Jedes Jahr gibt es kurz vor Weihnachten eine Überraschung bei Chanel. Eine Kollektion, die auf den handwerklichen Raffinessen der Ateliers von Chanel beruht und deren angeschlossenen Handwerkerateliers: Massaro für die Schuhe, Robert Goosens für den Glasfluss-Schmuck, Lemarie für Federn und Blumen, Lesage für prachtvolle Stickereien!! Und es wird eine Stadt oder eine Kultur gewürdigt, die in fernen Ländern liegt, aber ganz eng was mit Chanel zu tun hat. Nach Chanel-Moskau, Shanghai, Monte Carlo etc. geht Karl Lagerfeld nun in das Sagen umwobene Byzanz dem heutigen Istanbul.
Warum Byzanz? Weil es Coco Chanel nachhaltig beeinflusst hat und das kam so:
peterkempe
Weihnachten steht vor der Tür und es gilt sich nun um die Geschenke zu kümmern – heute am 30.November 2010 bietet sich ein ideale und einmalige Gelegenheit dazu:
In London werden beim altehrwürdigen Auktionshaus Sotheby’s die Relikte einer der skandalträchtigsten und größten Liebesgeschichten des zwanzigsten Jahrhunderts versteigert der Herzogin und des Herzogs von Windsor.
Der Herzog, der einst König von England war und auf den Thron verzichten muss,
weil er die zweimal geschiedene Wallis Warfield Simpson heiraten wollte. Als Zeichens seiner Liebe ließ er viele zauberhafte Juwelen bei Cartier und Van Cleef & Arpels in Paris anfertigen, die er ihr zu Festen oder Jubiläen schenkte und mit Widmungen versehen wurden. Als die Herzogin 1986 starb, wurden im darauf folgenden Jahr bei Sotheby’s in Genf alle diese Stücke zu Gunsten des Institut Pasteur für die Aidsforschung zu sagenhaften summen versteigert.
Elisabeth Taylor bekam die Federbrosche die mit hunderten Diamanten besetzt war und viele Stücke wurden auch von den Juwelieren für ihre Museen zurückgekauft. Die Models die während der Auktion die Schmuckstücke präsentierten trugen Haute Couture von Givenchy und tout Europa war im Saal vereinigt.
Vreelandism
You gotta have style.
It helps you get down the stairs.
It helps you get up in the morning.
It’s a way of life.
Without it you’re nobody.
I’m not talking about a lot of clothes.
Diana Vreeland in Rolling Stone 1968
Hot Stuff – Yves Saint Laurent launcht die Weltsensation Opium 1977
Posted on 25. November 2010Zweifellos war Yves Saint Laurent der größte Couturier des zwanzigsten Jahrhunderts, der das Bild der modernen Frau und der Rive Gauche Gemine revolutionierte und der emanzipierten Frau zu einem unnachahmlichen Stil verhalf.
Es ist sehr schwer, über ihn zu schreiben, weil man nicht nachvollziehen kann aus heutiger Sicht wie die Stimmung war. als Saint Laurent 1966 das Prêt-à-Porter praktisch für die Couture erfand, und seine erst Boutique Rive Gauche in der Rue Tournon No. 21 in Paris eröffnete. Seine Mode war plötzlich auch den Frauen außerhalb der Couture Salons zugänglich, und man konnte seine Sachen einfach so kaufen. Vorher wurden die Sachen erst gemacht und kosteten das Zehnfache. Trotzdem waren die Looks vollkommen und entsprachen in abgewandelter und etwas vereinfachter Form der Original-Kollektion. Saint-Laurent hatte mega sensible Antennen für die gesellschaftliche Entwicklung und was auf der Straße vor sich ging – das war ihm bei Dior zum Verhängnis geworden als er die brave Couture der End-50er 1960 plötzlich wandelte und Motorradjacken in Kroko, Wollmützen und – wie man heute sagen würde: Streetstyle – in die Kollektion einfließen ließ. Dior feuerte ihn und mit seinem Partner Pierre Bergé machte er sich 1961 mit einem eigenen Couturehaus selbständig, um dann vier Jahre später den nächsten Schritt zu gehen und seine Mode von der Stange zu verkaufen.
Hermès geht baden – Größter Hermès Store in St.Germain des Prés in Paris eröffnet
Posted on 20. November 2010Am Freitag eröffnete Hermès den größten Store mit 1400 Quadratmetern im Herzen von St.Germain, in Paris und er ist anders als alle anderen!! Der Ort ist sehr ausgefallen, denn es handelt sich um das 1935 von Lucien Bequet im Art Déco erbaute ehemalige Schwimmbad – genau neben dem Grand Hotel Lutetia, das seit 2005 unter Denkmalschutz steht.
Die gewaltigen Ausmaße des Innenraums boten den Architekten vom Büro RDI die Möglichkeit avantgardistische Elemente mit der wunderbaren Welt des Art Déco und den Schwimmbad-Mosaiken auf gekonnte Weise zu verknüpfen.
Die Rive Gauche Boutique ist der Beginn eines neuen Kapitels in der Geschichte des Hauses Hermès. Auf zwei Ebenen werden alle Handwerksbereiche präsentiert und ein Drittel der Fläche ist dabei der neuen Home Collection gewidmet (wir werden berichten).
Mein Lieblings-Vintage-Accessoire hat eine ganz besondere Geschichte, weil es so selten ist und dadurch, dass ich schon ein wenig älter bin, von mir selbst zu Vintage getragen wurde. Wie viele meiner Kleidungsstücke und Accessoires wird es mich sicherlich noch lebenslang begleiten; es ist ein großes Wolle-Seide Tuch aus der Chanel Winterkollektion von Karl Lagerfeld für Chanel 1987 mit den Motiven der Coromandel Lack Paravents aus Coco Chanels Appartement in der Rue Cambon.
Diese Paravents haben Mademoiselle Chanel seit den frühen zwanziger Jahren in all ihren Domizilen begleitet und wurden zu einem ihrer Markenzeichen. Noch heute stehen sie in dem privaten Appartement im Modehaus von Chanel in der zweiten Etage über dem Couture Salon.
Es gibt ja so Menschen die man als modisch inspirierend empfindet, gar nicht, dass man alle Sachen und Accessoires die diese tragen gut findet, aber sie fallen einem immer wieder auf, weil sie einfach einen guten bzw. unnachahmlichen Stil haben. Das können Männer sein oder Frauen die man häufiger in der Mittagspause sieht oder in der U-Bahn oder auch Prominente.
Als ich mich für Mode zu interessieren begann, waren die Modezeitungen wie
Harper’s Bazaar oder Vogue noch nicht von den sogenannten Celebrities durchsetzt und solche Zeitungen wie Gala existierten nicht. In der Bunten waren nur Könige und Prinzessinnen mit Klatsch und Tratsch vertreten beeindruckten aber nicht durch ihre Looks. Bis auf eine: Caroline von Monaco. Bis heute repräsentiert sie auch noch im jetzigen Alter perfekt die französische Eleganz und ich mag sie besonders wenn sie ganz in Chanel ist. Sie ist wie ein zeitgeschichtliches Bild des Wandels der Pariser Couture von 1960 bis heute und Christian Dior kam durch sie darauf, die Kinderkollektion „Baby Dior “ zu machen, die es bis heute gibt, weil Grace Kelly die gleichen Kleider, wie sie sie trug, für ihr Kind haben wollte. Beide sind Fashion Icons.
Weihnachten habe ich nur einen Wunsch „für unter dem Tannenbaum“ – ein Buch, aber ein besonderes:
In dieser Woche erscheint in dem Pariser Verlag Assouline das opulenteste und schönste Mode- bzw. Photobuch diesen Jahres: die Scrapbücher, in denen Cecil
Beaton, der berühmte englische Photograph, seine Inspirationen hortete. Beaton (1904-1980) ein Universalgenie der der Hoffotograf von Vogue und Harper’s Bazaar war, aber auch Bühnenbildner und nach dem Krieg unter anderem die Kostüme für den Film „My Fair Lady“ mit Audrey Hephurn kreierte, ist eine Ikone der Modephotographie.
In dem Buch wird anhand seiner Collagen, seiner Kontaktabzüge, Zeichnungen gezeigt, wie er gearbeitet hat. Ausserdem sind seine sensationellen Porträts von Jul Brunner, Barbara Hutton, Truman Capote und vielen anderen in allen vorbereitenden, Einstellungen und den Schritten zu sehen bis Beatons Perfektionsdrang ihm sagte, das ist das optimale Porträt.
Was ich niemals hergeben würde – Oder: was der russische Zar auf meinem Schreibtisch macht.
Posted on 12. November 2010Es gibt Gegenstände, die immer bei einem sind und die man nie hergeben würde. Man kann sie als Lieblingsstücke oder auch Lebensstücke bezeichnen.
Seit nun mehr zwanzig Jahren begleitet mich ein Becher, der eine schaurig schöne Geschichte hat und den Schreibtisch von vielen bedeutenden Persönlichkeiten ziert. Jaque Grange hat einen, Jackie Kennedy hatte einen, der Herzog von Windsor, die Königin von England und viele andere mehr. Es ist ein Stiftebecher der aus einfachem Blech ist und mit bunter Emaille bedruckt ist. Fast alle sind ein bisschen abgestoßen – das liegt an zwei Gründen: Zum Einen sind die Becher von 1896 und zum anderen das die Russen, wenn sie getrunken haben die Gläser oder Becher hinter sich werfen.
Ich gebe ja zu, dass ich zu Exzentrik neige, aber wenn man sich seit über dreißig Jahren mit Mode und Accessoires beschäftigt, hat man viel gesehen und will nur noch ganz besondere Sachen.
Mein Freund Thomas hat die Eigenart, wenn wir in Frankreich sind, seinen Espresso mit zwei Stücken Zucker zu trinken, nun bringen französische Kellner aber nur ein Stück und so angelten wir dem Kellner ständig hinterher, um noch ein zweites zu ergattern.
Glücklicherweise hab ich mir dann angewöhnt, ständig ein Reserve-Zuckerstück in meiner Tasche bei mir zu tragen um meinem freund auf charmante Weise aushelfen zu können. Was zur Folge hatte, dass ich ständig Zuckerstaub oder zerbröselte Zuckerstücke am Grund meiner Tasche versammelte.












