So wie ich hier am Pool liege, Sonne auf der Haut, halb im Wasser, halb im Scrollen durch nichts, passiert es irgendwann ganz automatisch: Die Gedanken lösen sich. Erst vom Alltag, dann vom Körpergefühl, dann von allem, was irgendwie nach Struktur aussieht. Und dann, völlig unerwartet, taucht er auf – der Twink.
Horst
Was tut sich denn da..? Ich bin seit einigen Tagen in Maspalomas vor Ort, sitze meist am Rand eines der besten Restaurants am Platz – was hier weniger Übertreibung als Grundhaltung ist – und betrachte das Treiben aus jener privilegierten Distanz, die es erlaubt, alles zu sehen, ohne selbst Teil davon zu werden. Ein stiller Beobachter also, mit Blick auf eine Szenerie, die sich Abend für Abend neu inszeniert.
Weniger Glanz, mehr Haltung: Wie Modemagazine ihre Auflagen retten können
Posted on 8. April 2026Totgesagte leben länger: Modemagazine; Foto: Horstson
Die gute Nachricht zuerst: Modemagazine sind nicht tot. Sie liegen nur etwas zu lange dekorativ auf dem Couchtisch – neben der Duftkerze, die man auch eher fürs Ambiente als für den eigentlichen Zweck gekauft hat. Die schlechte Nachricht: Die Auflagen sinken seit Jahren. Papier wird teurer, die Inflation nagt am Portemonnaie, und die Leserinnen und Leser haben gelernt, dass man Trends auch kostenlos im Sekundentakt auf dem Smartphone serviert bekommt. Warum also noch drucken?
Vom Spiel zur Schaufensterfläche – Wie „Total Looks“ die Modebilder verarmen lassen
Posted on 7. April 2026Es gibt sie noch: Modemagazine; Foto: Horstson
Es gibt diese alten Modestrecken, die heute fast wie aus einer anderen Welt wirken: überraschende Kombinationen, Brüche, Humor. Ein Couture-Jacket zu Secondhand-Jeans, ein Abendkleid mit Turnschuhen, ein bewusst „falscher“ Look, der gerade deshalb funktioniert. Mode war einmal ein Experimentierfeld, ein wildes Spiel.
Sind Berghain-Guides Plemplem? Foto: Horstson
Warum Berghain-Guides ungefähr so sinnvoll sind wie Horoskope für Clubgänger …
Der Herr im Hasenlicht: Warum Männer zu Ostern plötzlich Mode „fühlen“ (müssen)
Posted on 5. April 2026Lieber Beton als Pastell? Zumindest bei der Osterdeko. Foto: Horstson
Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, dieses Jahr einfach Ostern zu feiern. Ohne Text, ohne These, ohne diesen leichten inneren Zwang, selbst den Hefezopf noch feuilletonistisch zu überhöhen. Dann – Fehler Nummer eins – „nur kurz“ auf Instagram geschaut. Und plötzlich war klar: Dieser Text schreibt sich leider von selbst.
Foto: Courtesy of Asics
Kooperationen im Modebereich sind längst kein kurzfristiger Trend mehr, sondern ein festes Prinzip der Branche. Sie funktionieren, weil sie ein einfaches Versprechen einlösen: das Bekannte neu erscheinen zu lassen. Zwei Marken, zwei Handschriften – und plötzlich wirkt ein Produkt wie eine Weiterentwicklung, ohne tatsächlich bei null anzufangen.
Foto: Mert and Marcus
In der Mode gilt das Neue als höchste Währung. Neue Schnitte, neue Kollektionen, neue kreative Leitungen. Kaum hat ein Designer ein Haus verlassen, wird schon die nächste Ära ausgerufen. Und doch setzt man ausgerechnet in diesen Momenten des Umbruchs auffällig oft auf das Gegenteil: auf Vertrautheit.
Ein aktuelles Beispiel für meine steile These liefert Gucci. Mit Kate Moss und Emily Ratajkowski stehen zwei etablierte, maximal bekannte Gesichter im Zentrum einer Kampagne für neue Taschenmodelle, die Gucci Borsetto und die Gucci Giglio. Neu ist hier vor allem das Produkt – nicht die Inszenierung, nicht die Aura, nicht die Gesichter.
Bild: G-Shock
Camouflage ist die widersprüchlichste Konstante der Mode: ein Muster, das Unsichtbarkeit verspricht und genau deshalb seit Jahrzehnten auffällt. Kaum scheint es aus dem Stadtbild verschwunden, kehrt es zurück – nicht leiser, sondern selbstbewusster. Tarnung ist eben keine Kapitulation, sondern eine Haltung.
Quiet und Loud Luxury liegen manchmal dicht beieinander; Bild: Horstson
Es fängt an, wie es immer anfängt, zum Beispiel mit einem Luxuspullover, der kein Luxus sein will. Beige vielleicht, oder ein Grau, das sich zwischen Nebel und Staub nicht festlegen mag. Der Preis? Diskret versteckt – und ungefähr auf Wochenendtrip-Niveau. Willkommen im Zeitalter des Quiet Luxury. Man erkennt es vor allem daran, dass man es nicht erkennt.
Quiet Luxury ist die elegante Absage an jene Epoche, in der Identität in Großbuchstaben über die Brust lief. Logos wie Nummernschilder, Gürtelschnallen mit Landebahn-Ambitionen. Damals galt: Wer hat, der zeigt – möglichst in Versalien.










