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peterkempe

Allgemein

Corgi Socks – Eine britische „Family Affair“

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Bild: Corgi

Heute geht es Euch bei Horstson an die Wäsche – oder nicht ganz – es geht Euch an die Socken. Wir haben für euch die kleine, aber feine und vor allem traditionelle Strumpfmanufaktur Corgi in Wales entdeckt. Aufmerksam geworden bin ich auf das seit 1892 existierende Waliser Familienunternehmen in der Nähe des unaussprechlichen Ortes Llwynywermod dadurch, dass mich zwölf Jahre einen der wunderbaren walisischen National-Hunde gleichen Namens begleitete und bei Mr Porter Socken offeriert wurden – eben mit diesen wunderbaren Hunden drauf …

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Paris Fashion Week

Peter’s Cutting – Valentinos wahre Helden

Eigentlich wäre im Zuge unserer Berichterstattung von den Pariser Prêt-à-porter Defilees heute die Kollektion des Hauses Valentino dran. Ehrlich gesagt konnte ich es nicht bei einer Rezension belassen – dafür machen einen die beiden Schöpfer dieser Kollektion seit einigen Saisons viel zu neugierig.
Maria Grazia Chiuri und Pier Paolo Piccioli zeigten nämlich eine Kollektion, die eine Ausnahmeerscheinung in unserer Zeit ist und wenn man berücksichtigt, dass es sich um eine Konfektionskollektion handelt, an das schier Unglaubliche grenzt. Es gibt Ausnahmetalente in der Mode und Jahrhunderttalente – diese sind meistens eher auf der leisen und bescheidenen, fast schüchternen Seite zu suchen. Saint Laurent oder Balenciaga sind dafür Beispiele oder Exzentriker, die das Spiel des Fashionzirkus‘ mitspielen und auf diese Weise ihren Platz und ihre Rolle im System ausfüllen wie Lagerfeld, Schiaparelli oder Galliano.

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Allgemein

Der Berg ruft – Hermès Hiker Boots

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Bild: style.com | Ph.: M.Tondo.

Ich gebe ja zu, dass ich mich in die Hermès Herrenkollektion für diesen Winter verliebt habe – besonders in die Pullover, die wie Jet-Ski Pullis der 70er Jahre aussehen. Überhaupt scheint die Designerin Véronique Nichanian beim Entwurf von den französischen Alpen bzw. den Bergen zur Winterzeit inspiriert gewesen zu sein, denn die „Hiker“ Boots scheint die de luxe Ausgabe des guten alten Wanderstiefels zu sein. Natürlich um Lichtjahre chicer!

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Allgemein

Der Clou von Cartier – Cipullos Nagel

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Aldo Cipullo; Bild: Cartier

Schon als Kind schwärmte der Italiener Aldo Cipullo für Schmuck. Als er sein Architekturstudium mit 23 Jahren beendet hat, ging er nach Amerika, das für ihn unendliche Freiheit und Toleranz ausstrahlte. Nachdem er in New York noch eine Designschule besucht hatte, fand er eine Anstellung bei Cartier New York, das damals federführend in der Designentwicklung für den Pariser Traditionsjuwelier war. Schon sein erstes Design wurde ein großer Erfolg und ein Cartier Klassiker – das „Love Bracelet“. Ein Armreifen, der mit einem kleinen beigefügten Schraubenzieher verschlossen wurde und dessen Design sich durch Cipullos Vorliebe für Werkzeug auszeichnete …

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Paris Fashion Week

CHANEL Spring Summer 2014 – Karls wahre Moderne

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Bild: N.Bender; via style.com

Er hat es getan – oder: Wer zuletzt lacht, lacht am besten! Karl Lagerfeld hat gestern eine Frühjahr/Sommer 2014 Kollektion für das Haus Chanel gezeigt, die in jeder Hinsicht verblüffte. Nicht nur, dass sie mit 90 Durchgängen eine der größten Schauen in Paris in dieser Woche bot, sondern auch, weil er allen vermeintlichen Designern zeigte, was es heißt, mit scheinbarer Leichtigkeit eine wirklich moderne Version von Chanel zu bieten und gleichzeitig eine der schönsten Kollektionen für die nächste Saison abzuliefern.

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Allgemein

Peter’s Cutting – Azzedine Alaïa im Palais Galliera

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Azzedine Alaïa by Jean-Paul Goude – Bild: Jean-Paul Goude: So Far, So Goude

Er hat nie am Fashionsystem teilgenommen und war nie in eine Gruppe einzuordnen. Er passte weder zu den Japanern, obwohl seine Kreationen überwiegend schwarz sind, noch zu den üblichen Pariser Couturiers. Der in Tunesien geborene Designer Azzedine Alaïa ist eine Art Balenciaga unserer Zeit. Er macht eine Frühjahrs-, eine Winter- und eine Accessoires-Kollektion und die stellt er vor, wenn sie fertig sind. Er bestimmt den Zeitpunkt, wenn sein Streben nach Perfektion ihm sagt, jetzt ist es so weit. Er hat kein weltumspannendes Netz von Boutiquen, sondern sein Atelier im Marais, das einem Fabrikgebäude ähnelt und das, zusätzlich zu den Ateliers, eine Verkaufshalle und ein Hotel beheimatet. Weltweit arbeitet er mit Einzelhändlern zusammen, die ihm schon lange die Treue halten und einen kleinen Corner im Le Bon Marché. Acht Jahre hat er mal gar keine Kollektion gemacht, 2009 hat er dann wieder angefangen und heute gehört seine Firma zwar zur Richemont Gruppe, aber selbst die kann ihn nicht dazu bewegen, das zu werden, was heute Firmen so gern sind: kommerziell.

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Milan Fashion Week

Fendi Spring-Summer 2014 – Karl setzt auf Transparenz

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Bild: Fendi

Seit 1962 hat Karl Lagerfeld den Durchblick bei Fendi. Seine älteste Vertragsverpflichtung, jede Saison eine Kollektion für Fendi zu erstellen, erfüllt er und prägt das Haus schon über Jahrzehnte. Lagefeld hat das ursprünglich nur auf Haute Fourrure spezialisierte Haus im Laufe der Jahrzehnte komplett gewandelt und bereits in den siebziger Jahren nicht nur eine komplette Prêt-à-porter und Boutique Kollektion für die damals von fünf Schwestern geführte, im Palazzo Fendi an der Via Condotti residierende Firma geschaffen, sondern auch das berühmte, gestreifte Gepäck und die Taschen kreiert, lange bevor andere überhaupt an so etwas dachten. Auch hat Lagerfeld das FF Logo ersonnen und immer wieder modernisiert …

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Allgemein

Rouge Dior – vom Ziel, das Lächeln der Frau zu verschönern …

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Bild: Courtesy of DIOR

Er war ein scheuer, fast schüchterner und bescheidener Mann, der in der Mode jedoch ein Bombenleger war: Christian Dior. Erfinder des New Look 1947, der durchschlagenden Moderevolution kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, der den Frauen die Weiblichkeit wieder schenkte und im selben Jahr mit „Miss Dior“ den ersten seiner langen Klassiker-Hitliste von Parfums lancierte, die bis heute auf den Wunschlisten der Frauen stehen.

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Milan Fashion Week

For Fashion Victims only – Moschino forever!

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Bild: M.Tondo via style.com

Das Schöne ist, wenn man für Horstson schreibt, nicht nur, dass man, wie bei den meisten Magazinen üblich, die Kollektionen besprechen muss, die Werbung schalten, oder nur die besonders spektakulären (im Sinne von „wir wollen mal anders sein und das Rad neu erfinden“) Kollektionen zeigt. Wir besprechen hier auch die Kollektionen, die eine Geschichte erzählen, einfach nur schön sind oder genau das darstellen, was Mode, die wir durchaus ernst nehmen, auch sein soll – nämlich purer Humor und Freude …

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Allgemein

CHANEL Time Tunnel – Coco animiert

Seit einer Weile ist deutlich zu spüren, dass Illustrationen stärker in den Modezeitschriften gefragt sind und auch, dass Illustratoren verstärkt individuelle Designs für Verpackungen entwerfen. Deutsche Illustratorinnen, wie Sarah Illenberger und Kera Till, gestalten nicht nur die Verpackungen für Ladurée, die Titelgrafiken für Loïc Prigent Dokumentationen oder die Schaufenster von Hermès, sie prägen auch einen total eigenen Illustrations-Stil. Jean-Philippe Delhomme illustriert Rubriken für Harper’s Bazaar und die New York Times und das, was wir noch als Zeichentrickfilm kennen, wird durch moderne Animation, aber im traditionell gezeichneten Stil, zur Zeit wieder sehr en vogue.

Besonders die an die Grafiken von Monty Python Filmen erinnernden und Ende der 60er Jahre sehr populären Mischtechniken von Scherenschnitt, alten Zeitungsstahlstichen, collagierten Buchstaben und veränderten Fotos im Retro-Stil gestalteten schwarz-weiß Illustrationen erleben ein fulminantes Comeback. Das Bon Marché gestaltet seinen aktuellen Winterkatalog in dieser Optik, der Berliner Verlag Gestalten widmet Collagen sogar ein ganzes Buch.
Durch die Animationstechnik gibt es neue Möglichkeiten der spielerischen und modernisierten Veränderung dieses Stiles, durch den zum Beispiel die Boutiquen des Swinging London der 60er Jahre, wie der legendäre Biba Store, weltberühmt wurden.

Chanel lässt seine Gründerin, Gabrielle „Coco“ Chanel, auf kontrastreiche und spielerische Weise ihre Geschichte als Märchen in mehreren Episoden wieder auferstehen. In der Rubrik „Inside Chanel“ wird von dem Mädchen Coco erzählt, das 1883 in Saumur das Licht der Welt erblickt und dann von ihrem Vater in ein Waisenhaus gebracht wird. Schon das Waisenhaus prägt in seiner Frugalität die ästhetische Entwicklung des kleinen Mädchens und die Animation lässt in den Kirchenfenstern und gotischen Säulen bereits die Ansätze ihrer berühmten Initialen, die zu einem der berühmtesten Markenzeichen der Welt werden sollte, erkennen.

Historische Fotos, frühe Veröffentlichungen ihrer ersten Kreationen und fast an die Muster von Kaleidoskopen erinnernde Grafiken verschmelzen zu einer immer wieder sich aus sich herausbildenden Animation. Die Einfachheit der Grafik und das exakte Aufeinanderfolgen der knappen Texte wirken wie die Quintessenz ihres Stils und unterstreichen genau die Philosophie, die bis heute bis in das kleinste Detail jedes Produkt des Hauses auszeichnet.

Chanels Stil war die Konsequenz ihrer Biographie und genau dieses wird in der Abfolge der Animation und der Knappheit der Grafik völlig klar. In der zweiten Folge wird die Entwicklung von Chanel in den 20er Jahren in einer immer mehr an die damals revolutionäre Bildsprache des Art déco, eine Epoche, die sie maßgeblich beeinflusste, gezeigt. Mode, Kunst, Tanz, Musik und Dekoration verschmelzen zu einer Art Gesamtkunstwerk in dieser Zeit.
Es wird verdeutlicht, dass sie, das ehemalige Waisenkind, einer ganzen Epoche ihren Stempel aufdrückt. Und genau diese Wurzeln sind es, die die Modernität des 20. Jahrhunderts mit rasanter Geschwindigkeit beschleunigten – sie legte die Grundsätze der Vorstellung einer modernen und emanzipierten Weg der Frauen, die ihren eigenen Weg gehen. Vielleicht ist es auch heute noch der Zauber, der die Frauen fasziniert und, der trotz aller Weiblichkeit, die Stärke von Mademoiselle ausstrahlt. Ihre Klassiker, wie die bequeme kleine Tweed- oder Boucléjacke, oder ihre gesteppte, an einer mit Leder durchflochtenen Kette hängende Tasche, senden immer eine Mischung von Verletzbarkeit und Härte aus, die den Chanel Stil bis heute unwiderstehlich erscheinen lässt und eine grenzenlose Zeitlosigkeit signalisiert.

Simpel und klar, wie eine Art Guide, sind die „Inside Chanel“ Animationen eine schöne und zeitgemäße Möglichkeit, die Chanel Geschichte neu- oder wiederzuentdecken.

Wie Karl Lagerfeld seine großartige Vorgängerin sieht und welche Visionen die
Codes des in der Mitte Frankreichs geborenen Mädchens in ihm auslösten, wird dann wieder in filmischer Dokumentation und im Interview erklärt.

Alle Folgen der Rubrik „Inside Chanel“ sind auf chanel.com zu entdecken – zwei schöne schwarz-weiß Animationen stellen wir Euch hier vor, weil es besondere Kabinettstückchen sind. Simpel und klar – genau wie der Stil ihrer Heldin.