“) geschaut. Mit ihrer neuen Single „Familiar“ aus ihrem kommenden Album „Citizen of Glass“ (VÖ 21.10.2016) beweist sie allerdings erneut, dass nicht nur der Name außergewöhnlich ist. Cello, Klavier und eine verzerrt surreale Stimme machen „Familiar“ zu einem großartigen Song, der es umso schlimmer macht, dass wir noch so lange auf das nächste Album warten müssen.
Wenn man zu den Leuten gehört, die mit Destiny’s Child und eben auch Beyoncé groß geworden sind, war der vergangene Freitag ein Pflichttermin. Da besuchte die Überfrau, Mutter, Betrogene, Sexbombe oder wie man sie auch sonst noch nennt, Deutschland für zwei Konzerte. Warum eines davon (neben Düsseldorf) nun gerade in Frankfurt sein musste, weiß man nicht, aber dennoch war klar: Es würde sich lohnen. Während sich die Konzertbesucheroutfits zwischen latent geschmacklos und completely obsessed bewegten (eine Frau hatte den schwarzen Hut und die Kutte aus „Formation“ an), war die Stimmung bereits vor dem Konzert auf dem Höhepunkt. Das lag auf der einen Seite an einer Gruppe Jugendlicher, die einfach mal drauflos getwerked haben und in den Spagat gegangen sind, als gäbe es kein morgen. Auf der anderen Seite war da der „DJ“ oder wer auch immer die Musikzusammenstellung vor ihrem Auftritt zu verantworten hatte. Da war von Hiphop über Michael Jackson, Justin Bieber bis hin zu den Spice Girls alles dabei, um die Leute hochzutreiben. Somit war das Ausrasten bei den ersten Licht- und Toneffekten vorprogrammiert. Dank des immensen Basses gingen bereits die ersten Beats so dermaßen durch Mark und Bein, dass sich alle von den Sitzplätzen erhoben.
Ich habe ja eine Schwäche für Mitgröhl-Gitarren-Songs und ja das bezieht auch Coldplay mit ein. Vielleicht gehe ich zu weit, aber The Temper Trap ist für mich eine etwas weichere Version von Interpol mit einem Hauch Keane. Alle, denen Interpol vielleicht etwas zu komplex und umfangreich sind, liegen mit „Thick As Thieves“, dem zweiten Album von The Temper Trap, genau richtig. „Fall Together“ bietet Mitgröhl-Radio-Futter, der Titelsong „Thick As Thieves“ stampft eingangs los und ist super zum Mitklatschen. Bei „What If I’m Wrong“, neben „Burn“ eines der schönsten Stücke, kommt dann auch die Kopfstimme von Sänger Dougy Mandgai perfekt zur Geltung. Das klingt alles nicht sonderlich aufregend, wie das Cover es vermuten lässt, allerdings ist es für die richtige Zeit im Sommer eine schöne Bereicherung.
