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Prada Spring-Summer 2016 – The Golden Age

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Bild: Prada

Das Headquarter von Prada wirkte bei der Präsentation der Spring-Summer Kollektion mit den Installationen aus Plexiglas wie die Höhle eines modernen König Midas und setzt den goldenen Turm der Fondazione Prada optisch fort. Gold, ein Farbton, der eigentlich prätentiös wirkt, in heller lichtdurchfluteter Version, diente bei der Präsentation als Einstimmung auf einen Sommer, der alle Elemente und den eigenständigen Stil der kunstaffinen Miuccia Prada beinhaltete. Gemeinsam mit Designdirektor Fabio Zambernardi, allerdings ohne Miuccia Prada (die Modeschöpferin konnte nicht dabei sein, da ihre Tante kurze Zeit vorher verstarb), gab es im Finale ein Feuerwerk von Slip-on-Kleidern und wunderschönen Mänteln zu sehen. Die Models trugen – als eine Art Kuss von Midas – goldenen irisierenden Lippenstift, blässliches Make-up und hängende Kugelohrringe, die das Gesicht umrahmten und Erinnerungen an Polly Maggoo wach werden ließen.
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Bild: Prada

Licht und hell läutet Miuccia Prada einen typischen „Prada-Sommer“ ein, der auf klassischen Jacken im Stil der Sixties mit Kragen und asymmetrischen, aus drei Bahnen in unterschiedlichen Längen drapierten Röcken basiert. Unterstützt wurde der Gedanke an die Sechziger Jahre durch das viele Weiß, den Zitaten an Markisen in Braun- und Orangetönen, den Kragenlösungen, die an Pierre Cardin erinnerten und durch Fischernetz-Applikationen und Überwürfen. Highlight war hier der Lagenlook, der mit transparenten und glänzenden Materialien spielt.
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Bilder: Prada

Im nächsten Sommer führt Miuccia Prada die lose Schulterlösung und ihre kastenförmigen Schnitte weiter und benutzt sie für grafische Collagen aus Karos und Streifen, gern auch mit Tweed, Velours oder Glattleder. Chunky Pullover scheinen unter zarten Gazarkleidern hervor und – mit globalisiertem Blick nicht unklug – mischen sich auch in die Sommerkollektionen einzelne Pelzteile mit ein.
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Bilder: Prada

Bei den Accessoires liegt Miuccia Pradas Fokus neben Patchwork- und Streifentaschen auf flache Schuhe, die aus Materialmix von Lack-, Velours- und Glattleder bestehen und mit Kugeln und Fesselriemen – gern in Gold – verziert sind. Highlight ist hier eine Peeptoe-Variante, wie sie sich nur Prada ausdenken kann: ein Absatz, der an Möbelbeine erinnert, durchbrochen mit Klettverschluss und Fesselriemen. Pradas Schuhe sprechen zunächst immer eine verwirrende Sprache, machen aber den Gegensatz und den „Arty“ Charakter der Kollektionen aus.
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Bilder: Prada

Die Schnittführungen der Kleider, die mit tiefer Taille die beginnenden Dreißiger Jahre zitieren, haben V-förmige Teilungsnähte, die kontrastierend grafisch unterlegt sind. Stäbchenmotive und aufgelöste Linien blitzen überall auf. Pullunder werden zu weiten Röcken und kleinen ärmellosen Blusen mit Stehkragen kombiniert. Die absoluten Traumteile kamen dann zum Schluss: Klassisch geschnittene, wie Slip-on Mäntel in Gazar mit kunstvollen Plexiglasscheiben-Stickereien, die wie Regen auf die Mäntel gefallen zu sein scheinen.
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Bilder: Prada

Wenn ein Label von sich behaupten kann, schon immer Kunst mit Mode zu verbinden, dann ist es Prada. Keiner setzt seinen eigenen Stil so konsequent um wie Miuccia. Die Modernität, die immer durch extreme Gegensätze zitiert wird, verwandelt sich bei Prada zu genau dem, was die Prägnanz des Hauses ausmacht. Keypieces, die, wenn man sie aus verschiedenen Saisons nebeneinander hängt, bei aller Verschiedenheit, eine logische Abfolge bieten und immer wieder miteinander kombinierbar sind.
Die gestreiften Ledermäntel in goldener und silberner Python und Nappa sind für mich die Keypieces der Kollektion. Sie wirken wie Regenmäntel, die das Licht nach einem Sommerschauer reflektieren. Sehr Prada, sehr eigensinnig und sicherlich eher um die Ecke gedacht.
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Bilder: Prada

Eine Kollektion, die im Komplettlook fasziniert und den Anspruch erhebt, mit Grandezza getragen zu werden. Aber das ist ja auch der Ansatz des Hauses und der Kundin, die sich zu diesem Stil bekennt. Prada ist nichts, was man einfach mal schnell überwirft oder zu Jeans kombiniert. Ein Stil, der präsent sein will und die Erscheinung der Frau über die Lässigkeit stellt, überlässt man lieber anderen …

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  • Elke
    5. Oktober 2015 at 11:38

    Alles gut ,nur die Streifen finde ich häßlich.

  • Sven Simmer
    6. Oktober 2015 at 12:28

    Warum gucken wir uns nun Mädchen Sachen an?