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peterkempe

Allgemein

Peter’s Cuttings – Inside the Jacket of Chanel

Ein Blick auf die Website des Modehauses Chanel lohnt sich immer. Neben den Chanel News, die regelmäßig über die neuesten Kollektionen oder die Hintergründe aus den Bereichen Fashion, Accessoires und Kosmetik berichten, sind vor allem die Making of Videos immer wieder ein großer Genuss, um hinter die Kulissen des Hauses zu schauen.
Nun ist durch die Inspiration einer Zeichnung von Karl Lagerfeld das vierte Video der „Inside Chanel“ Reihe entstanden – diesmal mit dem Fokus auf Chanels begehrtestem Kleidungsstück, der Jacke: „The Jacket – Inside CHANEL“

Obwohl das Haus Chanel schon fast hundert Jahre besteht, ist das Mirakel, dass die Jacke eigentlich ihre Blütezeit erst nach dem Comeback von Mademoiselle Chanel 1954 feiert. Die Jacke tauchte zwar vor dem Krieg vereinzelt in den Entwürfen von Coco auf, aber sie wurde noch gar nicht so zur Kenntnis genommen. Dass sie erst später bekannt wurde, hat was mit den Kundinnen und den amerikanischen Konfektionären zu tun. Als die 71-jährige Gabrielle Chanel 1954 beschloss, wieder an den Start zu gehen, erkannte sie, dass es das komfortabelste und ein die Frauen befreiendes Kleidungsstück war. Während die Presse zunächst verhalten auf die ersten zwei Kollektionen der einstmals berühmtesten Couturière reagierten, brachte „Life“ sofort 7 Seiten und die amerikanischen Department Stores orderten die einfache, durch einen Salzburger Hotel Liftboy inspirierte Jacke, in großen Mengen. Die Konfektionäre kopierten sofort.

Couturiers, wie Christian Dior oder Jacques Fath, beschworen die Sanduhr-Silhouette und den feminin verspielten Princess-Look. Klar, dass da die europäische Presse in Ohnmacht fiel, als unverhofft eine Art „simple chic“ lanciert wurde. Chanel wollte, dass alles seinen Komfort und seinen Platz hat. So sollten moderne Frauen, die ja jetzt arbeiteten, auf einen Bus aufspringen können und Knöpfe sollten immer eine Funktion haben und weniger zur Zierde sein. Die Knöpfe wurden erstmals mit den doppelten C’s versehen – ein Symbol, was ihr seit den Kindertagen in der Klosterschule vertraut war. Alles ist signifikant an der Jacke und schnell eroberte sie die Herzen aller Frauen …
Karl Lagerfeld erkannte das Potenzial der Jacke, schmiss sie lässig auf Jeans und gab ihr jede Saison ein neues Gesicht, ohne ihre Qualität oder ihre Ausstrahlungskraft zu verändern. Das „Inside Chanel“ Video ist eine Reise durch die Geschichte der Jacke, zeigt ihre Herstellung, und wenn man es gesehen hat, will man spätestens dann eines Tages eine solche Jacke besitzen. Sie ist eine der typischten Kleidungsstücke des 20. Jahrhunderts – mit einer blendenden Zukunft, ähnlich wie die Blue Jeans oder das weiße Herren Oberhemd. Selbst Yves Saint Laurent, Schöpfer vieler Klassiker, musste neidlos bekennen, dass er gerne der Erfinder der Chanel Jacke gewesen wäre.

‚Inside Chanel – the Jacket‘ ist heute und morgen genau so gültig wie in der Zukunft, denn die Jacke verkörpert perfekt das Gut-Angezogen-Sein und den Parisienne Stil schlechthin.

Music

Wonderful World – David Bowies Hommage an Berlin

Ich gebe es gerne zu, ich war schon immer ein großer Fan von David Bowie. Zu einem glühenden Fan wurde ich spätestens seitdem er mit einem meiner Lieblings-Models, der bildhübschen Iman, verheiratet ist. Sein Avantgardismus und auch seine viel beschworene Androgynität hat Maßstäbe gesetzt und ihn dadurch nie in eine Schublade einsortieren lassen.
David Bowie darf ich auch gut finden, denn ich bin ja nicht mehr der Jüngste und habe beispielsweise sein „China Girl“ noch selbst erlebt.
Er war immer mehr eine Kunstfigur und hat dadurch, besonders in den frühen 70er Jahren, auch manchen Modeschöpfer beeinflusst oder zumindest inspiriert – womit wir wieder beim Thema dieses Blogs wären …

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Interieur

Tai Ping Carpets – Hôtel de Livry Paris

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Bild: Tai Ping

Sie machen unvergleichliche Teppichkollektionen aber auch Maßanfertigungen für Yachten, Hotels und die bedeutendsten Interieur-Projekte der Welt – die Firma Tai Ping mit Stammsitz in Hongkong und ihrem europäischem Headquarter in Paris.
Karl Lagerfeld zeigte eine ganze Haute Couture Schau für Chanel, auf einem extra für das Grand Palais gefertigten weißen Teppich mit den Initialen der Gründerin in der Mitte und wenn man in der Bar des Hôtel Plaza Athénée in Paris einen Drink nimmt, traut man seinen Augen nicht – man denkt, dass man auf einem Mosaikfußboden sitzt, dabei ist es auch ein Teppich der berühmten Manufaktur. Auf der Yacht „Eclipse“ von Roman Abramowitsch wandelt man genau so über die Traumböden, wie im Mandarin Oriental oder beim Juwelenkauf bei Van Cleef & Arpels.

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Paris Fashion Week

Valentino – Im Angesicht eines Engels …

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Maria Grazia Chiuri und Pier Paolo Piccioli; Bild: Valentino

Maria Grazia Chiuri und Pierpaolo Piccioli sind seit 2008 die Kreativdirektoren von Valentino. Fast lautlos haben sie mit konsequenter Linie das Haus zwar modernisiert, aber die Wurzeln und die Bausteine seines Begründers erhalten und ausgebaut. Valentinos Stil ist immer noch deutlich spürbar – besonders seine legendäre Eleganz. Eine Eigenschaft, die ihm immer besonders am Herzen lag und auch sein Leitbild symbolisierte. Valentino war noch nie eine Kollektion für die Straße, sondern hatte immer etwas elitäres, feminines und verspieltes. Diese Eigenschaften, gepaart mit dem Zeitgeist einer jüngeren moderneren Kundin, die im Hier und Heute lebt, haben sich auch die beiden Designer auf die Fahne geschrieben.

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Paris Fashion Week

Chanels golden Globe – Black and White beats the Winter

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Bild: Chanel / Olivier Saillant

Die ganze Welt gehört Chanel – den Eindruck hatte man jedenfalls beim Betreten des Grand Palais am Dienstag. In der Mitte der ursprünglich für die Weltausstellung 1889 gebauten Ausstellungshalle war eine Weltkugel aufgebaut: Dekor für die Vorführung der Herbst/Winter 2013/14 Prêt-à-Porter Kollektion. Doch nicht nur das: als würde man von einem Satelliten auf die hell erleuchteten Ballungszentren dieser Welt schauen, waren nicht nur Erdteile, Kontinente und Länder erkennbar, sondern auch kleine, schwarz-weiße Fähnchen markierten die über (fast) alle Erdteile verteilten Chanel Boutiquen dieser Welt. Spätestens hier wird einem klar, die Welt ist von Karl Lagerfeld in den letzten dreißig Jahren chanelisiert worden. Kein Label hat so eine Strahlkraft und ist sich so unmissverständlich selbst treu wie Chanel. Jede Saison erfindet Lagerfeld nicht nur die Chanel-Frau neu, sondern entwickelt peu à peu die Silhouetten weiter und denkt sich immer raffiniertere Spielarten des Rue Cambon-Stiles aus.

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Allgemein

Peter’s Cuttings – Haute Couture im Rathaus von Paris

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Photo: Balenciaga Archives Paris

Der Bürgermeister von Paris ist ein Schöngeist und seitdem Bertrand Delanoë im Hôtel de Ville in Paris regiert, gibt es kostenlos für alle Bewohner und die vielen Besucher der Stadt spektakuläre Gratis-Ausstellungen. So wurde schon das Leben von Marlene Dietrich beleuchtet, dem Zeichner Jean-Jacques Sempé eine große Retrospektive gewidmet und was würde sich mehr anbieten, als jetzt, pünktlich zur Prêt-à-Porter-Woche, genau auf das Thema zu kommen, das man genau wie die Liebe mit dieser Stadt assoziiert – der Haute Couture.

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Allgemein

Hongkong Collection – Eastern light meets Western light

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Bild: CHANEL

Hongkong ist die Begegnung von östlicher und westlicher Kultur. Bedingt durch seinen bis 1999 andauernden Status einer englischen Kronkolonie, war es stets der Aussichtspunkt zum Westen und ist heute einer der modernsten Städte der Welt. Die Faszination des „East meets West“ hat jetzt auch Peter Philips für Chanel dazu inspiriert, eine Hongkong Collection in limitierter Auflage zu machen.

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Allgemein

ARTE Fashion Weekend – Mode bis zum Abdrehen

Es ist wieder soweit: Bevor der Modezirkus komplett nach Paris gezogen ist, noch mal kurz verschnaufen, Rollos runter, Telefon abgestellt und das ganze Wochenende nicht vom Sofa runter kommen. Das ARTE Fashion Weekend bietet genau die Vielfalt, wie die Mode auch ist, bessert Basiswissen auf und zeigt Einblicke hinter die Kulissen von diversen Modeschöpfern.
Der Samstagabend ist (fast) komplett Karl Lagerfeld gewidmet und nach „Im Hause Chanel“, das die Entstehung einer Haute Couture Kollektion zeigt, womit ihr ja bestens vertraut seid, denn auch wir berichten ja immer wieder über viele Details, Entstehungs-Geschichten und Anekdoten aus der Rue Cambon, läuft im Anschluss (um 21 Uhr) ein brandneues Porträt über den Meister.
Unter dem Titel „Lebens-Skizzen“ erzählt Karl Lagerfeld dem Pionier und besten Fashion Dokumentarfilmer, Loïc Prigent, freimütig aus seinem Leben. Da Lagerfeld mit Loïc schon so manche Doku gemacht hat und ihm sehr nahesteht, sind die Einblicke offen und sehr sehenswert – zumal der Unterhaltungswert der Laggerfeld Zitate ja auch immer grandios ist. Mit Selbstverständlichkeit erzählt Loïc, wie Lagerfeld in Paris gelandet ist und auch für größten Lagerfeld Kenner gibt es neue Nuancen an ihm zu entdecken.

Danach gibt es noch die Reihe „Vor der Show“, mit den Vorbereitungen und Sichtweisen von Lanvins drollig-genialen Chefdesigner Alber Elbaz und der Modekönigin der lässigen Puristinnen, Isabel Marant.

Am Sonntag könnt ihr das Ausschlafen vergessen. Dafür wird der Fashion-Sonntag auch viel zu aufregend und facettenreich, denn ab 9.55 Uhr geht es um Kleidung und sozialen Status. Wer hat sich nicht auch schon mal mit fremden Federn geschmückt und sich durch Rolex, Louis Vuitton Tasche und Co. auf wohlhabender gestylt, als er eigentlich ist. ARTE klärt auf, warum alle darauf reinfallen. Aber auch die Produktionsbedingungen in der dritten Welt werden beleuchtet und kritisch hinterfragt – ein Thema, das uns Horstsonians ja auch immer wieder am Herzen liegt.

Gleich darauf gibt es aber auch ein positives Beispiel, dass auch in Bangladesch Designer arbeiten, die hochwertige und im klassischen Sinne handwerkliche Mode in ihrem Land machen. Bibi Russel ist eine von ihnen, die in der 15 Millionen Einwohner zählenden Stadt Dhaka ihren eigenen Weg geht und keine Billig-Kollektionen erstellt. Ein super Einblick in das Modegeschehen des aufstrebenden Kontinents Asien.

Pünktlich zum Mittagessen gibt es viel Humor mit dem Londoner Sir Paul Smith. Seine Sammelleidenschaft ist legendär, ebenso aber auch seine Offen- und seine Freundlichkeit. Paul Smith verbindet Savile Row Klassik mit britischem Humor und ist einfach ein toller Mann und der britischste aller Designer der skurrilen Insel.

Zauberhafter Weggefährte von Christian Dior war der französische Zeichner und Illustrator René Gruau. Schon als Kind hab ich ihn bewundert und seine Modezeichnungen und Parfum-Kampagnen sind weltberühmt und unvergessen. Einen Einblick in das Leben des Künstlers, der meine Lieblings-Eau-Sauvage-Zeichnung mit dem Mann im Bademantel gemacht hat, gibt es im Anschluss und dann verlassen wir Frankreich und Deutschland rückt in den Focus.

Modegigant Boss aus dem Württembergischen Metzingen dominiert bei hochwertiger Herrenbekleidung als deutscher Botschafter den internationalen Markt. Wie die Eigenschaften, die man als typisch „deutsch“ bezeichnet und die Leichtigkeit der Mode zu vereinbaren sind und das dies vielleicht genau das Erfolgsgeheimnis ist, dass die Marke BOSS so groß macht, wird auch auf Arte erklärt.

Deutschlands männlicher Vorzeige-Designer, der als einziger neben Jil Sander und Karl Lagerfeld den internationalen Durchbruch geschafft hat, Wolfgang Joop, hat sein Leben nach den großen Erfolgen der 80er und 90er Jahre mit der Rückbesinnung auf das Handwerk völlig verändert. Wie das Label „Wunderkind „entstand, welche Schwierigkeiten das Modebusiness mit sich bringt und wie seine besondere Beziehung dazu ist, erklärt uns Joop in einem Porträt.

Der „Magier“ der Mode und Stilikone, Yves Saint Laurent, hat wie kein Zweiter die Mode der letzten Hälfte des 20.Jahrhunderts geprägt. 2002 machte er nicht nur seine letzte Haute Couture Kollektion, sondern zeigte auch die besten Creationen seiner Karriere. Fast alle seine Modelle haben Modegeschichte geschrieben und die Welt der Pariser Mode in alle Erdteile getragen. Eine Dokumentation, die zeigt wie alles vorbereitet wurde und sich eines der größten Genies seines Faches leise verabschiedete. Super sehenswert!! Einer der Höhepunkte der Mode und des Wochenendes.

Wem dann noch nicht die Augen zugefallen sind oder die Koffer packen muss, um selbst zur Prêt-à-Porter zu fahren, kann noch einen Chanel Spielfilm (20:15 Uhr „Coco Chanel“ gucken und im Anschluss die Aufregung um das Londoner Model Twiggy miterleben („Twiggy, das Gesicht der 60er“ – 23.20 Uhr)

Großartig, dass es das ARTE Fashion Weekend gibt. Leider gibt es diese geballte Aktion ja nur einmal im Jahr aber dafür läuft auf anderen Sendern gar nichts zum Thema Mode – vielleicht könnte man sich da zur Abwechslung mal etwas vom deutsch-französischen Kultursender abgucken …

Hier das gesamte Programm:

Samstag, 2. März 2013

20:15 Uhr Im Hause Chanel

21:05 Uhr Karl Lagerfeld Lebens-Skizzen

21:55 Uhr Fendi … Vor der Show

00:15 Uhr Lanvin … Vor der Show

01:00 Uhr Isabel Marant … Vor der Show

Sonntag, 3. März 2013:

09:55 Uhr X:enius – Kleider machen Leute

10:25 Uhr Mode in Bangladesch – Bibi Russell

10:55 Uhr Jean Paul Gaultier … Vor der Show

11:45 Uhr Square: Sir Paul Smith

12:30 Uhr René Gruau

14:10 Uhr Wunderkind Wolfgang Joop

15:20 Uhr BOSS – Kreation einer Weltmarke

16:15 Uhr Yves Saint Laurent, die letzte Show

20:15 Uhr & 21:50 Uhr Coco Chanel

23:20 Uhr Twiggy, das Gesicht der 60er

Allgemein

High Class Winter Players – Baldessarini

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Bild: Baldessarini

Leise und mit viel Understatement hat sich Saison für Saison das international bedeutendste deutsche Herrenmode-Label Baldessarini nicht nur perfektioniert, sondern ist auch ständig gewachsen, ohne futuristischen oder gar gigantischen Verlockungen zu erliegen. Qualität, Raffinesse der Schnitte, Verarbeitung und die Auswahl der Stoffe stehen bei dem gestandenen Männerlabel im Vordergrund. „Separates the Man from the Boys“ ist kein Spruch, sondern wird gelebt und praktiziert.

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