Was könnte als Überschrift bei diesem Header-Foto stehen?
Willkommen im Märchenland … das ist Potsdam, die Berliner Vorstadt und der verwunschen wirkende Heilige See, an dessen Seestraße der für mich gefühlt einzig wahre Alt-Potsdamer in den Reihen der Prominenten, wohnt.
Schon interessant, wie sich einer der drei Vorzeige-Designer Deutschlands nun zwischendurch oder für die Ewigkeit, als Künstler neu erfunden hat. Den fabelhaften Todd Selby scheint das auch neugierig gemacht zu haben und nun gibt es die Bilder aus dem Inneren der Villa am Heiligen See.
Interieur
Vintage Highlight – Die Tutenchamun-Lampe von Bonetti und Garouste
Posted on 14. Februar 2012Vintage-Möbel – besonders die von namhaften Designern wie Charlotte Perriand oder Le Corbusier oder auch die nordischen Klassiker von Finn Juhl oder Fritz Hansen – erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Manchmal werden sie in begrenzter Stückzahl immer noch produziert oder neu aufgelegt. Aber natürlich sind die
zeitgemäßen Originale unschlagbar, nur leider oft schwer zu bekommen. Wir von Horstson versuchen, unsere Wohnungen gerne durch solche Klassiker aufzupeppen und neben den Skandinaviern hat es mir besonders das Designduo Garouste und Bonetti angetan.
Elisabeth Garouste und Mattia Bonetti wurden durch eine Ausstellung bei dem damals weltberühmten Pariser Möbelausstatter Maison Jansen im Jahr 1981 bekannt, in der sie das erste Mal ihren „Barbarischen Stil „zeigten. Der Eisenstuhl mit Bast wurde weltberühmt und auch ihr an den Stil Napoleon III. angelehnter Korallen-Stuhl erregte Aufsehen. Ihr Stil stand völlig im Gegensatz zu der gerade aufkommenden streng geometrischen Richtung der „Memphis Gruppe“ aus Mailand. Und die Phantasiegebilde waren am Anfang der Achtzigerjahre eine völlig neue Richtung.
Willkommen an Bord – Zeitreise zurück zu einer Fluggesellschaft mit Kultdesign
Posted on 2. Februar 2012Als ich die Präsentation der von Peter beschriebenen Chanel Haute Couture Kollektion gesehen habe, wusste ich, dass mich das Defilee der Modelle durch die von Meister Lagerfeld entworfene Flugzeugkabine an irgendwas erinnert hat.
Und dann fiel mir die in den 80er Jahren bankrott gegangene Fluggesellschaft Braniff International ein, über die ich vor Jahren mal einen Artikel im Art Magazine gelesen habe.
Das Design der Flieger und das komplette drumherum sorgten Mitte der 60er Jahre für Aufsehen nachdem der Chef der Fluggesellschaft die Neugestaltung des Images in die professionellen Hände einer Werbeagentur gab.
In einer Zeit, in der Flughafenschalter und Terminals komplett in tristen Grau gehalten waren und die Stewardessen einen spröden Charme sverströmten, steuerte man mit Braniff in die entgegengesetzte Richtung und es begann die kunterbunte Zeit der bisher schrillsten Airline.
Mary Wells von der Werbeagentur Jack Tinker Agency hatte die grandiose Idee den italienischen Modedesigner Emilio Pucci, der für sein wildes Design in schreienden Farbtönen bekannt war, und den US-amerikanischen Designer Alexander Girard, der ebenso ein Fan von gewagten Farben, Formgebungen und Muster war, für die Umgestaltung des Designs zu engagieren. Der erste Kampagnenslogan lautete „The end of the plain plane“ („Das Ende des gewöhnlichen Flugzeugs“). Und die Geschichte der Airline begann: Girard liess die bisher silbergrauen Flieger in poppigen Farben streichen, gestaltete bunte Flugzeugkabinen und sämtliche Details darin – vom Geschirr bis hin zu den bedruckten Zuckerpäckchen. Er entwarf knallrote Ticket-Schalter, bunte Lobbys und Club-Lounges, in denen organisch geformte Möbelstücke von Charles und Ray Eames ein hochmodernes Flair verbreiteten.
Die Stewardessen wurden bei Braniff in „Hostessen“ umgetauft und hatten allesamt Modelpotenzial. Die Ladys durften nicht älter als 27 Jahre alt sein, dazu ledig und ohne Sehschwäche, Brillen waren verpönt. Mit top-aktuellen Haarschnitten und grellem Make Up wurden sie in extravaganten Outfits von Pucci auf die Kundschaft losgelassen. Pucci ist natürlich seinem Stil treu geblieben und hatte nicht mit Farbe gespart. Die Outfits der Hostessen bestanden aus knallgrünen Mäntel mit orangegrünen Stiefeln, himbeerfarbene Miniröcke, hellblaue Hosenröcke und wild gemusterte Kopfbedeckungen. Der absolute Knaller waren die sogenannten „Space Bubbles“, durchsichtige Helme, die die Frisur der Hostess beim Weg vom Rollfeld ins Terminal vor Wind und schlechtem Wetter schützen sollte. Die hübschen Hostessen waren für ihren Service berühmt. Sie benahmen sich eher wie gute Freundinnen und nicht wie Dienstleister. „Weiß Ihre Frau, dass Sie mit uns fliegen?“ hieß ein weiterer Braniff-Slogan von 1966. Ehefrauen wurden durch den Werbefilm „The Air Strip“ nervös, in dem gezeigt wurde, wie die Braniff-Hostessen sich während des Fluges nach und nach entblättern. Allerdings kamen sie nie bis zur bunten Pucci-Unterwäsche Unterwäsche, ob gewollt oder weil es zu viele Klamottenschichten waren (wie im Art Magazine gemutmaßt) sei dahingestellt.
Das neue Image und die Werbekampagne waren so aufsehen-erregend und erfolgreich, dass Braniff bereits nach wenigen Monaten die Passagierzahl um etwa 40 Prozent steigern konnte. Im Jahr 1968 eröffnete die Airline auf dem Flughafen von Dallas den bis dahin futuristischten Terminal – sogar die Decke im Foyer war verspiegelt. Die Möbel im Terminal stammten von zeitgenössischen Interieur Designern wie Harper, Phillip George, Alexander Girard, Herman Miller und Charles und Ray Eames. Alle Zeitungen berichteten damals über Braniff. Mitarbeiter der Airline waren so stolz für das Unternehmen arbeiten zu dürfen.
Ein weiterer Clou war eine Werbekampagne in der man Prominente in Braniff-Fliegern skurrile Dialoge führen ließ, die immer mit dem Satz „When you got it – flaunt it“ endeten (bedeutet in etwa: „Wenn du es hast, protze damit“). Andy Warhol berichtet dem Boxer Sonny Liston von der Schönheit von Suppendosen, Salvador Dalí erzählt dem Baseballspieler Whitey Ford von Bällen, und Schauspieler Mickey Rooney, der bereits mehrere Ehen hinter sich hatte, erklärt dem Filmkritiker Rex Reed, das er sich gerade beeilen müsse um so schnell wie möglich zu seiner nächsten Scheidung bei Gericht aufzutauchen.
1977 wurden die Outfits von Pucci ausrangiert und gegen elegantere und viel dezentere Entwürfe aus fließenden Materialien in diversen Brauntönen vom Modemacher Halston ersetzt.
Man wollte nicht länger schrill, sondern kultiviert und zeitgenössisch wirken. Halstons Designs passten auch besser zu den neuen braunen Ledersitzen, die ab da in den Braniff-Fliegern ein neues Flair verbreiteten.
Wenige Jahre später scheffelte aber das Unternehmen durch größenwahnsinnige Expansionen (z.B. Investitionen in die Concorde) extrem hohe Schulden an und musste in den 80er Jahren Konkurs anmelden. Offizieller Grund waren steigende Kraftstoffpreise und der schärfere Wettbewerb.
Ob es Braniff heute noch geben könnte, weiß ich nicht, aber ich wär‘ gerne mal mit denen geflogen …
Mancher Ort hat etwas Magisches und Faszinierendes und verrät viel über seine Bewohner.
Ein solcher Ort ist ohne Zweifel das Privat-Appartement von Coco Chanel in ihrem Modehaus in der Nummer 31 der Rue Cambon in Paris. Nicht nur, dass es relativ
ungewöhnlich ist, dass die Modeschöpfer über ihren Geschäften wohnen – das erstaunliche ist, dass seine Bewohnerin schon 1971 verstorben ist, das Haus und die Geschäftsräume etliche Male erweitert und umgebaut wurden, das Appartement aber heute noch im Original-Zustand erhalten ist.
Nur zum Schlafen ging Mademoiselle früher abends in ihr Zimmer im gegenüber liegenden Hotel Ritz. Am Tag hielt sie sich hinter den Spiegeltüren auf, die kaum merkbar für die Mitarbeiter, zu ihrer Wohnung über den Couture Salons im zweiten Stock führen.
Letze Woche hatte ich die einmalige Gelegenheit, die Wohnung zu besichtigen und mich einen Nachmittag lang darin auf zu halten, ein mystischer Ort und ein besonderes Erlebnis, denn kaum ein anderer Ort der Mode ist so Symbol geprägt und atmet noch heute den Geist seiner Besitzerin.
Er erinnert mich immer an den „Madhatter“, den verrückten Hutmacher aus Lewis Carolls „Alice im Wunderland. Der New Yorker Inneneinrichter Miles Redd.
Aber wie bei allen Leuten, die vermeintlich Humor und Stil vereinigen, haben seine Konzepte Allüre und „le vrai chic“. Sein admirables Farbgefühl und vor allem seine Eigenschaft, nicht nur neue Dinge anzuschaffen, sondern sein Faible, immer auch Interieurs, sich schon lange im Besitz der Auftraggeber befindlichen Möbelstücke anzunehmen, die er verfremdet oder aufpeppt, machen ihn zu einer besonderen Spezie seiner Zunft.
Oder besser gefragt, wie wohnen eigentlich Horst und Blomquist? Denn vor etwas über einem Jahr haben wir unser Hab & Gut zusammengeschmissen und sind gemeinsam in unser Heim gezogen. Das übrigens auch gerne als Horstson-Tower betitelt wird – denn am Eiermann-Esstisch werden alle Artikel, die aus der Feder von Horst und mir stammen, für das Blog getippt (Daisydora, Frau Willis, Peter & Jan haben jeweils ihre eigenen komfortablen Tower)
Wie wohnt eigentlich Bunny Mellon in ihrem Gartenhaus?
Posted on 14. November 2011Bunny Mellon, eigentlich Mrs. Paul Mellon, wie es in Amerika ja offiziell heißt, ist hundert Jahre alt geworden und die Gattin eines reichen amerikanischen Großindustriellen. Die Mellons stifteten unter anderem bedeutende Kunstwerke von Matisse, Picasso oder Cezanne an das Metropolitan Museum in New York.
Sie ist aber auch so etwas wie eine Couture-Legende und war eine der größten Kundinnen des Couturiers Balenciaga, neben Mona Bismarck, die 1963 achtzig Ensembles aus der Kollektion von Balenciaga bestellte und 1964 bereits hundertvierzig Kleider. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Lady und unterhält neben wundervollen Park-Avenue-Appartements auch ein wunderschönes Gartenhaus, das 2007 der Vanity Fair in Amerika einen großen Bericht wert war.
…und ihr Ehefrau Portia de Rossi (eigentlich Portia Lee James DeGeneres) wollen wir auch nicht vergessen – schließlich wohnen die beiden ja zusammen in ihrer Villa in Beverly Hills und das sogar recht komfortabel: Entworfen wurde das Haus von den Architekten Buff & Hensman und für die Dekorationen verpflichtete DeGeneres die Innenarchitektin Melinda Ritz (die war auch für das ganz fabelhafte Set-Design der Serie „Will & Grace“ verantwortlich) – und was soll man sagen? Es sieht auch ein wenig aus wie bei Will Truman und Grace Adler – nur alles etwas größer dimensioniert: Da hängt dann ein Bild aus der Zusammenarbeit von Andy Warhol und Jean-Michel Basquiat (das große Gemälde oben im Hintergrund), einen Raum weiter steht eine gläserne Tischtennis-Platte von Rirkrit Tiravanija und über dem Sofa liegt keine Decke von Ikea sondern eine von Hermès – so läßt es sich leben und wenn ich ehrlich bin: So würde ich auch gerne leben…
Weitere Bilder gibts nach dem Klick
Der berühmte Architekt Le Corbusier (1887-1965) war nicht nur ein genialer Häuserplaner sondern auch ein begnadeter Möbeldesigner. Vor allem zusammen
mit Charlotte Perriand schuf er viele der bedeutendsten modernen Möbelklassiker.
Die italienische Möbelfirma Cassina, die auf die Werkgetreue Reedition von vielen Designstücken wie dem berühmten Le Corbusier Sofa LC2 oder auch den Rietveld Klassikern spezialisiert ist, hat jetzt die super simplen – aber wie ich finde genialen – Holzkasten Stühle wieder aufgelegt – in nummerierter Edition. Der Meister entwarf von 1957-1959 für die Maison de Brésil, ein viel umjubeltes, damals höchst avantgardistisches Studentenheim auf dem Campus der Cité Universitaire Paris, die ultramodernen Sitzgelegenheiten.
Ihr habt so lange so wenig von mir gelesen weil ich einige Tage auf der weltgrößten Messe für Interieur, Wohnen und Dekoration, der Maison et Objet, in Paris war. Diese Messe findet zweimal im Jahr statt und ist vergleichbar mit den Prêt-à-porter Schauen der Mode.
Im Januar und September versammeln sich sämtliche Aussteller und Einkäufer der namhaften Firmen dieser Branche und tauschen alle Neuigkeiten auf diesem Gebiet aus. Ich habe diesmal wieder einige wunderbare Dinge auf der Messe entdeckt die ich euch in lockerer Reihenfolge vorstellen werde.
Eine der schönsten und phantasievollsten Schöpfungen dieser Saison kam von meinem langjährigen Freund Christian Haas.
Der Siebenunddreißigjährige Designer hat sein Studio seit mehreren Jahren in Paris. Der gebürtige Bayer vereint neues Design stets mit einem Augenzwinkern und ganz viel Phantasie. Er machte sich vor allem einen Namen mit Porzellan- und Glaskreationen für Villeroy und Boch und dem Glashersteller Nachtmann, deren Creative Director er mehrere Jahre war.









