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Von wegen Fetisch: Verpackt im Ganzkörperkondom

Letzte Woche haben wir an dieser Stelle mit einem Artikel über pietätlosen Kuriositäten für Aufmerksamkeit gesorgt (den Artikel zum Menschenleder gibt’s hier zum Nachlesen), diese Woche geht es wesentlich gesitteter zu. Wobei? Anlass zur Berichterstattung sind SKYN Kondome! Seit circa fünf Jahren stärkt sich das Unternehmen mehr oder weniger aggressiv auf dem europäischen Markt und wirbt mit latexfreien Präser-Varianten.
Das verwendete Polyisopren (Synthesekautschuk) ist ein Material, das dehnbarer daherkommt und somit wesentlich angenehmer zu „tragen“ sei. Soviel verrät zumindest schon einmal die Produktbeschreibung. Als modeversierter Blog interessiert uns natürlich weniger die Tatsache, ob und wie Kondome im Test abschneiden. Vielmehr horchten wir auf, als wir erstmals von SKYNFEEL Apparel hörten: Präservative zum Anziehen? Kopfkino und besoffene Junggesellenabschiede in fragwürdiger Garderobe schalten sich ein!

Dass sich ein näherer Blick jedoch lohnt, haben wir erst erfahren, als wir unsere Vorbehalte verabschiedet hatten. Die Designerin Pauline van Dongen hat in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen einen Jumpsuit für Athleten entwickelt, wohlgemerkt erst einmal nur einen Prototypen. Bedingt dadurch, dass sich das Material der Kondome sehr viel besser dehnen lässt als herkömmliches Latex und auch die Anpassung an den Körper und nun ja, allem was dazu gehört, erstklassig sein soll, ist der Gedanke an funktionaler Sportklamotte nicht fern.
Das Konzept der niederländischen Designern sieht vom bewegten Bildmaterial her schon einmal ziemlich spannend aus und lässt sich inspirationstechnisch von ihr unter phallic dragonfly einordnen. Stichwort „Technik“, denn van Dongen gilt in der Branche als Expertin für ebendiese in tragbarer Form: Seit ihrem Abschluss im Jahre 2010 entwirft sie z.B. Kleidungsstücke mit integrierten Stromkreisen und Solarzellen. Jetzt also ein kondomnaher Entwurf, ein Anzug für Weitspringer. Ausgestattet mit kiemenartigen Öffnungen an den Seiten, wird für die nötige Durchlüftung gesorgt.

Von wegen Fetisch – Ich finde die Idee ausgesprochen spannend und würde die Sportbekleidung gerne mal in live sehen. Leider scheint SKYN aktuell keine weiteren Entwürfe zu planen. Ein ziemlich gelungener Marketingstreich, wenn man mal Google anwirft und innerhalb weniger Sekunden zig Artikel über SKYNFEEL Apparel ausgespuckt werden. So bleibt die Marke im Kopf und ich habe mich auch schon ertappt, dass ich auf der hauseigenen Website nach den Sportentwürfen und, und, und recherchiere.
Anbei einmal ein Inspirationsstatement der Designerin Pauline van Dongen:
I always have in mind how materials mediate between our bodies and the world around us. It’s always interesting to look at nature. For SKYNFEEL Apparel,I studied the body in performance, and I thought about aerodynamics. I found the shape of dragonfly wings to be a great source of inspiration. The material itself and its amazing qualities; and how certain phenomena found in nature might inspire design that could enhance sport performance made this conceptual piece what it is today.

Habt ihr bereits von der Zusammenarbeit gehört? Ich freue mich über Euer Feedback, zusätzlich noch ein kurzer Clip des Projekts…

Innovation Meinung

Hautsache Aufmerksamkeit

Bild: (Tina Gorjanc)

Seit einigen Tagen geistern diverse Schlagzeilen rund um ein Thema durch die (Mode-)Presse: „Fashion student turning Alexander McQueen’s skin into leather“, „Fashion That Gets Under the Skin“ oder „A human skin handbag is not fashion“. Ich klicke mich durch die Artikel, sichte Sinn von Unsinn und bleibe bei dem oben genannten Statement vom Guardian hängen: Eine Handtasche aus Menschenhaut sei keine Mode. Meine anfängliche Neugierde weicht einem angewiderten Gefühl, subito schnellt die Ethikschublade in meinem Kopf auf. Worum geht’s überhaupt?

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Beauty Innovation

Die gute Idee? Perfume goes mobile …

Am Tag trudeln hier in etwa 200 Mails ein: Zwischen Ankündigung einer Abmahnung bis zu News ist alles dabei. Ich versuche, weitestgehend alle Mails zu beantworten, bzw. abzuwägen, ob der Inhalt zu Horstson passt. Dass da einem mal ein tolles Produkt durch die Lappen geht, ist klar – allein auf meinem Handy werden 2.000 ungelesene Mails angezeigt.
Gestern nun wurden mir die Infos zu einem “Must-have”-Accessoire für das iPhone, auf das man(n) bestimmt schon bald nicht mehr verzichten will, geschickt. In dem iPhone-Case von Ferrari ist „unsichtbar“ 25 ml Duft versteckt.

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