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peterkempe

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Best Shops – Maison Kitsuné by Studio Dimore 

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Bild: Courtesy of Studio Dimore Milano

Wir mögen gern individuelle Läden. Am besten natürlich Läden, die inhabergeführt sind, und stellen daher von Zeit zu Zeit immer wieder unsere Entdeckungen vor. Doch wenn schon nicht die Inhaber im Laden stehen und es sich um Mono-Brand-Stores handelt, gibt es in den letzten Jahren immer mehr die Tendenz, von Vereinheitlichung zu Individualisierung zurückzukehren. Ein gutes Beispiel dafür sind die australischen Kosmetikhersteller von Aesop, die innerhalb ihrer Stores konzeptionell auf jede Stadt eingehen und schon fast Hommagen an den Standort und ihre Produkte bauen.
Ein Interieurduo, das auch schon für Aesop einen Store konzipierte, sind die Mailänder Emiliano Salci und Britt Moran vom Studio Dimore.

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Allgemein Paris Fashion Week

Hermès Spring-Summer 2016 – Die Sinnlichkeit der Schlichtheit

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Bild: Jean-François José

Bei der Frühjahrskollektion von Nadège Vanhée-Cybulski für das Haus Hermès, die wir ja live aus dem Manège Des Célestins übertragen haben, wünsche ich mir das erste Mal, dass die Technik weiter fortgeschritten wäre und unsere Leser die Möglichkeit hätten, die einzelnen Teile anzufassen. Die Kollektion verlangt danach, entdeckt zu werden, indem man die Stoffe näher ansieht und ertastet. Was auf den ersten Blick puristisch und fast schlicht wirkt, entfaltet – typisch für das Haus – seinen Zauber über die Materialien, über die raffinierte Schnittführung und der Verarbeitung, die man erst auf den zweiten und dritten Blick erfasst. Mode ist nicht nur eine Frage der Optik, sondern eine Sinneserfahrung – eine Grundmaxime des Hauses …

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Allgemein

Der Clou von Closed – „Archive ’85“-Kollektion

Wer dieser Tage die Herbst-Winter Broschüre oder die Website von Closed durchstöbert, wird auf eine positive Überraschung stoßen: Die Kampagne des Hamburger Labels macht nicht nur gute Laune, sondern knüpft auch an die großen Kampagnen der achtziger und neunziger Jahre von Fotografen, wie Oliviero Toscani, an. Die Menschen, die dahinter stecken, haben alle etwas mit Closed zu tun und zeigen, wie selbstverständlich sich der Stil in ihren Lifestyle eingliedert. Mode, die nichts vorgibt, sondern die Persönlichkeit unterstreicht und Qualität und Lässigkeit über verkrampftes Styling stellt.
Dabei kann man gleich, en passant und total transparent, den Werdegang der in Italien hergestellten Denims und Jeans in „Behind the Scenes“-Videos verfolgen – vom Weben über das Waschen bis zur Veredelung des Produkts. Kernstück bildet die „Archive ’85“-Kollektion für Frauen und Männer.

Die „Archive ’85“-Kollektion basiert auf den Erfolgsmodellen der Geschichte des mittlerweile über dreißigjährigen Labels. Natürlich wurden die Entwürfe auf unsere Zeit adaptiert …
„Let’s get to know eachother“ ist das Motto der Protagonisten, die allesamt internationale Closed-Mitarbeiter sind. Bent aus Dänemark (auch wenn er nicht dänisch aussieht), der sympathische Holländer Roel oder Brittany aus New York zeigen ihre Lebenswelt und den Spirit, der sie mit Closed und ihrer Arbeit verbindet. Familiäres Arbeitsklima und freundschaftliches Miteinander sind die Basis, aus der die Mode und der Vertrieb entsteht und an die Träger weitergereicht wird.

Closed ist eine der wenigen Marken, die kein klassisches Brand sind, sondern eine eigene Heritage besitzt. Die Heritage ist in all ihren Elementen von der Gründungszeit durch Marithe und François Girbaud bis heute entstanden und hat sich kontinuierlich verbessert. Materialien, langfristige Partner und die Kompromisslosigkeit, wenn es um Qualität geht, sind Werte, die selbstverständlich für Closed sind und von denen man nie abgewichen ist. Was die meisten Firmen jetzt erst wiederentdecken, wurde bei Closed über Jahrzehnte beibehalten und kontinuierlich weiterentwickelt.

Im Gegensatz zu plumpen Markenstrategien, die heute vorherrschen, sind bei Closed durch Zeitgeist und einem Kleidungsstil, der vorher nicht am Markt erhältlich war, Elemente geschaffen worden, die maßgeblich die Modegeschichte der letzten dreißig Jahre des 20. Jahrhunderts und des anbrechenden 21. Jahrhunderts beeinflusst haben. Europäische Sportswear, die nordisch klar, italienisch lässig und familiär von Freunden für Freunde gemacht werden.
Wer Lust auf die Heritage hat, kann viele Highlights und Key Moments erkunden, wie Lookbooks aus den Achtziger Jahren oder berühmte Kampagnen, wie die „American Waist Line“, Modestrecken aus der „Vogue“ und Fotos von Fabrizios Ferri – alles Meilensteine der History von Closed.

Die Kollektionen werden bei Closed – mit den Augen von heute – in den beiden Bereichen „Denim World“ und „Chino World“ in der typischen Tradition von Closed erschaffen und sind der Garant für Eigenständigkeit und Nicht-Vergleichbarkeit. Sie agiert aus der eigenen Entwicklung heraus und nicht aus dem Bestreben, sich an anderen zu orientieren.
Genau in diesem Kontext ist es jetzt an der Zeit, in den aktuellen Kollektionen genau den Baustein der „Archive ’85“-Kollektion in den Vordergrund zu stellen und sie zu integrieren. Bei den Frauen stehen Modelle wie die „Pedal Icon“, die „Lil“, die „Beat“ und die „Pedal Drum“, natürlich alle mit dem berühmten Fly-Label, auf der Must-have-Liste. Die Jungs tragen die „Pedal Clerk“ in verschiedenen Waschungen. Dazu gibt es interessante, wiederentdeckte Teile aus den Archiven, wie Mäntel, Sweatshirts und einen Bleistiftrock aus Denim, der sicherlich nicht lange warten muss, um wieder einen Kultstatus zu erlangen …

Paris Fashion Week

The Chanel Airport – Travel in Style with Chanel Airlines

Chanel Grand Palais Show Space
Bild: Olivier Saillant

Binnen Sekunden konnte man rund um die Welt sehen, was am letzten Dienstag als einer der Höhepunkte der Pariser Prêt-à-porter-Schauen für Frühjahr 2016 gezeigt wurde – Instagram und Co. sei dank. Die Chanel-Schau an sich war wieder der Gesprächsstoff von Paris. Das Grand Palais wurde nämlich – mit einer Aufbauzeit von zehn Tagen – schlicht gesagt zum ersten „Innenstadt-Airport“ der französischen Hauptstadt verwandelt.
2.555 Personen, Kunden, Journalisten und „tout l’Entourage“ von Karl Lagerfeld war eingeladen, die Airport-Atmosphäre zu genießen, die in jedem Detail dem Treiben eines Weltstadt Flughafens entsprach: Bodenpersonal in eigens geschaffenen Uniformen, Bordkarten als Einladungen, Pressedossiers an den Check-in-Schaltern und die Halbgötter der Lüfte, die Piloten, die vor der Schau mit ihren Trolleys an ihren Arbeitsplatz rollen – die Detailbesessenheit von Karl Lagerfeld hat auch diesmal wieder für die perfekte Illusion gesorgt. Selbst auf den Anzeigentafeln waren die Destinationen die letzten Arts et Métiers-Städte vermerkt – von Salzburg bis Dubai war alles dabei. Kein Chanel-Fan konnte seinen Flug verpassen …

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Milan Fashion Week

Fendi Spring-Summer 2016 – Karls Jubiläumsshow

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Fendi Spring-Summer 2016; Milan Fashion Week; Bild: Courtesy of Fendi (PR)

1965, also vor genau fünfzig Jahren, kam Karl Lagerfeld zu den Geschwistern Fendi nach Rom, um das Pelzhaus mit seinen Designs und Ideen zu bereichern. Nach wie vor begleitet er, auch unter der Ägide von LVMH, das Haus, das sich vom reinen Pelzhaus zur internationalen Prêt-à-porter-Marke und einem der führenden Accessoire-Labels entwickelt hat. Zusätzlich entwirft Lagerfeld die von Fendi neu geschaffene Haute Fourrure-Kollektion – eine Tradition, die an die Wurzeln der Römer anknüpft und die früher das Basisgeschäft in den Salons des Palazzo Fendi darstellte.

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Milan Fashion Week

Gucci Spring-Summer 2016 – Alessandros „Carte de Tendre“

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Gucci Spring-Summer 2016; Milan Fashion Week; Bild: Courtesy of Gucci (PR)

Die Gucci-Kollektion für das nächste Frühjahr kann man jetzt schon als ein Highlight der Saison verbuchen. Alessandro Michele setzt kontinuierlich das um, was man als dauerhafte und intelligente Veränderung bei dem italienischen Traditionslabel ansehen kann.
Er macht nicht den Fehler, nach zwei Saisons krampfhaft Neues zu bringen. Oberflächliche Betrachter haben ihn vorschnell in die Schubladen ‚Eklektizismus‘ und ‚Vintage Mix‘ gesteckt. Doch was er bietet, ist so viel mehr, mit so einem Tiefgang und einer kulturellen Intelligenz, dass er wirklich eine positive Ausnahme in der sich immer mehr überschlagenden Modewelt ist.

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Allgemein

Objekt der Begierde – Der Chanel-Rugbyball

©CHANEL

Aktuell findet in England die Rugby-Weltmeisterschaft statt – also in dem Land, wo der Sport einst erfunden wurde. Ein anderes europäisches Land, in dem man ebenfalls diesem „wahren“ Männersport verfallen ist und es große Fangemeinden gibt, ist Frankreich. Das ist auch der Grund dafür, warum es viel Mode im Stil der Sportart gibt und sich sogar ganze Labels, wie Eden Park, komplett den Looks rund um den Sport verschrieben haben.
Das Haus Chanel überraschte nun mit einer „Rugby-Pille“, wie der Ball, der keiner ist, genannt wird. Da braucht man kein Prophet sein, dass das ein Objekt der Begierde wird, das es in Varianten in Weiß, Schwarz, Dunkelblau und mein absoluter Favorit, Bordeaux, gibt. Die Bälle sind natürlich von Hand gefertigt und nehmen auch das Steppmuster der berühmten Handtaschen auf.

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Prada Spring-Summer 2016 – The Golden Age

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Bild: Prada

Das Headquarter von Prada wirkte bei der Präsentation der Spring-Summer Kollektion mit den Installationen aus Plexiglas wie die Höhle eines modernen König Midas und setzt den goldenen Turm der Fondazione Prada optisch fort. Gold, ein Farbton, der eigentlich prätentiös wirkt, in heller lichtdurchfluteter Version, diente bei der Präsentation als Einstimmung auf einen Sommer, der alle Elemente und den eigenständigen Stil der kunstaffinen Miuccia Prada beinhaltete. Gemeinsam mit Designdirektor Fabio Zambernardi, allerdings ohne Miuccia Prada (die Modeschöpferin konnte nicht dabei sein, da ihre Tante kurze Zeit vorher verstarb), gab es im Finale ein Feuerwerk von Slip-on-Kleidern und wunderschönen Mänteln zu sehen. Die Models trugen – als eine Art Kuss von Midas – goldenen irisierenden Lippenstift, blässliches Make-up und hängende Kugelohrringe, die das Gesicht umrahmten und Erinnerungen an Polly Maggoo wach werden ließen.

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Wir gucken am Montag die Frühjahr-Sommer 2016 Hermès-Schau

Am Montag streamen wir live aus Paris das Defilee der Damen mit den Entwürfen von Nadège Vanhée-Cybulski, künstlerische Leiterin der Hermès Woman’s Ready to Wear.
Doch noch gibt es ein gut gehütetes Geheimnis: Erst auf den Einladungskarten, die am Wochenende in die Hotels der Journalisten und Ehrengäste geschickt werden, wird zu lesen sein, wo die Schau stattfinden soll. Eines ist aber sicher: Bei Hermès gibt es wie immer keine Promis und eingeflogene Stars. In den Reihen sitzt nur das Publikum, dem es wirklich um Mode und die Kollektion geht. Doch auch hier ist das Haus sehr diskret und wir lassen uns überraschen, was präsentiert wird …

Die Schau startet am Montag, 05. Oktober 2016, um 16:30 Uhr. Der Stream startet automatisch.

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Gucci Milano – Alessandro Micheles neue Welt

Gucci Milano Store
Bild: Gucci (PR)

Bei Gucci wird durch Alessandro Michele alles anders und es ist – das geben wir gerne zu – auch für uns äußerst spannend, diese Entwicklung von Anbeginn Schritt für Schritt verfolgen und darüber berichten zu können.
Wohlgemerkt, vor noch nicht einmal einem Jahr trat Michele an, um dem Konzern ein völlig neues Gesicht zu geben – weg von Gleichförmigkeit und Mainstream und hin zu Individualität und einer völlig eigenen Handschrift. Seine erste wirklich nur von ihm und seinem Team gestaltete Kollektion kommt jetzt in die Läden. Die Stores sind auch die Orte, an denen das rüberkommen muss, was der Designer an Ideen und Philosophie in den Kollektionen ausdrücken möchte. Die Accessoires haben sich bei Gucci gewandelt und Michele legt viel mehr Wert darauf, dass sich auch jüngere Modefreaks etwas aus den Kollektionen leisten können – so ist der breite Vintage-Gürtel schon längst wieder ein Kultobjekt. Seine Löwen- und Vintage-Ringe mit farbigen Steinen sind, ebenso wie die Loafer, die aussehen, als hätte man ein Meerschweinchen angezogen, heiß begehrt.

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