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Daisydora

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Schöne Sachen, F15 … „Mad about high fashion! x Krystle Carrington-Special“

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Stilvorbilder: Krystle und Blake Carrington; Bild: Paramount (links), Net-a-porter (rechts)

Grade eben dachte ich noch: Das kann ich euch nie verkaufen, solchen nicht ganz unumstrittenen Luxusklimbim auf Horstson zu zeigen … dann sehe ich das überaus alberne Profilbild von Horst auf facebook (Krystle Carrington im silberfarbenen Nerz) und schon kommt Schwung in die Sache. Ihr wisst, wir zeigen hier auch das, was wir gerade nicht anhaben. Obwohl, auch dafür kann nicht garantiert werden.
Mode darf ab und zu oder gerne auch immer die Geschmacksgrenzen des Mainstream und auch die der stilbewussten Minderheit mit Geschmack überschreiten. Kommt ja immer drauf an, wer das trägt, oder?
Wir legen einfach los, mal sehen was mir dann am Ende alles um die Ohren fliegt …

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Höchste Zeit für die Männermantelparade …

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Links: Mantel von Valentino; rechts: Mantel von Alexander McQueen

Man redet zwar nicht über das Wetter, wenn man bei Karl Lagerfeld eingeladen ist, aber was warmes anzuziehen ist bei diesen Temperaturen trotzdem ein Thema. Dem Sommer etwas wehmütig hinterher trauern darf man, aber modisch gesehen sind der Herbst und der Winter eine tolle Saison! Endlich kann man seine Lieblingsmäntel wieder ausführen und hat guten Grund, was neues zu kaufen, wenn es denn sein soll.
Drum ist es höchste Zeit für die Männermantelparade, denn laut gesicherten Meldungen von afp hat zumindest einer unserer Leser schon seinen neuen Mantel gesucht und gefunden …
Zur Auswahl stehen Mäntel mit und ohne Muster, in Preislagen zwischen halbwegs vernünftigen 400 € und stolzen 6295 € … aber hier geht es ja in erster Linie um den Look und Ideen dazu, welcher es denn sein sollte oder könnte, weil die Auswahl einfach unheimlich groß ist.

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Beliebte Modemissverständnisse: Der Camelmantel für alle!

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Links: Mantel von Burberry Prorsum; rechts: Mantel von Derek Lam

„Es hat gute Gründe, weshalb ältere Kamele und Löwen diese Haarfarbe haben …“ Der Spruch stammt von meiner Mutter und hier geht es darum, herauszufinden, ob ein Mantel aus Kamelhaar (oder Cashemere, Wolle, Alpaca in der Farbe Camel) wirklich der edle und elegante Klassiker in jedem Kleiderschrank sein sollte.
Es ist ja gerade so was wie Jagdsaison für Kamelhaarmäntel aus Cashemere und Co. … und gefühlt empfehlen alle Magazine und Blogs Camel als Best Buy für den Mantelkauf. Aber für mich entspringt dieser Tipp dem Automatismus, mit dem wir bestimmte Basics bis zum jüngsten Gericht nicht infrage stellen und mangels anderer Ideen gerne mal auf Nummer sicher gehen.
Damit wir uns hier richtig verstehen: Es gibt Männer und Frauen, die ich sehr gerne in einem Mantel in Camel sehe, obwohl ich selbst diese Option schon lebenslang ausschlage und das nicht nur wegen der ererbten Stilgene meiner Naturtöne der Braun- und Beigeskala konsequent meidenden Familie … sondern, weil das für mich so ein Sinnbild des Stils ist, den ich mit Leuten verbinde, die unbedingt nach Upper-Class aussehen wollen … ich weiß, dass das albern ist, aber bei solchen Sozialprestige-Codes bin ich nun mal eigen …

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Schöne Sachen, F14 … Plaids und viel Graues

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Links: Kleid von Lanvin; rechts: Mantel von Vivienne Westwood

Kariertes und Graues hatte ich bisher glaube ich noch nie für Frauen auf dem Zettel, also wird es Zeit – auch, weil in den aktuellen Kollektionen so einiges wartet, was ich guten Gewissens empfehlen kann. Und weil wir hier bei „Schöne Sachen“ sind, zeige ich euch gleich zu Beginn eines der schönsten Kleider der Saison, in Grau und kariert … aber vor allem so couturesk drapiert, dass es eine Freude ist. Das wunderbare Plaid Wool Blend Dress stammt von Lanvin und damit aus der Feder von Alber Elbaz, der einfach ein gutes Händchen für Silhouetten und Proportionen hat.
Mehr Volumen und wärmenden Wollstoff hat Vivienne Westwood in den maximal groß karierten Mantel aus der Anglomania Linie investiert, der nur mit einem Bindegürtel zu schließen ist, der zugleich die Weite um die Taille herum figurfreundlich bändigt.

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Paris Fashion Week

The King has left the Building* … – Louis Vuitton Womenswear Spring/Summer 2014

Wann wussten wir zum letzten Mal, dass wir gerade die letzte Kollektions-Präsentation eines Chefkreativen für ein High Fashion Label sehen? Marc Jacobs hat sich mit dem Defilee der Kollektion für die kommende Saison eine düster-melancholische Messe mit Straußenfederkronen tragenden Showgirls zur Feier seiner Erfolge inszeniert.
Aber eigentlich standen auch bei dieser letzten Arbeit für den Arbeitgeber LVMH die Frauen im Fokus. Solche, wie Miuccia Prada, Coco Chanel und Rei Kawakubu, die ihn als Createur berührten und inspirierten – auf deren Arbeiten er Zitate zeigte … und die im nächsten Sommer überaus kapriziös gestimmte Louis Vuitton Frau. Eine Frau, für die überall Bühne ist und Blau-Schwarze an Stelle der Roten Teppiche ausgelegt werden. “To the showgirl in all of us“, so die Widmung Marc Jacobs …
Und das innere Showgirl in uns allen lässt es luxustechnisch nicht gerade ruhig angehen, aber ist ja schließlich Louis Vuitton. Diesmal konsequent in Rabenschwarz, Mitternachtsblau, etwas Jeansstoff in Blau und ganz viel Haut, die durch schwarzes und feinstes Meshgewirke, den Tüll und kunstvoll genähte und geflochtene Gitter blitzen darf.

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Paris Fashion Week

Das Raf-finement des Monsieur Simons – Christian Dior Womenswear Spring-Summer 2014

Wer würde sein Defilee* mit einem wahren Blütenregen von magischer Farbenpracht durch den Pariser Florist Éric Chauvin in einen Zaubergarten von irritierender Schönheit verwandeln lassen, wäre da nicht Großes zu feiern?
Die Rückkehr von klarer Schönheit und moderner Anmut, rasante Eleganz auf der Höhe der Zeit und eine umwerfend gelungene Kollektion, die wahrlich alles an Talent zeigt, das Raf Simons aufzubieten hat. Der richtige Mann, zur richtigen Zeit, am genau richtigen Ort! Monsieur Simons hat die Aura der Marke Dior wohl längst verstanden, begegnet der Geschichte mit Respekt und verfügt über die Vision, wie man Denkmäler pflegt und mit neuen Facetten anreichert, ohne die selbst eine Ehrfurcht einflößende Legende wie Dior mehr ein Museum als zeitgenössische Luxusmarke mit ruhmreicher Zukunft wäre. >

Magisch, umwerfend futuristisch, wunderschön … das sollte oder besser gesagt, würde schon reichen, die Kollektion “Trans Dior” zu beschreiben. Simons als Transformator für die ruhmvolle Marken-DNA, hin zu Modernität und dem Mut zu neuer Schönheit in der Luxusmode. Für mich kam dies als Botschaft schon in dem Moment an, als mir angenehm auffiel, dass man beim Cast konsequent auf alle It-Models und diese Model –Gremlins verzichtete …

Christian Dior Spring-Summer 2014

Man kennt das ja: Mal mehr mal weniger, springt der Funke bei einer Schau über, oder die Ideen wollen einfach nicht zünden. Irgendwie aber alles ohne diese magischen Momente, wie im Theater, einem besonderen Konzert oder ähnlichem … Als ich dieses Defilee zum ersten Mal sah, war ich ergriffen und auf höchst altmodische Weise gerührt von der Anständigkeit der ehrlichen Leistung, die Raf Simons bei seinem Arbeitgeber und den Fans der Marke gerade abgegeben hatte.

Peter hatte das glaube ich gerade erst auf den Punkt gebracht: Manches an originellen Ideen und Kollektionen bei den Prêt à porter ist so aufgesetzt, dass man regelrecht ermüdet davon … auch ich will manchmal nicht noch mehr aufgetackerte Recht- oder Dreiecke auf Folienkutten sehen … sondern gute Arbeit von jemand, der das kann, was er da macht.
Und Raf Simons Umgang mit dem handwerklich Machbaren ist geradezu virtuos: Da werden die von mir geliebten Sonnenplissees nicht nur reihenweise schräg geschnitten verarbeitet, sondern – verlaufen horizontal, so als könne Simons mühelos über Wasser gehen … Überhaupt sind es die Plissee-Details an Kleidern, Shorts, an Röcken und Jackets, die eine fließende Leichtigkeit verbreiten, die das streng konstruierte, das asymmetrische (fabelhafte Mode-Architektur ist das) und avantgardistische im Wechsel konterkarieren oder intensivieren. Über alles Gängige setzt sich Raf Simons mit kreativer Neugier hinweg, nur am Körper der Trägerin sollten die kühnen Konstruktionen dann schmeichelnd als futuristische Schönmachermode überzeugen. Was ihm mühelos gelungen ist.
Mit farblicher Vielfalt und Eloquenz und der Raffinesse von ungesehenen Kombinationen. Hat man hellblau gestreifte Hemdblusenkleider schon mal besser und aufregender gesehen, als genau hier? Ich jedenfalls nicht!

In der Theorie ist Schwarz mit bunt für mich irgendwie durch – aber hier bin ich hingerissen davon, wie viel Kraft in den Kleidern, den Cache Coeur artigen Oberteilen mit Cut Outs, die diesen handwerklichen Aufwand auch tatsächlich rechtfertigen … mit fliessenden Röckchen, Shorts und so weiter … steckt …
Woraus entsteht Modernität bei einer Marke wie Christian Dior? Für mich aus dem Umgang mit neuen Formen, die man bekannten Kleidungsstücken gibt, die wie gute moderne Modearchitektur wirken – immer mit den perfekten Proportionen, wie das ja bei gelungener Architektur auch stets der Fall ist. Mode darf sich kühner Formen bedienen und auf gefährliche Terrains bewusster Stilbrüche begeben, am Ende muss der Entwurf aber gut sitzen und die Frau irgendwie schöner machen, die das trägt. Niemand braucht kuriose Objekte für mehrere tausend Euro, in denen man seltsam und verkleidet wirkt …

Damit spielt Raf Simons, er kann sich erlauben, neben den unverzichtbaren Handwerkszeugen der High Fashion auch die Segnungen von CAD und Laserschnitt-Technologie in Entwürfen zu nutzen, die ganz schön viel Couture haben, so verrückt das auch klingen mag. An dieser Stelle sei gesagt: Ich liebe den genialen Schachzug der Luxuslabels, jede Saison mehr Elemente und Handwerk der Couture in die Prêt à porter zu übernehmen. Bei Christian Dior nicht erst in dieser Saison unübersehbar.
Habe ich Favoriten? Oh ja, eine ganze Menge, jedenfalls viel mehr, als ich auch nur annähernd kaufen könnte … werde … wer weiß das schon. An meiner wie immer subjektiven Auswahl der Bilder aus der umfangreichen Kollektion kann man glaube ich gewisse Vorlieben ablesen. Das Raffinement des Monsieur Simons bei Christian Dior ist jedenfalls ganz mein Fall!

Normalerweise tu ich das nicht, aber hier schon: Großartig und passend, die Musik (Michel Gaubert), Modernität braucht Tempo; wie schon erwähnt, der freakfreie Cast (Maida), die Maquillage, da kommt ihr nie drauf, wer sich die Goldbrauen und güldenen Augenlider ausgedacht hat (Tyen, virtuos umgesetzt von Pat Mc Grath und Team) und der Sleek-Look der Haare kommt von Guido Palau … Production & Direction, Bureau Betak, Licht, Philippe Cerceau, Video, Videopolis & Tender Night und dann noch mal die Blumen von Eric Chauvin …

Es ist geradezu feierlich und wundervoll, dass man in der Mode ab und zu diese magischen Momente erlebt, in denen man ganz sicher ist, etwas wirklich Schönes gesehen zu haben, hier gemacht von jemand namens Raf Simons, der sich bei Christian Dior nur noch selbst übertreffen kann. Wo hat er gelernt, sich solche Schuhe herbei zu fantasieren?

*immer wieder, müsste es richtig heissen, Eric Chauvin hatte schon einige Male für die Blumen-Inszenieruingen bei Dior Defilees gesorgt. Un Jour de Fleurs: 22, rue Jean-Nicot, Paris 7. Arrond. ; 77 und 85, av. du Roule, Neuilly-sur-Seine

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Wir sagen viele tausendmal Dankeschön Marc Jacobs!

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Für einen Bericht mit nervösem Breaking News Herzschlag ist uns dieser Mann viel zu schade! Hier geht es nicht darum, dass ein Chefdesigner der High Fashion geht, man schon vor Tagen darüber hätte mit orakeln könnte, ob das freiwillig oder mit sanftem Druck war und wer sein Nachfolger ist … aus den selben Quellen als Zweitverwertung hätten wir das wie viele Blogs über den „Newsticker“ laufen lassen können … Halloooohooooo, ich weiß da schon wieder was und konnte das früher melden als die Schnarchnasen von XYZ … Mein Gott Leute!
Nicht immer kehren neue Besen gut und es ist ein fataler Irrtum, zu glauben, dass schließlich jeder ersetzbar ist. Natürlich trauen wir LVMH zu, genau zu wissen, wer nach einem der besten und innovativsten Createure der Welt das Ruder bei Louis Vuitton übernehmen kann … welche Frage auch! … aber viel wichtiger ist uns in diesem Moment der Mann, der Louis Vuitton zu dem gemacht hat, was die Marke als High Fashion Größe heute ist: Louis Vuitton „Erschaffen von Marc Jacobs!“

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Schöne Sachen, M15 … High Fashion Winterjacken und Luxus-Holzfällerhemden

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Links: Jacke von Christophe Lemaire; rechts: Jacke von Gucci

Was macht eigentlich Christophe Lemaire, wenn er gerade nicht an der nächsten Womenswear-Kollektion für Hermès arbeitet? Zum Beispiel seine eigene Kollektion, aus der mir ein Jackett angenehm aufgefallen ist, das ich euch hiermit zeige, weil sowieso bald Winter oder so was ähnliches ist. Da kann man dann endlich wieder in Tweeds, Plaids und so weiter schwelgen, und wir fangen, wenn ihr erlaubt, gleich hier damit an.
Der Unstructured Flecked Wool Blazer verrät seine High Fashion Herkunft durch gekonnte Asymmetrie, hochwertige Verarbeitung und die Idee mit den drei Knöpfen. Schaut bitte mal genau hin – es lohnt sich … ihr könnt euch aber auch von einem Blouson von Gucci ordentlich warm halten lassen, das sich Plaid Wool Bomber Jacket nennt und ein Revival der gestrickten Bündchen und des Rippstrickkragens feiert, den man bei Wind und Wetter auch bis über die Ohren aufstellen kann.

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Milan Fashion Week

Triumph der Unverstandenen – PRADA Womenswear Spring/Summer 2014

Warum sollte eines der Orakel der Mode, Miuccia Prada, die den erfolgreichen Familienbetrieb (als Koffermacher 100 Jahre alt) nun im 35. Jahr nicht nur führt, sondern zu einer der stärksten zeitgenössischen High-Fashion Marken der Welt weiter entwickelt hat, ausgerechnet jetzt erklären, wie man sich ihrer Womenswear Spring/Summer 2014 modisch nähert?
Während ich über all die Fragezeichen in Berichten und vor allem in Kommentaren auf „führenden“ Modeblogs schmunzeln musste, die ich zu dieser Kollektion lesen konnte, wurde mir Miuccia Prada, die ich immer schon mochte und verehrte, noch sympathischer …
Wo steht den geschrieben, dass High-Fashion Kollektionen von Modemädchen und Frauen, die nicht mal die Basics wie klassische Cardigans, Business Suits, Kostüme und Jacken, die es bei PRADA bekanntlich immer gibt, dort kaufen, verstanden werden müssen (und mich freut schon an dieser Stelle, dass sich diese Kollektion nicht ganz so einfach kopieren lassen dürfte)?

Miuccia Prada dient sich niemand an, noch nicht mal ihren Kunden. Mal gibt es sehr gut verständliches und gefälliges, dann wieder schwer verdauliche Verkleidungen, die aber richtig getragen genau den Nerv der Zeit treffen. Und für Jederfrau war High Fashion in dieser Preisklasse ohnehin noch nie gedacht.
Im kommenden Sommer sieht man die PRADA Frau jedenfalls als wandelndes Großformat von Kunst, genau genommen sind es Zitate auf die Werke der mexikanischen Muralisten Diego Rivera, David Alfaro Siqueiros und José Clemente Orozco, auf deren politisch verankerte Wall Art.

Doch das Drumherum zur Kollektion war ein beeindruckendes Bühnenbild und ein Show Space, der selbst Kunst sein sollte … „In the Heart of the Multitude“, die großformatigen Bilder von vier Muralisten und zwei Cartoonisten wurden auf die grauen Wände des Via Fogazzaro Show Space in Mailand projeziert.
Miles “El Mac” Gregor, Mesa, Gabriel Specter, und Stinkfish, sowie die Illustratoren Jeanne Detallante und Pierre Mornet wurden von Miuccia Prada dazu eingeladen, ihre Ideen zu den Themen Femininity, Representation, Power und Multiplicity beizusteuern. Draus entstand eine homogen-heterogene Symbiose aus dem Geschehen im Raum und den durchwegs expressiven Outfits der Kollektion. Allesamt in Farben, die mich an Expressionisten wie Gauguin erinnerten.

In solchen Kleidern kann man sich nicht hinter der Mode verstecken, ist als Frau auf der Höhe der Zeit immer präsent. Noch Radikaler als die Createure anderer auffallender Kollektionen, scheint Miuccia Prada darauf zu bestehen, sich im Sommer 2014 für das Ganz oder Garnicht zu entscheiden.
Und das Ganz hat dem Betrachter so einiges zu bieten: Prints von Portraits, die schon ohne das Drumherum aus Glassteinen, Borten, Pailetten und anderen kunstvollen Deko-Elementen hart an der Geschmacksgrenze entlang schrammen, wohl nur, weil man das so nicht auf teure Kleider zu drucken hat … muss teuer immer vornehm und geschmackvoll im Sinne von stilvoll sein? Mal ja, hier aber eindeutig nein!
Auch wenn es ganz sicher ein Wagnis ist, in der Hauptsache Kleider mit Cut-Outs, halterlose Bustierkleider und solche mit Bikinioberteil als Halterung zu zeigen, sind diese Ideen an der richtigen Frau und eloquent kombiniert, genau das, was mir in dieser Saison noch an Highlights gefehlt hat.

Es hat in der Mode alles schon mal gegeben, im übrigen auch einige von Miuccias Teilen sind Zitate auf Teile eines Kollegen, aber wie Raf Simons so schön sagt: „Ein offensichtliches Zitat halte ich für ehrlicher, als seine Quellen verstecken zu wollen.“ (GQ Style). Und echte Modernität ist das, was mir zu Miuccas Kollektion auf den ersten Blick einfiel. Man muss sich halt schon was trauen und als Modemaus – mitten im Mainstream – wird man diese Entwürfe vielleicht besser wirklich nicht tragen (und man muss sowieso halbwegs groß sein!).
Besonders mag ich die Mischung aus Elementen der Sportswear und Streetwear, wie die immer wieder hervorblitzenden geringelten Rippbündchen und Tops zu den bestickten Kleidern. Das bricht den Look auf weniger pompös und festlich herunter und lässt sich auch gut dafür nutzen, andere Looks aufzufrischen. Die Leibrock-Kleider mit Cut Outs oder trägerlos, die ich gleich als Nummern 01 bis 08 zeige, sind aus meiner Sicht alle sehr gelungen. Dazu kann man Jackets, Cardigans, Mäntel, schmale Hosen und darunter Shirts und so weiter tragen und ist immer wieder toll und neu angezogen.

Als Mantel würde ich aus dieser Kollektion aber ganz klar den schwarzen auf Bild 02 nehmen … auf den bedruckten ist mir dann doch etwas zu viel los. Ganz sicher werden uns tolle Kombinationen mit den Trafalgars in den Hochglanzmagazinen da aber noch Lust auf mehr Muster und öffentliche Aufmerksamkeit machen.
Die Wadenstutzen ohne extra Klimbim gehen auch zu ganz vielem, das muss man dann einfach mal vorab mit einem Paar abgeschnittenen Fußballstutzen probieren, ob einem das auch wirklich steht (nur zu langen und schmalen Beinen) … und da sehe ich auch tolle Möglichkeiten vor meinem geistigen Auge, genau diese Wadenstutzen zu Boots und Sneakers zu tragen, auch wenn das wahrscheinlich nicht im Hochsommer infrage kommt.

Für mich ist die PRADA Womenswear Summer 2014 eine Hommage auf unsere Zeit, in der wir angeblich alles schon mal gesehen haben und glauben, schon alles zu kennen, aber in Wirklichkeit nach der Freiheit suchen, Mode ab und zu wirklich so für uns zu nutzen, wie sie gedacht ist: Laut, schrill, bunt und auffallend, als Statement, wie Kunst!

Wer noch einmal die komplette Schau sehen möchte …

PRADA Womenswear Spring/Summer 2014

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Björn Borg zeigt in Russland Flagge

Auch wenn das nur ein ganz kleiner Bericht wird, so ist das ein Thema, das mir nicht unter den Tisch fällt … Tennis Altstar Björn Borg, einer der Größten unter den Spitzensportlern des vorigen Jahrhunderts, zeigt zur Eröffnung seiner Onlineshops in Russland deutlich Flagge.
Björn Borg says da! … so die Überschrift der ganzseitigen Anzeige in der englischsprachigen Ausgabe der „Moscow Times“, gleich auf Seite 3. Auf dem Bild, bunte Unterwäsche in Regenbogenformation gestapelt. Simpel, klar auf den Punkt gebracht und gut verständlich. Es geht mal wieder um die selbstverständlichste Sache der Welt, gleiche Rechte für Menschen aller sexuellen Orientierungen.

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