In der schottischen Provinz, um die Stadt Hawick herum, ist es, wenn man arbeitslos wird, nicht einfach einen neuen Arbeitsplatz zu bekommen. Die Region ist berühmt geworden durch ihre hervorragenden Strickwaren-Manufakturen wie Peter Scott, Robertson, Drumohr und natürlich Barrie.
Lambswool, Merino und besonders der festgestrickte Cashmere machten die Schotten berühmt und schottischer Strick ist von nicht bezwingbarer Qualität, hält ewig und ist im Gegensatz zu den italienischen Strickfabrikanten eher klassisch ausgerichtet. Gute Qualität hat seinen Preis, doch Ende der 80er Jahre begann auch dort das große Textilsterben, weil immer mehr Produktionen in Billiglohnländer abwanderten oder die Importe aus Fernost kleinere Betriebe zur Aufgabe zwangen.
peterkempe
Diesmal packe ich meine Tasche für ein Wochenende in Wien und möchte unkompliziert und doch chic dafür angezogen sein. Café-Haus Besuche, ein wenig
Shopping und der Besuch der Albertina stehen an. Außerdem morgens früh auf den Flohmarkt gehen und nach ein paar schönen, alten Gläsern stöbern. Das macht genauso viel Spaß, wie Ausstellungen besuchen oder ein schönes Schnitzel im Café Landmann zu essen.
Die Tasche ist als Reisetasche zwar ein bisschen klein, aber die Schuhe transportiere ich sowieso in meiner zehn Jahre alten Shoe-Bag von Louis Vuitton, die ich mit Blomquist mal in Paris gekauft habe. Die Tasche erinnert mich an die alten Reisetaschen für Automobilisten, wie es früher so schön hieß. Sie ist von Valextra und aus Natur-Fjord-Leder.
Modeschätze – Gianfranco Ferré debütiert bei Christian Dior 1989
Posted on 17. Oktober 2012Das eine Designer- und eine Richtungsänderung den französischen Traditionshäusern gut tut, zeigte uns ja gerade par excellence Raf Simons für das Haus Christian Dior. Seine Haute Couture Kollektion im Juli ist für unser Verständnis auf viel zu wenig Resonanz in der Presse gestoßen, denn was es für ein Haus bedeutet, so derartig die Richtung zu ändern und von großer Opulenz zu eher minimalistischen Tendenzen zu wechseln, empfinden wir als spannenden Prozess in der Mode und einen bewundernswerten, nicht ohne Risiko behafteten Schritt für ein Modehaus. Das hätte eigentlich eine größere Öffentlichkeit verdient.
Das Schiaparelli Appartement Paris – Neustart einer Legende
Posted on 16. Oktober 2012Vor einiger Zeit wurde bekannt, dass das italienische Mode-Unternehmen von Diego Della Valle (Tod’s, Hogan etc.) die Rechte und die Marke der legendären Modeschöpferin Elsa Schiaparelli von deren Erben gekauft hat.
Die „Italienerin“, wie Coco Chanel sie einst nur nannte, hatte sich bereits vor 58 Jahren aus der Mode zurückgezogen und einen Teil der Räume an der Nummer 21 des Place Vendôme blieben für die Firma erhalten. Ebenso wie die berühmte Korb-Markise, die in schwungvollen Buchstaben den Schriftzug des Hauses über dem ehemaligen Eingang zum Couture Haus trug, nur ein paar Schritte vom Ritz entfernt.
Wie schon von uns angekündigt, ist nun also Brad Pitt das neue Gesicht für Chanel No.5. Nach Marilyn Monroe, Carole Bouquet, Catherine Deneuve und Nicole Kidman hat Chanel sich entschlossen, einen Mann rezitieren zu lassen. Wie geschickt eines der weiblichsten Produkte und die Reinkarnation von französischer Lebensart durch denjenigen zu repräsentieren, der schließlich meistens dem Duft der Frauen erliegt, dem Mann.
Chanel sagte schon das „alles verfliegt, außer dem Mann, den man liebt“ und genau das auf das Leben abgewandelt, scheint auch Brad Pitt bewusst zu sein. Da ist es doch besser man hält sich an die ewigen Klassiker wie Chanel No.5. Sicherlich hätte man früher eher eine Werbung für einen guten Whisky oder etwas ähnlich männliches von einem Mann erwartet, aber im Zeitalter der Emanzipation ist es ja eher sympathisch, dass Herr Pitt für Chanel No.5 steht, als für Alkohol oder gar Zigaretten.
Chanel No.5 ist seit 1921 der ewige Klassiker unter den Parfums und eng mit dem Image des Hauses und dem seiner Schöpferin bzw. Namenspatronin verbunden. Ernest Beaux, einst Parfumeur des Zaren, hatte ihr eine völlig neue Komposition vorgelegt, die nicht mehr nach Blumen oder Gewürzen roch ,sondern undefinierbar verführerisch aus über 80 Komponenten bestand. Das erste Aldehyde-Parfum der Welt war geboren.
Jetzt bekennt einer der berühmtesten Schauspieler der Welt, dass er nicht an Chanel No.5 vorbeikommt – guter Geschmack Herr Pitt und vielleicht ein weiterer Step auf der Leiter, um genau so ein Mythos zu werden wie Chanel No.5.
Manchmal verschütten Dinge einfach im Kopf und es reicht ein kleiner Funke und alles ist wieder da. Eine ganze Welt tut sich dann vor einem auf – nicht nur das man sich dann wieder erinnert, sondern man dringt ganz tief in diese Welt ein und plötzlich wird einem klar, warum man das mal so geliebt hat.
Die Macher des Magazins Fairy Tale und Kreateure des Labels Vier5, Achim Reichert und Marco Fiedler, haben ein Buch herausgebracht, das man einfach haben muss: „Best Company Designer Olmes Carretti Perfect Definition of Fox“.
Wer ist Olmes Caretti und was ist Best Company fragten mich viele, die das Buch sahen. Allerdings weniger die Jungs die so um die fünfundvierzig sind, denn die bekamen sofort leuchtende Augen und meinten „Best Company, Liberto Jeans, Timberland Boots und gestreiftes Hemd“ – genau das war der Look, wie man die göttlichen Sweatshirts, die Sweatshirts der 80er Jahre und beginnenden 90er überhaupt, trug.

Cristóbal Balenciaga. Photo: T.Kublin
Im September 1937 berichtete die amerikanische Harper’s Bazaar unter der Rubrik „Das perfekte schwarze Kleid“, dass sie die besten Roben der Pariser Saison bei dem neuen spanischen Couture Haus, das in der Avenue George V. Nummer 10 aufgemacht hat, gesehen hat.
„The little Black Jacket“ kommt nach Berlin – Ausstellung am Potsdamer Platz
Posted on 10. Oktober 2012Am 20. November wird CHANEL’s Fotoausstellung, die Karl Lagerfelds neuestem Buch “The Little Black Jacket: CHANEL’s classic revisited by Karl Lagerfeld and Carine Roitfeld” gewidmet ist, im U3 Bahnhof & Tunnel am Potsdamer Platz in Berlin eröffnen.
Diese interessante Location befindet sich unter dem legendären Zentrum der pulsierenden Stadt und bietet die Bühne für die 113 Photos, die Karl Lagerfeld von einer Jacke gemacht hat, die wie eine Ikone für Chanel steht. Sie ist aus Tweed, häufig schwarz – versehen mit Galons, mal mit zwei – mal mit vier Taschen und steht ähnlich der Jeans für einen ewigen Klassiker. Chanel steht für Kreativität, Modernität und Perfektion. Deshalb hat Karl Lagerfeld sich auch mit der Vogue Chefredakteur Legende Carine Roitfeld zusammen getan und beide haben ein Konzept entwickelt, das den Chanel Klassiker an Freundinnen und Freunden des Hauses in immer neue Varianten und Spielarten zeigt. Ob Vanessa Paradis, Yoko Ono, Sophia Coppola, Claudia Schiffer oder Vladimir Restoin Roitfeld – alle haben den Stil, um die Jacke immer wieder neu erscheinen zu lassen.
Letzte Woche habe ich einen kleinen Ausflug nach Wien unternommen und mal wieder festgestellt, was für eine wunderbare Stadt Wien doch ist. Besonders schön und empfehlenswert ist eine wirkliche Legende: die American Bar oder „Kärtner Bar“ im 1.Wiener Bezirk. Ich hatte ganz vergessen, dass sie nicht nur für ihre Zeit rasant modern war, sondern auch so gemütlich und die Drinks total lecker sind. Es lohnt sich auf jeden Fall sie zu besuchen und sie ist im Kärntner Durchgang Nummer 10 auch mitten in der Stadt gelegen – man kann also nach dem Shopping am Graben und Kohlmarkt und dem Entdecken der Galerien und Antiquitäten-Läden in den Seitengassen wunderbar auch nur zu einem Kaffee dort einkehren.
Am Samstag wurde im Rahmen des Hamburger Filmfestes eine Dokumentation gezeigt, die es auf dem Fernsehsender N3 am 30.Oktober um 24.00 Uhr geben wird. Nicht gerade ein Prime-Time Sendeplatz, aber ich würde alles tun, um an dem Tag wach zu bleiben und diese Sendung zu sehen. Wach bleiben kann ich nur jedem Mode-Interessierten auch raten, denn was dann kommt, ist eine wahre Sternstunde.
Der Regisseur Oliver Schwabe hat die 60 minütige Dokumentation, die der NDR produzierte, der Frau gewidmet, die wie keine andere das modische Empfinden und das Wissen über Mode vermittelt hat: Antonia Hilke. Ihr wird er mehr als gerecht – auf eine subtile und faszinierende Weise.
Mit ihren Sendungen „Neues vom Rond Point“ und später „Neues vom Kleidermarkt“ hat sie den Muff aus deutschen Kleiderschränken seit 1958 versucht zu vertreiben – zunächst durch fast schon wissenschaftliche Einblicke in die Pariser Haute Couture und ab den 60er Jahren auch dem Prêt-à-Porter und immer mit dem Blickwinkel, Mode als Kultur und Genuss zu vermitteln.





