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peterkempe

Allgemein

Cresta Run – die tollkühnen Männer von Sankt Moritz

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Fotografie: Amanda Camenisch; Mode: Stephan Meyer | Gentlemen’s Report

Der Gentlemen’s Report der Neuen Züricher Zeitung wird regelmäßig von uns gelesen – nicht nur weil uns die Stilistik gefällt, sondern weil immer wieder hervorragende Modeproduktionen dort zu finden sind. Unter der Ägide von Jeroen van Rooijen hat sich das Heft zu einem wirklich wertvollem Stil Adviser entwickelt. Besonders gut gefallen hat uns die Strecke „Wild und Geistreich“ über den Cresta Run in Sankt Moritz und seine Inspiration für die Herrenmode.

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Interieur

Wie wohnen eigentlich … die Jungs vom Studio Dimore

Schon lange fielen uns die Mailänder Interieurdesigner Britt Moran und Emiliano Salci auf. Seit ein paar Jahren sieht man immer wieder ihre Wohnungen, Hotel- oder Boutique-Projekte in internationalen Wohnzeitschriften wie AD, Wallpaper oder Maison Française.
Besonders zeichnet sie aus, dass sie nicht wie viele Inneneinrichter Interieurs schaffen, die wie aus einem Guss wirken und in immer der gleichen Stilistik arbeiten. Ihre Wohnungen sehen nicht aus wie gehobene Hotelsuiten oder Oligarchen-Villen. Selbst wenn sie ein Hotel einrichten, mischen sie Vergangenheit und Zeitgeist auf gekonnte Weise zusammen.

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Allgemein

Paris-Edimbourg – Focus Chanel Accessoires

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Bild: Horstson

In jedem Jahr gibt es die Chance, während der Couture Woche in Paris, die Accessoires der Arts et Métiers Kollektionen von Chanel genauer in Augenschein zu nehmen – im Privat-Apartment von Coco Chanel, in der Rue Cambon. Da die Kollektionen ja jeweils im Dezember an dem Ort gezeigt werden, die dem Thema entspricht, wie für den kommenden Herbst in Edimbourg in Schottland, ist dieser Termin eine gute Gelegenheit, vor Ort noch einmal die Details zu sehen und vor allem für euch Photos zu machen.
In diesem Fall besonders lohnenswert, denn die Paris-Edimbourg Collection ist eine der handwerklichst anspruchsvollsten und aufwendigsten die je gemacht wurde. Karl Lagerfeld bezeichnet diese Arbeiten als Semi-Couture, ich finde aber sie ist aufwendiger als manche Haute Couture – von der Frühjahrskollektion mal abgesehen, die mit ihren Stickereien und Details ja einmalig ist.

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Allgemein

Peter’s Cuttings – Christian Bérard

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Boris Kochno: „Christian Bérard“; Herscher Verlag Paris

„Alles im Leben entsteht durch Inspiration“ ist eines meiner Grundsätze und es gibt Schlüsselfiguren in meinem Leben, die dafür stehen, ganze Welten geöffnet zu haben und immer wieder neue Anstöße geben, Neues zu entdecken.
Bei einem meiner ersten Aufenthalte in Paris entdeckte ich in der Rue de Seine eine kleine Galerie, in der Aquarelle und Zeichnungen hingen, die mit leichtem Strich wunderbare Kleider der 30er Jahre in wenigen Umrissen zeigten und sofort mein Herz eroberten. Sie waren von einem Mann, der in Paris 1902 geboren war und schon 1949 dort gestorben ist. Sie waren von Christian Bérard, genannt Bébé. Er wurde zwar nur 47 Jahre alt, aber es gab keinen Namen aus der Welt des Stils dieser Zeit, mit dem er nicht verbunden war.

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Allgemein

Kunstmuseum Wolfsburg – Bewegt – Christian Boltanski

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Detail: Christian Boltanski, Gelebt (Entre Temps), 2004 | Courtesy: Kewenig Galerie, Berlin

Erinnerung und Vergangenheit sind die großen Themen Christian Boltanskis (geb. 1944 in Paris). Das Kunstmuseum Wolfsburg ehrt jetzt sein Werk mit einer Ausstellung vom 2.März bis 21.Juli 2013.
Im Zentrum der Ausstellung unter dem Titel „Bewegt“ steht eine überdimensionale, kinetische Installation, die Boltanski eigens für die große Halle des Kunstmuseums Wolfsburg konzipiert hat. Sie schließt an seine monumentalen Installationen im Grand Palais Paris 2010 und anlässlich der Biennale von Venedig 2011 an.

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Allgemein

Candy-Collection von Orlebar Brown

Zugegeben, ich bin nicht so eine Wasserratte – aber die Schwimmshorts von Orlebar Brown haben es mir angetan, seit ich sie das erste Mal gesehen habe. Aber nicht nur Badehosen hat das britische Label zu bieten, sondern allerhand mit feinsten Details ausgestattete T- Shirts, Polos und alles, was man für den gepflegten Urlaub braucht.
Was sofort ins Auge fällt, ist nicht nur die äußerst gute Qualität der Stoffe, sondern auch die Details an jedem Stück des Labels, das an die perfekten Gentleman-Linien der 60er und 70er Jahre erinnert.
Frottee-Polos wie bei James Bond und das Tommy T-Shirt mit dem hübschen abgerundeten Bündchen in den Koffer geworfen, dazu die klassischen Chinos, die College-Gürtel und meine geliebten Zabattigli Espadrilles und der Urlaub kann starten.

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Allgemein

Neuzugang – Die Louvre Tasche von Hermès

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Bild: Japan Fascinating Association

Obwohl sie noch gar nicht so alt ist, stellt sie praktisch die Großmutter von petit h da. Denn als 1997 im Louvre in Paris eine Ausstellung über die Geschichte der Handtasche startete, wurden einige Designer, darunter auch Jean Paul Gaultier und das Haus Hermès gebeten, sich etwas Besonderes einfallen zu lassen. Die Taschen sollten Exklusiv-Kreationen sein, die in limitierter Auflage während der Ausstellung verkauft wurden.
Nun hatte Hermès für die ‚Alice im Wunderland‘ Ausstellung in Tokio schon ein Jahr vorher die fabulöse Idee, eine durchsichtige Kelly Bag zu entwerfen, die jede Sicherheitskontrolle überflüssig machte (wir stellten sie bereits vor). Sie bestand aus durchsichtigem Kunststoff und ließ das Herz eines jeden Hermès-Sammlers höherschlagen.

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Porzellan

Rallye 24 – Hermès Porzellan startet durch!

Bild: Horstson

Die Einladung von Hermès klang geheimnisvoll: Eine Adresse in einer kleinen Straße in einem der nicht attraktivsten Stadtteile von Paris, nahe dem Place de Clichy. Sonntagabend, es ist kalt und ungemütlich an diesem Januartag und eigentlich wollte man gar nicht mehr aus dem Hotel. Aber Hermès lud Freunde des Hauses nicht umsonst an diesem Abend ein, denn eine große Überraschung verbarg sich, die darauf wartete, entdeckt zu werden. An der angegebenen Adresse angekommen, dachte man zunächst an einen Irrtum – vor einem lag ein Parkhaus der Vinci Kette, genau wie alle Parkhäuser dieser Welt in flotter Beton-70er-Jahre-Architektur gehalten und so gar nicht Parisienne …

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Allgemein

Rauf aufs Fahrrad – Tod’s entdeckt die Männer ohne große Schlitten

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Bild: Tod’s

Augenfällig, wie das vermehrte Auftauchen von Katzen in der Werbung der Modelabels, ist auch das, was gestern noch als vermeintlicher Luxus und Status erschien, sich durch den Zeitgeist fast unmerklich wandelt. So galten jahrzehntelang Männer mit „großen Schlitten“, also Luxusautos oder schnittigen Sportwagen, als werbewirksam. Seit geraumer Zeit tauchen gerne in den Kampagnen Oldtimer auf und als Fortbewegungsmittel der Protagonisten oder als Steigerung eines bewusster gewordenen Umwelt- und Nachhaltigkeitsgedanken gerne auch Fahrräder …
Natürlich entweder stylisch oder – very british – klassisch. Tweedruns erfreuen sich nicht nur in London oder Zürich großer Beliebtheit (wir berichteten schon vor länger Zeit davon),  – man zieht sich auch im Alltag besonders schön an und das Fahrad wird dabei unmerklich zum Accessoire des Looks. Handschuhe sind dabei genauso obligatorisch, wie das gepflegte schöne Schuhwerk.

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Allgemein

Making of – Der zweifarbige Cashmere Cardigan von Chanel

Die wunderbarsten Dinge entstehen ganz still und leise und nicht unbedingt in den Metropolen dieser Welt. Manufakturen für Glas oder Porzellan liegen genauso fernab von Weltstädten, wie Webereien oder in unserem Fall die Strickerei, in der das unendlich strapazierbare und weiche Cashmere für Chanel gemacht wird. Zwar werden Kollektion und Produkte in der Rue Cambon in Paris erdacht, aber verteilt in Frankreich, Italien und eben im nördlichen Schottland produziert.
Im Gegensatz zu italienischem Cashmere-Strick, ist das englische fester und dichter und wirkt auf den ersten Blick nicht so flauschig, ist aber genauso weich, wenn man es trägt. Schottische Cashmere-Stricker haben eine sehr lange Tradition und kauft man einen Pullover, hält er bei guter Pflege (einfach kalt waschen) ein Leben lang.

Chanel hat eine jahrzehntelange Tradition in der Zusammenarbeit mit der Company von Barrie Strick und lässt dort schon ewig produzieren. Im letzten Jahr kauften sie das Unternehmen (wir berichteten) und gliederten es in die Ateliers Paraffection ein. Die Zulieferer arbeiten aber auch für andere Unternehmen wie zum Beispiel Hilditch & Key, von denen ich seit 15 Jahren zwei Pullover habe, die ich niemals auf der Welt missen möchte und die ich bei Feuerausbruch in meiner Wohnung sofort retten würde.
Schottisches Cashmere ist ein bisschen wie die Landschaft und die Menschen der Region, es wirkt zunächst rau und hat einen freundlich, weichen und fröhlichen Kern.

Eine der Ikonen fast jeder Chanel Kollektionen sind die Klassiker schlechthin: die Cardigans.
Kleiner, runder Ausschnitt, zwei oder vier Taschen, abgesetzt in kontrastierenden Farben – der Bicolor oder Two-Tone Cardigan. Mal ist er in Pastellfarben gehalten, mal kommt er in Grautönen oder, wie in der Metiers d’Arts Kollektion PARIS-EDIMBOURG, in herbstlich-britischen Jagdgrün- oder Laubfarben daher.
Jedes Teil wird in vielen Handwerksschritten gearbeitet. Die Rundstrickmaschinen sind Halbautomaten, die noch immer viel handwerkliches Geschick und Geduld erfordern. Schritt für Schritt entsteht das Objekt der Begierde, das von vielen Käuferinnen ersehnt wird und sie später viele Jahre begleiten wird.

Der Film zeigt auf sehr ruhige Weise, woraus jegliche Art von Handwerk besteht. Bodenständigkeit und viel Liebe und Präzision zum Detail, jeder Schritt will überlegt sein und man darf nicht nachlässig sein, sonst ist alles verdorben. In Schottland, glücklicherweise kein asiatischer Sweatshop, bleibt den Handwerkerinnen dafür genügend Zeit und Muße, um ihre Stücke zu fertigen. Wie ein ruhiger, fast meditativer Vorgang zeigt er ein wunderbares Stück Handwerk – sehenswert!