Kann eine Modeskizze einen Mini-Shitstorm auslösen? Ja, sie kann – zumindest wenn es um die Darstellung von Beyoncé Knowles geht, die auf der von Cavalli veröffentlichten Skizze ca. 3 Meter lange Beine hat, bei der man Angst haben muß, wären sie real, dass sie irgendwo durchbrechen. Nun waren in der Geschichte der Modezeichnungen diese in den seltensten Fällen realistisch, aber in einer Zeit, in der Aktivisten vor dem Barbie Haus in Berlin ‚Brennt es nieder! Brennt es nieder‘ skandieren, verwundert es eigentlich nicht, dass die Zeichnung auf wenig Gegenliebe stößt. Also musste Cavalli dem langsam aufbäumenden Shitstorm entgegenrudern, was das Label dann auf Facebook gemacht hat und ich hoffe, dass es nicht falsch verstanden wird:
Allgemein
Schöne Beine hin oder her, ab gewissen Temperaturen sehnt sich doch jeder normale Mann nach kurzen Hosen ….. Daher kommen hier ohne großes Aufhebens, zehn ganz und gar relaxte, das heißt für Horstson-Begriffe unprätentiöse Shorts des US-Labels J. Crew für 71 EUR das Stück. In so vielen Farben, dass eigentlich für jeden Horstsonian, der gewillt ist, so was zu tragen, eine dabei sein sollte.
Das Material ist robuster Baumwoll-Twill, der Stoff aus dem die meisten Chinos sind. Mit dem richtigen T-Shirt dazu, auch mal in ungewöhnlichen Farbkombinationen, kann man sich damit durchaus samstags auch beim Bäcker um die Ecke in Berlin, Hamburg, München und so weiter blicken lassen … oder?
Schon die Beschreibung klingt wie ein wahr gewordener Albtraum: „BADEHOSE AUS LYCRA & NYLON MIT SCHÄDEL UND SPINNE,“ kann der Kunde auf der Seite des Online-Stores Luisaviaroma lesen. Gemeint ist obige, sehr knapp geratene Badehose aus dem Hause Dsquared. Wie ich aus den Kommentaren zur Badehosenwoche bisher rauslesen konnte, kommt es immer ein wenig auf den Körper, der in der Hose drinsteckt, an. Daher frage ich: macht ein Sixpack diese Badehose auch schöner?

Hermès für Lacoste; Bild: Lacoste
Das Tennisturnier von Roland Garros in Paris ist gerade das achte Mal von Rafael Nadal gewonnen worden und überall konnte man „es“ sehen – jung wie nie, obwohl es das Zehnfache an Jahren auf dem Buckel hat: Das berühmteste Krokodil der Welt wird achtzig Jahre alt und ziert mittlerweile nicht nur die weißen Polohemden der Tennisspieler.
René Lacoste selbst hat nicht nur vielfach das berühmte französische Turnier gewonnen, sondern war der beste Tennisspieler seiner Zeit und hatte stets ein großes Krokodil auf seinem Hemd und seiner Strickjacke, was ihn den Namen „Le Crocodile“ einbrachte. In den 50er Jahren avancierte dann sein ureigenes Hemd zum Statussymbol und die Beatniks in Frankreich trugen es ebenso, wie Helmut Berger oder Alain Delon. Schnell avancierte das mittlerweile in einer berauschend großen Farbpalette erscheinende Polohemd aus Baumwoll-Piqué zum beliebten Urlaubs- und Sommerhemd der Pariser Gesellschaft an der Côte d’Azur, bis es dann Ende der 70er Jahre eines der Key Items der europaweiten Popper-Bewegung wurde.

Badehose: Dan Ward
Geringelt und ganz schön knapp, das sind die schnörkellosen Retro-Badehosen (95 bis 130 EUR), die ich mir für die Badehosenwoche bei Dan Ward ausgeguckt habe. Ich weiß, die beiden Shorts haben so was von Sandkasten-Spielhöschen für kleine Jungs, aber da müsst ihr eben durch. Es gibt immer jemand, der darin einfach umwerfend aussieht. Möglicherweise auch in den knappen Trunks. Sieht man ja schließlich auch an dem absichtlich wohl trainierten Model, dass Mann so was ruhig auch mal tragen kann … oder?

Bild: Dior
… ist nicht wirklich eine Neuigkeit – schon seit letztem Jahr hielten sich die Gerüchte, dass der Schauspieler mit dem offiziellen Namenszusatz „Twilight Star“ Jude Law als „Gesicht von Dior“ ablöst. Heut wurde es nun bestätigt, alle sind aus dem Häuschen und Dior lässt entsprechend verlautbaren: „Today we are excited to announce that Robert Pattinson will join the privileged circle of Dior faces. Photographed by American artist Nan Goldin and filmed by French director Romain Gavras, this new Dior Homme communication campaign is currently broadcast exclusively in Europe (except UK) and Asia (except China and Japan).“ Der angesprochene Film soll übrigens ein Spot voller sexueller Energien sein, liest sich beim Telegraph allerdings wie das Script eines Army of Lovers Videos. Sodom und Gomorra …

Bruce Webers Dogs; Bild: Bruce Weber
Aus hunderten wundervollen Fotografien Bruce Webers, die ich alleine auf meiner „Visuellen Festplatte“ im Kopf abrufbar habe, nur einige wenige zu „Lieblingsbildern“ zu küren, das kann ich glaube ich gar nicht.
Aber es gibt da schon welche, deren Prints ich bei mir habe, weil ich mich beim Betrachten gerne daran erinnere, dass Fotografieren noch immer eine Fertigkeit und Kunst ist, die nicht jeder beherrscht, der mit seiner Digitalkamera oder dem iPhone „Milliarden“ Bilder knipst.
Bei Bruce Weber ist es abseits der bekannten Werbekampagnen für Abercrombie, Calvin Klein und andere Kunden der familiäre Charme, den die Szenen auf vielen seiner Portrait-Fotografien vermitteln, den ich liebe.
Badehosenwoche! Heute: gepunkteter Farbverlauf von Jonathan Saunders
Posted on 11. Juni 2013
Bild: ssense
Sollen doch der Herr Dolce und der Herr Gabbana ihre persönliche Badesaison in den knappen Speedos eröffnen. Mein Fall sind diese Badehosen nicht wirklich. Nicht nur figurtechnisch passen solche Minislips und ich einfach nicht zusammen … Ich greife daher lieber zu kurzen Shorts mit Bündchen. Und so werfe ich jetzt dieses schöne Modell von Jonathan Saunders in Rennen – was sagt Ihr zu dem schönen Stück? Sollte ich zuschlagen? Die ist auch schon reduziert … Ich bin auf Eure Meinung gespannt!
Lesetipp: Wenn das mal keinen Shitstorm in der Blogosphäre provoziert, Siems Luckwaldt!
Posted on 11. Juni 2013
Bild: Screenshot Profashionals
Um es gleich vorweg zu nehmen – nein, der Beitrag, um den es hier geht, wird keinen Shitstorm provozieren. Ein Shitstorm setzt schließlich vorraus, eine klare Meinung zu beziehen. Das hat Siems Luckwaldt* in seinem Vortrag „Look at ME: Modeblogs – Symptome der Krise oder Medienzukunft?“ beim Luxury Business Day vergangene Woche in München zwar gemacht, aber wer will ihm da schon mit einer ebenso klaren Meinung Paroli bieten? Zu sehr sprach Luckwaldt den meisten Zuhörern und auch mir aus dem Herzen, zumindest lassen das die Zitate erahnen, die Profashionals veröffentlicht hat. Den ganzen Vortrag gibt es noch nicht zu lesen bzw. irgendwo zu sehen, doch Sätze wie “Sie finden in den Frauenmagazinen nur noch die große Trendhysterie und permanentes ‘Kauf mich, kauf mich’, aber keine qualifizierte Modeberichterstattung oder mal eine Kollektionsbesprechung. Das passiert eher im Feuilleton oder im Wirtschaftsteil,” treffen nicht nur den Nagel auf den Kopf, sondern kritisieren, und das ist ein Novum, die komplette Branche des Modejournalismus – inklusive Print und Online. Zu sehr wurde sich in den Kritiken auf Blogs eingeschossen. Und die Magazine? Können sie es wirklich immer besser?

Bild: H&M
Die letzte Niete ist von den Lederjacken, die Versace für H&M entworfen hat, noch nicht abgefallen, schon trumpft H&M mit dem nächsten Coup auf: Isabel Marant bringt ihren französischen Touch zu H&M. Isabel wer?, mögen sich vermutlich die meisten H&M Kunden fragen. Mein erster Gedanke hingegen war, als ich die Pressemitteilung von H&M las: Margareta van den Bosch, H&Ms Creative Advisor, ist echt alt geworden. Diese kleine Bemerkung sei mir nachgesehen, immerhin dürfen wir seit 2004 die immer gleichen Bilder mit van den Bosch neben einen immer wechselnden Designer sehen. Margareta neben Donatella Versace, Margareta neben Elbaz … Nun steht Margareta van den Bosch halt neben Isabel Marant und hat es auch nach all den Jahren nicht verlernt, irgendwie begeistert in der Pressemitteilung zu klingen:



