Man kann sicher davon ausgehen, dass man in nächster Zeit ganz viel von, über und mit LORDE hören wird. Ella Yelich-O’Connor, ein 16-jähriges neuseeländisches Hip-Hop Chick, gefangen im Körper einer gelockten Elfe, hat mit ihrem Debut „Pure Heroine“ ein Album zwischen The XX, James Blake und manchmal ein ganz bisschen Lana del Rey – Beat gemacht. Dass sie mit 16 Jahren Texte wie „(…) How can I fuck with the fun again when I’m known (…)“ (Tennis Court) schreiben kann, hat sie wahrscheinlich ein Stück weit ihrer Mutter, einer berühmten Dichterin, zu verdanken.
Jan Who
Ich hatte schon immer so ein Gefühl, dass diese Kooperation irgendwann kommt. Es wäre auch zu schade gewesen, wenn Mathangi „Maya“ Arulpragasam oder auch M.I.A. und Donatella Versace nicht zueinander gefunden hätten. Nun hat die Musikerin für „Versus“, einer Untermarke von Versace eine Kollektion designt, die sie locker selbst in ihren Videos tragen könnte und mit Sicherheit auch wird. Und wer mein Gefühl bisher nicht nachvollziehen konnte, der schaut sich am besten mal die folgenden Videos genau an.
Wenn man mit 16 Jahren schon als „Queen of Alternative“ bezeichnet wird, kann man sich in seinem Albumtitel auch einfach mal als Heldin betiteln („Pure Heroine“). Ella Yelich-O’Connor, die ihren Namen auf ein leicht verständliches „LORDE“ (mit weichem „e“ am Ende) gekürzt hat kommt aus Neuseeland und
war mit ihrer Single „Royals“ sowie ihrem Album „Pure Heroine“ in den USA bereits auf Platz 1. Wir müssen uns noch ein wenig gedulden bis das Album hierzulande erscheint (25.10.2013), werden den Weg der Heldin aber im Auge behalten, denn wir wollen ja nicht, dass sie sich verläuft …
Spätestens beim zweiten Song „Further Away (Police Romance)“ hört man die Lissie, die vor mittlerweile 3 Jahren ihr Debut „Catching a Tiger“ veröffentlichte, erinnert es doch ein wenig an den großartigen Song „When I’m alone“ von damals. Hat sie deshalb „Shameless“ als erste Single gewählt? Will die „neue“ Lissie etwa nicht mehr klingen wie die alte Lissie? „I don’t wanna be famous if I got to be shameless“. Ein bisschen mehr auf Krawall gebürstet ist sie ja. Und sonst? Ihre auf diesem Album stärker ausgeprägten Folk Rock Wurzeln („Mountaintop Removal“, „Cold Fish“) mischen sich mit Lissie – typischem Popsound („The Habbit“, „Can’t take it back“). Also will Lissie doch Lissie sein.
Was zuerst unglaublich klingt stimmt tatsächlich. Ok um ehrlich zu sein stimmt es so halb. Natürlich hat sich Banksy nicht persönlich in den Central Park gestellt und seine Werke verkauft. Vielmehr hat er einen alten Mann engagiert seine Werke einen Tag lang für 60$ (!!!!) pro Leinwand zu verkaufen. Alle Werke handsigniert versteht sich. Und was soll man sagen: So richtig bombastisch liefen die Verkäufe nicht. Eine Frau handelte sogar 50% runter. Kein Wunder, findet man ja überall genug Fakes seiner Werke und wer geht schon davon aus, dass es sich um ein Original Banksy für 60$ handelt. Wenn der nette Mann mit der Brille aus dem Video erfährt, was er da tatsächlich erworben hat, wird er sich wahrscheinlich über die am besten investierten 240 Dollar dieses Jahr freuen.
Flaming Lips x Saint Laurent Women`s Spring Summer 2014
Posted on 4. Oktober 2013Erst einmal alles geometrisch korrekt anordnen, bevor es auf den Laufsteg geht. So oder ähnlich muss sich Hedi Slimane das mit seiner, nebenbei bemerkt grandiosen, Leuchtröhren-Installation gedacht haben. Sobald die im Dunkeln scheinbar schwebenden Röhren fein säuberlich am Rand des Laufstegs ausgerichtet waren war es auch schon vorbei mit dem sphärischen Musikintro. Der Paukenschlag zum Auftakt kam wie auch der Rest des Songs von der Band Liars. In einer speziell für die Show aufgenommenen extended Version von „Mr you’re on Fire Mr“, schickte Hedi Slimane seine Mädels auf den Laufsteg. Inspiration der Kollektion waren leicht erkennbar die 80er …
Paillettensocken in Kitten-Heels die wahlweise mit bunten Dreiecken verziert waren oder in goldenem Pythonleder oder blau metallic mit Babycatprint daherkamen. Auf dem Weg zur „La Boum“ – Mottoparty sozusagen. Aber das wäre natürlich ein zu profaner Vergleich für das, was wir präsentiert bekamen. Dass sich die Kollektion thematisch an der Spring/Summer Show 2014 der Männer orientieren wird, war aufmerksamen SAINT LAURENT Beobachtern schon im Voraus klar.
Nachdem Hedi im Herbst Grunge für Männer und anschließend für Frauen präsentierte lag die Vermutung mehr als nah. Und wir hatten recht …
Wieder sahen der Saint Laurent Mann und die Saint Laurent Frau nebeneinander perfekt abgestimmt aus. Aber wo sich bei den Männern in Punkto „Schockmoment“ im Frühjahr wenig getan hat schaltet Slimane bei den Damen dieses Mal einen Gang runter. Die Kollektion wirkt insgesamt noch immer sehr rockig, sexy und teilweise arg kurz geschnitten, strahlt aber trotz des 80er Themas die auch schon für Yves Saint Laurent typisch strenge und kraftvolle Eleganz aus, die man in der Herbst/Winter Kollektion auf Grund der starken Streetwear Einflüsse vermisst hat. Einflüsse des Hauses Yves Saint Laurent findet man im Sommer in denen für Slimane schon typischen schlank und androgyn geschnittenen Smokingsakkos. Dieses Mal fallen diese aber lang und leicht rotzig aus. Zusammen mit den schmalen Krawatten schafft es Slimane seinen Rockchic mit der Heritage des Hauses zu kombinieren. Nicht vergessen wollen wir natürlich auch den Lippenprint, der von Yves Saint Laurent selbst zuerst 1969 präsentiert wurde und die Transparenz die allerdings, wie Suzy Menkes anmerkte, heute schon normal wirkt und alles andere als schockierend ist. Highlight der Kollektion? Der schwarze Jumpsuit mit Seidenrevers und das giftgrüne Kleid mit Paillettenjacke.
Bleibt noch die Frage: Wie geht es weiter? Sollte Slimane sich jetzt jede Saison auf eine neue Musik- bzw. Zeitepoche konzentrieren, die er mit der Heritage des Hauses Yves Saint Laurent wiederbelebt, könnten ihm bald die Themen ausgehen. Lassen wir uns also überraschen was als nächstes kommt. Aber so lange es soviel Spaß macht, ist es doch eh egal welches Revival wir mitmachen oder?
Kate, Naomi und Co. hätten so eine Choreografie wie sie uns die Tänzerinnen bei der Rick Owens Show präsentierten wohl niemals hinbekommen geschweige denn durchgehalten. Über genug Energie verfügten die eher beleibten und allesamt mies gelaunt dreinschauenden Tänzerinnen allemal. War es das „Fuck off skinny bitches“ – Gesicht oder waren alle einfach nur kollektiv mies drauf? Rick Owens Motivation für diese Kollektion jedenfalls war die Herausforderung mit vielen unterschiedlichen Körperformen zu arbeiten und auf das verquere Körperbild, was wir haben, hinzuweisen: „We’re rejecting conventional beauty, creating our own beauty“. Und dennoch stellt sich ein wenig die Frage, ob die wirklich rundum gelungene Präsentation nicht auch ein wenig von der eher faden Kollektion ablenken sollte? Was meint ihr?
Ich habe alle „HA(E)IM“ Wortspiele schon verbraucht insofern muss ich jetzt ohne schmissige Überschrift anfangen. Und eigentlich ist in Punkto Hintergrund auch schon alles über die momentan coolsten Geschwister gesagt. ABER: Nach „Forever“, „Don’t save me“ und „Falling“ und der neuen Single „The Wire“ ist jetzt endlich das Debutalbum „Days are gone“ erschienen. Vielleicht könnt ihr euch noch dran erinnern, dass ich Ende letzten Jahres über die drei noch als fast „Geheimtipp“ berichtete. Auf, ich möchte sagen, lächerliche sieben Likes haben es die Mädels damals bei uns gebracht. Das ändert sich nun. Auf dem Cover blickt das Trio mit Sonnenbrillen und Bikerjacke der Sonnenseite des Erfolgs entgegen. Und das zu Recht.
Drei ihrer Singles gibt es auf dem Album gleich von Anfang an und hintereinander weg. Aber wer denkt dann ist die Luft raus, der kennt die drei Mädels schlecht. „If I could change my mind“ ruft mit einem schönen „Pling pling pling“ im Song Erinnerungen an die 80er hervor und „Honey and I“ wird mein persönlicher „After-Summer-Song“, bevor ich mit „Strong“ von London Grammar in Herbstmelancholie verfalle. Aber dazu an anderer Stelle mehr. Bis „Days are gone“, dem Titelsong des Albums, grooved das Album so gut vor sich hin, dass „My Song 5“ (an achter Stelle auf dem Album) fast ein bisschen wie eine Spaßbremse wirkt. „Go slow“ löst diese dann aber schon wieder und lässt das Debut der L.A. Girls mit dem Ende von „Running if you call my name“ ganz gemächlich auslaufen. Und während man das dann alles so 2-14 Tage hintereinander auf Dauerschleife hört wird einem klar: Mit HAIM auf den Ohren gehen die Tage wirklich schnell rum.
P.S.: Ach so! Und wer Mylie Cyrus „Wreckingball“ mal angezogen und ohne viel Schutt sehen will schaut sich weiter unten die Coverversion der Girls bei Radio 1 Live Lounge an!
Zu viele Kirchen im Dorf x CHVRCHES – „The Bones of what you believe“
Posted on 25. September 2013Chvrches hätten wie Bvlgari auch ihren Namen einfach mit einem ganz normalen „u“ schreiben können. Aber das hätte natürlich keinen so großen Wiedererkennungswert gehabt. Den hatte allerdings die erste Single „Recover“ (ja mit richtigem „v“ geschrieben) welche auf sämtlichen Radiostationen rauf und runter gespielt wurde. Überhaupt überschlugen sich die meisten Kritiker vor Lob über die erste EP – „Chvrches“ und zu allem Überfluss war das schottische Trio auch noch Vorband von Depeche Mode. Kann man also irgendwas Negatives über ihr Debutalbum „The Bones of what you believe“ sagen?
Es gibt Rollen, in denen kann ich mir Brian Molko noch immer nicht vorstellen. Eine davon ist die Vaterrolle. Diese war allerdings nicht der Grund, dass „Loud like love“ im Vergleich zu den früheren Werken weniger melancholisch-depressiv klingt als wir es vom Trio gewohnt sind. Vielmehr waren es untern anderem die neuen musikalischen Einflüsse denen sich Molko vermehrt widmete wie z.B. Sigur Ros, afrikanische Instrumentalkünstler oder auch klassische Pianisten. Die afrikanischen Instrumentalkünstler-Einflüsse suche ich bisher noch immer, aber die Piano Einflüsse sind bei Songs wie „A million pieces“ mit seiner Klavierbegleitung a la „Special Needs“ deutlich zu hören. „Begin the End“ oder „Bosco“, ein Song über Alkoholsucht, haben weiterhin die Art von Emotionalität für welche wir die Jungs neben den etwas härteren Tönen seit jeher schätzen.
