Das bereits zweite Album von Stealing Sheep aus England sprach mich persönlich zuerst einmal vom Cover her an. Während ich parallel das Albumcover von Waxahatchee anschaute, fiel dies auch nicht weiter schwer. Aber das nur zum Cover. Zusätzlich zu diesem gut gelungenen Artwork, liefern Becky Hawley, Emily Lansley and Lucy Mercer außerdem von den 50s inspirierte elektronische Musik mit einem Hauch 80s Pop. Besonders zu empfehlen sind “Deadlock”, “Love” oder auch der Opener “Sequence”. Und um euch die Wartezeit zu verkürzen, hier der farbenfrohe Clip zu “Not real”:
Jan Who
Irgendwie erschreckend, dass viele gute Alben aus dem Herzschmerz heraus entstehen. Wie auch Björk hatte Hannah Cohen mit diesem Gefühl zu kämpfen, während sie ihr neues Album „Pleasure Boy“ aufnahm. Sie wollte „emotional wieder klarkommen“, während sie sich allerdings „zerschmettert und verletzt“ gefühlt habe. Wir hoffen es geht ihr wieder gut, sind aber für dieses Gefühlschaos dankbar, beschert es uns doch Perlen wie „Watching You Fall“, bei denen Cohen stimmlich an irgendwas zwischen del Rey und Heather Nova erinnert. „Just Take The Rest“ klingt mit seinem sarkastischen Zirkusintro wie eine Abrechnung mit diesem „Pleasure Boy“, über den sie selbst sagt, er sei „…jemand der Maßlosigkeit, Dekadenz und Reichtum…“ verkörpere. Das sind ja leider oft die Dinge, denen man emotional gern mal zum Opfer fällt. Und was bleibt dann? Hannah hat es mit ihrem Cover-Artwork erkannt: Frustfressen.
Wer der bessere der Oasis-Brüder ist, ist wohl egal. Während Liam aber mit dem letzten Beady Eye Album nicht so unbedingt bahnbrechendes Material ablieferte, schafft Noel mit dem bereits erschienenen „Chasing Yesterday“, nicht zuletzt wegen des wesentlich charttauglicheren Sounds, etwas Erfolgreicheres. Die Single „Ballad of the Mighty I“ klingt, als hätte Richard Ashcroft sie für The Verve komponiert. Stücke wie „The Girl with X-Ray Eyes“ oder „The Right Stuff“ klingen dann wiederum angenehm nach Oasis und weniger aggressiv als Beady Eye. Einige finden das Ergebnis vielleicht zu weich gespült, ich finde das allerdings genau richtig.
Tame Impala – „Let It Happen“
Tame Impala stellen uns den ersten Song aus ihrem angekündigten dritten Album (Titel noch unbekannt) kostenlos als Download zur Verfügung. Finden wir gut. Geste wie auch Song.
Wer wenig aber gleichzeitig viel hören möchte ist bei Inventions genau an der richtigen Stelle. Hinter dem Namen verbergen sich Mark T.Smith von „Explosions In The Sky“und Matthew Cooper von Eluvium. Erfahrung mit instrumentaler Musik haben also schonmal beide. Wenn sich zwei solche Sound bzw. Sampleakrobaten zusammentun kann das nur in einer großen Soundlandschaft enden die ihresgleichen sucht. Zu hören ab 13.3.2015.
Was sich gehört x Clarence Clarity, Shake Shake Go, Tove Styrke und Mystere
Posted on 25. Februar 2015Clarence Clarity – „Meadow Hopping, Traffic Stopping, Death Splash“
Wer dieses Video für grotesk hält dem empfehlen ich, sich das Debutalbum „No Now“ von Clarence Clarity anzuhören. So etwas haben die meisten mit Sicherheit noch nie gehört. „Meadow Hopping, Traffic Stopping, Death Splash“ kann man übrigens als eines der normalen Stücke auf dem Album bezeichnen. Alles andere ist irgendwo zwischen unhörbar und unbeschreiblich.
Wir stellten euch den überaus talentierten, erst Anfang zwanzigjährigen Joseph Lyons bereits vor . Neugierig wie wir sind, wollten wir natürlich mehr wissen und so fragten wir den aus Leeds stammenden Sänger nach Coverart, Vorbildern und Lars von Trier.
Jan Who: Wann hast du begonnen Musik zu machen?
Lyons: Ich glaube ich muss so sieben Jahre alt gewesen sein. Mein Großvater hatte ein elektronisches Keyboard. Damals hat man noch Floppy Disks (diese schwarzen quadratischen Disketten, Anm. der Oldschool Redaktion) dort reingesteckt und konnte das speichern was man gespielt hatte. Ich kannte nur einen Akkord und habe den unfassbar oft gespielt, ohne dass mir langweilig wurde.
Für Links- oder Rechtsträger x Jan Who testet die Marshall Monitor Headphones
Posted on 24. Februar 2015Rock’n’Roll die Zweite. Bereits vor ein paar Monaten stellten wir euch den Marshall Woburn Lautsprecher vor. Blöderweise kann man diesen nur in die Wohnung stellen. Und obwohl ich prinzipiell alles tragen könnte, sähe es ziemlich dämlich aus, wenn ich mir Lautsprecher auf den Kopf schnallen würde. Daher war es an der Zeit, die sozusagen mobile Variante des Woburns vorzustellen. Ich habe den Marshall „Monitor“ Kopfhörer getestet und bin dabei ganze zweimal an der falschen U-Bahnstation ausgestiegen …
Was dann? Die Frage stellt man sich oft. Ein ganzes Lied darüber geschrieben hat bisher noch niemand. Gut, dass es Balthazar gibt. Die Jungs stammen aus Belgien und durften bereits als Vorband von den Editors auftreten. Die Songs auf ihrem kommenden Album „Thin Walls“ (VÖ 27.03.2015) wurden übrigens fast alle auf Tour aufgenommen. Das kann man als Vorband ja zeitlich auch gut unterbringen. Wir sind also gespannt auf das Debut und fragen uns währenddessen, was diese unheimlichen Masken im Video sollen.
Ein Album, das schon mit Stevie Wonder beginnt, kann ja eigentlich nur gut werden. Und wenn man im Hinterkopf behält, das Ronsons letzte zwei Alben auch ohne so eine Legende schon alle tänzerisch noch so untalentierten auf die Discofläche bewegt haben, macht man sich in bei „Uptown Special“ natürlich noch größere Hoffnungen. Wie bereits bei der Single „Uptown Funk“, ließ sich Mark Ronson auf diesem Album von Musik inspirieren, die er Ende der Neunziger bzw. Anfang 2000 am liebsten auflegte wie z.B. Biggie, Chaka Khan, Earth Wind and Fire usw..
Aber natürlich ist dieses Album nicht nur für Nostalgiker geeignet. Dafür sorgt nicht zuletzt Kevin Parker (Sänger von Tame Impala), der auf insgesamt drei Tracks vertreten ist u.a. beim großartigen „Daffodils“, was ein wenig nach 80er Krimiserien-Intro klingt. Und am Schluss ist dann wieder Stevie zur Stelle, der uns mit seiner weltbekannten Mundharmonika aus Uptown herausbringt – auch wenn man das eigentlich gar nicht will.
