Onkel Dagoberts Goldtaler, Pinke, Zaster, Penunze, Kohle, Asche – egal, Hauptsache viel davon …
Nun ist genug Zeit rum, in der ich meine Eindrücke vom zweiten Fashioncamp in Wien sacken lassen konnte. In Summe eine gut gelungene Veranstaltung mit vielen Bloggern aus Österreich und Deutschland. Dort wurde in mehreren Panels mit Bloggern, Vertretern der Industrie, einem Rechtsanwalt und Vertretern der Medien über einige Fragen rund um das Onlinemedium Modeblog gesprochen.
Wer dabei ohnehin nur stören würde, ist anscheinend der Kunde/Leser? Interessanterweise ging es um alle und alles, nur nicht um die Sicht des Lesers auf Modeblogs.
Daisydora
Fast geschafft (Teil I und II findet ihr hier und hier). Aber ein paar Hinweise gibt es schon noch. Ihr müsst es ja nicht allzu ernst nehmen, denn Ausnahmen bestätigen manchmal die Regel. Wenn man ein an sich interessanter Typ ist, kann man sich locker erlauben, praktische Regeln zu konterkarieren. Von guten Beispielen zu lernen, den Blick zu schulen und einen besseren Geschmack unter Beweis stellen zu können, bereitet mitunter Freude und schadet auch nie.
Perlen Paula


Auch preppy steht nicht jedem. Wenn ihr also nicht versehentlich aussehen wollt, als hättet ihr euch als Höhere Tochter verkleidet und wolltet reich wirken, um den besseren Mann abzubekommen, dann lieber noch mal in den Spiegel schauen, ob euch das Tragen von rosa und hellblauen, gestreiften Blusen, Einstecktüchern, Foulards, Blazern und mehr dieser Art wirklich schöner macht.
Weiter geht es, liebe Leser, wie schon im ersten Teil angekündigt. Wir legen also direkt ohne Vorwort los:
Individialität
Genau genommen geht es um ein Erscheinungsbild ohne eigenen Stil. Durch den Warendruck der marktbeherrschenden Textilketten sehen junge Frauen im Straßenbild immer gleicher aus, weil sie alle ähnliche Klamotten bei denselben Textilketten einkaufen. Ist nicht schlimm, so auszusehen wie alle, nur sollte man dann eventuell überdenken, wirklich jedes stinklangweilige und vollkommen alltägliche Outfit, mit dem man mangels origineller Ideen und Geschmack auf die Straße geht, auf facebook oder dem eigenen Modeblog zu posten. Wie gut, dass es Vorbilder gibt. Hier mal wieder Carole Alt und eine coole Unbekannte, die einen sagenhaft guten Farbgeschmack hat.
Preußischblau, Zinnoberrot, Lapislazuli … ihr merkt schon, es geht um Farben. Früher war das einfach, es gab keine Modeindustrie und man bediente sich einerseits in der Kunst mit ihren kostbaren organischen Pigmentfarben, so ferne man Zugang dazu hatte, oder, die Farben kamen aus der Natur, von Blumen, den Früchten und Nahrungsmitteln, die man erntete oder vom Markt holte.
Dass sich seit der Renaissance und dem fünfzehnten Jahrhundert nicht nur in der Malerei so einiges getan hat, wissen wir alle. Heute gibt es mehr Farben, die von wenigen Fachleuten benannt werden können oder zumindest in einer der Pantone-Tabellen eine Nummer haben, als das menschliche Auge wahrnehmen beziehungsweise unterscheiden kann. Und Namen sind da klarerweise für Verbraucher Schall und Rauch. Ist auch besser so, denn die meisten Menschen folgen der Gewohnheit, alle Rottöne Rot zu nennen und alle Brauntöne Braun. Wir sagen zu einem Milchkaffeebraun nur dann, dass es eines ist, wenn wir modische Gründe haben, Farbberaterinnen sind oder eben zu der Minderheit von Verbrauchern gehören, die eine hohe Affinität zu Farben, deren Zuordnung und Unterscheidung hat. Für den Rest ist Milchkaffeebraun einfach ein helleres Braun.
Es gibt aber Leute, die lange vor dem Farbtrend, der sich dann mehr oder minder feststellbar in neuen Kollektionen und auch in anderen Bereichen wie Wohntextilien und Möbeln abzeichnet, daran arbeiten, eine logistische Ordnung in das Farbthema zu bringen, die von der Industrie gebraucht wird.
Stoffhersteller, Strumpfhersteller, Schuhhersteller, Kosmetikfirmen, Möbel- hersteller, Wandfarben- und Tapetenhersteller und so weiter brauchen als Grundlage für ihre Arbeit die Sicherheit; dass ihre aktuellen Kollektionen von den Einkäufern und den Verbrauchern einem Saisontrend zugeordnet werden können.
Zwar gibt es immer Labels, die sich gar nicht davon beeindrucken lassen, aber je weiter die Verbreitung der Klamotten ist, desto wichtiger werden auch Farbtrends.
Darum kümmern sich dann die Trendleute bei Intercolor, einer Organisation in Paris, die nichts anderes tut, als unsere industrielle Farbordnung zu terminieren, den Farben beziehungsweise Mischfarben klingende Namen zu geben und geeignetes Informationsmaterial, wie die „Intercolor Color Card“ herzustellen und zu vertreiben. Aber auch Intercolor macht das nicht freihändig, ohne Vernetzung mit Trendbüros und der Industrie. Alle Interessengruppen entsenden Vertreter und die führenden Trendforscher sind sowieso bei allen Vorbereitungsprozessen von Trends mit dabei. Das Alles zwei Jahre vor dem Zeitpunkt, zu dem die neuen Farben dann im Handel erscheinen.
Wenn dann, wie in der kommenden Saison, ein Orange namens Tangerine Tango zu den Farben der Saison zählt, dann soll sich der Nutzen nicht alleine darauf beschränken, dass Hersteller die Trends kommunizieren und damit den Einkäufern Orientierung bieten, seit langer Zeit verknüpft man diese Vorgänge mit Lifestyles, aus denen sich Farbpräferenzen und Stimmungen ableiten sollen. Dem Stimmungsbild dessen, wie wir zu dieser Zeit gerade so drauf sein werden. Alles ist Marketing, in einer von Waren übersättigten Welt.
Die großen Vordenker in Sachen Farben sind nicht mehr die Renaissancemaler oder Künstler mit einem geschulten Auge für jede noch so kleine Nuance, mit der sich neben der alles entscheidenden Farbe auch deren Anmutung in Licht und Schatten perfekt hin zu Täuschung oder Wirklichkeit verändern lässt.
Es sind all die Trendgurus wie Li Edelkoort, Vordenkerin, Autorin und Herausgeberin unzähliger Publikationen zum Thema … ihre Kollegen und ein paar Intercolor-Farbnerds und exponierte Vertreter der Industrie, die sich das, was wir dann haben wollen sollen, lange Zeit davor ausdenken und dem Kind einen besonders schönen Namen geben.
Wen’s besonders interessiert, der guckt hier rein:
Reading the signals (Li Edelkoort) – DLDwomen 2011
Die von Pantone für die Männerkollektionen der Saison Sommer 2012 herausgegebenen Farben (2.Bild von oben) lauten der Reihe nach:
Dazzling Blue 18-3949, Vintage Khaki 16-0205, Granita 19-2039, Hawaiian Ocean 17-4540, Starfish 16-1120, Tangerine Tango 17-1463, Sodalite Blue 19-3953, Solar Power 13-0759, Tradewinds 15-4307 and Grass Green 15-6437
Daran ist nur der weiße Rolli schuld, dass es mal wieder mit mir durchging und ich einen naturgemäß überlangen Stilsünden Bericht zusammenstellen musste, den Horst für euch in mehrere Teile geteilt hat. Weil das hier aber immer noch ein Männerblog ist, kommt nach den Stilsünden-Berichten für unsereins, der für euch Männer, der ist dann um einiges kürzer, weil ihr zum Glück nur Sandalen mit Socken aber keine Pinzgauer-Wedges, Nutten-Plateaus oder Nagellacke in Buntstiftfarben tragt. Also lasst uns am besten gleich loselegen und uns den kleinen – so gar nicht bierernst gemeinten – Daisy-Workshop hinter uns bringen, für den ich euch größtenteils Positivbeispiele als Bildmaterial herausgesucht habe … meistens, ihr merkt dann schon, wenn nicht.
Denken und verstehen –vs– Gedenken oder bringt uns Beides weiter?
Posted on 11. September 2011Als ich bemerkte, dass mein Daisy-Sonntagsbericht mit dem Zehnjahres-Gedenktag von 9/11 zusammenfällt, musste ich erst mal schlucken. Nicht etwa aus geheuchelter, noch immer anhaltender Betroffenheit über die schrecklichen Geschehnisse an dem Tag, sondern deshalb, weil ich mich alle paar Monate sowieso frage, was wir als Welt daraus gelernt und zum Guten verändert haben. Die Bilanz fällt mager aus und manches hat sich sogar verschlechtert.
Der Herbst kann kommen – Herr Blomquist trägt hanseatisches Blau mit Twist
Posted on 10. September 2011Auch der unvergessliche Hans Albers warf sich mal in Schale ….
Weil mein Kurzzeitgedächtnis den letzten Reinfall schon wieder auf einer entlegenen Festplatte entsorgt hat, getraue ich mich nochmals, meinem Schreiberkollegen Blomquist, der ja bekanntermaßen vom Fach ist, ein paar neue unverbindliche Kaufempfehlungen zu geben.
Da habe ich mich schon sehr drauf gefreut, weil ich Klamotten in einer meiner Lieblings-Klamottenfarben, Mittenachtstiefdunkelblau, besonders gerne aussuche. So, los geht es, liebe Leser und lieber Kollege.
Wir gehen, wie ihr schon an einem der Wahrzeichen der Stadt auf dem Header-Foto seht, modisch kurz raus aus Pusemuckel am See und rein in die Horstson-Hansestadt-Hamburg, dorthin, wo meine Schreiberkollegin Frau Willis lebt und arbeitet. Horsts Heimat ist ja sozusagen die letzte Großstadt auf deutschem Boden vor New York und eben darum sollte ich Frau Willis ihrem Typ und der Umgebung gemäß in schicke Klamotten für Großstadtpflanzen stecken, dachte ich ….
Juchhuuuuuu …..!
Seit heute bin ich ganz offiziell die Promotionfilmchenbeauftragte bei Horstson, Horst hat mich gerade dazu befördert. Das bedeutet: Es gibt schon wieder einen dieser neumodischen Filme zu bewundern, diesmal für das Parfum (untitled) von Maison Martin Margiela, der aber vorerst nichts mit der Werbung zu tun hat, die man für einen Duft auf jeden Fall machen muss, damit die Verkaufsmaschine anläuft.
VOGUE Italia x Giorno e Notte x W x Transformers – Stefano Tonchi –vs– Steven Meisel
Posted on 7. September 2011Für die zwei drei unter euch, die ohnehin wissen wollten, was den Blutdruck der Chefredakteure bei Hochglanzmagazinen so richtig in die Höhe treibt, dieser kleine Bericht hier: Der Stein des Anstoßes ist die Tatsache, dass ein sehr großes Editorial, Transformers, das in der W, Ausgabe September erschienen ist, dem viel kleineren Editorial in der VOGUE Italia, Giorno e Notte, Ausgabe August, rein von der Idee her zum verwechseln ähnlich sieht.










